LOGINKAPITEL 7 ~CHLOE~Die Menge der Schüler teilte sich wie das Rote Meer, sobald andere über den „wolflosen Freak“ zu flüstern begannen. Jetzt panickte ich wirklich und musste mir schnell etwas einfallen lassen.Entschuldige dich, flüsterte mein Verstand, und ich sah keine andere Möglichkeit.„Ich habe Sie nicht gesehen. Es tut mir leid“, sagte ich und behielt den Blick gesenkt.„Sieht aus, als wüsste die Freak, wo ihr Platz ist“, rief jemand aus der Menge, und ein paar Kicherlaute folgten.Immer noch mit dem Blick fest auf den Boden gerichtet, wollte ich an ihr vorbeigehen, doch sie packte meinen Arm und stieß mich zurück. Ich zischte bei der Kraft, die sie einsetzte, und rieb die inzwischen empfindliche Haut meines Arms. Die Stärke einer Wölfin war kein Scherz.„Habe ich gesagt, dass du gehen darfst?“, fauchte sie, doch ich antwortete nicht.„Schau mich an, wenn ich mit dir rede“, fügte sie hinzu und klang noch wütender. Ich hatte keine andere Wahl, als ihrem Blick zu begegnen, der m
KAPITEL 6~CHLOE~Scheiße. Scheiße. Scheiße.Ich schoss von Ashers Schoß hoch, als hätte er mich verbrannt. Sekunden später stand ich auf den Beinen und wich mehrere schwankende Schritte zurück.„Warum siehst du so erschrocken aus? Gerade eben hast du dich noch in meiner Gesellschaft wohlgefühlt“, sagte der Idiot und hatte die Frechheit, mich anzulächeln.„Was zum Teufel ist mit dir los?!“„So redest du mit jemandem, der dich gerade in den Schlaf gewiegt hat?“, fragte er in einem Ton, den man bei einem ungezogenen Kind verwenden würde. Ich starrte ihn wütend an, und er lächelte zurück.Er hatte mir beinahe einen Herzinfarkt beschert, und doch saß er da und lächelte wie der Herzensbrecher aus einer Romcom. Wie lange war er eigentlich schon da? Ich hatte keinerlei Zeitgefühl.Ich suchte nach meinem Handy und entdeckte es neben Asher auf dem Sofa. Ich riss es an mich und checkte die Uhrzeit.… Drei Stunden?!Ich stürzte zum Fenster und bemerkte endlich, wie spät es geworden war. Ich war
KAPITEL 5~CHLOE~Ich presste die Lippen zusammen, bevor ich wieder etwas Falsches sagte. Mein Blick war fest auf den Boden gerichtet, und ich versuchte vergeblich, mich aus seinem Griff zu befreien. Seine Hände umschlossen meine Handgelenke wie ein eiserner Schraubstock.„Lass mich los“, zischte ich, doch er rührte sich nicht.„Du hast meine Frage noch nicht beantwortet.“„Was soll ich denn noch sagen? Du weißt genau, was ich bin“, erwiderte ich und sah ihm in die Augen. Jeder an der Schule wusste es, und sie verachteten mich deswegen.„Ein Mensch?“ fragte er, und mein Herz setzte einen Schlag aus. Trotzdem versuchte ich, nicht in Panik zu geraten.„Ist das irgendein kranker Scherz von dir, oder macht dir das wirklich Spaß? Du weißt, dass ich eine wolflose Omega bin – oder willst du mich das einfach nur laut sagen hören?“Ich feuerte Frage um Frage auf ihn ab, doch er schenkte mir nur ein langsames Lächeln, das Angst und noch etwas anderes meinen Rücken hinunterjagte. Aus der Nähe be
~CHLOE~Ich stand wie erstarrt da und sah zu, wie die Menge der Mädchen schrie und sich an ihn warf, während ich nur ungläubig starren konnte.Er.Der arrogante Idiot, der mich fröhlich aufs Sofa verbannt hatte?Derjenige, der mich eine Nervensäge genannt hatte?Genau derselbe war der Schwarm dieser Schule?Ich zuckte noch stärker zusammen.„Oh mein Gott, er kommt hierher!“ „Ich liebe dich, Asher!“ „Du hast so gut auf dem Eis gespielt!“ „Kann ich deine Nummer haben?“ „Ich bin super in Mathe – wir sollten mal eine Lernsession machen!“Ich schauderte vor Ekel bei ihrem Gequieke, aber ich hielt den Blick auf den Boden gerichtet. Alles, was die Menge davon ablenkte, mich zu bemerken, war in meinen Augen ein Sieg.Genau in diesem Moment spürte ich einen intensiven, schweren Blick, der sich auf mich richtete.Ich sah auf und traf seine Augen – denselben eisigen grauen Blick, den ich über die Hockeybahn hinweg gesehen hatte. Dieselben Augen, die mich in unserem Dormitorium mit blanke
~CHLOE~Mein lauter Schrei hallte von den Wänden wider. Sofort schlug ich mir die Hände über die Augen, aber es war zu spät – ich hatte den Fremden vor mir bereits vollständig gesehen. Der absolute Schock über das, was ich gerade gesehen hatte, ließ mich taumeln.Was zum Teufel tat er in meinem Zimmer?!Warum war er nackt?!Und warum zum Teufel war er so riesig?!Ich schüttelte den Kopf wie wild. Es kam überhaupt nicht infrage, dass ich wegen dem Schwanz meines potenziellen Mörders den Verstand verlor.„Wer bist du?!“ schrie ich, die Augen fest geschlossen, während ich blind mit dem Hockeyschläger in der Luft herumfuchtelte. „Was willst du?! Hey, hör zu! Ich warne dich – ich kann Karate!“„Als Erstes mach verdammt noch mal die Augen auf“, schnitt eine kalte, metallische Stimme durch die Luft und jagte einen scharfen Schauer direkt durch meine Brust.„Du Perverser! Wag es nicht—“Er griff nach dem Schläger, und ich erstarrte. Zwischen meinen Fingern peilte ich hinunter auf seinen Unter
~CHLOE~Meine Augen weiteten sich, als ich das Gebäude anstarrte. Im Gegensatz zu dem, was ich mir vorgestellt hatte, war diese Schule riesig – in einem edlen Schatten von Lila und Schwarz, der eine unheimliche und zugleich verlockende Aura ausstrahlte.Mein Fahrer holte mein Gepäck heraus, stieg wieder ins Auto und fuhr davon, sodass ich allein vor dem massiven Bauwerk stand. Mein Blick schweifte über die anderen Schüler. Jeder einzelne von ihnen besaß eine atemberaubende Schönheit, die ethereal wirkte.Nicht menschlich.Die Erkenntnis traf mich hart – hier gab es nur Wölfe.Ich schluckte schwer.Es gab ein entscheidendes Detail, das ich nicht vergessen hatte zu erwähnen: Menschen waren an der Silvermoon Akademie nicht erlaubt. Die Strafe war der Tod – die schlimmste Art von Tod. Ich hatte Geschichten gehört von kalten, leblosen Körpern, die zurück ins Menschenreich geschickt wurden, mit Warnzetteln daran geheftet.Mein Selbstvertrauen wankte, aber ich blieb fest auf der Stelle stehe







