LOGINEmmaIch lächle Ethan an, als er über etwas scherzt, das ihm im Laufe des Tages passiert ist.Ich sollte mich wohl von ihm fernhalten, besonders angesichts der ganzen Sache mit Knox, aber ich kann einfach nicht widerstehen. Ich sage mir, es ist harmlos, wir sind nur Freunde, nichts weiter.Ich habe mich sehr bemüht, die Beziehung platonisch zu halten, besonders nach diesem… peinlichen Tag, als ich nackt in seinem Bett aufwachte.Mir glühen die Wangen schon beim bloßen Gedanken daran, wie verheddert die Laken um mich herum waren, wie mich die Verwirrung wie ein Schlag traf, als mir klar wurde, wo ich war, und wie panisch ich versuchte, die Ereignisse der vergangenen Nacht zu rekonstruieren.Ich habe mir geschworen, danach klarere Grenzen zu setzen, nicht mehr zu nah heranzukommen, keine Grenzen mehr zu überschreiten. Wir könnten es freundschaftlich halten. Ohne Verpflichtungen.Doch dann schenkt mir Ethan dieses Lächeln, das alles so viel leichter und müh
KnoxIch sitze an meinem großen Schreibtisch, und der Gedanke, die verschwundenen Gelder nicht aufspüren zu können, lässt mich nicht los.Ich muss das jetzt erst einmal beiseiteschieben und später darauf zurückkommen.Vor mir liegen Stapel von Akten verstreut, jede einzelne erfordert meine volle Aufmerksamkeit.Das Morgenlicht filtert durch die Jalousien.Ich nehme einen Ordner nach dem anderen zur Hand, jede Seite gefüllt mit Zahlen, Diagrammen und Dokumenten, die meine volle Aufmerksamkeit erfordern.Ich mache mir schnelle, aber präzise Notizen am Rand, passe Pläne an und verfeinere Ideen.Die Arbeit selbst ist nicht schwierig, aber geistig anspruchsvoll. Sie gibt mir ein Gefühl der Kontrolle, besonders an Tagen, an denen alles andere unberechenbar erscheint.Ein lautes Klopfen unterbricht meine Konzentration. Ich blicke von den Unterlagen auf und rufe, kaum dass ich meine Konzentration verloren habe: „Herein!“Die Tür öffnet sich sanft, un
EmmaIch stieß einen langen, müden Seufzer aus, sobald Knox mein Zimmer verließ.Das leise Klicken der sich schließenden Tür hallt in der Stille wider, die den Raum erfüllt, und lässt alles seltsam leer und schwer erscheinen. Es ist, als ob seine Abwesenheit dem Zimmer die Luft zum Atmen raubt.Ich bewege mich langsam zu meinem Bett, mein Körper fühlt sich an, als trüge er tausend Pfund. Ich lasse mich auf die Matratze fallen und vergrabe mein Gesicht im Kissen.Die Erschöpfung kommt nicht von meinem Job. Nein, es ist diese ständige, nagende Frustration tief in mir. Dieses unerschütterliche Gefühl, in meiner persönlichen Suche an einem Punkt angelangt zu sein, das mir den Atem raubt.Meine Brust fühlt sich eng an, als würde etwas Schweres auf mich drücken, sodass sich jeder Atemzug schwieriger anfühlt als der vorherige.Ich erinnere mich daran, wie ich in der High School meine Mutter nach meinem Vater fragte. Ich fragte sie im Laufe der Jahre so oft, abe
KnoxIn dem Moment, als Ben seinen Laptop zuklappt und mir dieses kleine zustimmende Nicken zuwirft, spüre ich den wahren Geschmack des Sieges.Ich gebe der Kellnerin ein Zeichen, dass sie die Rechnung braucht, ändere dann aber meine Meinung und bitte sie, mir die teuerste Flasche im Regal zu bringen. Sie zieht eine Augenbraue hoch, widerspricht aber nicht.Als das Essen kommt, schenke ich zwei großzügige Gläser ein. Ben und ich stoßen schweigend an. Keiner von uns sagt viel. Das ist auch nicht nötig.Die Bilder sind jetzt sicher auf meinem Laptop gespeichert, geschützt durch ein Passwort, das nur ich kenne. Monicas Geheimnis ist nicht länger nur ein Verdacht. Es ist ein verwertbarer Beweis.Ich verlasse die Lounge kurz nach neun. Die Nachtluft fühlt sich kühler auf meiner Haut an, als ich zum Auto gehe.Die Heimfahrt vergeht wie im Flug, fast wie in einem Traum. Straßenlaternen ziehen über die Windschutzscheibe, leise Musik erklingt im Radio, und alle p
EmmaAls ich durch die Haustür trete, schnürt sich mir die Angst in der Brust zusammen; meine Absätze klackern leise auf dem Boden.Die Wohnung empfängt mich mit ihrer gewohnten Stille, doch heute fühlt sich die Stille fast unerträglich an.Ich brauche einfach nur eine gute Nachtruhe, um meinen schrecklichen Arbeitstag zu vergessen. Mein beinahe Streit mit meiner Mutter vorhin lässt mein Herz rasen.Das Licht im Flur geht an. Ich schlüpfe aus meinen Schuhen und spüre den kühlen Boden unter meinen Füßen, während ich meine Tasche und meine Schuhe in mein Schlafzimmer trage.Ich kümmere mich nicht um das Licht im Wohnzimmer oder in der Küche. Die Stille bedrückt mich, und ich möchte mich davor verstecken, mich in den einzigen Ort zurückziehen, der immer schon mein war, mein Schlafzimmer.Die Tür quietscht unter einem leichten Stoß meiner Schulter auf, und ich knipse die Nachttischlampe an. Das sanfte Licht ergießt sich in den Raum, und ich lasse meine Tasch
KnoxIch stehe von meinem Stuhl auf und gehe auf Gina zu, die Neugierde in mir steigt in mir auf.Das ist nicht ihr üblicher Treffpunkt. Normalerweise geht sie am liebsten in Clubs feiern, wo das Licht perfekt auf sie fällt, aber heute sitzt sie in einer schattigen Ecke hinten in einer Lounge. Das ist ungewöhnlich für sie, und ich frage mich, was hinter dieser Veränderung steckt.Bevor ich einen Schritt näher kommen kann, unterbricht mich eine vertraute Stimme in meinen Gedanken.„Hey, da bist du ja“, sagt Ben.Ich drehe mich um und sehe ihn in mein Blickfeld treten, sein gewohntes, unbeschwertes Lächeln ist noch da, doch heute liegt ein Hauch von Schwere in seinen Augen.Ben nach sechs Monaten wiederzusehen, ist ein ganz anderes Gefühl. Ich war zu beschäftigt, um Freunde zu treffen oder einfach mal abzuschalten. Es gab nur Emma, die Arbeit und dann noch Gina mit ihrem ständigen Genörgel.Wir tauschen einen festen Händedruck aus, wie wir es früher im







