Share

KAPITEL 4

Author: Jaywrites
last update publish date: 2026-08-21 18:55:31

Elenas POV

In dem Moment, in dem ich meine schweren Augen öffnete, wurde mir klar, dass ich in einem völlig fremden Raum lag. Das Letzte, woran ich mich erinnerte, war, dass ich mit Ravens Mutter im Schlafzimmer eingeschlossen gewesen war.

Der scharfe, saubere Geruch von Desinfektionsmittel und das ständige Piepen der medizinischen Geräte riefen sofort schmerzhafte Erinnerungen an die unzähligen Male wach, die ich mit Raven in Kinderwunschkliniken gewesen war, verzweifelt auf der Suche nach Antworten darauf, warum wir kein Kind bekommen konnten.

Doch ich war seit Jahren nicht mehr im Krankenhaus gewesen. Meine Gedanken überschlugen sich, während mir eine Million Fragen durch den Kopf schossen. Wie war ich überhaupt hierhergekommen?

Schließlich öffnete sich die schwere Tür mit einem leisen Klicken, und eine Ärztin betrat den Raum. In ihren Händen hielt sie ein Klemmbrett.

„Mrs. Calloway, ich bin so froh, dass Sie endlich aufgewacht sind“, sagte sie und schenkte mir ein warmes, strahlendes Lächeln, während sie an mein Bett trat.

Ich wollte sie sofort korrigieren und ihr sagen, dass ich nicht mehr so hieß, aber ich wollte nicht, dass eine Fremde erfuhr, dass Raven mich erst vor wenigen Stunden gezwungen hatte, die Scheidungspapiere zu unterschreiben.

„Wer genau hat mich in die Klinik gebracht?“, fragte ich und versuchte, mich aufzurichten, doch die Ärztin streckte sofort die Hand aus und hielt mich sanft zurück.

„Sie müssen noch eine Weile ganz flach liegen und sich ausruhen“, wies sie mich sanft an und bettete meinen Kopf wieder auf die Kissen. „Eine besorgte junge Frau hat Sie hierhergebracht und Sie aufgenommen.“

Sie sprach eindeutig von Martha, denn ich wusste genau, dass Ravens Mutter mir niemals geholfen hätte. Sie hätte mich ohne mit der Wimper zu zucken auf dem Boden leiden lassen.

„Ich verstehe.“ Ich nickte schwach.

Das Lächeln der Ärztin wurde noch breiter, als sie auf mich herabsah.

„Herzlichen Glückwunsch.“

Verwirrt verengte ich die Augen. Ich hatte absolut keine Ahnung, wozu sie mir gratulierte. Anstatt mir zu gratulieren, sollte sie mir eigentlich ihr Beileid aussprechen, schließlich war meine Ehe gerade zerstört worden. Aber sie wusste natürlich nichts von meinem Privatleben.

„Wozu genau gratulieren Sie mir?“, fragte ich verwirrt.

„Sie werden Mutter“, verkündete die Ärztin deutlich, und mein ganzer Körper erstarrte.

Ich wusste überhaupt nicht, wie ich diese Worte verarbeiten sollte. Ich wusste nicht, ob ich vor Freude aufspringen oder in Tränen ausbrechen sollte. Jahrelang hatte ich geglaubt, dass mit meinem Körper etwas nicht stimmte. Ich hätte mir niemals vorstellen können, dass ich eines Tages tatsächlich schwanger sein würde.

„Ich bin wirklich schwanger?“, flüsterte ich und versuchte sicherzugehen, dass ich nicht träumte.

„Sie sind in der fünften Schwangerschaftswoche und vollkommen gesund“, bestätigte die Ärztin, und ich war völlig überwältigt und sprachlos.

Eine gewaltige Welle purer Freude überrollte mich, denn das bewies, dass ich doch nicht unfruchtbar war. Ich war unendlich glücklich, denn das bedeutete, dass Raven mich jetzt sicherlich zurücknehmen würde.

Es gab keine Möglichkeit, dass er mich von sich stoßen würde, wenn ich tatsächlich sein Fleisch und Blut, seinen wahren Erben, unter meinem Herzen trug. Sanft legte ich meine Handflächen auf meinen flachen Bauch und begriff, dass ich endlich Mutter werden würde.

Mein ganzes Leben lang hatte ich davon geträumt, eines Tages mein eigenes Baby unter meinem Herzen zu tragen. Die Worte der Kinderwunschärzte hallten wunderschön in meinem Kopf wider: „Mit Ihnen ist alles in Ordnung, Elena. Sie müssen nur geduldig sein.“

„Könnten Sie bitte die Person hereinschicken, die mich hergebracht hat?“, bat ich, woraufhin die Ärztin den Raum verließ, um Martha zu holen.

„Martha, kannst du bitte Ravens Handy anrufen und ihm sagen, dass er sofort ins Krankenhaus kommen muss? Sag ihm, dass es sich um einen absoluten Notfall handelt“, wies ich sie an, sobald sie durch die Tür kam.

Sie versuchte, Raven direkt zu erreichen, doch sein Handy war nicht erreichbar. Also beschloss sie, stattdessen seine Mutter anzurufen. Sie schilderte die Situation als äußerst ernst und versprach mir, Raven zu erreichen und sofort herzukommen.

„Fühlst du dich schon etwas besser?“, fragte Martha sanft, nachdem sie aufgelegt hatte. „Es tut mir so unglaublich leid, dass du all diesen Stress durchmachen musstest.“ Sie sah mich voller Mitgefühl an, und ich schaffte es, ihr ein kleines Lächeln zu schenken.

„Ja, es wird mir gut gehen“, antwortete ich leise. „Du kannst draußen auf dem Flur warten, bis sie hier sind.“

Während ich allein darauf wartete, dass Raven durch die Tür kam, überschlugen sich meine Gedanken angesichts dieser unglaublichen Wendung des Schicksals. Ich konnte nicht aufhören, mich zu fragen, wie Raven und seine Familie reagieren würden, wenn sie erfuhren, dass ich schwanger war.

Nach einigen angespannten Minuten schwang die schwere Tür auf, und Ravens Mutter betrat den Raum.

„Was genau soll dieser große Notfall sein?“, verlangte seine Mutter zu wissen und warf mir einen kalten Blick zu, während ich hilflos auf dem Krankenhausbett lag. Sie war der allerletzte Mensch auf der Welt, den ich jetzt sehen oder sprechen wollte.

„Ich hätte genauso gut zum Mittagessen gehen können, anstatt meine Zeit damit zu verschwenden, hierherzufahren“, fügte sie seufzend hinzu.

Sie drehte sich um und wollte bereits wieder zur Tür hinausgehen, doch sie erstarrte, als ich das Wort ergriff.

„Ich bin schwanger“, sagte ich deutlich. „In der fünften Schwangerschaftswoche.“

Ich entging nicht dem Ausdruck völliger Fassungslosigkeit, der augenblicklich über ihr Gesicht huschte.

„Von wem?“, fragte Ravens Mutter, ihre Stimme triefend vor Unglauben.

Was für eine widerliche Frage war das bitte? Von wem sollte ich sonst schwanger sein, wenn nicht von meinem eigenen Ehemann?

„Ich bin mit Ravens Baby schwanger.“

Sie stieß ein scharfes, bitteres Lachen aus.

„Mein Sohn lässt sich gleich am frühen Morgen von dir scheiden, und ein paar Stunden später wirst du plötzlich auf magische Weise schwanger?“, fragte sie, während sie wütend durch den Raum ging.

„Wenn du glaubst, dass diese erbärmliche Lüge ihn dazu bringen wird, bei dir zu bleiben, dann kannst du das vergessen“, fügte sie mit bedrohlich leiser Stimme hinzu.

Ich war völlig schockiert, dass sie tatsächlich glaubte, ich würde eine Schwangerschaft erfinden.

„Ist Raven auf dem Weg hierher?“, fragte ich und ignorierte ihre grausamen Bemerkungen vollkommen.

Bevor sie ein Wort sagen konnte, flog die Tür weit auf. Raven betrat den Raum, doch er war nicht allein. Tracy stand direkt an seiner Seite und hielt die Hand eines kleinen Jungen.

Das musste der geheime Sohn sein, von dem er mir erzählt hatte.

Ich hatte Tracy noch nie persönlich gesehen, aber als ich mich vor Jahren über Ravens frühere Beziehungen informiert hatte, war ich auf ein altes Foto von ihr gestoßen. Deshalb erkannte ich sie sofort.

Mein Magen verkrampfte sich vor Ekel, als die drei gemeinsam mein Krankenzimmer betraten. Er besaß nicht einmal den Anstand, allein zu kommen. Er musste ausgerechnet die Frau mitbringen, für die er mich verließ.

„Was geht hier vor?“, fragte Raven laut, als er auf mein Bett zukam. Tracy hielt sich fest an seinem Arm und warf mir einen scharfen, warnenden Blick zu.

„Sie behauptet, dass sie mit deinem Kind schwanger ist“, verkündete seine Mutter mit unverhohlener Verachtung.

Ravens Augen weiteten sich, und er räusperte sich nervös, bevor er sprach.

„Ich verstehe nicht … Wie kannst du überhaupt schwanger sein?“, fragte er und sah mich mit völlig verwirrtem Gesichtsausdruck an.

Das war absolut nicht die Reaktion, die ich erwartet hatte. Er hätte sich über die Nachricht freuen sollen, doch seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, schien es, als hätte ich gerade sein gesamtes Leben ruiniert.

„Ich war genauso überrascht wie du, als die Ärztin es mir gesagt hat“, erklärte ich, während meine Stimme unter dem Gewicht meiner Tränen brach.

Raven holte mehrmals scharf und tief Luft und drehte sich dann um, um alle anderen aufzufordern, den Raum zu verlassen.

In dem Moment, in dem sich die Tür schloss, verdunkelte sich sein Gesicht.

„Du glaubst wirklich, du kannst mich mit einem Baby an dich binden? Du glaubst, du kannst einfach lügen und behaupten, schwanger zu sein?“, zischte er mit gefährlich leiser und giftiger Stimme.

Ich blinzelte hastig, während schwere Tränen über meine Wimpern liefen und mir über das Gesicht strömten. Selbst wenn seine giftige Familie mir nicht glaubte, hätte ich niemals gedacht, dass Raven mich beschuldigen würde, über etwas so Heiliges zu lügen.

„Raven, ich versuche nicht, dich in die Falle zu locken“, schluchzte ich, während mein Körper zitterte. „Du kannst die Ärztin selbst fragen. Ich würde niemals, niemals über ein Baby lügen.“

Raven stieß ein kaltes, spöttisches Schnauben aus.

„Du hast genug Geld, um eine Ärztin problemlos dafür zu bezahlen, einen medizinischen Bericht zu fälschen.“

Mein Mund öffnete sich vor Schock, und ich starrte ihn an, völlig unfähig zu glauben, was ich gerade gehört hatte.

„Was? Nein, Raven, ich sage dir die absolute Wahrheit!“, sagte ich und zwang mich, mich im Bett aufzurichten. „Ich habe niemanden bestochen! Ich trage dein Baby unter meinem Herzen, was bedeutet, dass wir diese Scheidung nicht mehr durchziehen müssen.“

„Natürlich!“, brach Raven in lautes, spöttisches Gelächter aus. „Das war die ganze Zeit dein verzweifelter Plan, nicht wahr? Glaubst du wirklich, ein Baby wird mich dazu bringen, an dich gekettet zu bleiben? Und denk nicht auch nur eine Sekunde lang, dass ich nicht dafür sorgen werde, dass diese Ärztin für ihre Lüge bezahlt. Sie wird ihre Zulassung und alles verlieren, was sie besitzt.“

Ich versuchte zu sprechen, doch er schnitt mir sofort das Wort ab und gab mir nicht einmal die Gelegenheit, mich zu verteidigen.

Ich wollte ihn verzweifelt davon überzeugen, dass ich die Wahrheit sagte. Doch ich wusste, dass er über den enormen Reichtum und den gesellschaftlichen Einfluss verfügte, um die Karriere dieser unschuldigen Ärztin mühelos zu zerstören. Ich konnte nicht zulassen, dass ein unschuldiger Mensch wegen meines chaotischen Lebens darunter litt.

„Ich bin jetzt mit Tracy zusammen, und absolut nichts, was du tust, wird meine Meinung ändern“, fuhr er fort und sah auf mich herab, ohne auch nur einen Funken menschlichen Mitgefühls. „Wenn du tatsächlich schwanger bist, dann such dir den wahren Vater dieses Kindes, denn ich bin es ganz sicher nicht.“

Ein schmerzhafter, erstickender Kloß bildete sich in meinem Hals, als diese Worte über seine Lippen kamen. Ich war ihm jeden einzelnen Tag unserer Ehe treu gewesen, obwohl ich wusste, dass er meine Gefühle nicht erwiderte.

Es fühlte sich wie eine brutale Ohrfeige an, meinen eigenen Ehemann behaupten zu hören, dass er nicht der Vater meines ungeborenen Kindes sei. Ich war vollkommen sprachlos und wusste nicht, was ich sagen sollte.

Ich hatte diese dunkle Seite von Raven noch nie zuvor gesehen. Er war zu einem völlig anderen Menschen geworden.

„Sobald die Ärzte dich aus diesem Bett entlassen, gehst du direkt zum Anwesen deiner Eltern. Dein gesamtes Gepäck wird dort vor ihrer Haustür auf dich warten“, durchbrach seine kalte Stimme meine Gedanken.

Continue to read this book for free
Scan code to download App

Latest chapter

  • Mein Ex will das Kind zurück, das er einst ablehnte    KAPITEL 71

    Aus der Sicht der AutorinAm nächsten Morgen traf Elena früher als gewöhnlich im V&C Fashion House ein.Sie hatte kaum geschlafen, fühlte sich aber nicht mehr so unruhig wie in der vergangenen Nacht.Ihre Entscheidung stand für sie fest.Sie blieb in New York.Vorerst.Es war kein Versprechen an Raven und bedeutete auch nicht, dass sie der Vergangenheit vergeben hatte. Es war einfach eine Entscheidung, die sie für sich selbst und für Liam getroffen hatte. Sie wollte, dass ihr Leben weiterhin ihr gehörte, auch wenn Raven langsam wieder ein Teil davon wurde.Als Elena ihr Büro betrat, saß Claire bereits hinter dem Schreibtisch draußen und sortierte einen Stapel Dokumente.„Du bist früh“, sagte Claire.„Du auch.“„Ich hatte noch Arbeit zu erledigen.“Elena lächelte schwach. „Dann sind wir wohl beide schuldig.“Claire musterte ihr Gesicht. „Du wirkst heute ruhiger.“„Bin ich auch.“„Hast du endlich eine Entscheidung getroffen?“Elena legte ihre Handtasche auf den Stuhl. „Ich habe beschlos

  • Mein Ex will das Kind zurück, das er einst ablehnte    KAPITEL 70

    Aus der Sicht der Autorin Als Elena nach Hause zurückkehrte, war sie erschöpft, doch Raven beschäftigte ihre Gedanken mehr als die Arbeit des Tages. Wochenlang hatte sie sich eingeredet, dass seine Rückkehr nur vorübergehend war. Irgendwann würde er aufhören, sich zu entschuldigen, nicht mehr in ihrem Büro auftauchen und in sein eigenes Leben zurückkehren. Doch er hatte nicht aufgehört. Er hatte mit Liam gesprochen, Blumen geschickt und war geduldig geblieben, selbst wenn sie ihn zurückwies. Diese Geduld verunsicherte sie mehr als seine Wut es jemals getan hatte. „Mama!“ Liam rannte auf sie zu und schlang die Arme um ihre Taille. „Du bist spät dran.“ „Ich weiß. Es tut mir leid.“ „Du hast versprochen, dass wir spielen.“ Elena blickte auf die über den Boden verstreuten Bauklötze. „Gib mir zehn Minuten, um mich umzuziehen.“ „Fünf.“ „Zehn.“ „Sieben?“ Sie lachte. „Du wirst richtig gut im Verhandeln.“ Nachdem sie sich umgezogen hatte, setzte sie sich zu ihm

  • Mein Ex will das Kind zurück, das er einst ablehnte    KAPITEL 69

    Aus der Sicht der AutorinRaven blieb noch lange im Zimmer, nachdem Tracy hinausgegangen war.Die Tür stand noch einen Spalt offen, und er konnte hören, wie ihre Schritte langsam im Flur verhallten. Er hätte wütend sein sollen. Er hätte ihr folgen und eine Erklärung für die Drohung verlangen sollen, die sie gerade ausgesprochen hatte. Stattdessen stand er schweigend da und starrte auf die leere Türöffnung, während ihre Worte immer wieder in seinem Kopf widerhallten.Du wirst deinen Sohn nie wiedersehen.Der Satz beunruhigte ihn mehr, als er sich eingestehen wollte.Raven hatte immer gewusst, dass Tracy schwierig werden konnte, wenn sie wütend war, aber er hätte nie erwartet, dass sie Leo gegen ihn einsetzen würde. Was auch immer zwischen ihnen vorgefallen war, Leo war unschuldig. Er war ein Kind, und Raven hatte nie daran gedacht, ihn als Waffe gegen Tracy einzusetzen. Allein der Gedanke, von ihm ferngehalten zu werden, ließ sich etwas schmerzhaft in seiner Brust zusammenziehen.Langs

  • Mein Ex will das Kind zurück, das er einst ablehnte    KAPITEL 68

    POV des Autors Ravens Nachricht blieb noch lange auf Elenas Handy, nachdem sie sie gelesen hatte. Ich bitte dich noch nicht darum, mir zu vergeben. Ich bitte dich nur um eine Chance, dir zu beweisen, dass ich nicht mehr derselbe Mann bin. Sie starrte mehrere Sekunden lang auf die Worte, bevor sie ihr Handy sperrte und mit dem Display nach unten auf den Tisch legte. Sie hatte keine Antwort für ihn. Nicht, weil sie nicht verstand, worum er sie bat, sondern weil sie es nur zu gut verstand. Raven wollte eine weitere Chance, aber Elena hatte ihm bereits vor Jahren eine gegeben. Sie war in ihre Ehe gegangen, weil sie geglaubt hatte, dass sie mit genügend Geduld, Güte und Zeit zu einem echten Paar werden könnten. Sie war trotz seiner Kälte, seiner Distanz und der unzähligen Momente geblieben, in denen er ihr das Gefühl gegeben hatte, ein unerwünschter Teil seines Lebens zu sein. Irgendwann hatte sie aufgehört zu warten. Jetzt hatte sie Liam, V&C und ein Leben, das sie ohne ihn aufgeb

  • Mein Ex will das Kind zurück, das er einst ablehnte    KAPITEL 67

    POV des Autors Elena stand im Flur, ihre Handtasche hing über einer Schulter, während sie auf die Nachricht starrte, die auf dem Bildschirm ihres Handys leuchtete. Raven: Können wir reden? Nur ein paar Minuten. Ihr Daumen schwebte einen Moment über dem Bildschirm, bevor sie das Handy sperrte und wieder in ihre Tasche steckte. Nein. Es gab nichts mehr zu besprechen. Sie hatte jahrelang gelernt, ohne Raven zu leben, und sie hatte nicht vor, zuzulassen, dass ein unerwartetes Treffen sie zurück in die Vergangenheit zog. Was auch immer er sagen wollte, konnte warten – oder besser noch, unausgesprochen bleiben. „Elena.“ Sie blieb stehen, als sie seine Stimme hinter sich hörte. Raven war ihr aus dem Konferenzraum gefolgt. Er stand einige Meter entfernt, die Hände lässig in den Hosentaschen, doch etwas an seinem Gesichtsausdruck war anders. Er sah nicht mehr aus wie der selbstsichere Geschäftsmann, der noch vor wenigen Augenblicken ihre Präsentation hinterfragt hatte. Er wirkte uns

  • Mein Ex will das Kind zurück, das er einst ablehnte    KAPITEL 66

    POV des Autors Am nächsten Morgen kam Elena mit Liam an ihrer Seite ins V&C-Büro. Sein kleiner Rucksack hing über einer Schulter. Da ein wichtiger Tag vor ihr lag und niemand verfügbar war, der auf ihn aufpassen konnte, hatte sie in ihrem privaten Büro eine kleine Ecke mit Büchern, Buntstiften, Puzzles und einigen seiner Lieblingsspielzeuge eingerichtet. Liam machte es sich zufrieden dort gemütlich, während Elena ihre E-Mails überprüfte und den Zeitplan durchging, den Claire für den Tag vorbereitet hatte. Sie hatte kaum die erste Reihe ihrer E-Mails durchgesehen, als Claire in der Tür erschien, zwei Akten an die Brust gedrückt. „Ich habe das Peterson-Meeting auf elf Uhr verschoben, und das Team in Paris hat die überarbeiteten Unterlagen bereits geschickt. Außerdem musst du vor dem Anruf am Nachmittag noch die endgültige Präsentation durchsehen.“ Elena nickte und schloss ihren Laptop. „Gut. Leg die Unterlagen auf meinen Schreibtisch, und ich sehe sie mir nach dem Meeting heute Mor

More Chapters
Explore and read good novels for free
Free access to a vast number of good novels on GoodNovel app. Download the books you like and read anywhere & anytime.
Read books for free on the app
SCAN CODE TO READ ON APP
DMCA.com Protection Status