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KAPITEL 28

Author: Loshey Akin
last update publish date: 2026-10-02 01:16:31

DER NAME UNTER MEINEM

ELARA

„Wann wurde mein Name hinzugefügt?“ Ronan antwortete nicht sofort. Wir standen über dem geöffneten Archivverzeichnis, während die Lampe einen schmalen Kreis über die verblassten Seiten warf. Unter AURELIS – EINGESCHRÄNKTE BLUTLINIEN-KLASSIFIKATION stand zuerst der Name meiner Mutter. Liora Voss. Meiner stand einige Zeilen darunter. Elara Voss.

Ich las den Eintrag noch einmal, aber ich weigerte mich, ihm allein deshalb eine Bedeutung zu geben, weil er mir Angst machte
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    Der Mann, der tot hätte bleiben sollenKaelDer alte Mann kam an einem regnerischen Nachmittag in der dritten Woche zum Tor des Hauses Aurelis und verlangte nach einer bestimmten Person.Noah.Ich war an diesem Morgen mit Noah und Darius nach Norden geritten, damit der Junge das Haus sehen konnte, in dem Elara jetzt lebte, und den neuen Schulraum mit seinem frischen Anstrich. Ein Wächter fand mich im Hof.„Er will nicht hereinkommen, Alpha. Er sagt, er wird am Tor warten, bis Ihr eine Entscheidung trefft.“Elara und Ronan gingen mit mir hinunter.Er war alt, viel älter als Cassian, mit einem weißen Bart und einem Reisemantel, der durch die vielen Jahre auf den Straßen grau geworden war. Er stützte sich auf einen Stab, den seine Hand glatt geschliffen hatte. Doch seine Augen waren scharf und ruhig. Er betrachtete das Haus wie ein Mann, der lange versucht hatte, einen bestimmten Ort zu erreichen.„Alpha Kael“, sagte er und neigte den Kopf. „Und Luna Elara. Mir wurde erzählt, dass Ihr Me

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    Der Brief, der nie abgeschickt wurdeKaelIch fand den Brief durch Zufall.Ich kniete in meinem Arbeitszimmer und versuchte, das lockere Tischbein meines Schreibtisches zu reparieren, als etwas im Holz klickte. Ich kippte den Schreibtisch nach hinten, fuhr mit den Fingern über seine Unterseite und entdeckte eine so sauber gearbeitete Rille, dass sie wie eine natürliche Maserung aussah.Ich drückte darauf.Eine dünne Holzplatte glitt auf.Ich hatte diesen Schreibtisch elf Jahre lang besessen und nie etwas davon gewusst.Darin lag ein Umschlag, dessen Ränder bereits gelb geworden waren. Auf der Vorderseite stand mein Name, geschrieben in einer Handschrift, die ich überall erkannt hätte. Die schnellen Striche. Die saubere Korrektur an der Stelle, an der der erste Buchstabe verwischt war.Kael.Ich setzte mich mit dem Rücken gegen den Schreibtisch auf den Boden und öffnete den Brief.Kael,wenn du das hier liest, habe ich endlich den Mut gefunden, den Brief dort zu hinterlassen, wo du ihn

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    Das Haus AurelisElaraIn der zweiten Woche hatten wir dreiundzwanzig Bewohner und keine freien Betten mehr.Ronan breitete seine Pläne auf dem Küchentisch aus. Der Ostflügel sollte, sobald die Bauarbeiter mit dem Freiräumen der abgebrannten Räume fertig waren, Familien mit kleinen Kindern aufnehmen. Der Westflügel war für die Alten und Verletzten vorgesehen. Aus dem Gästesaal sollte ein Schulzimmer werden.Der südliche Garten sollte umgegraben und für den Gemüseanbau genutzt werden.„Klassenzimmer?“Eine der neuen Mütter stellte die Frage, als ich allen im Saal die Pläne erklärte.„Eure Kinder haben genug Zeit ihres Lebens damit verbracht, zu lernen, wie man sich versteckt“, sagte ich. „Jetzt können sie lesen und schreiben lernen.“Niemand widersprach.Maeve beanspruchte das gesamte Erdgeschoss des Westflügels für ihre Klinik und forderte jeden heraus, der sie daran hindern wollte. Jeder Neuankömmling wurde von ihr untersucht, bevor er ein Bett bekam. Nicht, um über ihn zu urteilen.

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    Der fehlende NameKaelDie ältesten Aufzeichnungen von Blackridge waren nie dafür gedacht gewesen, leicht lesbar zu sein.Cassian ließ die Archivare jede erhaltene Abschrift der Gründungsdokumente an den langen Tisch im oberen Archiv bringen. Geschäftsbücher, die älter waren als mein Großvater. Urkunden auf brüchigem Pergament. Arbeitskopien, die mit den Notizen eines Dutzends längst verstorbener Schreiber übersät waren.„Wenn Autorität Acht die Geschichte umgeschrieben hat“, sagte er, „will ich wissen, wie sie aussah, bevor sie Hand daran legten.“Er schlug das älteste Geschäftsbuch auf der ersten Seite auf.Gründungsautorität des Rates.Unter der Überschrift standen acht Namen. Acht persönliche Siegel. Acht Unterschriften, mit denen sie die Verantwortung für den neuen Rat nach den Jahren der Unruhen annahmen.„Sie sind alle hier“, sagte ich.„Achte auf die Abstände.“Ich beugte mich näher über die Seite. Die acht Namen standen ordentlich untereinander in einer Spalte. Doch zwischen

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    Meine Mutter rettete mehr als nur michElaraAm fünften Tag hatte das Haus Aurelis seinen eigenen Klang.Kinder im Garten. Töpfe in der Küche. Maeve, die jemanden in der neuen Klinik ausschimpfte, weil er zu früh aufgestanden war. Irgendwo sang eine Frau ganz leise ein Lied, an das ich mich aus meiner eigenen Kindheit halb erinnerte.Ich fand Hanna unter dem alten Ahorn neben der Hofmauer. Sie beobachtete Clara und Tobin, die zwei Kinder jagten, die erst in der vergangenen Nacht angekommen waren.„Sie lachen“, sagte ich.„Das habe ich lange nicht mehr gehört.“Sie wandte den Blick nicht von ihnen ab. „Ich warte ständig darauf, dass jemand die Straße heraufkommt und uns sagt, wir sollen unsere Sachen packen.“„Das wird niemand tun.“„Ich weiß. Eines Tages werde ich es auch glauben.“Ich setzte mich neben sie. „Du kanntest meine Mutter länger als ich.“„Nicht jeden Tag. Nicht einmal jede Jahreszeit. Sie kam und ging wie das Wetter.“Hanna lächelte. „Aber jedes Mal, wenn sie kam, wurde j

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    Was der Rat zurückgelassen hatteKaelDer Krieg gegen Autorität Acht war vorbei. Die Arbeit, die er hinterlassen hatte, hatte gerade erst begonnen.Drei Tage nachdem Elara nach Norden geritten war, stand ich mit Cassian im Ratsarchiv. Die großen, verschlossenen Schränke standen nun offen. Hunderte Akten lagen auf den langen Tischen, sortiert in Stapel von Schreibern, denen zum ersten Mal in ihrem Leben gesagt worden war, dass sie alles lesen sollten.„Ich dachte, ich hätte diesen Rat verstanden“, sagte Cassian und legte die Hände auf einen Stapel Geschäftsbücher. „Ich bin dreißig Jahre lang durch diese Hallen gegangen.“„Das dachte ich auch.“„Du warst nicht der ranghöchste Älteste.“„Nein. Ich war der Alpha, der alles unterschrieben hat, was ihr ihm vorgelegt habt.“Er lächelte beinahe. „Dann waren wir beide sehr gut darin, uns benutzen zu lassen.“Gegen Mittag begannen die Ältesten einzutreffen, einer nach dem anderen, um die Akten aus ihren jeweiligen Büros zu überprüfen. Sie kamen

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