Masuk„Daddy! Mommy! Hilf mir! Ich habe Angst!“, schrie Kelly mit heiserer Stimme, weil sie viel zu viel geweint hatte.Der Entführer schnaubte hinter seiner Maske. Er richtete seine Pistole auf Kellys Kopf.„Keine Dramen. Gib mir jetzt den Koffer!“, fuhr er sie mit verstellter Stimme an.Vicktor ging einige Schritte nach vorn, stellte den Koffer auf den Holzboden der Veranda und schob ihn anschließend langsam mit dem Fuß weiter.„Lass meine Tochter jetzt frei. Das Geld ist darin.“Der maskierte Mann ging in die Hocke, während er mit einer Hand weiterhin die Pistole auf Kelly richtete. Mit der anderen öffnete er hastig den Reißverschluss des Koffers. Sobald der Koffer offen war, verengten sich seine Augen. Unter der obersten Schicht aus Dollarnoten befanden sich in Wahrheit nur Stapel von Zeitungspapier und kleinere Geldscheine. Die Summe war weit von zweihunderttausend Dollar entfernt.„Verdammt!“Der Entführer schrie wütend auf. Voller Zorn trat er gegen den Koffer, sodass dieser durch di
Maverick ließ Amora keine weitere Gelegenheit, zu protestieren. Mit einer einzigen geschmeidigen, überraschenden Bewegung stand er auf und hob Amora direkt auf seine Arme.„Maverick! Setz mich runter! Was soll das denn?!“ Amora schlug gegen Mavericks breite Brust, während ihre Beine hilflos in der Luft strampelten.Maverick ließ sich davon überhaupt nicht beeindrucken. Mit großen Schritten ging er zum Bett und ließ Amoras Körper auf die weiche Matratze fallen. Noch bevor Amora sich zur Seite rollen und fliehen konnte, hatte sich Mavericks großer Körper bereits über sie gebeugt und ihre beiden Hände neben ihrem Kopf festgehalten.Ein intensiver, maskuliner Duft umhüllte sofort Amoras Sinne. Die Erkenntnis traf sie mit voller Wucht. Sie wusste genau, wohin der hungrige Blick ihres Mannes zielte.„Ich muss ins Büro, Mav! Ich habe um neun Uhr morgens eine wichtige Besprechung!“, rief Amora panisch. Ihr Atem ging immer schneller, als sie bemerkte, dass zwischen ihren Gesichtern nur noch we
Das Licht der Morgensonne drang durch einen Spalt im Vorhang und brachte eine Wärme mit sich, die Amoras Schlaf allmählich störte. Sie blinzelte mehrmals und gewöhnte ihre Augen an das immer heller werdende Licht. Doch sobald sie vollständig zu sich gekommen war, fiel Amoras Blick sofort auf die Gestalt auf der anderen Seite des Bettes.Auf dem langen Sofa in einer Ecke des Zimmers schlief Maverick tief und fest.Seine Haltung war völlig chaotisch. Der Mann lag auf dem Rücken, die Beine weit auseinander; sein rechtes Bein hing kraftlos zum Boden hinunter, während sein linkes Bein auf der Rückenlehne des Sofas ruhte. Er trug überhaupt kein Oberteil, lediglich die lange Hose vom Vorabend saß noch an seinem Körper.Amora war wie erstarrt. Ihr Herz setzte plötzlich einen Schlag aus. Widerwillig musste sie eines zugeben: Ihr Ehemann besaß tatsächlich eine gefährliche Anziehungskraft.Ihr Blick glitt über Mavericks Körper. Die Muskeln seiner Arme wirkten kräftig und zeichneten sich deutlich
Der Motor von Vicktors Wagen dröhnte und durchbrach die zunehmend menschenleeren Straßen der Nacht. Seine Gedanken waren noch immer völlig durcheinander, erfüllt von den Nachwirkungen der Demütigung, nachdem Amora ihn vor dem Tor ihres Hauses ignoriert hatte. Doch all sein Ärger und sein verletztes Ego verflogen plötzlich, als eine eisige Kälte seinen gesamten Körper durchströmte, während das Handy auf dem Armaturenbrett heftig vibrierte.Lucys Name blinkte auf dem Display. Kaum hatte Vicktor den Anruf angenommen, ertönte nicht die gewohnt sanfte Stimme, die er sonst von ihr hörte, sondern ein hysterischer Schrei, der beinahe zerbrach.„Vicktor! Kelly, Vick... Kelly ist verschwunden!“Die Reifen quietschten schrill, als Vicktor reflexartig noch stärker aufs Gaspedal trat und sein Wagen wie ein Pfeil davonschoss. Sein Herz hämmerte wild. „Was?! Mach keine Witze, Lucy! Wo bist du jetzt?!“„Ich bin in der Grand City Mall! Komm schnell her, Vicktor... Ich habe solche Angst!“ Lucys Weinen
Amora stampfte verärgert mit dem Fuß auf und ignorierte Mavericks intensiven Blick, der jede ihrer Bewegungen zu durchdringen schien. Amoras Energie war nach der Auseinandersetzung mit Vicktor draußen völlig erschöpft; sie hatte heute Nacht keine Geduld mehr übrig, um sich mit Mavericks Verrücktheit herumzuschlagen.Ohne auf die Einmischung des Mannes zu achten, schnappte sich Amora ein sauberes Handtuch aus dem Schrank und eilte direkt ins Badezimmer. Sie brauchte kaltes Wasser, um ihren erhitzten Kopf abzukühlen.Fünfzehn Minuten vergingen. Amora kam in einem bequemen, weiten T-Shirt wieder heraus. Ihr nasses Haar war ordentlich in das Handtuch gewickelt. Als sie den Schlafbereich betrat, stellte sie fest, dass Maverick noch immer an derselben Stelle saß – entspannt auf dem Sofa, das Glas in seiner Hand inzwischen leer.Amora ging ungerührt zum Schminktisch. Während sie ihr Spiegelbild betrachtete, begann sie, mit gleichmäßigen Bewegungen Feuchtigkeitscreme auf ihr Gesicht aufzutrag
Vicktor starrte mit zitternden Händen auf die Tür von Amoras Krankenzimmer. Die Informationen des Arztes schienen die letzten Reste seiner Selbstbeherrschung zu zerschmettern. Amora war schwanger. Diese Tatsache traf ihn mit voller Wucht und löste zugleich Schuldgefühle und den starken Wunsch aus, den Raum zu betreten und die Frau in seine Arme zu schließen.Doch Amoras kalte Worte in seinem Büro hallten erneut in seinem Kopf wider.Vicktor schloss die Augen und kämpfte gegen das Chaos in seiner Brust an. Seine Anwesenheit würde Amoras Gefühlslage nur noch instabiler machen, und der Arzt hatte bereits davor gewarnt, dass sie keinen Stress haben durfte. Um Amoras Sicherheit und die ihres ungeborenen Kindes willen entschied sich Vicktor, sich zurückzuziehen. Schweren Herzens verließ er das Krankenhaus.Als Amora die Augen öffnete, war das Erste, was sie bemerkte, der quälende Schwindel in ihrem Kopf. Sie blinzelte und sah sich in der fremden Umgebung um, bevor sie schließlich begriff, d




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