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Kapitel 123: Tag zwei

last update publish date: 2026-11-07 23:49:48

Ich zähle die Zeit nach dem Licht.

Das hohe Fenster wechselt von grau zu dunkel zu grau – das ist Tag eins. Dann wieder dunkel – das ist Tag zwei. Ich weiß nicht, wie spät es innerhalb dieser Zyklen ist, aber ich weiß, dass ich lang genug hier bin, als dass Rhys es längst bemerkt hat, lang genug, dass Priya mein Handy vierzig Mal angerufen haben muss, lang genug, dass die Polizei eine Akte mit meinem Namen irgendwo auf einer Wache in London führt.

Ich weiß das, weil ich diese Menschen kenne.

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    Ich zähle die Zeit nach dem Licht.Das hohe Fenster wechselt von grau zu dunkel zu grau – das ist Tag eins. Dann wieder dunkel – das ist Tag zwei. Ich weiß nicht, wie spät es innerhalb dieser Zyklen ist, aber ich weiß, dass ich lang genug hier bin, als dass Rhys es längst bemerkt hat, lang genug, dass Priya mein Handy vierzig Mal angerufen haben muss, lang genug, dass die Polizei eine Akte mit meinem Namen irgendwo auf einer Wache in London führt.Ich weiß das, weil ich diese Menschen kenne.Rhys wartet nicht. Er sitzt nicht da und hofft. Er handelt.Daran klammere ich mich.Die maskierte Gestalt kommt zweimal am Tag.Morgens und abends nach dem Lichtmuster. Immer gleich. Dunkle Kleidung, die alles verhüllt. Die Vollmaske, die nichts erkennen lässt. Das Tablett. Das Wasser. Die Stille.Ich habe versucht zu sprechen."Ich bin schwanger", sagte ich am ersten Abend. "Vierzehn Wochen. Ich muss wissen, dass du das verstehst."Die Gestalt hielt inne.Sah mich an.Etwas in der Haltung veränd

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    Ich komme langsam zu mir.Nicht auf einmal. In Stücken. Zuerst Geräusche – ein leises Brummen, das ein Motor sein könnte oder etwas anderes. Dann Empfindungen: das spezifische Unbehagen einer Oberfläche, die nicht weich ist. Danach der Geruch: etwas Kaltes und leicht Klammes, wie ein Raum, in dem sich schon lange keine Menschen mehr aufgehalten haben.Dann alles auf einmal.Ich setze mich hastig auf und bereue es im selben Moment, da mein Kopf in wütendem Protest dröhnt. Ich stütze mich mit den Händen am Boden ab und atme, bis das Drehen nachlässt.Der Raum ist klein.Nicht winzig. Man kann darin stehen und sich bewegen, aber er ist klein auf die Art etwas, das nicht zum Wohnen gedacht ist. Steinwände. Ein Fenster, hoch oben, schmal, mit dickem Glas. Das Licht, das durchfällt, ist grau und richtungsgebunden – vielleicht Nachmittag, was bedeutet, dass ich stundenlang bewusstlos war.Auf dem Boden liegt eine Matratze.Ich liege nicht darauf, sondern daneben. Das bedeutet, dass mich jema

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