FAZER LOGIN(Alec)
Die Tür fiel hinter ihr ins Schloss. Ich saß noch immer an meinem Schreibtisch, starrte auf die Unterlagen – aber mein Blick war leer. Ihre Stimme hallte noch in meinem Kopf nach. Klare Artikulation. Selbstsicherer Ton, auch wenn ihre Hände gezittert hatten. Und dann dieser Moment, als sie den Fehler entdeckte. Miss Williams war klüger, als ich erwartet hatte. Ich lehnte mich zurück, fuhr mir mit der Hand über das Kinn. Warum auch immer – ich hatte sie nicht gefeuert. Noch nicht. Andere wären bei dem kleinsten Schnitzer rausgeflogen. Aber sie hatte… etwas. Nein, nicht das Offensichtliche – Schönheit war kein Argument. Nicht für mich. Sie war aufrecht geblieben. Selbst unter Druck. Selbst als ich sie gegen die Wand des Aufzugs gedrückt hatte – unfreiwillig natürlich – war sie nicht zerbrochen. Die Tür öffnete sich ohne Klopfen. „Na na, Bruderherz, sie lebt noch?“ Davids Stimme war wie immer spöttisch, leicht überdreht – ein Kontrast zu meiner kontrollierten Welt. Ich hob den Blick nur langsam. „Offenbar.“ Er kam herein, ließ sich auf den Ledersessel gegenüber fallen und legte die Beine überkreuz. „Die Kleine hat was. PR-Material, wenn du mich fragst. Oder willst du mir sagen, du hast sie aus reiner Großzügigkeit behalten?“ Ich antwortete nicht. Stattdessen blätterte ich das nächste Dokument auf, als würde mich das Gespräch nicht interessieren. „Du beobachtest sie“, sagte David leise. Meine Augen zuckten kurz hoch. „Ich beobachte alle.“ „Nicht so.“ Ich schloss die Akte und sah ihn ruhig an. „Was willst du, David?“ Er grinste. „Nur plaudern. Ich hab sie getroffen unten – grimmiger Blick, fester Händedruck. Sie wird dir nicht nach dem Mund reden.“ „Gut.“ Er runzelte die Stirn. „Du meinst das ernst.“ Ich sah zum Fenster, auf die Skyline der Stadt. „ Verdammt sie riecht so gut David“ Er grinste „Odin tobt was“ David stand auf, klopfte sich die Hände an der dunklen Hose ab, als würde er Staub abschütteln. „Los, komm. Vater und die anderen warten im Rudelhaus.“ Ich spannte den Kiefer an. Meine Finger krallten sich um die Kante des Schreibtischs, und ein leises, kaum hörbares Knurren vibrierte in meiner Brust. „Was will er diesmal?“ David hob eine Augenbraue. „Er hat für dich eine Luna gefunden.“ Ein Knall durchbrach die Ruhe – meine Faust, die auf das Holz des Tisches traf. Der massive Schreibtisch vibrierte. David zuckte nicht einmal. Er kannte diese Seite von mir längst. „Ich brauche keine vorgewählte Luna“, knurrte ich, tiefer jetzt, gefährlicher. „Ich wähle selbst.“ „Das sagst du jedes Mal“, sagte er leichthin, doch seine Augen beobachteten mich wachsam. „Aber du weißt, wie wichtig das für das Gleichgewicht ist. Fürs Rudel. Für die Familie. Die Ältesten…“ „…sollen zur Hölle fahren“, unterbrach ich ihn eiskalt. „Ich wähle nicht nach Blutlinien oder politischen Allianzen.“ David trat näher. „Und was ist mit der Kleinen aus der PR? Miss Williams?“ „Sie ist menschlich“, presste ich hervor. „Und damit tabu.“ David lächelte schräg. „Tabu… oder interessant?“ Ich drehte mich abrupt um, griff meinen Mantel vom Stuhl. „Lass uns fahren“, knurrte ich. „Aber ich verspreche dir eins, Bruder… Wenn Vater mir diese Frau aufzwingen will, wird Blut fließen.“ Die schweren Türen des Towers fielen hinter mir ins Schloss, und sofort atmete ich tiefer. Die Luft draußen war kälter, ehrlicher. Keine Anzüge, keine Kaffeetassen, keine Aufzüge, in denen ein Blick zu viel alles ändern konnte. David stand schon am Wagen – schwarzer SUV, getönt, gepanzert. Ein Zeichen für alle: Wir sind nicht wie ihr. Und wir spielen nicht nach euren Regeln. Ich stieg ein, knallte die Tür zu. David startete den Motor, sagte eine Weile nichts. Die Straße raus aus der Stadt war wie ein dunkles Band, das uns immer weiter von den Menschen entfernte… und zurück zu dem, was wir wirklich waren. Wölfe. „Du weißt, dass du es irgendwann tun musst“, sagte David schließlich, den Blick nach vorne gerichtet. „Eine Luna an deiner Seite. Der Rat wird nicht ewig warten.“ Ich starrte hinaus auf die vorbeifliegenden Lichter. „Ich werde niemanden an meiner Seite akzeptieren, nur weil Vater glaubt, es sei Zeit.“ David lachte leise. „Du bist der Alpha. Aber selbst der Alpha steht nicht über dem Gesetz.“ Ich knurrte. „Ich bin das Gesetz.“ Stille. (Später) Die Bäume zogen dichter, die Stadt wich zurück, das Licht wurde weniger. Wir bogen ab einen schmalen, kaum sichtbaren Weg entlang. Der Wald öffnete sich, und in der Ferne zeichnete sich das Rudelhaus. David parkte. Ich stieg aus. Und ich roch sie sofort – die anderen. Vater. Die Ältesten. Und… jemand Neues. Weich, blumig. Süßlich. Die „passende Luna“, wie sie es nannten. Ich spannte die Schultern, richtete mich auf – mein Wolf in mir knurrte leise, unzufrieden, aufgewühlt. Odin sagte in meinem Kopf „Alec … ich musste gerade beiläufig an deine neue PA denken ihr Hintern verdammt da will ich rein beißen“ „Odin beruhig dich ich sagte sie ist tabu ein Mensch!“ Dieser neue Duft aus dem Rudelhaus. Sie war nicht die Richtige. Ich spürte es in jeder Faser meines Körpers. Denn mein Instinkt… war längst auf jemand anderen angesprungen. Ich öffnete die große Eichentür des Rudelhauses. Sie knarrte leise – ein Geräusch, das sonst niemand beachtete, doch heute schien es wie ein Donnerschlag. Die Gespräche verstummten augenblicklich. Alle Augen richteten sich auf mich. Mein Vater saß am Kopfende des langen Mahagonitisches. Seine Haltung aufrecht, stolz wie immer – der uralte Blick des geborenen Alphas ruhte auf mir. Neben ihm saßen meine Brüder: Elijah, wie immer kühl, taktisch. Und Caden, der Jüngste – zu ehrgeizig, zu ungeduldig, Mason der mittlere grinste mich an. Gegenüber saß der Alpha des nördlichen Rudels – mächtig, ehrgeizig – sein Blick war wachsam, fast wie ein Jäger, der einen ebenbürtigen Gegner begutachtet. Und neben ihm saß sie: seine Tochter. Meine angeblich „passende Luna“. Ihr Kleid war blassrosa, teuer. Ihre Haltung war perfekt, ihre Lippen rot geschminkt. Sie sah mich sofort – einstudiert, mit gesenktem Blick, als würde sie Demut spielen. Aber ich roch es. Keine Aufregung. Kein echtes Interesse. Keine… Verbindung. Mein Wolf blieb still. Kein Zucken. Ich ging langsam auf den Tisch zu, jede Bewegung kontrolliert, mit der Autorität eines Alphas, der sich nichts aufzwingen ließ. David kam hinter mir, setzte sich still neben Caden. Mein Vater war der Erste, der sprach. „Alec. Wie schön, dass du es doch noch einrichten konntest.“ Ich erwiderte nichts. Stattdessen ließ ich meinen Blick kalt über alle gleiten – blieb kurz an der Tochter des fremden Alphas hängen. Keine Regung. Kein Interesse. Dann setzte ich mich. Lehne mich zurück. Verschränkte die Arme. „Wollen wir dieses Theater hinter uns bringen? Oder wollt ihr mir noch mehr lächerliche Puppen vorsetzen?“ Ein leises Schnauben von meinem Vater. Der Alpha gegenüber presste die Lippen zusammen – sein Stolz angekratzt. Die junge Frau senkte den Blick noch tiefer. Gut. Mein Vater antwortete ruhig, aber mit eisigem Tonfall: „Sie ist ausgebildet. Gebildet. Stark. Sie kennt das Rudelleben. Sie wäre eine perfekte Luna an deiner Seite.“ Ich ließ ein kaltes Lächeln über meine Lippen wandern. „Perfektion. Wie praktisch. Nur dumm, dass mein Wolf sie nicht einmal wahrnimmt.“ Ein dumpfes Knurren vibrierte durch den Raum – nicht von mir. Von meinem Vater. Er stand auf, langsam, wie ein alter Wolf, der sich an seine Macht erinnert. „Du wirst dich fügen, Alec.“ Ich stand ebenfalls. Sah ihm direkt in die Augen. Keine Angst. Kein Zweifel. Nur brennender Widerstand. „Ich bin kein Junge mehr, Vater. Und mein Rudel wird nicht von einem Mann geführt, der nicht einmal auf sein eigenes Blut hört.“ Der andere Alpha erhob sich, nahm seine Tochter bei der Hand. „Ich denke, wir gehen. Ihr… braucht offenbar noch Zeit.“ Die Tür fiel zu. Ich blieb stehen, atmete schwer. Meine Brüder beobachteten mich schweigend. David sagte schließlich: „Und was jetzt, Bruder?“ Ich sah ihn an. „Jetzt? Jetzt warte ich, bis sie wieder vor mir steht.“ „Sie?“ Ich nickte langsam. „Miss Williams.“(Alec)Die Tür fiel hinter ihr ins Schloss.Ich saß noch immer an meinem Schreibtisch, starrte auf die Unterlagen – aber mein Blick war leer. Ihre Stimme hallte noch in meinem Kopf nach. Klare Artikulation. Selbstsicherer Ton, auch wenn ihre Hände gezittert hatten. Und dann dieser Moment, als sie den Fehler entdeckte. Miss Williams war klüger, als ich erwartet hatte.Ich lehnte mich zurück, fuhr mir mit der Hand über das Kinn. Warum auch immer – ich hatte sie nicht gefeuert. Noch nicht. Andere wären bei dem kleinsten Schnitzer rausgeflogen. Aber sie hatte… etwas. Nein, nicht das Offensichtliche – Schönheit war kein Argument. Nicht für mich.Sie war aufrecht geblieben. Selbst unter Druck. Selbst als ich sie gegen die Wand des Aufzugs gedrückt hatte – unfreiwillig natürlich – war sie nicht zerbrochen.Die Tür öffnete sich ohne Klopfen. „Na na, Bruderherz, sie lebt noch?“ Davids Stimme war wie immer spöttisch, leicht überdreht – ein Kontrast zu meiner kontrollierten Welt. Ich hob den
(Luisa)Ich las weiter. Jede Zeile war gefüllt mit Fachtermini, mit Zahlen, Prozentangaben, juristischen Formulierungen. Ich spürte seinen Blick auf mir, prüfend, lauernd, als wartete er nur auf den kleinsten Fehler. Aber ich las durch – fließend, sicher, mit klarer Stimme. Je länger ich sprach, desto mehr verschwand das Zittern.Ich las weiter, ließ mir seine spitzen Kommentare gefallen. Jeder Satz von ihm war wie ein Schlag, ein Test, ein Nadelstich. Er wollte, dass ich einknickte – doch ich klammerte mich an das Papier, an meine Stimme, an das Wissen, das ich mir im Studium erkämpft hatte.„‚…die Bruttojahreseinnahmen im dritten Quartal beliefen sich laut Prognose auf 137,9 Millionen…‘“ – ich stockte.Mein Blick huschte über die Zeile. Dann noch mal. Ich runzelte die Stirn. Da stimmte etwas nicht.„Das ist falsch“, sagte ich leise – dann hob ich den Kopf und sah ihn direkt an. „Die Zahl kann nicht stimmen.“Er saß bewegungslos da, hob langsam eine Braue. „Oh? Wirklich?“Ich nickte,
(Luisa)Sein Büro war so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Kühl. Edel. Viel zu groß. Schwarzer Marmor, goldene Akzente, bodentiefe Fenster mit Blick über die ganze Stadt. Und mittendrin: Er.Alec Black.Er ging ohne einen weiteren Blick auf mich zu seinem riesigen, dunklen Schreibtisch und ließ sich in seinen ledernen Stuhl sinken – mit der Lässigkeit eines Mannes, der wusste, dass ihm alles gehörte, was er sah.Mit einer knappen Handbewegung deutete er auf den Stuhl gegenüber. Kein Wort. Nur ein Fingerzeig. Fast herablassend.Ich setzte mich langsam, das Herz hämmerte mir noch immer gegen die Rippen.Er griff seelenruhig nach einem Dokument auf seinem Schreibtisch – mein Lebenslauf – und schlug die Seiten auf. Kein Blick zu mir. „Sie sollen die Jahrgangsbeste sein?“Ich schluckte. Mein Stolz wollte sofort antworten – laut, klar, überzeugend. Doch ich wusste, in seiner Gegenwart war jedes Wort ein Test. Jede Reaktion wurde registriert, seziert, bewertet.„Ja, das stimmt,“ erwidert
(Luisa)Da stand ich nun. Vor dem höchsten, beeindruckendsten Wolkenkratzer der Stadt. Noch vor drei Monaten hatte ich mein Studium im Bereich wirtschaftspolitische Systeme abgeschlossen – und heute sollte mein erster Tag bei einem der einflussreichsten Unternehmen des Landes beginnen. Mein Praktikum bei Black Industries. Sechs Monate. Sechs Monate, die über meine Zukunft entscheiden würden. Ich konnte es kaum glauben, dass ich es wirklich geschafft hatte.Mein Herz hämmerte gegen meine Brust, während ich die großen, gläsernen Türen durchschritt. Mein schmaler Bleistiftrock schwang leicht bei jedem Schritt, meine weiße Bluse saß perfekt. Meine grünen, hellen Smaragdaugen suchten den Empfang, mein Gesicht war mit zarten Sommersprossen übersät – ein Erbe aus Kindertagen, das ich nie ganz losgeworden war. Schon auf dem Weg zur Rezeption spürte ich die Blicke. Einige Männer musterten mich offen, einer grinste sogar – dieser selbstsichere, leicht arrogante Blick, den ich so gut kannte.I







