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Kapitel 3

作者: Peachy
Ich explodierte nicht, wie er es erwartet hatte.

Ich sah nur, wie er seine Geliebte im Arm hielt. Es war widerlich. Ich trat an den Schreibtisch und klopfte mit den Knöcheln hart auf die Platte.

„Gnadenlos? Gut. Reden wir über Geschäfte. Wie schließen wir das Fünf-Millionen-Loch?“

Meine Kälte traf ihn. Seine Augen liefen rot an, und er fauchte zurück: „Ich zahle es! Fünf Millionen sind eine Kleinigkeit!“

Ich lachte kalt auf.

„Eine Kleinigkeit?“ Ich sah ihn an, jedes Wort eine Klinge. „Jax, hast du vergessen, wie du dich beim ersten großen Abschluss in eine Magenblutung gesoffen hast, nur um fünfzigtausend Dollar an Maklergebühren zu sparen? Jetzt opferst du wegen eines dummen Mädchens unseren Ruf und Milliarden an Folgeaufträgen. Hat dein Schwanz dir das Gehirn komplett zerfressen?“

Das traf einen wunden Punkt. Jax’ Gesicht lief dunkel an.

„Alessia, du denkst zu klein.“ Er unterbrach mich, ungeduldig.

Dann zog er sein Handy heraus und tippte ein paarmal auf den Bildschirm.

Eine Minute später erschien eine Zahlungsbenachrichtigung im Gruppen-Chat der Finanzabteilung.

Fünf Millionen Dollar, direkt auf das Firmenkonto überwiesen.

Er steckte das Handy ein, vollkommen ungerührt.

Mit den fünf Millionen Dollar, die er für Bianca ausgab, hatte er mir eine Ohrfeige erteilt.

In mir war nur Ruhe.

Der abgebrannte Typ, der früher mit mir eine Zwölf-Dollar-Pizza geteilt hatte, weil sie ihm allein zu teuer war, überschritt nun in seiner Arroganz jede Grenze der Geschäftsmoral.

Fünf Millionen. Für Bianca verbrannte er sie, ohne mit der Wimper zu zucken.

Ich sah ihn kalt an. Ob er noch grinsen würde, wenn es fünfhundert Millionen wären?

Am Nachmittag saß ich mit meiner besten Freundin Isla beim High Tea im Peninsula.

Kaum hatte ich die Teetasse in der Hand, klingelte Chris an – außer sich vor Aufregung.

„Alessia, komm sofort zurück! Bianca hat Leute mitgebracht, um dein Büro auszuräumen!“

Ich schnappte mir meine Tasche und marschierte auf Absätzen zurück in Apex Holdings.

Als ich die Glastüren aufstieß, erstarrte mein Blick.

Das Büro glich einem Schlachtfeld.

Die Baupläne, die ich eigenhändig gezeichnet hatte, vertrauliche Akten und ein Modell, das ich fünf Jahre lang aufbewahrt hatte, lagen auf dem Boden verstreut wie Müll, von schmutzigen Schuhen zertrampelt.

Bianca stand an meinem Schreibtisch und verteilte Befehle an das Logistikpersonal, selbstverständlich und unangefochten.

„Ja, das ganze unnütze Zeug kann weg. Ihr Schreibtisch kommt ins Großraumbüro.“

„Stopp.“ Meine Stimme schnitt scharf durch den Lärm.

Bianca drehte sich um. Keine Spur von Furcht. Sie richtete sich nur noch aufrechter auf.

Ich trat direkt auf sie zu, ohne jede Umschweife, und hob die Hand.

Klatsch!

Eine harte Ohrfeige traf sie mitten ins Gesicht. Das Echo hallte durch den Raum.

Sie taumelte zurück, presste beide Hände auf die rot angeschwollene Wange und starrte mich ungläubig an. „Du hast mich geschlagen?“

„Ich habe dich geschlagen, weil du ein dummes Mädchen bist, das nicht merkt, wenn es seinen eigenen Todesschein unterschreibt.“ Ich sah sie unverwandt an.

In ihren Augen blitzte boshafte Schadenfreude auf. „Wer hat dir das Recht gegeben? Jax hat mir befohlen, das hier zu räumen! Er hat gesagt, du gehörst ab sofort ins Großraumbüro!“

Schnelle Schritte näherten sich aus dem Flur.

„Was zur Hölle geht hier vor?!“ Jax stürmte herein.

Als Erstes sah er die zertrampelten Baupläne. Ein Aufflackern von Schuld in seinen Augen. Kaum wahrnehmbar.

Dann sah er den Handabdruck auf Biancas Wange.

Die Schuld verschwand, ersetzt durch blinde Wut.

Er zog Bianca in seine Arme und brüllte Chris und das Personal vor der Tür an: „Seid ihr alle blind?! Ihr lasst sie hier einfach so ein Chaos anrichten?!“

Vollkommen irrational. Er schob meinem Team die Schuld zu.

Dann wandte er sich an mich, packte mich an den Schultern und schlug einen Ton an, der mich anwiderte – gönnerhaft, herablassend: „Alessia, du hast in letzter Zeit zu viel gearbeitet. Nimm Urlaub. Ab sofort. Keine Firmenangelegenheiten mehr für dich.“

Urlaub?

Mein Büro verwüsten, mich ins Großraumbüro verbannen – und das nennt er Urlaub?

Ich schüttelte seine Hände angewidert ab.

Jax zog die Lippen hoch. Seine Augen sprühten vor Hohn.

„Hör auf damit.“ Er sah mich an, die Miene voller Verachtung. „Bianca hat mir alles erzählt. Sie hat jemanden beauftragt, nachzuforschen. Diese Regel mit der arrangierten Ehe und den dreißig Jahren gibt es in deiner sizilianischen Heimat gar nicht!“

Ich kniff die Augen zusammen.

Bianca lugte unter seinem Arm hervor, die Unschuldige spielend. „Es tut mir leid, Alessia ... Ich konnte es einfach nicht mit ansehen, wie du ihn belügst. Wie konntest du so eine schreckliche Lüge erfinden, nur um ihn zur Heirat zu zwingen?“

Beim Anblick dieses kleinen Duetts wurde mir übel.

Natürlich gab es diese Regel in Sizilien nicht. Die Valeriano-Familie hatte sie für mich eingeführt.

Sie waren keine Erklärung wert.

Mein Blick wanderte langsam über Bianca.

Neueste Dior-Haute-Couture, limitierte Van-Cleef-Ohrringe und eine Hermès-Birkin-Tasche in der Hand.

Dieses Outfit allein überstieg zehn Jahresgehälter einer Assistentin.

Mein Blick wurde vollkommen leer.

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