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92

last update publish date: 2026-09-17 21:17:28

Kapitel 92

Das Zirpen der Nachtinsekten erfüllte die feuchte, modrige Stille. Die rissigen alten Wände, das schwache Licht, das langsam an der Decke hin und her schwang, und die Eisengitter, die den kleinen Raum umschlossen, stumme Zeugen des Leids zweier Menschen, die seit Tagen gefangen gehalten wurden: Sindy und Anthony.

Sindy saß angelehnt in der Ecke des Raumes, ihre Hände und Füße noch immer mit rauen Plastikkabelbindern gefesselt. Ihr Gesicht sah blass aus, ihr Haar war zerzaust.

Auf der
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  • Mr. CEO, Ihre Frau ist zurück!   95

    Kapitel 95Das prachtvolle Anwesen der Familie Castillo wirkte wie ausgestorben, als Rebecca im Vorgarten eintraf. Sie stieg mit einer großen Hülle aus dem Wagen, die Noras Hochzeitskleid enthielt, das sie gerade aus der Boutique abgeholt hatte. Ihre Schritte waren leicht, obwohl ihr Gesicht noch immer Spuren von Wut und Verwirrung trug – alles wegen Samuel.„Warum war Samuel dort?“, murmelte Rebecca leise vor sich hin, während sie die Türklingel drückte.Kurz darauf öffnete ein Dienstmädchen die Tür. „Guten Tag, Fräulein Rebecca. Bitte kommen Sie doch herein.“„Danke. Ist Nora da?“, fragte Rebecca und trat mit der großen Hülle in das Wohnzimmer.„Es tut mir leid, Fräulein. Fräulein Nora ist noch nicht zurückgekehrt.“Rebecca nickte langsam und legte die große Hülle auf den Tisch.Schritte waren von der Treppe her zu hören. Tante Alice erschien in einem dunkelvioletten Satinkleid mit ordentlich hochgestecktem Haar. Das Gesicht der Frau war voller Verachtung, als sie Rebecca erblickte.

  • Mr. CEO, Ihre Frau ist zurück!   94

    Kapitel 94Sindy saß in der Ecke der kalten, dunklen alten Hütte. Ihr Haar war immer noch zerzaust, ihr Gesicht blass, und ihr Magen knurrte schon seit dem frühen Morgen. Sie schlang die Arme um ihre Knie und versuchte, den Hunger und den Schwindel zu vertreiben, die sie immer wieder überwältigten.„Anthony...“, murmelte Sindy leise und blickte zur Tür, die noch einen Spalt breit offen stand. „Du brauchst ewig...“Der Wind pfiff durch die Ritzen der verwitterten Holzwände. Die Hütte gehörte niemandem; sie hatten sie in der Nacht zuvor entdeckt, als sie in Richtung des kleinen Waldes am Stadtrand geflohen waren. Sindy hoffte nur, dass dieser Ort nicht zu weit von der Hauptstraße entfernt war.Einige Minuten später erschien Anthony, schwer atmend. In seinen Händen hielt er eine kleine Plastiktüte mit Essen.„Sindy, ich habe etwas Brot gebracht“, sagte Anthony und sank neben Sindy zusammen.Sindy griff sofort nach dem Brot und verschlang es, ohne ein Wort zu sagen.„Langsam, okay? Sonst

  • Mr. CEO, Ihre Frau ist zurück!   93

    Kapitel 93Neun Uhr morgens.„Beeil dich, Rebecca. Ich möchte hier nicht meine Zeit verschwenden“, sagte Nora, als sie aus dem Auto stieg. Eine große Sonnenbrille verdeckte fast die Hälfte ihres Gesichts. Sie trug ein enges weißes Kleid, das in der Boutique sofort alle Blicke auf sich zog.Rebecca nickte langsam, ihre Augen waren schwer, da sie in der Nacht zuvor nur zwei Stunden geschlafen hatte. „Ja, Nora.“Sie betraten die luxuriöse Boutique, die Samuel am Tag zuvor gebucht hatte. Die Einrichtung der Boutique war makellos und elegant, und das Personal hieß sie bei ihrer Ankunft willkommen. Die Besitzerin der Boutique kam mit einem freundlichen Lächeln auf sie zu.„Guten Morgen. Kann ich Ihnen helfen?“Nora trat selbstbewusst nach vorne. „Ich bin Samuel Wilsons Frau. Ich suche nach einem Hochzeitskleid, einer exklusiven Kollektion, nichts Gewöhnliches.“Rebecca schwieg und blieb leicht im Hintergrund stehen. Sie beschloss, nicht darauf zu reagieren.„Bitte begeben Sie sich in die sp

  • Mr. CEO, Ihre Frau ist zurück!   92

    Kapitel 92Das Zirpen der Nachtinsekten erfüllte die feuchte, modrige Stille. Die rissigen alten Wände, das schwache Licht, das langsam an der Decke hin und her schwang, und die Eisengitter, die den kleinen Raum umschlossen, stumme Zeugen des Leids zweier Menschen, die seit Tagen gefangen gehalten wurden: Sindy und Anthony.Sindy saß angelehnt in der Ecke des Raumes, ihre Hände und Füße noch immer mit rauen Plastikkabelbindern gefesselt. Ihr Gesicht sah blass aus, ihr Haar war zerzaust.Auf der anderen Seite lag Anthony schwach auf dem Boden, seine Schläfen noch immer geschwollen von den Schlägen, die ihm Noras Handlanger vor drei Nächten zugefügt hatten. Doch er begann, sein volles Bewusstsein wiederzuerlangen, und versuchte langsam, sich aufzurichten.„Anthony“, flüsterte Sindy leise, als sie sah, wie der Mann sich bewegte. „Kannst du mich hören?“Anthony nickte langsam und verog schmerzverzerrt das Gesicht. „Mein Nacken tut immer noch weh.“Sindy atmete erleichtert aus. „Wir müssen

  • Mr. CEO, Ihre Frau ist zurück!   91

    Kapitel 91Rebecca saß auf der Bettkante ihrer Wohnung. Ihr Haar hing lose herab, nachdem sie die Haarnadel herausgezogen hatte. Das dezente Make-up, das sie am Morgen aufgetragen hatte, begann zu verblassen und hinterließ einen leichten Schatten unter ihren Augen. Sie starrte in den kleinen Spiegel auf dem Schminktisch und betrachtete ihr eigenes Spiegelbild. Ihre Gedanken wanderten zurück in die Vergangenheit, zwei Monate bevor Nora zurückgekehrt war – an eine Nacht, die sie bis heute verfolgte.In jener Nacht war der Festsaal des Hotels von Lachen und förmlichen Gesprächen erfüllt gewesen. Die jährliche Firmengala war im Gange. Rebecca stand nicht weit von Samuel entfernt, trug ein elegantes, knielanges schwarzes Kleid und hatte ihr Haar ordentlich hochgesteckt. Sie sah professionell aus, wie jede andere Sekretärin auch, obwohl sie tief in ihrem Inneren eine bittere Schärfe spürte – denn in Wahrheit war sie Samuel Wilsons Ehefrau.Doch niemand wusste es. Nur sie beide wahrten diese

  • Mr. CEO, Ihre Frau ist zurück!   90

    Kapitel 90Samuel setzte sich wieder auf seinen Stuhl zurück, nachdem er zusehen musste, wie Rebecca, Liam und Reno aus seinem Blickfeld verschwanden. Er saß schweigend da und starrte reglos auf das leere Glas. Seine Augen wirkten traurig, während seine Gedanken zurück in die Vergangenheit wanderten – in jene Zeit, als Rebecca noch seine Frau war.Er lehnte seinen Kopf gegen die Stuhllehne und schloss langsam die Augen. All die Erinnerungen, die er so lange unterdrückt hatte, stiegen eine nach der anderen wieder an die Oberfläche.Es war eine kalte, bitterraue Nacht gewesen. Leichter Regen hatte gegen das Fenster der Wohnung getropft. Samuel lag im Bett – seine Stirn glühend vor Fieber, der Körper schwach und der Hals wie zugeschnürt. Er mochte es nicht, gepflegt zu werden – das sei nur unnötige Mühe, hatte er immer gesagt. Doch Rebecca hatte sich wie gewohnt nicht um Samuels Ablehnung gekümmert.„Ich habe dir doch gesagt, dass ich niemanden brauche, der sich um mich kümmert!“, hatte

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