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KAPITEL 39: DIE ZUKUNFT

作者: U.C BELLE
last update 公開日: 2026-11-05 00:19:05

Die Feier endete nach Mitternacht.

Vivienne stand am Spülbecken in der Küche, die Ärmel hochgeschoben, und schrubbte eine Kuchenform, die längst sauber war. Durch das Fenster schwang die letzte Papierlaterne an ihrer Schnur. Camilles Lachen verklang auf der Auffahrt. Eine Autotür fiel ins Schloss. Ein Motor hustete, sprang an und entfernte sich.

Die Maske lag neben der Seife auf der Arbeitsplatte, schwarz und glänzend.

Sie hatte sie den ganzen Abend nicht aus der Hand gegeben. Sie hatte sie bei
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  • MASKE AB SCHATZ   KAPITEL 41: DIE ANDERE VIVIENNE

    Das Glas kräuselte sich.Es begann in der Mitte, ein langsamer Kreis wie der einer ins Wasser geworfenen Steins, und breitete sich nach außen aus, bis der gesamte Spiegel erzitterte. Vivienne wollte davonlaufen. Doch ihr Körper gehorchte ihr nicht. Sie stand wie festgewurzelt in einem grauen Lichtschein, während sich von der anderen Seite eine bleiche Hand durch die Oberfläche drückte.Finger. Ein Handgelenk. Eine dünne weiße Narbe verlief quer über dessen Innenseite, genau an derselben Stelle wie bei ihr.Die Frau stieg aus dem Spiegel, als wäre sie eine Schwimmerin, die aus einem See kletterte.Wasser, das kein Wasser war, rann von ihrem Mantel. Langsam richtete sie sich auf. Sie war genauso groß wie Vivienne und hatte dieselbe Statur, wirkte jedoch irgendwie älter, härter. Ihr Haar hing in einem stumpf geschnittenen grauen Bob. Ihr Gesicht war von Falten durchzogen, und eine schmale, blasse Narbe durchschnitt ihre linke Augenbraue. Ihre Augen hatten dasselbe sturmgraue Leuchten, do

  • MASKE AB SCHATZ   KAPITEL 40: DIE MASKE

    In jener Nacht holte sie die Maske aus der Schublade.Im Haus herrschte Stille. Leo war mit Freunden ausgegangen, um zu feiern. Adrian schlief oben, einen Arm über ihre Seite des Bettes ausgestreckt. Sie stand allein in der Küche, im Morgenmantel und barfuß auf den kalten Fliesen, und drehte den schwarzen Lackgegenstand in ihren Händen.Behalte sie. Als Erinnerung.Sie versuchte, sich klarzumachen, woran sie sie erinnern sollte. An das Hotel. Die Kerze. Den fremden Mann mit dem Gesicht ihres eigenen Ehemanns und den Augen des echten Damien. An den Schrecken jener ersten Nacht und das entsetzliche, berauschende Gefühl, zum ersten Mal etwas für sich selbst zu entscheiden. All das steckte irgendwie darin, eingefangen in der glatten schwarzen Rundung.Sie hob sie an ihr Gesicht.Nicht.Der Gedanke kam aus dem Nichts. Er war scharf und deutlich, gesprochen mit einer Stimme, die sie nicht erkannte.Sie zögerte. Dann senkte sie die Maske langsam wieder.„Ich glaube, wir sollten sie behalten“

  • MASKE AB SCHATZ   KAPITEL 39: DIE ZUKUNFT

    Die Feier endete nach Mitternacht.Vivienne stand am Spülbecken in der Küche, die Ärmel hochgeschoben, und schrubbte eine Kuchenform, die längst sauber war. Durch das Fenster schwang die letzte Papierlaterne an ihrer Schnur. Camilles Lachen verklang auf der Auffahrt. Eine Autotür fiel ins Schloss. Ein Motor hustete, sprang an und entfernte sich.Die Maske lag neben der Seife auf der Arbeitsplatte, schwarz und glänzend.Sie hatte sie den ganzen Abend nicht aus der Hand gegeben. Sie hatte sie beim Anschneiden des Kuchens, bei den Trinksprüchen und bei jenem unbeholfenen, wundervollen Augenblick bei sich getragen, als Leo einem Fremden die Hand schüttelte, der seine Augen hatte. Jetzt lag sie unter dem gelben Licht der Küchenlampe, und Vivienne konnte den Blick nicht von ihr abwenden.„Die kannst du nicht abwaschen“, sagte Adrian.Er lehnte im Türrahmen, ein Geschirrtuch über der Schulter. Sein Hemd war zerknittert, und an seinem Ärmelaufschlag klebte Zuckerguss. Er sah müde und glücklic

  • MASKE AB SCHATZ   KAPITEL 38: DER ECHTE DAMIEN

    Sie erinnerte sich nicht daran, wie sie über den Rasen gegangen war.Einen Moment zuvor hatte sie noch auf den Stufen der Veranda gestanden und einen gefalteten Brief in der Hand gehalten. Im nächsten stand sie am Rand des Gartens im hohen Gras, nah genug, um das Grau in seinem Haar, die Fältchen um seine Augen und die winzige halbmondförmige Narbe an seinem Kinn zu erkennen, die ihr zuvor nie aufgefallen war.„Du bist echt“, sagte sie.„Ich glaube schon.“ Er lächelte. „Ich habe mich vergewissert.“„Du bist älter geworden.“„Du auch.“ Sein Blick glitt langsam und liebevoll über ihr Gesicht. „Es steht dir.“Ein Lachen entfuhr ihr. Es brach in der Mitte ab. „Wie kannst du hier stehen?“„Ich bin nie weggegangen.“ Er hob eine Schulter zu einem entschuldigenden Achselzucken. „Nach der letzten Schleife verließ ich dieses Hotel und trat in einen anderen Morgen hinaus. Ich fand eine Farm in Ohio. Eine kleine. Maisfelder. Ich dachte mir: Ich halte mich aus ihrem Leben heraus. Sie hat sich für

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    Die Jahre kamen nicht alle auf einmal.Sie kamen wie Wasser, das sich seinen Weg durch Stein bahnte: langsam, lautlos und schließlich überall. Zuerst waren da die Morgen. Toast, aufgeschürfte Knie und ein kleiner Junge, der sich partout keine Schuhe anziehen wollte. Dann kamen die Abende, lange Abende, die sie mit einem Glas Wein im Garten verbrachten, während Adrians Hand auf ihrem Knie ruhte und die Glühwürmchen zu leuchten begannen.Es gab schlechte Tage. Tage, an denen sie ein Spiegelbild auf eine Weise traf, die sie aus der Fassung brachte, oder das Lachen eines Fremden wie eine Stimme aus einem anderen Leben klang und sie um drei Uhr morgens mit geballten Fäusten und einem Herzen, das ihr bis zum Hals schlug, aufwachte. Adrian fragte nie nach. Er streckte einfach seine Hand durch die Dunkelheit, fand ihre und sagte: „Ich bin hier.“ Und jedes Mal glaubte sie ihm ein wenig mehr.Sie stritten. Sie entschuldigten sich. Sie lernten auf unbeholfene Weise, anderer Meinung zu sein, ohne

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    „Ist das alles?“, fragte Vivienne.„Das ist alles.“„Es klingt einfach.“„Es ist das Schwerste, was du jemals tun wirst.“ Leo lächelte traurig. „Ich weiß das, weil ich dir dabei zugesehen habe, wie du es versucht und immer wieder versagt hast.“Sie wandte den Kopf zum Fenster. Draußen ging das Leben in der Stadt weiter. Ein Taxi hupte. Eine Frau lachte in ihr Telefon. Ein Kind auf dem Gehweg zupfte am Ärmel seiner Mutter und zeigte auf eine Taube. All das war hell, klein und wundervoll, und sie konnte sich nicht erinnern, wann sie es zuletzt wirklich wahrgenommen hatte.„Erzähl mir von der Zukunft“, sagte sie leise. „Von der, aus der du gekommen bist.“Er zögerte. „Sie wird dir nicht gefallen.“„Ich frage dich.“„Also gut.“ Er stellte seine Tasse beiseite. „Sie ist grau. Nicht wie ein Gewitter. Eher wie ein alter Film. Alles ist in dasselbe kalte Licht getaucht. Die Blackwood-Türme ragen wie Grabsteine über der Stadt auf, und auf jedem Bildschirm in jedem Geschäft erscheint dasselbe G

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