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Kapitel 20

Author: S.S.Tulip
last update publish date: 2026-06-05 16:38:12
„Das war heiß“, murmelte Adrian an meinem Ohr, während sein Daumen in einem langsamen, beruhigenden Rhythmus über meine Fingerknöchel strich. „Ich schätze, ich muss aufpassen, dich nicht zu beleidigen.“

Mich beleidigen? Bitte. Das würde ich mich niemals trauen.

Trotzdem nickte ich, während das Adrenalin langsam nachließ und mein Blick durch den Raum wanderte, der nun vollständig auf uns gerichtet war.

„Ich denke, wir sollten gehen“, sagte ich und griff bereits nach meiner Handtasche.

„Gehen?“, f
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    Die Ausstellung in Verona war ein professioneller Abend gewesen. Champagner, Edelsteinsammler, höfliche Gespräche über Reinheit und Herkunft. Mitten darin hatte der Himmel seine Schleusen geöffnet. Alle drängten sich unter das Vordach des Eingangs, während die Parkservice-Mitarbeiter hoffnungslos ins Hintertreffen gerieten. Regen hämmerte auf das Kopfsteinpflaster. Irgendwo drinnen spielte noch eine Geige, dünn und hell. Ich hatte meinen Regenschirm vergessen. Ich hatte ihn nicht mit Absicht vergessen. Das möchte ich festgehalten wissen. Ich hatte einfach aufgehört, den Himmel zu prüfen – so, wie man aufhört, eine Tür zu prüfen, von der man weiß, dass sie offen steht. „Hier.“ Ayden hielt seinen Schirm über uns beide, ohne dass ich darum gebeten hatte, nah genug, dass sich unsere Schultern berührten. Der Regen trommelte auf das Nylon über unseren Köpfen. „Kavalier“, sagte ich. „Ich wusste gar nicht, dass das in dir steckt.“ „Hol es nicht hervor.“ Ich lachte. Er lachte auch, le

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    Mailand roch genau wie immer. Nieselregen und Espresso. Ich stand mit meinem Koffer zu meinen Füßen auf dem Gehweg vor Anas Gebäude und wartete darauf, dass sich mein Magen verkrampfte. Er tat es nicht. Ich hatte die Male gezählt, die ich in diese Stadt zurückgekehrt war, und ergendwo jenseits der Zwanzig den Überblick verloren. Aber ich hatte noch nie hier gestanden und nichts als Gewissheit gespürt. Kein Knoten. Kein Einstudieren. Nur ein ruhiges, gleichmäßiges Summen unter meinen Rippen, wie ein gehaltener Ton. Die Tür flog auf, bevor ich klopfen konnte. „Du bist dünner geworden“, rief Ana und schlang beide Arme um mich. Ich lachte an ihrer Schulter. Sie roch nach Kardamom und Orangenschalen. „Das heißt ‚Ich habe dich vermisst‘, richtig?“ Sie schnaubte, zog sich zurück und nahm mein Gesicht in beide Hände. Ihre Augen wanderten langsam über mich, und etwas in ihnen wurde weicher und schärfer zugleich. „Du siehst anders aus“, sagte Ana. „Tue ich das?“ „Du siehst aus, als wü

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    „Das Symposium hat mir den Sonntag freigestellt“, sagte Ayden in der Hotellobby im Tonfall eines Mannes, der einen kleineren chirurgischen Eingriff vorschlägt. „Was könnten wir machen?“ „Etwas, das keine Arbeit ist.“ „Okay.“ Wir sahen uns an. Ich hatte eine ganze Stadt, die ich ihm zeigen wollte. Ich hatte eine Liste auf meinem Telefon gemacht. Aber ich stand da in einem Sommerkleid mit leeren Händen und stellte fest, dass ich nicht wusste, was ich mit ihnen anfangen sollte. Drei Monate lang hatten meine Hände immer irgendetwas gehalten. Einen Stichel. Einen Bleistift. Eine Tasse Tee. Jetzt hingen sie einfach nur an den Enden meiner Arme. „Der Botanische Garten“, sagte ich. „Es gibt Orchideen.“ „Orchideen“, wiederholte er ernst. „Ja.“ Es war ein heller, nasser, grüner Morgen. Frangipani auf den Pfaden. Jogger. Ein Mann, der Kokosnüsse von einem Karren verkaufte. Ayden ging neben mir mit auf dem Rücken verschränkten Händen, genau so, wie er durch eine Galerie ging. Er sah sic

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