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Prinzessin vergaß sich und Donnas Ring
Prinzessin vergaß sich und Donnas Ring
Author: Bagel

Kapitel 1

Author: Bagel
Die Luft beim alljährlichen Festbankett im Anwesen der Bellinis war schwer vom Duft teurer Zigarren und erlesener Parfüms.

Mia hielt die Hand in die Höhe, an der nun der Siegelring glänzte, und drehte sich stolz im Kreis vor dem kleinen Kreis von Familienmitgliedern, der sich um sie geschart hatte.

Ein Chor gekünstelter Bewunderung erhob sich, gefolgt von unzähligen spöttischen Seitenblicken, die sich aus den Augenwinkeln auf mich richteten.

Luca saß am Kopfende der langen Tafel; sein Blick streifte mein Gesicht nur flüchtig.

Nachdem sie sich an den Lobeshymnen gelabt hatte, schlenderte Mia mit einem Weinglas in der Hand auf mich zu.

Ihr Blick fiel auf das Rubinarmband an meinem Handgelenk – das „Cuore Eterno“, das Ewige Herz.

Vor drei Jahren hatte Luca anlässlich unseres Jubiläums bei einer Unterweltauktion ein Vermögen dafür bezahlt, um mir eine Freude zu machen.

Mia ließ ein zartes Lachen hören und lehnte sich dicht an mein Ohr. „Elara, den Ring hast du schon abgegeben. Findest du es nicht ein wenig würdelos, an Dingen festzuhalten, die der Donna gehören?“

Sie streckte die Hand aus, um das Armband zu berühren. Ich trat einen halben Schritt zurück.

Der Höhepunkt des Abends stand bevor. Der Familientradition gemäß war es nun an der Donna, die heilige Kerze zu entzünden.

Mia griff jedoch zuerst danach, die Stimme weich und schmeichelnd. „Luca hat gesagt, ich soll es heute Abend tun.“

Bevor ich reagieren konnte, ergriff sie den antiken Silberleuchter – ein Erbstück, das seit vier Generationen in der Familie weitergereicht worden war – und ließ ihn mit einer bewussten Drehung ihres Handgelenks zu Boden gleiten.

Mit einem harten Klirren traf der Leuchter auf dem Marmorboden auf. Der schwere Metallfuß rollte auf den Teppich, und das gläserne Windlicht zersplitterte augenblicklich.

Heißes Wachs spritzte auf den Boden. Sofort fasste sie sich ans Handgelenk, und ihre Augen füllten sich mit Tränen.

„Elara, ich wollte nur helfen. Wenn du das nicht wolltest, hättest du es einfach sagen können. Warum musstest du mich stoßen...“

Mit einem schrillenden Quietschen verstummte die Jazzmusik des Plattenspielers.

Alle Blicke im großen Saal richteten sich auf uns.

In den vergangenen sieben Jahren war jede Frau, die es gewagt hatte, Luca nahezukommen oder mich herauszufordern, von diesem Anwesen vertrieben worden.

Früher war ich so voller Unsicherheit gewesen, dass ich mich in Lucas Arme geflüchtet und geweint hatte, bis er versprach, eine Frau fortzuschicken, sobald diese ihn auch nur angesehen hatte.

Diesmal war es anders.

Luca trat mit langen Schritten heran und zog Mia mit einem Arm hinter sich.

Sein Blick fiel auf eine kaum sichtbare Schramme auf Mias heller Haut, und sofort zog sich seine Stirn in tiefe Falten.

„Spielst du wieder das Opfer, Elara? Mia ist gerade erst auf dem Anwesen angekommen. Musstest du sie wirklich vor der alten Garde bloßstellen?“

Seine Parteilichkeit war nicht zu übersehen, der Ton schwer von Vorwürfen.

Ich betrachtete das Gesicht, das ich einst mit allem geliebt hatte, was ich besaß, und ein scharfer Schmerz durchfuhr mein Herz.

Tief Luft holend, drängte ich die aufsteigenden Tränen zurück.

Ich sagte kein Wort zu meiner Verteidigung und griff auch nicht nach seinem Ärmel, um mich zu erklären, wie früher.

Stattdessen hob ich den Kopf und öffnete mit kühler Ruhe das Schloss des „Cuore Eterno“ an meinem Handgelenk.

Unter den erstaunten Blicken aller hielt ich Mia das Armband entgegen.

„Wenn es dir gefällt, nimm es. Entschuldigung – ich habe den Halt verloren und dich erschreckt.“

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