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Kapitel 69: Gefunden

Author: Noona Aurora
last update publish date: 2026-10-28 18:38:35

Die Bergstraße war dunkel, neblig und voller scharfer Kurven. Archies schwarze Limousine raste weit über der sicheren Tempolimit-Grenze; ihre Scheinwerfer strichen über Kiefernstämme, die wie Schatten vorüberhuschten.

Sam saß auf dem Beifahrersitz, eine Hand am Haltegriff des Daches, in der anderen das Smartphone. „Die örtliche Polizei ist soeben dort eingetroffen, Sir. Ein Krankenwagen aus dem nächstgelegenen Dorf wurde ebenfalls losgeschickt. Margaret ist mit dem Sicherheitsteam auch schon vo
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    Die Bergstraße war dunkel, neblig und voller scharfer Kurven. Archies schwarze Limousine raste weit über der sicheren Tempolimit-Grenze; ihre Scheinwerfer strichen über Kiefernstämme, die wie Schatten vorüberhuschten.Sam saß auf dem Beifahrersitz, eine Hand am Haltegriff des Daches, in der anderen das Smartphone. „Die örtliche Polizei ist soeben dort eingetroffen, Sir. Ein Krankenwagen aus dem nächstgelegenen Dorf wurde ebenfalls losgeschickt. Margaret ist mit dem Sicherheitsteam auch schon vor Ort.“Archie antwortete nicht. Sein Blick war starr auf die Straße gerichtet, sein Kiefer so fest angespannt, dass die Ader an seiner Schläfe hervortrat. In seinem Kopf gab es nur einen einzigen Gedanken: die aufgebrochene Toilettentür, Eleanor, die zusammengerollt mit nassem Gesicht auf dem Boden gezittert hatte. Und jetzt war er nicht da, um irgendetwas einzutreten.„Sir“, sagte Sam vorsichtig, „Sie müssen sich beruhigen.“„Ich bin ruhig“, gab Archie kalt zur Antwort. Seine Stimme war kaum h

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    Die Holzplanken des Stegs knarrten unter ihren Schritten. Alle paar Meter offenbarten sich Spalten zwischen den Brettern, die den Blick auf das dunkle Wasser darunter freigaben, das sich langsam und fast lautlos bewegte.Greta hielt am Ende des Stegs an, direkt unter der schwach flackernden Einzelampe. Sie starrte lange auf den spiegelglatten, schwarzen See und wandte Eleanor dabei den Rücken zu.„Weißt du, ich habe mir diesen Abend oft in Gedanken ausgemalt“, hob Greta schließlich an. Der süßliche Ton, den sie noch vor Grace angeschlagen hatte, war wie weggeblasen und wich einer flachen, eiskalten Stimme.Eleanor blieb zwei Schritte hinter ihr stehen. Ihre Hand berührte das wackelige Holzgeländer. „Du hast gesagt, du möchtest reden.“„Das möchte ich auch.“ Greta wandte sich langsam um. Kein Lächeln war mehr in ihrem Gesicht zu sehen. „Ich wollte nur noch einmal dein Gesicht sehen, bevor ich dich etwas frage: Wie viel hat Archie dir bezahlt?“Eleanor blinzelte. „Was?“„Tu nicht so unw

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    „Mutter“, brach Eleanors Stimme schließlich die Stille im Wohnzimmer. „Archie hat mich einmal gebeten, Greta aus dem Weg zu gehen.“Grace schien nicht überrascht. Sie stellte ihre Tasse ab und blickte ihre Schwiegertochter mit ruhigem Blick an. „Hat er gesagt, warum?“„Nein. Aber er bittet nie ohne Grund um etwas“, antwortete Eleanor zögernd, in Sorge, Grace zu kränken.Grace nickte langsam und ausgiebig. „Das spüre ich auch.“ Sie holte Luft. „Aber ich bin zu alt, um eine entgegengestreckte Hand abzulehnen, ohne zu sehen, was dahintersteckt. Wenn sie ehrlich ist, möchte ich nicht diejenige sein, die die Tür zuschlägt. Wenn nicht …“ Sie lächelte dünn. „Sehe ich es mir lieber selbst mit offenen Augen an.“„Dann komme ich mit.“„Eleanor –“„Mutter kann nicht allein dorthin fahren“, sagte Eleanor leise, aber mit unumstößlicher Bestimmtheit. „Ich bin es, die in Gretas Augen Schuld auf sich geladen hat. Wenn es jemanden zu beschützen gilt, muss ich dabei sein.“Grace musterte sie, lachte da

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