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Liebling, verlieb dich noch einmal in mich!
Liebling, verlieb dich noch einmal in mich!
Author: Rizinksin

Kapitel 1

Author: Rizinksin
„Herr Polizist, ich wurde betrogen! Ein Kind läuft mir hinterher und behauptet, ich wäre seine Mutter!“

„Herr Polizist, meine Mutter ist verrückt geworden. Sie behauptet ständig, ich wäre ein Betrüger.“

Im Eingangsbereich der Polizeiwache blickte der zuständige Beamte abwechselnd den großen und den kleinen Menschen vor sich an. Sein Kopf fühlte sich an, als würde sein Gehirn jeden Moment den Dienst quittieren.

„Also ... du sagst, sie ist deine Mutter. Und du behauptest, sie ist nicht deine Mutter, richtig?“

Die Erwachsene und das Kind nickten gleichzeitig mit ernster Miene.

Zehn Minuten zuvor war Nora aus ihrer Bewusstlosigkeit erwacht und hatte festgestellt, dass sie auf dem Bürgersteig einer Straße lag.

Neben ihr stand ein kleiner Junge, der gerade eine Cola-Flasche an ihren Mund hielt und ihr vorsichtig etwas zu trinken gab.

Sie war davon ausgegangen, dass sie wegen Unterzuckerung ohnmächtig geworden war. Dankbar sagte sie: „Danke, Kleiner.“

Doch der Junge sah sie plötzlich erschrocken an.

„Mama, hast du dir beim Sturz etwa den Kopf gestoßen?“

Mama?!

Nora bekam beinahe keine Luft mehr.

Sie war gerade einmal achtzehn Jahre alt. Ein junges Mädchen voller Lebensfreude. Sie hatte noch nicht einmal die Hand eines Mannes gehalten. Wie sollte sie da plötzlich ein Kind haben?

Wenn ihre Mutter davon erfahren würde, würde sie ihr vermutlich noch am selben Abend einen Vortrag über „Die Reue einer unverheirateten schwangeren Jugendlichen“ halten.

Moment mal ...

Waren Betrügerbanden inzwischen wirklich so professionell?

Trainierten sie jetzt sogar schon Kinder für ihre Tricks?

In letzter Zeit hatte es schließlich immer wieder Fälle gegeben, bei denen Menschenhändler Kinder als Köder benutzten, um junge Frauen zu entführen.

Genau!

Es musste so sein!

Aber egal, was Nora versuchte, sie wurde diesen kleinen Jungen einfach nicht los.

Mit seinen kurzen Beinen lief er ihr hartnäckig hinterher.

Egal, wohin sie ging. Er folgte ihr.

Also blieb ihr nichts anderes übrig, als direkt zur Polizei zu gehen.

„Name?“

„Nora Winter.“

„Alter?“

„Achtzehn.“

„Achtzehn?“

Der Polizist hielt mitten beim Schreiben inne und betrachtete die Frau vor sich genauer.

Sie trug Kleidung von Luxusmarken. Ihre Ausstrahlung war außergewöhnlich. Ihre Gesichtszüge waren elegant und auffallend schön. Sie wirkte wie eine reife, selbstbewusste Frau.

Ganz sicher nicht wie achtzehn.

Er wandte sich dem kleinen Jungen neben ihr zu.

„Name?“

„Liam Hartmann.“

„Alter?“

„Vier Jahre und sechs Monate.“

...

Nora warf dem kleinen Kerl einen Seitenblick zu und zog die Lippen zusammen.

Er hieß also auch Hartmann?

Hatte er etwa etwas mit Leon zu tun?

Wenn sie genauer darüber nachdachte, sah er ihm tatsächlich ein wenig ähnlich.

Vor allem diese Augen.

Sie wirkten, als wären sie aus demselben Gesicht geschnitten worden.

Während sie darüber nachdachte, hatte Nora bereits eine Vermutung.

Sie und Leon hatten sich seit Jahren ständig gestritten.

Vielleicht war das hier wieder nur einer seiner kindischen Streiche!

„Herr Polizist, ich ...“

„Pst.“

Der Polizist legte einen Finger an die Lippen.

Der kleine Junge telefonierte gerade mit seinem Vater.

Der Anruf wurde schnell angenommen.

Mit seiner kindlichen Stimme sagte Liam:

„Papa, kannst du bitte zur Polizeiwache kommen und mich und Mama abholen?“

„Nein, Mama hat mich nicht geschlagen.“

„Ja, Mama hat auch niemanden geschlagen. Komm einfach her.“

Nora: ???

Was sollte das heißen: „Mama hat mich nicht geschlagen“?

Und warum sagte er: „Mama hat auch niemanden geschlagen“?

Warum verbreitete dieses Kind solche Gerüchte über sie?

War Nora Winter etwa jemand, der einfach grundlos Menschen verprügelte?

Na gut.

Wenn es um Leon ging ...

Dann hatte sie tatsächlich schon einmal darüber nachgedacht, ihm eine Faust zu verpassen.

Er wollte also jemanden holen?

Gut.

Sie würde warten.

Sie wollte unbedingt herausfinden, wer der Vater dieses Jungen war und welcher Verwandte von Leon dahintersteckte.

Nach etwas mehr als zehn Minuten kam schließlich jemand.

Nora drehte den Kopf und sah zuerst nur ein Paar lange Beine, die den Raum betraten.

Wow.

Dieser Verwandte von Leon hatte wirklich eine beeindruckende Figur.

Lange Beine, eine perfekte Statur ...

Und dann sah sie sein Gesicht.

Noras amüsierter Ausdruck erstarrte augenblicklich.

Er ...

Er sah verdammt noch mal genauso aus wie Leon!

Nein.

Nicht ganz.

Dieser Mann war offensichtlich größer, schlanker und reifer als der Leon, den sie kannte.

Aber das Entscheidende war seine Ausstrahlung.

Er wirkte noch kälter als Leon.

Ein typischer eisiger CEO mit einem Gesicht, auf dem keinerlei Emotionen zu erkennen waren.

„Papa.“

Der kleine Junge, der eben noch neben Nora auf der Bank gesessen hatte, sprang herunter und lief direkt zu ihm.

Er hob den Kopf und sagte:

„Mama erinnert sich nicht mehr an mich.“

Leon zog leicht die Augenbrauen zusammen und warf der Frau auf der Bank einen kalten Blick zu.

Was für ein Spiel spielte sie diesmal?

Nora war noch völlig verwirrt.

Sie beobachtete, wie der Mann, der Leon zum Verwechseln ähnlich sah, vor sie trat.

Schließlich konnte sie ihre Neugier nicht mehr zurückhalten.

„Ähm ... wer bist du eigentlich?“

Leons Gesicht wurde sofort düster.

Seine Stimme war so kalt, als käme sie direkt aus einer Eisgrube.

„Nora. Hast du mit deinem Theater jetzt endlich genug?“

Verdammt!

Sogar die Stimme klang genau wie Leons.

Nora erstarrte völlig.

Mit zitternder Stimme fragte sie:

„Welches Jahr haben wir gerade?“

„2025.“

Nora: ...

Sie war eindeutig im Jahr 2017 gewesen!

Oh mein Gott.

Sie war durch die Zeit gereist!

Acht Jahre in die Zukunft.

Und nicht nur, dass sie plötzlich mit ihrem Erzfeind Leon verheiratet war ...

Sie hatte sogar ein Kind mit ihm!

Nach all den Romanen, die sie gelesen hatte, wusste sie genau:

Solche Dinge liefen in neun von zehn Fällen auf dieselbe Weise ab.

Aber ...

Wie konnte das wirklich passieren?

Damals, als ihre Eltern versucht hatten, sie mit Leon zusammenzubringen, hatte sie schließlich großspurig geschworen:

Wenn sie in dieser Welt jemals nur zwischen Leon und einem Hund wählen müsste, würde sie lieber eine Beziehung mit einer anderen Spezies eingehen.

Und jetzt bekam sie ihre eigenen Worte mit voller Wucht zurück.

Leon war mit siebenundzwanzig Jahren seinem Namen tatsächlich gerecht geworden.

Kalt.

Distanziert.

Ohne auch nur die geringste Spur von Wärme.

Er schien es eilig zu haben. Nachdem er der Polizei kurz die Situation erklärt hatte, nahm er seinen Sohn auf den Arm und zog Nora mit der anderen Hand aus der Wache.

Völlig benommen setzte Nora sich ins Auto.

Erst dort kam sie langsam wieder zu sich.

Sie holte tief Luft.

„Leo, ich muss dir etwas sagen.“

Leon hatte Liam gerade im Kindersitz angeschnallt.

Langsam hob er den Kopf.

„Was hast du gerade gesagt?“

„Leo.“

Nora sah ihn verwundert an.

„Das ist doch dein Spitzname.“

Leons Blick wurde dunkler.

Er konnte sich nicht einmal mehr daran erinnern, wie lange es her war, seit Nora ihn so genannt hatte.

Er schloss die Autotür und setzte sich auf den Fahrersitz.

„Was willst du sagen?“

„Also, eigentlich ...“

Nora hielt inne.

Sie drehte den Kopf und sah zu dem kleinen Jungen auf dem Rücksitz, der sie aufmerksam beobachtete.

Wenn sie ihm erzählte, dass sie aus der Vergangenheit hierhergekommen war ...

Würde sie ihm damit nicht Angst machen?

Egal.

Wenn sie wirklich wieder zurückkehren konnte, würde sie Leon alles heimlich erzählen.

Mit dem Gedanken, endlich eine liebevolle Mutter sein zu können, lächelte Nora und wandte sich ihrem Sohn zu.

„Schatz, habe ich dich gerade erschreckt?“

Liam sah sie an, als hätte er einen Geist gesehen.

War das wirklich seine Mama?

Warum sprach Mama plötzlich so sanft mit ihm?

Oh nein ...

Wollte Mama ihn jetzt etwa endgültig nicht mehr?

Mit einem verängstigten Gesichtsausdruck sah Liam zum Fahrersitz.

„Papa, ich habe Angst.“

„Keine Angst. Ich bin da.“

Nachdem Leon das gesagt hatte, blickte er durch den Rückspiegel zu Nora.

Ihr Lächeln verschwand sofort.

Etwas verlegen zog sie sich zurück und tat so, als würde sie interessiert aus dem Fenster schauen.

Als wäre gerade nichts passiert.

War das etwa nur gespielt?

Leons Hand am Lenkrad wurde unbewusst fester.

Auch sein Kiefer spannte sich an.

Bald hielt das Auto vor einer luxuriösen Villa am Fluss.

Nora starrte mit offenem Mund auf das Anwesen und konnte sich ein inneres Seufzen nicht verkneifen.

Leo, gar nicht schlecht.

Früher hattest du nie etwas Vernünftiges auf die Reihe bekommen.

Wer hätte gedacht, dass du es tatsächlich so weit bringen würdest?

Noch bevor sie sich das Haus genauer ansehen konnte, wurde ihr Handgelenk plötzlich von Leon gepackt.

Er zog sie ohne ein Wort ins Haus und brachte sie direkt ins Schlafzimmer.

Die Tür fiel mit einem lauten Knall ins Schloss.

„Was ... was machst du da?“

Nora verschränkte sofort beide Arme vor der Brust.

Doch bevor sie den Satz beenden konnte, erklang Leons unterdrückte Wut.

„Nora.“

Seine Stimme war eiskalt.

„Wenn du das nächste Mal fremdgehst, kannst du dann bitte aufhören, unser Kind mitzunehmen?“

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