LOGINEmma Der Cursor zeigt auf den Bildschirm, meine Finger verweilen einen Moment länger als nötig über der Tastatur. Hier ist alles: jede Datei, jedes Überbleibsel aus meiner alten Tätigkeit, jedes Dokument, das Knox angefordert hat – alles ist beigefügt. Mit einem letzten Tippen drücke ich auf Senden und sehe zu, wie der Fortschrittsbalken kurz aufflackert, bevor er verschwindet. Mir entfährt ein langer, zitternder Atemzug, als würde er monatelange Anspannung mit sich forttragen. Endlich fühlen sich meine Lungen wieder völlig frei an. Ohne nachzudenken, klappe ich den Laptop zu. Hier gibt es nichts mehr für mich. Ich lehne mich zurück und starre leer die Wand an. Nächsten Monat ändert sich alles. Ich habe mich bereits entschieden, ich werde mich auf Stellen bewerben, aber nicht hier in der Gegend. Ich schaue mich in weiter entfernten Städten um, wo ich nicht
EmmaIch trete schnell zur Seite und achte darauf, nicht mit ihr zusammenzustoßen. Ich war so schnell unterwegs gewesen, so in Gedanken versunken, dass ich die Personalabteilung, die direkt an der Tür stand, erst bemerkt hatte, als es fast zu spät war.Ich halte die Fotos fest in der Hand, die Ränder drücken sich in meine Handfläche, während sie mich anlächelt. Aber ich traue dem Ganzen nicht, nicht im Geringsten.Sie muss etwas gehört haben. Vielleicht nicht alles… aber genug.„Oh, Miss Emma, es tut mir so leid, dass ich Ihnen im Weg bin.“Ich zwinge mich, ruhig zu atmen und die Anspannung in meinem Gesicht zu lindern. Ich schüttle leicht den Kopf und erwidere ihr Lächeln, das meine Augen jedoch nicht erreicht. „Schon gut. Ich bin nur froh, dass ich dich nicht umgestoßen habe. Das wäre schlimmer gewesen.“Einen Moment lang stehen wir einfach nur da und sehen uns in einer Stille an, die sich etwas zu lange hinzieht. Dann schnappt sie plötzlich nach Luft,
EmmaIch sitze an meinem Schreibtisch und starre auf das Bild meines Vaters, das ich auf Ivas Laptop gefunden habe.Meine Finger schweben regungslos über der Tischkante. Meine Augen bleiben auf das Bild gerichtet, als könnte es verschwinden und die Wahrheit mit sich reißen, wenn ich wegschaue.Der Mann auf dem Bild sieht normal aus, sogar freundlich. Ganz anders als das Chaos, zu dem mein Leben geworden ist.Auf der anderen Seite des Raumes tippt Iva eifrig, das gleichmäßige Klappern ihrer Tastatur erfüllt die Stille. Sie wirkt ruhig und konzentriert, als ob in ihrer Welt noch alles in Ordnung wäre.Im Gegensatz zu meinen.Ich sitze hier wie gelähmt da und tue nichts, während meine Gedanken völlig außer Kontrolle geraten.Knox hat es bereits klargestellt: Ich bin nicht länger seine Assistentin. Damit ist Schluss. Mein Kündigungsschreiben liegt schon auf meinem Laptop – getippt, formatiert und fertig. Ich muss es ihm nur noch übergeben, wenn er v
KnoxDas Morgenlicht fällt durchs Fenster und trifft mein Gesicht, reißt mich aus dem Schlaf. Ich blinzle ein paar Mal, erst desorientiert, unsicher, wo ich bin. Dann dämmert es mir: die Decke, das Zimmer, mein Schlafzimmer. Mein Bett fühlt sich leer an, seit Emma weg ist.Ich bleibe eine Weile dort stehen, schaue nach oben und beobachte, wie der Staub träge durch das Sonnenlicht wirbelt.Die Erinnerungen kommen nicht alle auf einmal. Sie schleichen sich ein, eine nach der anderen. Die Zeit, als ich sie in der Küche gevögelt habe, und andere Orte, an denen wir miteinander geschlafen haben.Dann folgen weitere, ihre Stimme, sanft, als sie meinen Namen stöhnt. Verdammt, ich vermisse diese Momente.Ich erinnere mich an das erste Mal, als ich sie in ihrem Büro sah, wie sie ihre Muschi berührte und sich mit dem Dildo selbst befriedigte.Ich verdränge die Gedanken, ich will keine Erektion bekommen und mich dann im Badezimmer damit auseinandersetzen müssen.
EmmaIch sitze Iva am Restauranttisch gegenüber, kann mich aber kaum auf etwas vor mir konzentrieren.Das warme Licht, die sanfte Musik, sogar der köstliche Duft des Essens – all das tritt in den Hintergrund.Mein Herz rast, so laut, dass ich es in den Ohren spüre. Ich starre auf meine Hände, die auf dem Tisch ruhen, und plötzlich überkommt mich eine kalte Erkenntnis.Mein Handy.Ich bin wie gelähmt.„Iva“, sage ich mit zitternder, mir selbst fast fremd klingender Stimme, „ich glaube, ich habe den Verstand verloren.“Iva unterbricht ihren Biss und blickt zu mir auf, ihre Brauen ziehen sich leicht zusammen. Sie mustert mein Gesicht, als wolle sie einschätzen, wie ernst ich es meine. Dann neigt sie den Kopf.„Emma, bist du sicher, dass du es mitgebracht hast? Überleg es dir gut.“Ich nicke schnell, zu schnell. „Ja, ganz sicher. Ich hatte es schon, als wir reinkamen.“Doch sobald ich es ausspreche, überkommt mich der Zweifel wie ein Schlag.
EmmaIch sitze auf der Bettkante von Iva, die Augen starr auf den Laptop gerichtet, bis sie anfangen zu brennen. Das Hochzeitsfoto prangt in der Mitte des Bildschirms, und innerlich zerbricht etwas.Ein Mann steht neben meiner Mutter, den Arm fest um ihre Taille geschlungen, als wolle er sie nie wieder loslassen. Sie sieht unglaublich glücklich aus, ihr Lächeln breit und aufrichtig, ein Lächeln, das ihr ganzes Gesicht erstrahlen lässt und ihre Augenwinkel zum Leuchten bringt.Sie sieht so jung und so schön aus in ihrem weißen Kleid, der Stoff weht so fließend.Sie sieht nicht mehr so aus wie die Frau, an die ich mich aus späteren Jahren erinnere. Sie wirkt voller Hoffnung und Liebe, eine junge Frau, deren Träume noch intakt sind. Und sie so zu sehen, löst einen tiefen Schmerz in mir aus.Dann betrachte ich den Mann. Er ist groß, gutaussehend, wirkt in seinem dunklen Anzug kräftig, hat warme Augen und ein selbstsicheres Lächeln, das mir seltsam vertraut







