LOGINEr war der Bruder, den ich niemals hätte wollen dürfen. Der eine Mann, der mich zerstören oder mich vergessen lassen könnte, warum ich mich überhaupt nach Rache sehnte. In ihrem ersten Leben starb Emma Don mit nur einem Bedauern: einen Mann geliebt zu haben, der sie niemals verdient hatte. Verraten von der Person, der sie vertraute, sah sie ihre Träume zerbrechen und trug die bittere Rache für jede falsche Entscheidung, die zu ihrem Untergang geführt hatte. Dann gab ihr das Schicksal eine zweite Chance. Wiedergeboren mit den Erinnerungen an den Schmerz, der sie einst zerstört und ihr Leben ruiniert hatte, versprach sie sich, niemals wieder die törichte Frau zu sein, die für die Liebe alles opferte. Diesmal beschloss sie, sich selbst und ihr Herz zu schützen, ihr Schicksal neu zu schreiben und all jene, die sie in ihrem früheren Leben unterschätzt hatten, dazu zu bringen, es zu bereuen. Liebe war nie Teil ihres Plans, bis er auftauchte. Der Bruder ihres Ex-Verlobten wurde zu allem, was sie vermeiden wollte. Emma wusste es besser, als einem Mann aus derselben Familie zu vertrauen, die ihr Leben in der Vergangenheit zerstört hatte. Doch was passiert, wenn der eine Mann, den sie hassen sollte, zum einzigen Mann wird, der sie wieder lebendig fühlen lässt? Als verborgene Geheimnisse ans Licht kommen, alte Feinde näher rücken und verbotene Grenzen ihre Beziehung zu zerstören drohen, erkennt Emma Don, dass ihr zweites Leben noch gefährlicher sein könnte als ihr erstes, denn ihr Ex-Verlobter ist nicht der einzige Mann, der ihr Herz brechen kann. Und sein Bruder? Er hat nicht vor, sie gehen zu lassen. Diesmal muss Emma entscheiden, ob ihre zweite Chance ihr Rache bringen oder sie zu der einen Liebe führen soll, die sie niemals kommen sah.
View MoreDas Messer drang tief in ihre Brust.
Emma starrte die Frau vor sich an und konnte nicht glauben, dass ausgerechnet der Mensch, dem sie am meisten vertraut hatte, das Messer in der Hand hielt. Ihre Lippen zitterten, während das Blut langsam ihre Kleidung durchtränkte. „Warum?“, flüsterte sie kaum hörbar. Emily lächelte. „Weil du mir schon immer im Weg gestanden hast.“ Emmas Augen weiteten sich. Ihre Knie gaben nach, und sie brach auf dem kalten Boden zusammen. Blut breitete sich unter ihr aus, während der Schmerz in ihrer Brust unerträglich wurde. Sie hatte Adrian alles gegeben – ihre Liebe, ihr Leben, ihre Zukunft, ihre Karriere, einfach alles. Und doch hatte er sich mit ihrer Stiefschwester verschworen, um sie zu zerstören. Ein bitterer Geschmack breitete sich in ihrem Mund aus, als Blut in ihre Kehle stieg. Sie spuckte es auf den Boden, während ihre Sicht bereits zu verschwimmen begann. Sie hatte Adrian Black geheiratet, den mächtigsten und romantischsten Milliardär der Stadt. Zumindest hatte sie das geglaubt. Vom ersten Tag ihrer Begegnung an hatte sie ihn geliebt. Er war kultiviert, charmant und unverschämt gutaussehend. Für jede Frau, die davon träumte, einen Milliardär zu heiraten, schien er der perfekte Mann zu sein. Doch niemals hätte sie sich vorstellen können, dass sich hinter diesem perfekten Lächeln ein Mann verbarg, der die ganze Zeit eine Affäre mit ihrer Stiefschwester gehabt hatte. Ihr Herz zerbrach, während ihre Sicht allmählich dunkler wurde. Emily hockte sich neben sie. Ein grausames Lächeln umspielte ihre Lippen. „Möchtest du wissen, wie Vanessa wirklich gestorben ist?“ Emmas zitternder Blick traf auf ihren. „Ich habe sie eigenhändig ermordet“, flüsterte Emily, und ihr Lächeln wurde breiter. „Ich habe zugesehen, wie sie schrie und um ihr Leben flehte. Und trotzdem glaubte Adrian, dass du diejenige warst, die sie umgebracht hat.“ Emmas Augen weiteten sich vor Entsetzen. Eine schmerzhafte Träne rann über ihre Wange. Sie war die ganze Zeit unschuldig gewesen, während die wahre Mörderin mit ihrem Verlobten geschlafen und sich als ihre fürsorgliche Schwester ausgegeben hatte. Als ihre Kräfte schwanden, krallte Emma ihre zitternden Finger in den Boden. Wenn sie jemals eine zweite Chance im Leben bekommen sollte, schwor sie sich, diese Menschen nie wieder zu lieben. Sie würde ihnen niemals wieder vertrauen. Und vor allem würde sie nie wieder die törichte Frau sein, die sie so schamlos ausgenutzt hatten. Dann wurde alles um sie herum allmählich schwarz. Schmerz. Emmas Kopf pochte heftig, und ihr Körper fühlte sich seltsam schwer an, als sie langsam die Augen öffnete. Einige Sekunden lang starrte sie einfach nur an die vertraute Decke über sich. Plötzlich stockte ihr der Atem. Sie kannte dieses Zimmer. Ihr beengtes Schlafzimmer. Sie hatte vor drei Jahren in genau diesem Zimmer geschlafen, damals, als sie noch jung, unversehrt und am Leben gewesen war. Ihr Herz begann heftig zu schlagen, als Bruchstücke ihrer Erinnerungen auf sie einstürmten: das Messer, Emilys Lächeln, Adrians Verrat und das Blut unter ihrem Körper. War sie nicht eigentlich tot? Hatte sie jemand gerettet? Wie konnte sie noch am Leben sein? Emma richtete sich langsam auf und starrte auf ihre zitternden Hände. Sie waren kleiner, ihre Haut war glatter. Es gab keine Narben. Ihr Atem stockte. Sie stolperte aus dem Bett und eilte zum Spiegel. Die Frau, die ihr entgegenblickte, war einundzwanzig Jahre alt. Drei Jahre jünger als die Frau, die gerade gestorben war. Emma berührte mit zitternden Fingern ihr Gesicht und starrte ungläubig auf ihr Spiegelbild. Dann entwich ihren Lippen ein gebrochenes, ungläubiges Lachen, während sich Tränen in ihren Augen sammelten. Sie war drei Jahre in die Vergangenheit zurückgekehrt. Und diesmal wusste sie ganz genau, wie ihre Geschichte enden würde. Emma starrte ihr Spiegelbild an, bis ihr eine Ewigkeit vergangen zu sein schien. Langsam fuhr sie mit den Fingern über ihr Gesicht, als müsste sie sich selbst davon überzeugen, dass all das wirklich geschah. Wütend rote Akne bedeckte ihre Wangen und ihre Stirn. Einige Stellen waren entzündet, während alte Narben verstreut auf ihrer Haut zurückgeblieben waren und sie daran erinnerten, dass sie tatsächlich wieder lebte. Langsam berührte sie ihre Wangen. Es war das Gesicht, das Emily immer wieder mit ihrem eigenen verglichen hatte. Das Gesicht, von dem Adrian behauptet hatte, es trotz all seiner Makel zu lieben. In ihrem früheren Leben hatte Adrian keine Gelegenheit ausgelassen, ihr Aussehen mit Emilys zu vergleichen. Doch Emma hatte seine Worte für Bewunderung gehalten. Sie hatte nie erkannt, dass er sich nur wegen dessen auf sie eingelassen hatte, was sie ihm bieten konnte. Emma kehrte ins Schlafzimmer zurück, öffnete ihren Kleiderschrank und betrachtete die darin hängenden Kleidungsstücke. Die meisten waren genau so, wie sie sie in Erinnerung hatte: schlichte Kleider, billige Oberteile und Kleidungsstücke, von denen Emily ihr einst eingeredet hatte, dass sie ihr gut stünden. Sie nahm ein Kleid heraus, legte es jedoch sofort wieder zurück. Sie würde sich nie wieder so kleiden, nur um anderen zu gefallen. Plötzlich klopfte es an der Tür und riss sie aus ihren Gedanken. „Emma, bist du da?“ Emmas Körper versteifte sich augenblicklich. Diese Stimme. Einen Moment lang konnte sie nicht atmen. Die Tür öffnete sich, noch bevor Emma antworten konnte, und Emily trat mit einem besorgten Gesichtsausdruck ein. Sie sah genauso aus, wie Emma sie in Erinnerung hatte: wunderschön, gepflegt, ruhig und mühelos charmant. Ihr langes, dunkles Haar fiel ordentlich über ihre Schultern, und das teure Kleid, das sie trug, ließ den deutlichen Unterschied zwischen ihnen schmerzlich hervortreten. „Warum hast du nicht auf meine Nachricht geantwortet?“, fragte Emily, während sie auf Emma zuging. „Ich habe mir wirklich Sorgen um dich gemacht.“ Emma starrte sie sprachlos an. Vor drei Jahren hätte sie sich gerührt gefühlt oder gelächelt. Sie wäre sogar überglücklich gewesen, nur weil Emily gekommen war, um nach ihr zu sehen. Doch jetzt konnte Emma nur noch das Messer sehen. Sie konnte beinahe wieder spüren, wie es in ihre Brust drang. Beinahe sah sie das Blut aus ihrer Wunde strömen. Eine Gänsehaut überzog ihren Körper. „Ich hatte keine Lust“, antwortete Emma schließlich. Emily musterte ihr Gesicht. Ihr Blick wanderte kurz über die schmerzhafte Akne auf Emmas Wangen, bevor ein schwaches Lächeln auf ihren Lippen erschien. „Du solltest dich wirklich besser um deine Haut kümmern, besonders um dein Gesicht. Es wird immer schlimmer.“ Emmas Finger krampften sich zusammen. Da war es wieder – dieselbe vorgetäuschte Fürsorge, die in Wahrheit nichts als Grausamkeit war. In ihrem früheren Leben hätte sie sich geschämt und Emily sofort gefragt, welche Produkte sie verwenden sollte. Obwohl Emma sich selbst gut mit Medizin auskannte, hatte sie sich nichts sehnlicher gewünscht, als Emilys Anerkennung zu bekommen. Sie hätte jeden ihrer Ratschläge befolgt, weil sie fest davon überzeugt gewesen war, dass ihre Stiefschwester ihr wirklich helfen wollte. Dieses Mal lächelte Emma lediglich. „Werde ich.“ Emily wirkte überrascht von dieser Antwort. Emma ging an ihr vorbei und setzte sich auf die Bettkante, ohne ihr auch nur einen weiteren Blick zu schenken. „Ich werde mich darum kümmern. Du solltest dich von jetzt an um deine eigenen Angelegenheiten kümmern.“ Emilys Augen verengten sich, doch sie fing sich schnell wieder und setzte ihr Lächeln auf, als wäre nichts geschehen. „Ich sage das doch nur, weil du mir wichtig bist“, sagte Emily mit einem Lächeln, hinter dem sich offensichtlich gekränkte Gefühle verbargen. „Das weiß ich.“ Emma senkte den Blick, um die Kälte in ihren Augen zu verbergen. Sie wusste ganz genau, was Emily vorhatte. Emily wollte herausfinden, ob sie immer noch dieselbe leichtgläubige Frau war, die sie von früher kannte. Und Emma hatte ihr gerade die Antwort gegeben, die sie hören wollte. Emily setzte sich neben sie und griff beiläufig nach Emmas Hand. „Übrigens, Adrian hat mich vorhin angerufen.“Adrian hatte sein Büro bereits betreten, als er plötzlich stehen blieb.Sein Blick wanderte zwischen Lucian und Emma hin und her. Sie sahen sich an und schienen seine Anwesenheit überhaupt nicht zu bemerken. Dieser Anblick hinterließ ein bitteres Gefühl in seinem Herzen. Lucian hingegen wirkte völlig unbeeindruckt, als wäre es nichts Ungewöhnliches, Emma zu begegnen, und als würde er sie schon seit Langem kennen.Einen Moment lang sagte Adrian nichts. Er hatte erwartet, Lucian auf ihn wartend vorzufinden, doch ganz sicher hatte er nicht damit gerechnet, auch Emma dort anzutreffen. Und wenn man bedachte, wie nahe sie sich standen, war er offenbar zu einem ungünstigen Zeitpunkt gekommen.Emma drehte sich sofort zu der Stimme um, als sie sie hörte. Sie war überrascht, ihn zu sehen, fasste sich jedoch schnell wieder. Schließlich war dies sein Unternehmen und sein Büro.Er schien sich nicht besonders verändert zu haben. Er sah lediglich jünger und charmanter aus als je zuvor. In ihrem früh
Emma klopfte zweimal, bevor sie die Tür öffnete.„Herein.“Eine tiefe, männliche Stimme ertönte aus dem Inneren. Sie erkannte die Stimme, doch irgendetwas daran ließ sie kurz innehalten, bevor sie eintrat.Ein Mann saß hinter Adrians Schreibtisch. Emma bemerkte auf den ersten Blick, dass es nicht Adrian war. Der Mann saß mit übereinandergeschlagenen Beinen da und hielt eine Akte in der Hand.Er hatte dieselben markanten Gesichtszüge wie Adrian, dieselbe wohlgeformte Nase und die feste Kieferpartie, doch irgendetwas war anders. Sein schwarzes Haar war ordentlich gestylt, und seine dunklen Augen strahlten eine Kälte aus, die es schwierig machte, seine Gedanken zu lesen.Im Gegensatz zu Adrian, dessen Anwesenheit oft eine Autorität ausstrahlte, die Aufmerksamkeit verlangte, wirkte dieser Mann vollkommen entspannt, ohne sich bemühen zu müssen, irgendjemanden zu beeindrucken. Während Adrians Gesichtsausdrücke charmant und überzeugend sein konnten, blieb seine Miene unlesbar.Emma blieb ste
Adrian verstummte.„Also, was genau wollen Sie?“, fragte er.„Ich hätte nie gedacht, dass du so begriffsstutzig bist, Adrian Black. Ich habe es dir bereits mehrmals gesagt. Ich will den Crimson Rose Jade, und im Gegenzug bekommst du den Blutjade“, sagte der kahlköpfige Mann mit einem Lächeln auf den Lippen.Adrians Augen flackerten kurz vor Panik. Er verabscheute die Dreistigkeit des Mannes, weigerte sich jedoch, es sich anmerken zu lassen.„Darauf werde ich mich niemals einlassen.“„Ich glaube kaum, dass Lucian damit einverstanden wäre. Vergiss die Tatsache, dass ich Milliarden für den Blutjade bezahlt habe. Er ist ein seltenes Familienerbstück, das sogar dein Bruder verehrt. Bist du sicher, dass er mit dieser Entscheidung zufrieden sein wird?“Adrians Augen weiteten sich augenblicklich.Woher wusste er von Lucian?Woher wusste er außerdem, dass Lucian nach dem Blutjade suchte?Unzählige unbeantwortete Fragen schossen ihm durch den Kopf. Der Blutjade hatte Lucians Mutter lange vor ih
Emmas Herz machte bei der Erwähnung seines Namens einen einzigen, schmerzhaften Schlag.Langsam sah sie Emily an.„Was hat er gesagt?“„Er hat nach dir gefragt.“ Emily lächelte kurz.In ihrem früheren Leben hätten diese vier Worte ausgereicht, um ihr Herz schneller schlagen zu lassen. Doch jetzt erinnerten sie sie nur an den Mann, der zugesehen hatte, wie sie starb, ohne jemals die Wahrheit zu erfahren.Emma zog ihre Hand langsam zurück.„Okay.“Emily blinzelte überrascht. Früher war Emma immer völlig aus dem Häuschen gewesen, wenn Adrian sich nach ihr erkundigt hatte. Doch jetzt schien sie ein völlig anderer Mensch zu sein. Sie verhielt sich so gleichgültig, als wäre ihr alles egal, und das ärgerte Emily tatsächlich.„Das ist alles?“Zum ersten Mal wirkte Emily wirklich verwirrt. Sie hatte Begeisterung erwartet, Fragen, vielleicht sogar Verlegenheit. Stattdessen wirkte Emma vollkommen gleichgültig und ruhig.Emily zwang sich zu einem weiteren Lächeln.„Willst du nicht wissen, warum e











