ログインZehn lange Jahre lang hatte Ravelle Celeste Branson ihre Identität als alleinige Erbin der Branson Group streng geheim gehalten, nur um Kyle Stevens die Illusion einer echten, aufrichtigen Liebe zu ermöglichen. Doch in der Nacht ihres zehnten Hochzeitstags zerbrach diese Illusion in tausend Scherben. Ravelle erwischte Kyle dabei, wie er sich im Büro des CEO leidenschaftlich mit seiner Sekretärin küsste. Dieser Verrat war jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Der wahre Schlag der Realität traf sie, als das Standesamt eine grausame Wahrheit enthüllte: Nach dem Gesetz war Ravelle bereits vor acht Jahren heimlich aus der Ehe entfernt und geschieden worden – durch die Manipulation eines ganzen Stapels von Dokumenten, die sie blindlings unterschrieben hatte. Mit einem Herzen, kalt wie Eis, kehrte Ravelle nach Hause zurück. Dort förderte ein versteckter Tresor eine noch widerwärtigere Verschwörung zutage. Das kleine Mädchen, das sie mit ganzem Herzen und ganzer Seele großgezogen hatte, war kein Adoptivkind, sondern die leibliche Tochter von Kyle und seiner Geliebten. Doch damit nicht genug: Ravelles Körper war jahrelang mit Mikrodosen von Schwermetallen vergiftet worden – ein bösartiger Plan, der darauf abzielte, sie unfruchtbar zu machen und sie langsam zu töten. Sie hatten geglaubt, Ravelle sei eine schwache Frau, die niemanden hatte, der sie beschützen konnte – eine Frau, die man einfach wegwerfen konnte, nachdem man ihr alles genommen hatte, was sie besaß. Doch sie hatten sich gewaltig geirrt. An ihrer Seite stand Erlan El Salvador Jhins, der geniale CEO, der bereit war, ganz Manhattan dem Erdboden gleichzumachen, um sie zu beschützen. Mit ihm an ihrer Seite erhob sich die Thronerbin aus ihrem emotionalen Tod. Ravelle kehrte zurück, um ihren rechtmäßigen Platz zurückzufordern, die Stevens Group in den Ruin und in die Insolvenz zu treiben und die Verräter in die tiefsten Tiefen der Hölle zu schicken.
もっと見る„Ich liebe dich, Ravelle. Du bist die einzige Frau in meinem Herzen.“
Ravelle Caleste Branson starrte ausdruckslos auf ihr Spiegelbild im Schminkspiegel. Die süßen Worte, die Kyle Stevens – der Mann, der am Morgen zuvor noch liebevoll die Arme um ihre Taille gelegt hatte, bevor er zur Arbeit gegangen war – zu ihr gesagt hatte, summten nun wie ein Schwarm giftiger Wespen in ihren Ohren. Was für ein unglaublicher Schauspieler ihr Ehemann doch war. Kyle glaubte wahrscheinlich, dass sein widerwärtiges Geheimnis noch immer sicher verborgen war. Er hätte niemals geahnt, dass die Illusion einer glücklichen Ehe, die er in den vergangenen zehn Jahren aufgebaut hatte, seit Mitternacht in tausend Stücke zerbrochen war. Ravelle warf einen Blick auf die klassische Cartier-Uhr an ihrem Handgelenk. Es war bereits neun Uhr morgens. Kyle war seit der vergangenen Nacht nicht nach Hause gekommen – genau so, wie er es sorgfältig geplant hatte. Ihre Hände zitterten heftig, als sie ein leeres Blatt Papier aus ihrer Tasche zog. Ihre Brust fühlte sich eng an, als hätte sie ein unsichtbarer Hammer getroffen. Was in der vergangenen Nacht geschehen war ... ausgerechnet am Tag ihres zehnten Hochzeitstags ... spielte sich immer wieder in ihrem Kopf ab. Punkt 23:45 Uhr war Ravelle durch die stillen Korridore der Stevens Corporation gegangen. In ihrer Hand hielt sie eine kleine Schachtel mit einer selbst gebackenen Red-Velvet-Torte – Kyles Lieblingstorte seit ihrer Collegezeit, als sie noch gemeinsam an Straßenständen gegessen hatten. Ein paar Stunden zuvor hatte Kyle ihr eine Nachricht geschickt und erklärt, dass er wegen einer externen Prüfung die ganze Nacht Überstunden machen müsse. Als hingebungsvolle Ehefrau wollte Ravelle ihn in der allerersten Minute des neuen Tages überraschen. Sie wollte die Erste sein, die ihn umarmte und ein Jahrzehnt ihres gemeinsamen Lebens mit ihm feierte. Doch in dem Moment, als sie die nur angelehnte Tür zum Büro des CEO aufstieß, brach ihre Welt zusammen. Die Tortenschachtel wäre ihr beinahe aus der Hand gerutscht. Jeder Muskel ihres Körpers spannte sich an, und ihr Blut schien augenblicklich zu gefrieren. In dem repräsentativen Sessel des CEO saß Jessica Hepburn. Kyles persönliche Sekretärin – eine Frau, die Ravelle stets für eine höfliche, professionelle Kollegin, ja sogar für eine Freundin gehalten hatte – saß auf dem Schoß ihres Mannes. Jessicas Arbeitsrock war bis zu ihren Hüften hochgerutscht. Mit vor Verlangen gerötetem Gesicht legte Jessica den Kopf zurück und ließ Kyle gierig ihren Hals küssen. „Ah ... hör auf, Jessica. Ich habe noch eine Menge Arbeit zu erledigen“, flüsterte Kyle, während seine Hände grob die Taille seiner Sekretärin umfassten und sie noch näher an sich zogen. „Liebling, ich vermisse dich. Es ist schon eine Woche her, seit du mich angefasst hast“, jammerte Jessica mit einer koketten Stimme, die Ravelle den Magen vor Übelkeit umdrehte. Ohne auf eine Antwort zu warten, verschloss Jessica Kyles Lippen mit einem Kuss. Und was Ravelles Herz endgültig zerbrach, war die Art, wie Kyle den Kuss mit überwältigendem Verlangen erwiderte, als wäre er ein Mann, der jahrelang in einer Wüste gestrandet gewesen wäre. Ravelle klammerte sich so fest an den Türrahmen, dass sie sich dabei die Haut verletzte. Sie schrie nicht. Sie stellte sie nicht zur Rede. Warum? Weil das Blut der Familie Branson durch ihre Adern floss – das Blut kaltblütiger Geschäftsmenschen, die sie vor zehn Jahren für diesen Bastard zurückgelassen hatte. Anstatt in hysterische Tränen auszubrechen, holte Ravelle tief Luft. Ihre zitternden Hände wurden allmählich ruhig. Sie hob ihr Handy, schaltete den Blitz aus und machte drei Fotos sowie ein zehn Sekunden langes Video, auf denen die Gesichter von Kyle und Jessica deutlich zu erkennen waren. „Beweise“, dachte sie mit ihrem plötzlich taub gewordenen Verstand, der dennoch mit erschreckender Effizienz arbeitete. „Man betritt niemals ein Schlachtfeld ohne eine Waffe.“ Danach drehte sie sich um. Mit ruhigen, doch eisigen Schritten ging sie zurück in den Korridor, warf die Red-Velvet-Torte in einen Mülleimer und verließ dieses verfluchte Gebäude. Als Ravelle ihre geröteten Augen im Spiegel betrachtete, ballte sie die Hände zu Fäusten. Ihre Traurigkeit war verschwunden und hatte brennender Wut und verletztem Stolz Platz gemacht. Zehn Jahre! Sie erinnerte sich daran, wie sie zwanzig Jahre alt gewesen war. Eine naive, hochbegabte Absolventin der Wharton Business School, die bereit gewesen war, die Verbindung zu ihrer mächtigen Familie Branson abzubrechen, nur weil Kyle geschworen hatte, gemeinsam mit ihr sein eigenes Imperium aufzubauen. Die vergangenen zehn Jahre hatte sie stets im Hintergrund gestanden. Als die Stevens Corporation vor fünf Jahren aufgrund einer Liquiditätskrise beinahe bankrottgegangen wäre, glaubte Kyle, das Wunder sei einem mysteriösen Investor namens Alpha Crimson zu verdanken. Kyle wusste nie, dass Alpha Crimson Ravelles Deckname war. Ravelle war es gewesen, die die gesamte Risikomanagementstrategie des Unternehmens überarbeitet hatte. Drei Wochen lang hatte sie ohne Unterbrechung kaum geschlafen, bis sie ihr erstes gemeinsames Kind verlor – ein medizinisches Geheimnis, das sie bewusst vor Kyle verborgen hatte, damit er sich nicht schuldig fühlte. Sie hatte ihre Gesundheit, ihre Karriere und ihren angesehenen Familiennamen für diesen Mann geopfert. „Du hast dir den falschen Gegner ausgesucht, Kyle“, flüsterte Ravelle. Ihre Stimme klang nun tief und gefährlich. Von ihrer früheren Zerbrechlichkeit war nichts mehr übrig. Sie erinnerte sich daran, was Kyle gesagt hatte, als sie zum ersten Mal eine winzige, drei mal vier Meter große Wohnung gemietet hatten. Kyle hatte sie in die Arme genommen und gesagt: „Ravelle, wenn ich dich jemals betrüge, dann mach mich arm. Nimm alles, was wir gemeinsam aufbauen, denn ohne dich bin ich niemand.“ „Natürlich“, hatte Ravelle lachend geantwortet. Jetzt würde sie seine Worte wahr werden lassen. Ravelle verließ das Haus mit entschlossenen Schritten. Ihr erstes Ziel war keine gewöhnliche Anwaltskanzlei, sondern das Standesamt. Sie wollte noch heute offiziell die Scheidung einreichen. Die Unterlagen sollten auf Kyles Schreibtisch liegen, bevor der Mann sein Liebesspiel mit seiner Sekretärin beendet hatte. Nicht lange danach erreichte sie das Regierungsgebäude und ging direkt zum Schalter für Ehe- und Scheidungsangelegenheiten. Sie setzte sich einer Brille tragenden, etwa mittelalten Sachbearbeiterin gegenüber. „Guten Morgen, gnädige Frau. Wie kann ich Ihnen helfen?“, fragte die Sachbearbeiterin höflich. „Ich möchte die Scheidung einreichen“, erwiderte Ravelle. Ihre Stimme war ruhig, emotionslos und vollkommen frei von Zögern. Die Sachbearbeiterin nickte und nahm ein Formular zur Hand. „Natürlich. Könnten Sie mir bitte Ihren Personalausweis, den Personalausweis Ihres Ehemannes und die Original-Heiratsurkunde vorlegen?“ Ravelle reichte ihr die Dokumente. Sie war mental bereits auf einen zermürbenden Rechtsstreit vorbereitet. Sie wusste, dass Kyle den Prozess möglicherweise absichtlich erschweren würde, um das Image des Unternehmens zu schützen, das kurz vor dem Börsengang stand. Doch als die Sachbearbeiterin ihre Ausweisnummern in das System eingab, zog sie die Stirn kraus. Sie rückte ihre Brille zurecht, starrte angestrengt auf den Computerbildschirm, sah auf die Dokumente in ihren Händen und richtete den Blick anschließend wieder auf den Bildschirm. „Gibt es ein Problem?“, fragte Ravelle. Ihr geschäftlicher Instinkt spürte sofort, dass etwas an der Reaktion der Sachbearbeiterin nicht stimmte. Die Sachbearbeiterin räusperte sich und sah Ravelle mit einem schwer zu deutenden Ausdruck an – eine Mischung aus Verwirrung und tiefem Mitgefühl. „Entschuldigen Sie, gnädige Frau ... sagten Sie, Ihr Name sei Ravelle Caleste Branson?“ „Das ist richtig.“ Die Sachbearbeiterin seufzte schwer und drehte den Monitor zu ihr. „Frau Ravelle, offenbar müssen Sie keinen neuen Scheidungsantrag stellen.“ Ravelle runzelte die Stirn. Ihr Herz begann heftig zu schlagen, als sie plötzlich ein ungutes Gefühl überkam. „Was meinen Sie damit? Ich bin hierhergekommen, um mich von meinem Ehemann Kyle Stevens scheiden zu lassen.“ Die Sachbearbeiterin schüttelte langsam den Kopf und deutete auf eine Zeile mit den juristischen Daten auf dem Bildschirm, die mit der nationalen Personenstands-Datenbank verknüpft war. „Frau Ravelle, Sie können keine Scheidung von Herrn Kyle beantragen ... denn laut den offiziellen Unterlagen des Landes ist Ihre Ehe bereits vor langer Zeit beendet worden.“ Ravelle erstarrte. Die Worte blieben ihr plötzlich im Hals stecken. „Was ...? Das ist unmöglich! Machen Sie keine Scherze mit mir! Wir ... wir haben zehn Jahre lang jeden einzelnen Tag zusammengelebt!“ „Ich mache keine Scherze, gnädige Frau“, sagte die Sachbearbeiterin mit äußerst ernstem Ton und deutete auf die Datumsspalte auf dem Bildschirm. „Sehen Sie sich das an. Die Scheidungsurkunde auf die Namen Kyle Stevens und Ravelle Caleste Branson wurde vor acht Jahren offiziell ausgestellt und von beiden Parteien unterzeichnet. Rechtlich gesehen sind Sie beide seit acht Jahren geschieden.“ Die Welt um Ravelle schien plötzlich stillzustehen. Ihr Gesicht wurde totenblass, jegliche Farbe wich daraus. Geschieden? Seit acht Jahren? Wie war das möglich? Wenn sie bereits vor acht Jahren geschieden worden waren ... wer war dann die Frau, die Kyle jede Nacht in seine Arme genommen hatte? Und was bedeuteten all die zehn Jahre, in denen sie sich für ihn aufgeopfert hatte?Kapitel 51Das Echo des Schluchzens im Schlafzimmer am Ende des zweiten Stockwerks verblaste schließlich, als der Morgen graute. Doch die Stille, die es ablöste, fühlte sich weit aus schrecklicher an.Calysta lag schwach auf ihrem geräumigen Bett. Ihr winziger, in eine dicke Decke gehüllter Körper zitterte von Zeit zu Zeit leicht. Ihr einst so zartes Gesicht war nun hochrot angelaufen, während ihre Lippen trocken und spröde geworden waren. Ihr Atem ging kurz und mühsam, unterbrochen von leisen, herzzerreißenden Murmeln in ihrem Fieberdelirium.„Mama Ravelle... schluchz... Calysta hat Angst... tu mir nicht weh... Mama...“Jessica, die mit geschwollenen Augen und einem blassen, rötlichen Hämatom – das noch von Kyles Griff in der vergangenen Nacht an ihrem Hals prangte – an der Bettkante saß, ballte augenblicklich ihre Fäuste fest zusammen.Jedes Mal, wenn die Lippen ihrer eigenen Tochter Ravelles Namen aussprachen, fühlte es sich an, als schnitten unzählige Klingen durch ihr Herz. Schul
Kapitel 50Die Atmosphäre in Kyle Stevens’ Arbeitszimmer im Anwesen glich wahrhaftig einem Schlachtfeld. Finanzberichte, Ordner mit wichtigen Dokumenten und sogar der Ersatz-Laptop, der auf dem großen Mahagonischreibtisch gestanden hatte, lagen nun verstreut auf dem Teppichboden. Kyles Atem ging unregelmäßig; seine Brust hob und senkte sich schwer, während er darum kämpfte, die Wut im Zaum zu halten, die seit dem Morgen die letzten Reste seiner Geduld aufgezehrt hatte.Vor ihm standen drei kräftig gebaute Männer – die Leiter des Suchteams und die besten Privatdetektive, die er angeheuert hatte. Sie konnten ihre Köpfe nur tief senken. Keiner von ihnen wagte es zu sprechen. Selbst das Atmen fühlte sich unter der erdrückenden Wucht von Kyles Zorn unerträglich schwer an.„Drei Tage! Ich bezahle euch seit drei ganzen Tagen ein Vermögen, und das ist das Ergebnis, das ihr mir bringt?!“, brüllte Kyle. Seine donnernde Stimme ließ die Fenster des Arbeitszimmers erbeben. Er schlug mit der Faust
Kapitel 49Erlan blinzelte, als er tief in Ravelles Augen blickte, die von unerschütterlicher Entschlossenheit funkelten. Sein Herz schlug beinahe außer Kontrolle. Wahrhaftig, das spontane Angebot der Frau, die er in den vergangenen zehn Jahren von ganzem Herzen geliebt hatte, brachte jeden Funken seiner mühsam aufgebauten Selbstbeherrschung fast zum Einsturz. Doch statt vorzutreten und den Moment auszunutzen, lockerte Erlan langsam seinen Griff um Ravelles Taille.Er holte tief Luft und atmete langsam aus, während sich ein zartes, von tiefem Verständnis erfülltes Lächeln auf seinen Lippen abzeichnete. Behutsam strich er einige lose Haarsträhnen hinter Ravelles Ohr.„Nicht jetzt, Vel“, sagte Erlan leise, doch seine Stimme blieb bestimmt.Ravelle runzelte die Stirn und starrte Erlan ungläubig an, mit einem Anflug von Kränkung in den Augen.„Warum? Hast du nicht gerade gesagt, dass du mich unbedingt willst? Du warst sogar bereit, deine Kleider vor mir auszuziehen.“„Ich lehne nicht ab,
Kapitel 48Als Ravelle Erlans immer dreister werdendes Necken hörte, konnte sie sich auf dem Bett nicht mehr zurückhalten. Angetrieben von einer wahren Explosion der Scham warf sie die Decke ab, sprang auf die Füße und stürzte sich augenblicklich auf Erlan. Ihre schlanken Hände giffen erbarmungslos zu und zauselten am adrett gestylten schwarzen Haar des Mannes vor ihr.„Aua, Vel! Das tut weh!“, rief Erlan aus, doch statt vor Schmerz zu verziehen, brach er in schallendes Lachen aus.Erlans tiefes Lachen hallte hell durch das gesamte Schlafzimmer. Der Mann, der eigentlich ein genialer Arzt und zugleich ein junger Billionär war, amüsierte sich köstlich. Sein angesehener Status in der internationalen Medizinwelt und sein riesiges Wirtschaftsimperium schienen wie weggeblasen, wann immer er mit Ravelle zusammen war. Für ihn sah Ravelle, die sonst so ausdruckslos und kühl war, tausendmal reizender aus, wenn sie so errötete.„Das geschieht dir recht! Wie kannst du es wagen, die zukünftige Gen











