Home / Mafia / Liebe auf hoher See / Kapitel 4 – Luxuskrümel

Share

Kapitel 4 – Luxuskrümel

last update publish date: 2026-05-31 21:27:59

Zion fährt weiter mit der kalten Erdbeere über meine Brustwarze, kreist langsam, reizt. Elias hält zwei Finger gegen meinen triefenden Eingang gedrückt, öffnet mich, dringt aber nicht ein, spürt nur, wie nass und verzweifelt ich bin.

— Sag es — wiederholt Elias, die Stimme tief und unerbittlich. — Sag, dass du uns willst. Oder wir lassen dich die ganze Nacht so.

Ich beiße die Zähne zusammen, der ganze Körper zittert vor Wut, Verlangen und tiefer Scham. Tränen laufen lautlos über mein Gesicht.

— Ihr… dürft das nicht tun — flüstere ich, die Stimme bricht.

Zion stößt ein leises, dunkles Lachen aus.

— Wir haben es schon getan, Prinzessin. Und wir werden es weiter tun, bis du aufhörst, dich selbst zu belügen.

Elias zieht die Finger langsam zurück und hinterlässt eine schmerzhafte Leere in mir. Statt weiterzumachen, nimmt er ein Stück Käse vom Tablett und führt es an meine Lippen. Ich zögere einen Moment, doch der Hunger siegt. Ich öffne den Mund und nehme es an. Der salzige Geschmack explodiert auf meiner Zunge.

Luka schenkt mehr Wein ein und hält mir das Glas geduldig hin, während ich in kleinen Schlucken trinke. Zion füttert mich mit Erdbeeren, eine nach der anderen, und wischt den Saft, der über mein Kinn läuft, mit dem Daumen ab.

Sie füttern mich minutenlang schweigend. Sanfte Berührungen. Keiner von ihnen versucht, mich zu ficken. Keiner zwingt etwas. Sie… kümmern sich einfach um mich. Während ich weiter gefesselt bin. Während ich nackt bin. Während ich vollkommen ihrer Gnade ausgeliefert bin.

Der Kontrast destabilisiert mich mehr, als jede Brutalität es könnte.

— Warum? — frage ich schließlich, die Stimme heiser. — Warum tut ihr das? Mich entführen, mich fesseln… und mich jetzt füttern, als wäre ich etwas Kostbares?

Elias wischt einen Tropfen Saft von meiner Unterlippe mit dem Daumen.

— Weil du kostbar bist — antwortet er schlicht. — Weil wir jahrelang zusehen mussten, wie du dich selbst zerstörst. Weil wir es leid sind, dich jedes Mal zu verlieren, wenn wir dir zu nahe kommen.

Zion setzt sich neben mich auf das Bett und zeichnet träge mit einem Finger die Rundung meiner Brust nach.

— Du sprichst kaum über deine Familie. Wir wissen, dass dein Verhältnis zu deinen Eltern immer schlecht war. Dass du etwas sehr Schweres mit dir herumträgst. Aber du hast uns nie wirklich hineingelassen.

Ich werde starr. Sie wissen es nicht. Gott sei Dank wissen sie nicht, wie weit das ging, was mein Vater mir wirklich angetan hat.

Luka bemerkt meine Reaktion und streicht mir die feuchten Haarsträhnen aus dem Gesicht.

— Wir müssen heute nicht alle Details erfahren. Aber wir wissen, dass du Angst trägst. Wir wissen, dass du vor uns fliehst, weil du glaubst, du verdienst es nicht, zu bleiben. Und wir sind es leid, Maeve.

Ich atme tief ein und spüre das Gewicht seiner Worte. Die Tränen kommen zurück, heißer.

— Ihr versteht nicht… — flüstere ich. — Ihr versteht nicht, wie kaputt ich bin. Wie sehr mich meine Vergangenheit noch erstickt.

Zion hält mein Kinn fest, aber ohne mir wehzutun, und zwingt mich, ihn anzusehen.

— Dann lass uns verstehen. Hör auf, alles allein zu tragen. Hör auf zu fliehen. Wir sind hier, Maeve. Wir haben dich gefesselt, weil wir wissen, dass du sonst wieder verschwinden würdest, sobald das Schiff anlegt.

Luka legt seine Stirn an meine und atmet gegen meine Lippen.

— Lass uns für dich sorgen. Auch wenn es nur für diese sieben Nächte ist. Auch wenn du uns morgen noch hasst.

Elias streicht mit der warmen Handfläche über meinen Bauch, als wollte er den Sturm in mir beruhigen.

— Für heute reicht es — murmelt er. — Du brauchst Ruhe. Morgen… morgen machen wir weiter.

Sie lassen mich nicht ganz frei. Sie lockern nur die Stricke ein wenig, sodass ich die Arme beugen kann. Zion legt sich hinter mich und schmiegt seinen Körper an meinen. Elias liegt vor mir und zieht mich an seine breite Brust. Luka legt sich auf die andere Seite und hält meine Hand in seiner.

Ich bin erschöpft. Wund. Immer noch feucht. Immer noch wütend.

Aber umgeben von ihnen, vom warmen Schutz ihrer drei Körper, schließe ich die Augen.

— Ich hasse euch immer noch — murmele ich gegen Elias’ Brust.

Zion lacht leise hinter mir und küsst meinen Nacken.

— Gut. Morgen darfst du mich wieder beißen.

Das Schiff schaukelt sanft und wiegt uns.

Und zum ersten Mal seit langer Zeit fühle ich mich, selbst gefesselt, nackt und gefangen… weniger allein.

Das Morgenlicht dringt sanft durch die Panoramafenster und taucht das Zimmer in goldene und rosafarbene Töne. Die Karibik glitzert draußen, ruhig und gleichgültig gegenüber dem Chaos in mir.

Ich wache zwischen ihnen auf. Zion hinter mir, der schwere Arm um meine Taille. Elias vor mir, mein Gesicht an seiner breiten Brust. Luka an meiner Seite, eine meiner Hände in seiner, als hätte er Angst, ich könnte während der Nacht verschwinden.

Mein Mund ist trocken. Meine Handgelenke schmerzen. Und das Schlimmste: Mein Körper pocht noch immer vor ungestillter Frustration.

Ich versuche, mich zu bewegen. Zion drückt meine Taille fester, ohne ganz aufzuwachen.

— Bleib still — murmelt er gegen meinen Nacken, die Stimme schlaftrunken. — Wir sind noch nicht fertig mit dir.

Ich schließe die Augen fest. Ein Teil von mir will kämpfen. Ein Teil von mir will weinen. Und ein immer größerer, verräterischer Teil will einfach nur hier liegen, umgeben von ihrer Wärme.

Elias wacht als Erster auf. Seine dunkelbraunen Augen treffen sofort auf meine, als sie sich öffnen. Er lächelt nicht. Er beobachtet mich nur einen langen Moment, als würde er jeden Gedanken lesen, der durch meinen Kopf geht.

— Guten Morgen — sagt er leise.

— An diesem Morgen ist nichts gut — antworte ich, die Stimme noch heiser.

Er widerspricht nicht. Er beugt sich nur vor und küsst meine Stirn, lange und zärtlich. Eine Geste, die fast wehtut, so sanft ist sie.

Luka wacht als Nächstes auf und drückt meine Hand, bevor er sie loslässt. Zion ist der Letzte, brummelt etwas darüber, dass er noch schlafen will, steht aber trotzdem auf.

Sie lösen die Stricke vollständig. Meine Arme fallen schwer und schmerzend herab. Ich massiere die geröteten Handgelenke, während ich mich im Bett aufsetze und das Laken über meinen Körper ziehe. Es ist sinnlos – sie haben alles gesehen, alles berührt, alles gereizt.

Zion geht zum Kleiderschrank und kommt mit einem schwarzen Seidenmorgenmantel zurück. Er wirft ihn mir zu.

— Zieh das an. Wir frühstücken auf der Terrasse.

Ich nehme den Morgenmantel, überrascht. Ich hatte keine Kleidung erwartet. Nichts außer weiterer Folter.

Während ich den Mantel anziehe, beobachten sie mich. Diesmal nicht mit Hunger, sondern mit etwas Gefährlicherem: Geduld.

Wir gehen auf die private Terrasse der Präsidentensuite hinaus. Der Seewind ist frisch und salzig. Der Tisch ist bereits gedeckt: Kaffee, Obst, Eier, Brot, Säfte. Alles perfekt, luxuriös, fast surreal.

Ich setze mich auf einen Stuhl. Sie nehmen um mich herum Platz – Zion zu meiner Rechten, Luka zu meiner Linken, Elias mir gegenüber. Wie drei Wachhunde.

Wir essen einige Minuten schweigend. Dann bricht Luka das Schweigen.

— Du hast die ganze Nacht zwischen uns geschlafen, ohne zu versuchen zu fliehen — bemerkt er und dreht die Kaffeetasse in der Hand. — Das ist Fortschritt.

— Ich war erschöpft — gebe ich zurück. — Verwechsle Müdigkeit nicht mit Kapitulation.

Zion lacht leise.

— Immer noch die scharfe Zunge. Gut. Ich mag dich lieber kämpfend als gebrochen.

Ich schaue aufs Meer und vermeide ihre Blicke.

— Was wollt ihr genau von mir? Dass ich sage, ich liebe euch? Dass ich akzeptiere, mit dreien zu leben, nach diesem abgekarteten Spiel, das ihr mit mir gespielt habt?

Elias stellt die Tasse ab und lehnt sich vor.

— Wir wollen, dass du aufhörst zu rennen. Wir wollen, dass du uns hineinlässt, Maeve. Wir sind seit Jahren in diesem Hin und Her, und wir sind es leid.

Ich atme tief ein. Der Wind zerzaust mein Haar.

— Ihr denkt, das ist so einfach? Ich trage Dinge mit mir herum… Dinge, die ihr euch nicht vorstellen könnt. Dinge, die mich schmutzig fühlen lassen. Die mich glauben lassen, ich verdiene euch nicht. Ich verdiene Matthew nicht. Ich verdiene nichts davon.

Luka streckt die Hand aus und nimmt meine über dem Tisch.

— Dann erzähl es uns, wenn du bereit bist. Nicht heute. Nicht morgen. Aber irgendwann. Bis dahin lass uns für dich sorgen. Lass uns dir zeigen, dass wir dich ganz wollen, mit allem, was du trägst.

Zion steht auf, kommt hinter mich und legt die Hände auf meine Schultern, massiert langsam die Spannung dort.

— Sieben Nächte, Maeve. Das ist alles, was wir verlangen. Am Ende dieser Reise, wenn du immer noch gehen willst… lassen wir dich gehen. Das ist die letzte Chance, die wir dir geben.

Ich schließe die Augen. Seine Berührung tut gut. Warm. Sicher.

— Ihr seid unmöglich — flüstere ich.

— Wir gehören dir — antwortet Elias schlicht.

Wir bleiben eine Weile so sitzen, schweigend. Die Sonne steigt höher. Und zum ersten Mal, seit ich gefesselt aufgewacht bin, fühle ich nicht nur Wut.

Ich fühle Angst.

Angst, dass sie es wirklich schaffen, mich zum Bleiben zu bringen.

Angst, dass ich bleiben will.

Als das Frühstück zu Ende ist, zieht Zion mich auf seinen Schoß auf der breiten Liege. Er zwingt nichts. Er hält mich einfach nur an seine Brust gedrückt, lässt mich den Kopf an seine Schulter legen.

Luka und Elias setzen sich daneben, einer links, einer rechts, als wäre es das Natürlichste der Welt.

— Ruh dich aus — murmelt Zion in mein Haar. — Wir haben noch viele Tage vor uns.

Ich antworte nicht.

Aber ich weiche auch nicht zurück.

Und das allein ist bereits eine kleine Kapitulation. Ein Riss in der Mauer, die ich in elf Jahren errichtet habe.

Das Meer bleibt blau und endlos um uns herum.

Continue to read this book for free
Scan code to download App

Latest chapter

  • Liebe auf hoher See   Kapitel 22 (147) – Risse

    Elaras Körper ist noch warm an meinem, als die Sonne richtig aufzugehen beginnt.Ich habe nicht richtig geschlafen. Ich habe den größten Teil der Nacht wach verbracht, ihren Atem gehört, jede kleine Bewegung gespürt, als könnte jeden Moment jemand an die Tür klopfen und versuchen, sie wegzunehmen. Meine Hand liegt noch immer flach auf ihrem Bauch, die Finger leicht gekrümmt, besitzergreifend selbst in der Erschöpfung.Sie wacht langsam auf. Zuerst ein Seufzer. Dann spannt sich ihr Körper für eine Sekunde, wie immer, bevor sie sich daran erinnert, wo sie ist. Als sich ihre grünen Augen öffnen und mich finden, ist da etwas anderes. Es ist nicht nur das übrig gebliebene Verlangen der Nacht. Es ist Gewicht.— Du warst schon wieder wach — murmelt sie.— War ich.— Wegen ihnen.— Wegen dir.Elara wendet für einen Moment den Blick ab. Ich fasse ihr Kinn und zwinge sie, mich wieder anzusehen.— Sag, was du denkst.Sie zögert. Ihre Kehle bewegt sich, als sie schluckt.— Gestern, als ich mit Ma

  • Liebe auf hoher See   Kapitel 21 (146) – Den ganzen Tag unter Beobachtung

    Das Frühstück endet in schwerem Schweigen.Maeve räumt die Tassen mit viel zu ruhigen Bewegungen ab. Luka bleibt sitzen, die Arme verschränkt, und beobachtet jedes Mal, wenn meine Hand sich in Richtung Elara bewegt. Ich tue nichts, um es zu verbergen. Ich halte meine Finger unter dem Tisch auf ihrem Oberschenkel, mein Daumen malt langsame Kreise auf den Stoff ihrer Jogginghose. Sie weicht nicht zurück. Sie beißt sich nur ein wenig fester auf die Kiefer.Als wir schließlich aufstehen, spricht Maeve, ohne mich direkt anzusehen:— Ihr beiden bleibt heute im Wohnzimmer. Nicht verschwinden im Schlafzimmer. Nicht einschließen. Ich will euch in Sichtweite haben.Ich bin kurz davor, etwas Scharfes zu erwidern, aber ich halte mich zurück. Ich nicke nur einmal, starr.Ich führe Elara zum großen Sofa im Wohnzimmer. Ich setze mich zuerst und ziehe sie dicht an meine Seite. Mein Arm legt sich hinter ihren Rücken, meine Hand endet auf ihrer gegenüberliegenden Schulter und hält sie fest an mich gedr

  • Liebe auf hoher See   Kapitel 20 (145) – Unter demselben Dach

    Ich wache auf, bevor die Sonne vollständig die Vorhänge durchdringt.Das Licht ist noch schwach, gräulich, von der Sorte, die nicht wärmt. Elara liegt auf der Seite, mir zugewandt, ihr Gesicht im tiefen Schlaf entspannt. Eine meiner Hände liegt flach auf ihrer Taille, die Finger leicht in das weiche Fleisch gegraben. Die andere habe ich unter das Kopfkissen geschoben, zu nah an der Stelle, wo ich normalerweise die Waffe verstecke, wenn die Nervosität zu stark wird. Das Laken liegt tief auf ihrer Hüfte. Ich kann die Spuren sehen, die ich an ihrem Hals, ihrer Schulter, der Rundung ihrer Brust hinterlassen habe. Gestern bin ich wieder in ihr gekommen. Der Geruch von Sex und Besitz klebt noch immer an der Haut von uns beiden.Ich würde gerne die Welt da draußen aussperren und nur das hier haben.Aber die Welt ist im Gästezimmer.Ich höre Bewegung im Erdgeschoss. Leichte, vorsichtige Schritte. Das Geräusch einer Tasse, die auf die Steinplatte gestellt wird. Das leise Zischen der Kaffeemasc

  • Liebe auf hoher See   Kapitel 19 (144) – Das Gewicht ihres Blicks

    Das Gespräch endet, aber sein Gewicht bleibt.Maeve steht zuerst auf. Die Bewegung ist langsam, kontrolliert, als würde sie etwas festhalten, das zu explodieren droht. Luka folgt ihr mit den Blicken, bevor auch er sich erhebt. Ich bleibe sitzen, Elaras Hand noch immer in meiner. Ich lasse nicht los. Nicht jetzt. Vielleicht nie.— Ich möchte ein Glas Wasser — sagt Maeve, ihre Stimme leiser. — Und ich möchte, dass sie mit mir in die Küche kommt.Ich öffne den Mund, um abzulehnen, aber Elara drückt meine Finger, bevor ich sprechen kann.— Ich gehe — sagt sie und überrascht uns alle drei. Ihre Stimme ist heiser, aber fest. — Nur… eine Minute.Ich drehe mein Gesicht zu ihr. Der Blick, den wir tauschen, ist aufgeladen. Es gefällt mir nicht. Jede Faser meines Körpers schreit dagegen, sie mit meiner Mutter aus meinem Sichtfeld verschwinden zu lassen. Aber da ist etwas in der Art, wie Elara mich ansieht – eine stille Entscheidung –, das mich dazu bringt, ihre Hand langsam loszulassen.— Fünf M

  • Liebe auf hoher See   Kapitel 18 (143) – Das Gespräch

    Ich führe sie ins Wohnzimmer, ohne Elaras Hand auch nur eine Sekunde loszulassen.Meine Finger sind fest um ihre geschlungen, fast schmerzhaft fest. Ich spüre das feine Zittern, das durch ihren Arm läuft, aber sie versucht nicht, sich zu entfernen. Als wir zum großen Sofa kommen, ziehe ich sie dicht an mich heran. Mein Oberschenkel drückt gegen ihren. Mein Arm legt sich klar, besitzergreifend, fast herausfordernd um ihren Rücken. Ihr Körper ist steif, aber sie lässt sich ziehen.Maeve und Luka setzen sich auf das Sofa gegenüber. Der Raum zwischen den beiden Sofas wirkt wie eine Grenze. Die Luft ist zu schwer für die Größe des Raumes.Niemand spricht für eine lange Zeit.Ich spüre Maeves Blick auf mir brennen und dann zu Elara gleiten. Sie beobachtet die Spuren an ihrem Hals, die Art, wie unsere Finger ineinander verschlungen sind, die erzwungene Nähe unserer Körper. Luka schweigt, die Ellbogen auf den Knien, der ernste, berechnende Blick, den ich seit meiner Kindheit kenne.Maeve bric

  • Liebe auf hoher See   Kapitel 17 (142) – Die Ankunft

    Die Uhr zeigt 19:47.Ich stehe im Wohnzimmer, nahe dem Fenster, das auf die Einfahrt der Villa blickt. Elara sitzt auf dem Sofa hinter mir, ihre Hände sind auf ihrem Schoß ineinandergepresst. Das schwarze Kleid, das ich für sie ausgewählt habe, schmiegt sich diskret an ihren Körper, aber die Spuren an ihrem Hals sind noch über dem Kragen sichtbar. Ich habe sie nicht gebeten, sie zu verstecken. Ich will nicht, dass sie sie versteckt.Die Stille zwischen uns ist dicht.Ich spüre ihre Gegenwart wie eine zweite Haut. Jeden Atemzug. Jede kleine Bewegung. Seit heute Morgen, als ich sie langsam im Bett nahm und sie dann mit meinen eigenen Händen wusch, hat sich etwas in der Luft verändert. Es ist nicht leichter geworden. Es ist schwerer geworden. Realer.— Du bist nervös, sagt sie leise, ihre Stimme heiser.— Ich bin bereit, korrigiere ich.— Das ist dasselbe.Ich drehe mich um und sehe sie an. Elara hebt ihr Gesicht. Ihre grünen Augen sind ruhiger, als ich sie je gesehen habe, aber sie trage

  • Liebe auf hoher See   Kapitel 2 – Wut und Einsamkeit

    Ich ziehe mit aller Kraft an den schwarzen Seidenstricken und spüre, wie sie sich in meine Handgelenke beißen wie scharfe Zähne. Mein Herz schlägt so heftig, dass es scheint, als wolle es aus meiner Brust springen. Ich bin nackt. Vollkommen entblößt. Umgeben von den drei Männern, die ich auf der ga

  • Liebe auf hoher See   Kapitel 6 – Das Theater der Unterwerfung

    Das rotblutrote Kleid liegt auf dem Bett ausgebreitet wie eine Kriegserklärung.Es gibt keine Wahl bei dem Stoff, den Luka mit der Präzision eines Chirurgen, der seine Instrumente vorbereitet, dort ablegt. Feiner Krepp, ein Ausschnitt, der das Atmen zum Spektakel macht, der Rücken bis zum Ansatz de

  • Liebe auf hoher See   Kapitel 5 – Sturm an Deck

    Die Sonne der Karibik brennt heiß auf mein Gesicht, während wir über das Hauptdeck gehen. Der schwarze Seidenmorgenmantel, den Zion mir gegeben hat, verbirgt kaum, was in den letzten Stunden passiert ist. Meine Handgelenke sind noch immer gezeichnet, rot unter den weiten Ärmeln. Jeder Schritt erinn

  • Liebe auf hoher See   Kapitel 3 – Die Wartezeit, die brennt

    Die Zeit in dieser Suite verwandelt sich in etwas Zähflüssiges und Grausames.Minuten dehnen sich zu Stunden. Ich weiß nicht mehr, ob seit dem endgültigen Klicken der Tür dreißig Minuten oder drei Stunden vergangen sind. Die digitale Uhr auf dem Nachttisch zeigt 23:47, doch das schwarze Meer jensei

More Chapters
Explore and read good novels for free
Free access to a vast number of good novels on GoodNovel app. Download the books you like and read anywhere & anytime.
Read books for free on the app
SCAN CODE TO READ ON APP
DMCA.com Protection Status