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Kapitel 60

Author: Debbie'spen
last update publish date: 2026-08-13 21:43:16

Carmillas Sicht

Drei Wochen waren seit jener langen, erschreckenden Nacht vor der Klinik vergangen, und langsam, vorsichtig, hatte sich das Leben im Anwesen wieder stabil angefühlt.

Die Anhörung über Marcus Hawthornes Testament war verschoben worden, nachdem Rafaels Anwalt Lücken in der anonymen Klage gefunden hatte, und obwohl noch nichts vollständig geklärt war, schien Rafael endlich etwas leichter atmen zu können. Auch Elena hatte sich wieder gemeldet, diesmal über einen richtigen Anruf, ans
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    Rafaels SichtDer Kronleuchter im Esszimmer warf einen sanften, warmen bernsteinfarbenen Schein über den schweren Eichentisch. Draußen vor den hohen Fenstern hatte sich die Nacht vollständig über das Anwesen gelegt, verwandelte das Glas in dunkle Spiegel, die unser stilles Familienleben zurückwarfen.Teller klapperten leise. Angelica hatte sich selbst übertroffen mit dem Lammbraten, den duftenden Knoblauchkartoffeln, und knackigem Gartengrün, garniert mit genau den Tomaten, die Elias fünf Minuten vor Sonnenuntergang geerntet hatte.Elias saß mir gegenüber in seinem Kindersitz, schnitt ein kleines Stück Lamm mit sorgfältiger, ernster Konzentration. Ein winziger Soßenklecks markierte seine linke Wange. Neben seinem Stuhl hielt der hohe Holzhochstuhl Marcus, der beschäftigt damit war, ein weiches Stück Karotte mit großen, neugierigen Augen zu zerkauen. Rosalind und Grace schliefen oben wieder fest, atmeten in süßer, dunkler Stille.Carmilla saß neben mir am Kopfende des Tisches, schnitt

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    Rafaels SichtCarmilla saß neben mir, ihr Rücken ruhte gegen das gepolsterte Sofabein, eine Hand zeichnete leicht den Rand von Marcus' blauer Decke nach. Sie sah müde aus, auf die beste Art—die entspannte, schwerlidrige Müdigkeit einer Frau, der ihr Tag, ihr Zuhause, und ihr Herz gehörten.Ich drehte mich leicht, lehnte meine Schulter gegen ihre. „Einen Cent für deine Gedanken, Madame Generalin."Carmilla neigte den Kopf zurück, um mich anzusehen, ein sanftes, langsames Lächeln breitete sich über ihre Lippen aus. „Ich dachte daran, wie still sich die Welt anfühlt, wenn niemand versucht, uns zu prüfen, zu verklagen, oder unser Liebesleben zu übertragen."„Es ist schön", murmelte ich und schob meinen Arm hinter ihre Schultern, zog sie näher. „Gefährlich für meine Produktivität, vielleicht. Großartig für meinen Blutdruck."Carmilla stieß ein leises, melodisches Lachen aus. „Du brauchst keinen Vorstandssaal, um dich mächtig zu fühlen, Rafael. Du brauchst nur eine Deckenfestung und drei Ba

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    Rafaels SichtDer schwarze Wagen rollte kurz vor Mittag durch die eisernen Tore unseres Anwesens. Die helle Mittagssonne ergoss sich über die grünen Rasenflächen und tauchte die großen Steinsäulen des Hauses in warmes Licht.Carmilla saß neben mir, blickte aus dem getönten Fenster, ein ruhiges, zufriedenes Lächeln spielte auf ihren Lippen. Das Adrenalin von der Vorstandssitzung summte noch immer in der Luft zwischen uns. Silas war mit leeren Händen gegangen, und Willows Fabrics saß sicher auf einem verschlossenen Berg aus Unternehmenseinfluss.„Du hast heute gute Arbeit geleistet, Mrs. Vance", sagte ich und durchbrach die Stille, während ich hinübergriff, um ihre Hand zu nehmen. Ihre Finger glitten leicht in meine, warm und fest.„Ich war großartig, Mr. Vance", korrigierte sie mit einem sanften, neckischen Lachen und drehte den Kopf, um mich anzusehen. „Obwohl es nie langweilig wird, in einen Raum voller grauhaariger Männer zu treten, die noch immer denken, Frauen gehörten an den Kuch

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    Rafaels SichtSilas Vance war am Verzweifeln. Die Börsenticker zeigten, dass seine zweite Holdinggesellschaft gerade Gewerbeimmobilien liquidierte, nur um die Liquiditätslücken zu stopfen, nachdem Carmilla Cooper Fabrics unter der Willows-Familienmarke neu positioniert hatte.Ich griff nicht ein, um ihm zu helfen. Rührte keinen Finger. Silas hatte sich sein Bett selbst gemacht, als er versuchte, die Frau zu begraben, die jetzt meinen Nachnamen trug.Die schwere Eiche-Tür klickte auf. Carmilla trat ein, in einem maßgeschneiderten Smaragd-Blazer über einer schwarzen Seidenbluse. Ihr dunkles Haar war zu einem glatten, tiefen Pferdeschwanz gestylt.Sie ging geradewegs zu meinem Schreibtisch, lehnte eine Hüfte gegen das dunkle Holz. In der Hand hielt sie einen ausgedruckten Ordner, der mit roten Haftnotizen markiert war.„Silas hat gerade mein privates Handy angerufen“, sagte Carmilla mit kühler, gleichmäßiger Stimme.Ich blickte auf und verengte meine dunklen Augen. „Was wollte er?“„Er h

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