LOGINKapitel 122Es war sieben Uhr morgens. Die Luft war noch kühl, und das Sonnenlicht begann gerade erst, durch die Vorhänge von Rebeccas Wohnung zu sickern. Im Badezimmer trug Samuel bereits einen dunkelblauen Anzug, sein Haar war ordentlich gekämmt, sein Gesicht ernst. Er überprüfte sein Aussehen im Spiegel, bevor er sein Handy aufhob und jemanden anrief.„Bani, ist alles bereit?“, fragte Samuel, sobald die Verbindung stand.„Ja, Herr Samuel. Der Ort der Pressekonferenz ist gesichert, und alle Medien haben ihr Kommen bestätigt. Die Dokumente sind vollständig. Wir warten nur noch auf das Eintreffen von Herrn Samuel und Frau Rebecca“, antwortete Banis Stimme am anderen Ende.„Gut. Hol mich an Rebeccas Wohnung ab. Komm nicht zu spät.“„Verstanden, Herr Samuel. Ich bin unterwegs.“Samuel legte auf, drehte sich um und verließ das Zimmer. Als er ins Wohnzimmer trat, hielt er für einen Moment inne und sah Rebecca in einer ordentlichen weißen Bluse und einem marineblauen langen Rock nahe dem E
Kapitel 121Es war fünf Uhr morgens. Der Regen hatte aufgehört und eine dünne Tau-Schicht auf den Fenstern von Rebeccas Wohnung hinterlassen. Im Wohnzimmer schlief Samuel immer noch auf dem Sofa, eine dünne Decke bedeckte die Hälfte seines Körpers.„Papa ...“, weckte ihn die kleine Stimme sanft.Samuel öffnete langsam die Augen. Reno stand neben dem Sofa, ein kleines Dinosaurier-Spielzeug in der Hand.„Hm? Mein Schatz?“, murmelte Samuel und rieb sich die Augen. „Du bist aber früh aufgewacht, mein Sohn.“„Ja“, antwortete Reno und nickte. „Ich hatte einen schlechten Traum, deshalb bin ich aufgewacht.“Samuel setzte sich sofort auf und zog Reno in seine Umarmung. „Komm her ... Papa drückt dich.“Reno umarmte ihn fest und legte sein Gesicht an Samuels Brust. Samuel küsste Renos Wange immer wieder.„Papa liebt dich“, sagte Samuel und strich über das Haar des Kindes.„Ich liebe Papa auch.“Nach einigen Sekunden setzte Samuel Reno auf den Boden und fragte gähnend: „Wo ist Mama?“„Sie kocht i
Kapitel 120Der Regen prasselte immer noch auf die Stadt nieder, als die Uhr sich elf Uhr nachts näherte. In Rebeccas kleiner Wohnung war die Atmosphäre weit davon entfernt, ruhig zu sein. Der Kuss, der sanft begonnen hatte, war nun leidenschaftlicher geworden. Rebecca und Samuel saßen jetzt auf dem Sofa, aber ihre Positionen waren nicht mehr dieselben wie zuvor.„Samuel ...“, flüsterte Rebecca zwischen ihren Küssen. Doch ihre Lippen wurden erneut von seinen Küssen fortgerissen, sodass sie außer Atem geriet.Samuel küsste Rebeccas Nacken, wanderte hinab zu ihrer Schulter und kehrte dann zu ihren Lippen zurück, als wolle er sie nicht mehr loslassen. Seine Hände berührten ihre Taille, hielten jedoch inne, als Rebecca plötzlich am Kragen seines Hemdes zog.Rebecca drückte Samuel, bis er sich gegen die Rückenlehne des Sofas lehnte, und mit einer festen Bewegung befand sie sich oben auf Samuel. Ihr Blick war scharf, doch ihre Lippen krümmten sich süffisant.„Jetzt bin ich an der Reihe“, sa
Kapitel 119Der Regen draußen hatte noch nicht aufgehört. Das Geräusch der Regentropfen, die langsam auf das Fenster der Wohnung fielen, erzeugte einen Rhythmus, der auf seltsame Weise beruhigend wirkte. Drinnen ersetzte langsam Wärme die kalte Luft. Samuel hielt Rebecca von hinten immer noch fest umschlungen, sein Kinn ruhte auf ihrer Schulter.Rebecca schwieg. Ihr Kopf war leicht geneigt, ihre Augen starrten geistesabwesend an den Kronleuchter an der Decke. Rebecca erwiderte die Umarmung nicht, aber sie wehrte sich auch nicht. Ihr Körper war reglos, ihr Verstand jedoch nicht.Dann küsste Samuel sanft Rebeccas Nacken. Behutsam. Leise. Als wolle er all die Wunden auslöschen, die auf ihrer Haut zurückgeblieben waren. Der Kuss wanderte weiter zu ihrer Schulter, dann langsam hinab zu dem unbedeckten Teil ihres Rückens, den die dünne Bluse, die sie trug, freilegte.Rebecca biss sich auf die Unterlippe. Nicht, weil sie gerührt war. Sondern weil ihr Körper – verdammt noch mal – reagierte.„
Kapitel 118Der Himmel war bereits dunkel, als Rebecca und Samuel in Rebeccas kleiner Wohnung ankamen. Ein leichter Regen begann zu fallen, benetzte die Fenster und machte die Atmosphäre noch ruhiger und kälter.Rebecca öffnete langsam die Tür und stellte dann ihre Tasche auf den Tisch. Die Frau schaltete das Licht an und blickte sich in der einfachen Wohnung um.Samuel folgte ihr von hinten. Der Mann blieb in der Tür stehen und sah Rebecca mit zögerlichem Gesichtsausdruck an.„Bist du sicher, Rebecca?“, fragte Samuel sanft. „Willst du wirklich das gesamte Vermögen der Castillos übernehmen? Das Erbe, die Immobilien, Aktien, Vermögenswerte und alles?“Rebecca zog ihren Mantel aus und setzte sich dann mit ausdruckslosem Gesicht auf das Sofa. „Ja, Samuel. Ich bin sicher.“Samuel trat heran und setzte sich neben sie. „Aber ... es geht nicht nur um das Geld, nicht wahr? Es geht darum, dich deiner Tante, deinem Onkel und Nora zu stellen. Sie werden nicht einfach tatenlos zusehen.“Rebecca s
Kapitel 117Der Nachmittagshimmel begann sich zu bewölken, als der schwarze Wagen mit Rebecca und Samuel das Tor des Friedhofs der Familie Castillo passierte.Auf dem Rücksitz lag die Schatulle mit Bettys Asche in Rebeccas Armen. Ihre beiden Hände umklammerten das Gefäß fest, als hätte sie Angst, jemand könnte es ihr wegnehmen.Samuel saß neben ihr, seine Hand ruhte auf Rebeccas Knie. „Bist du sicher, dass deine Mutter hier begraben werden möchte?“Rebecca sah ihn kurz an und schüttelte dann den Kopf. Sie neigte das Haupt und berührte die Schatulle behutsam. „Meine Mutter verdient es, hier begraben zu werden. Sie war Teil dieser Familie, auch wenn sie sie zu ihren Lebzeiten so behandelt haben, als wäre sie niemand.“Der Wagen hielt an. Am Ende des Friedhofs warteten bereits mehrere Personen.Alice stand ganz in Schwarz da, ihr Gesicht mit geheuchelten Tränen verziert. Neben ihr stand ihr Ehemann – Rebeccas Onkel – steif und mit neutralem Gesichtsausdruck. Nora stand einen halben Schri







