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Kapitel 6: Auszeit, Außenrutschen und der große Hunger

last update Veröffentlichungsdatum: 03.06.2026 16:43:55

Für eine ganze Weile genossen sie einfach die Wärme des Wassers. Mal unterhielten sich alle gemeinsam, dann bildeten sich wieder kleinere Grüppchen.

Derek diskutierte mit Brian über einen Film, während Tyler versuchte zu erklären, warum seine Lieblingsmannschaft die kommende Saison definitiv gewinnen würde.

„Das hast du letztes Jahr auch gesagt“, bemerkte Brian.

„Und das Jahr davor“, ergänzte Derek.

„Irgendwann werde ich recht haben.“

„Das ist keine Strategie. Das ist Hoffnung.“

Tyler schüttelte den Kopf. „Ihr habt einfach keine Vision.“

Nicht weit entfernt saßen Milo und Katy zusammen im Wasser. Während die anderen herumalberten, genossen sie einen der seltenen ruhigen Momente.

„Ich habe fast vergessen, wie schön so ein freier Tag sein kann“, sagte Katy leise.

Milo nickte. „Geht mir genauso.“ Er sah zu den anderen hinüber. Chris versuchte mittlerweile, Eric davon zu überzeugen, noch einmal die Außenrutschen zu testen, während Derek bereits ahnte, dass daraus nichts Gutes entstehen würde.

„Eigentlich erstaunlich“, sagte Milo grinsend.

„Was?“

„Dass wir überhaupt gemeinsam verreisen können, ohne uns gegenseitig umzubringen.“

Katy lachte. „Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob ihr Freunde oder Geschwister seid.“

„Beides wahrscheinlich.“

Für einen Moment schwiegen sie vertraut, bis plötzlich Chris neben ihnen auftauchte. „Wir gehen jetzt rutschen.“

„Viel Spaß“, winkte Milo ab.

„Ihr kommt mit.“

„Nein.“

„Doch.“

Milo seufzte. „Chris.“

„Milo.“

„Nein.“

„Feigling.“

Katy musste lachen. „Jetzt wird er beleidigend.“

„Ich bin niemals beleidigend“, protestierte Chris. „Das war liebevoll.“

„Das macht es nicht besser“, sagte Eric, der ebenfalls aufgetaucht war.

„Siehst du? Eric versteht mich!“, rief Chris.

„Ich habe das Gegenteil gesagt“, erwiderte Eric trocken.

„Details.“ Chris winkte ab und marschierte los. „Kommt einfach hinterher!“

„Das endet irgendwann wirklich schlecht“, murmelte Derek.

„Und trotzdem gehen wir jedes Mal mit“, sagte Brian.

Schließlich ließen sich doch alle überreden. Die kalte Winterluft schlug ihnen entgegen, sobald sie den Außenbereich betraten. Über den Becken lag leichter Dampf, und vereinzelte Schneeflocken tanzten durch die Luft.

„Okay“, sagte Tyler und zog die Schultern hoch. „Jetzt verstehe ich, warum Leute das mögen.“

„Weil es großartig ist!“, erklärte Chris.

„Weil ihr verrückt seid“, korrigierte Derek.

Wieder wurde gelacht, und während die kühle Winterluft langsam ihre Spuren hinterließ, verging die Zeit wie im Flug. Die Gruppe ließ sich einfach treiben, bis die Dämmerung sich unbemerkt über die Therme legte. Erst als Brian schließlich auf die Uhr sah, hob er überrascht die Augenbrauen. „Leute. Wenn wir pünktlich beim Italiener sein wollen, sollten wir langsam anfangen, uns fertig zu machen.“

Sofort ertönten Proteste. „Was? Schon? Unmöglich!“

Brian grinste. „Doch. Willkommen in der Realität.“

„Wir haben noch locker Zeit“, behauptete Chris, während sie sich auf den Weg zu den Umkleiden machten.

„Nein, haben wir nicht“, antwortete Brian sofort.

Tyler grinste. „Ich glaube, Brian bereut inzwischen, überhaupt mit uns unterwegs zu sein.“

„Jeden Tag ein bisschen mehr“, erwiderte Brian trocken.

„Wer war eigentlich auf die Idee gekommen, eine Therme mit Außenrutschen zu bauen?“, fragte Eric.

„Ein Genie“, antwortete Chris.

„Ein Verrückter“, korrigierte Derek. „Du bist einfach neidisch, weil wir mutiger sind als du.“

„Ich bin vernünftiger.“

„Langweiliger.“

„Kinder“, murmelte Tyler amüsiert.

„Danke“, sagte Derek.

„Ich meinte euch beide.“

Die Umkleiden waren inzwischen deutlich voller geworden. Überall liefen Menschen mit Handtüchern und Taschen umher. Die Jungs verschwanden in ihrer Kabine, und keine fünf Sekunden später hörte man bereits die ersten Diskussionen.

„Das ist mein Spind!“

„Nein.“

„Doch!“

„Chris, auf dem Schlüssel steht die Nummer.“

„Details!“, rief Chris.

Brian schloss für einen Moment die Augen. „Warum passiert das immer?“

„Weil wir dabei sind“, erklärte Eric gelassen.

Nach und nach zogen sich alle um und trafen sich im Eingangsbereich. Derek war als Erster fertig, Brian folgte kurz darauf. Tyler kam mit noch halb offenen Jackenärmeln aus der Umkleide.

„Wie schafft ihr das immer so schnell?“

„Organisation“, sagte Brian.

„Effektiv“, ergänzte Derek.

Wenig später erschienen auch Eric und Chris. „Wir sind bereit.“

„Ihr habt eure Handtücher vergessen“, bemerkte Derek trocken.

Beide blieben auf der Stelle stehen. „Verdammt.“

Tyler brach in Gelächter aus. „Ich kann nicht mehr.“

„Wir waren fast perfekt“, verteidigte sich Chris.

Als schließlich alle alles beisammen hatten, empfing sie draußen erneut die frische Winterluft. Der Himmel begann nachzudunkeln, und die Straßenlaternen gingen nach und nach an.

„Ich hab Hunger“, verkündete Eric.

„Überraschung“, sagte Brian.

„Ich meine richtigen Hunger.“

„Du hattest vor einer Stunde Pommes.“

„Das zählt nicht!“

Chris nickte zustimmend. „Pommes sind ein Snack.“

„Eine Familienpackung Pommes ist kein Snack!“, rief Brian.

Mister Bruce schüttelte lachend den Kopf, während er den Van aufschloss. „Steigt ein, bevor ihr noch eine Grundsatzdiskussion über Kartoffeln startet.“

„Zu spät“, murmelte Derek.

Wenig später saßen alle wieder im Van. Die Wärme der Heizung erfüllte den Innenraum, während draußen langsam die Dämmerung hereinbrach. Das Stimmengewirr wurde etwas ruhiger als auf der Hinfahrt. Einige schauten aus dem Fenster, andere unterhielten sich leise.

Und irgendwo zwischen dem Gelächter und den Neckereien freuten sich alle auf das gemeinsame Abendessen – und vor allem darauf, Lia und Flynn wiederzusehen.

Lia

Was glaubt ihr, mit wem ihr im echten Leben spass haben könntet und warum? Seit ihr eher Team " Vollgas voraus" oder eher Team " Lass mal langsam machen"

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