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Hazels Sicht:
Die Nachmittagssonne drang durch die Ritzen der Jalousien und warf lange, goldene Streifen auf den Holzboden meines Schlafzimmers. Es war diese besondere, drückende Hitze, die sich gegen drei Uhr über das Haus legte, die die Luft schwer erscheinen ließ und die Zeit wie Sirup vergehen ließ. Ich stöhnte und vergrub mein Gesicht tiefer in der kühlen Seite meines Kissens, bemüht, mich an die verblassenden Ränder eines Traums zu klammern, an den ich mich nicht mehr genau erinnern konnte.
Mein Mund schmeckte nach abgestandener Watte, und mein Magen knurrte hohl und fordernd. Ich ergab mich dem Unvermeidlichen, strich mir die verstrubbelten, dicken roten Haare aus dem Gesicht und setzte mich auf. Ich war einundzwanzig Jahre alt, aber im benebelten Zustand nach einem zweistündigen Nickerchen fühlte ich mich völlig unkoordiniert. Ich blickte an mir herunter – eine verwaschene, lächerlich kurze Jeansshorts und eines der alten, viel zu großen, dunkelblauen Poloshirts meines Bruders, das mich fast verschluckte und mir bis zur Mitte der Oberschenkel reichte. Nicht gerade Laufsteg-tauglich, aber in der Geborgenheit meines Zuhauses war Gemütlichkeit das Wichtigste. Ich
schwang die nackten Füße über die Matratzenkante, schlich aus meinem Zimmer und ging leise in den stillen Flur. Tagsüber war das Haus meist eine Oase der Ruhe. Mein älterer Bruder Leo war mein Ein und Alles und mein selbsternannter Beschützer. Seit dem Tod unserer Eltern hatte er es sich zur Aufgabe gemacht, mich zu umsorgen, zu beschützen und mich manchmal mit seiner überschwänglichen Zuneigung zu erdrücken. Er war der Typ Bruder, der meine Freunde auswählte, meine Verabredungen befragte und dafür sorgte, dass die Speisekammer immer mit meinen Lieblingssnacks gefüllt war. Ich liebte ihn dafür abgöttisch, auch wenn sich seine Fürsorge manchmal wie ein Samtkäfig anfühlte.
Ich nahm an, Leo sei im Wohnzimmer, wahrscheinlich vertieft in seinen Laptop und irgendwelche Architekturpläne bearbeitend, was bedeutete, dass die Küche ganz mir gehörte. Ich schlurfte über die Dielen, deren rhythmische, leise Schritte in der Stille widerhallten, und meine Gedanken kreisten nur um das übriggebliebene Stück Kirschkuchen, das sich hinter dem Milchkarton im Kühlschrank versteckte.
Ich bog um die Ecke in die Küche, die Augen halb geschlossen, ein Gähnen entfuhr mir.
Und dann erstarrte ich.
Das Gähnen erstickte in meiner Kehle, ersetzt durch einen stechenden, eisigen Adrenalinschub. Die Küche war nicht leer.
An der Kücheninsel, im grellen, unerbittlichen Licht der Hängelampe, stand ein Mann. Er war nicht Leo. Er war größer, breiter gebaut und strahlte eine Energie aus, die dem Raum augenblicklich die Luft zum Atmen raubte. Er war komplett in Schwarz gekleidet – dunkle Hosen, die seine schlanken, muskulösen Beine betonten, und ein eng anliegendes schwarzes T-Shirt, das die schiere Kraft seines Oberkörpers nicht verbergen konnte.
Doch es waren seine Arme, die mir zuerst ins Auge fielen. Sie glichen einer Leinwand aus dunklen, kunstvollen Tattoos. Eine riesige, furchterregend detaillierte Schlange wand sich um seinen linken Unterarm, ihre Schuppen schienen sich zu winden und zu verschieben, als er sich ein Glas Wasser einschenkte. Die Tattoos verschwanden unter den kurzen Ärmeln seines Hemdes und ließen ein weitläufiges Netz aus Kunstwerken erahnen, das seine Brust und seinen Rücken bedeckte.
Er hatte mich noch nicht bemerkt, oder falls doch, war es ihm egal. Die schiere Dreistigkeit eines Fremden, der in meiner Küche stand und aus unseren Gläsern trank, jagte mir einen Schauer der Panik durch den Kopf.
„Ah!“ Der Schrei entfuhr mir, bevor ich ihn unterdrücken konnte, ein hoher, peinlicher Laut, der die Stille des Nachmittags zerriss.
Der Mann drehte sich langsam um. Er zuckte nicht zusammen. Er ließ das Glas nicht fallen. Er drehte nur den Kopf, seine Bewegungen bedächtig und räuberisch, wie ein Panther, der einen besonders lauten Vogel mustert.
Panik überwältigte meine Vernunft, und meine Augen suchten den Raum nach einer Waffe ab. Der Messerblock war zu weit weg. Die schwere gusseiserne Pfanne stand in der Spüle. Blind tasteten meine Hände nach etwas, bis sich meine Finger um die glatte Holzlehne eines der schweren Barhocker unter der Theke schlossen. Mit einem Adrenalinschub riss ich den Hocker zu mir heran und hielt ihn wie einen improvisierten Schild hoch, die Holzbeine direkt auf seine Brust gerichtet.
„Wer sind Sie?!“, fragte ich mit zitternder Stimme, obwohl ich mich bemühte, furchterregend zu klingen. „Wie sind Sie hier hereingekommen? Ich bin bewaffnet!“
Der Mann nahm einen langsamen Schluck Wasser, seine Augen wichen nicht von meinen. Sie waren dunkel – so dunkel, dass sie im Dämmerlicht fast schwarz wirkten – und sie besaßen eine beängstigende Tiefe, die mir eine Gänsehaut bescherte. Er sah auf den Hocker, dann wieder zu meinem Gesicht, sein Blick senkte sich für einen Sekundenbruchteil, um meine nackten Beine und das viel zu große Poloshirt zu erfassen, das sie kaum bedeckte. Ein langsames, gefährliches Grinsen huschte über seine Lippen.
„Bewaffnet mit einem IKEA-Möbelstück“, sagte er gedehnt. Seine tiefe, raue Baritonstimme hallte durch die Dielen bis in meine Fußsohlen. „Furchterregend.“
„Ich werde es benutzen!“, drohte ich, meine Knöchel wurden weiß, als ich das Holz fester umklammerte. Mein Herz hämmerte wie ein gefangener Vogel gegen meine Rippen. „Mein Bruder ist gleich nebenan, und er wird –“
„Hazel? Hazel, was ist los?!“
Schwere, panische Schritte hallten durch den Flur. Einen Augenblick später stürmte Leo in die Küche, die Augen vor Panik geweitet, eine schwere Messing-Buchstütze in der rechten Hand. Er warf mir einen Blick zu, wie ich mich hinter einem Barhocker duckte, dann schnellte sein Blick zu dem dunkelhaarigen Riesen, der ruhig am Spülbecken stand.
Leo atmete tief aus, die Schultern sanken, als er die Buchstütze senkte. „Jesus Christus, Hazel. Du hast mir fast einen Herzinfarkt verpasst.“
Ich starrte meinen Bruder völlig verdutzt an. „Leo! Da ist ein Fremder in unserer Küche! Warum senkst du deine Waffe? Schlag ihn!“
Der Fremde kicherte – ein tiefes, dunkles Geräusch, das mir einen Schauer über den Rücken jagte. Er stellte das Glas auf die Marmorarbeitsplatte und lehnte sich zurück, die stark tätowierten Arme vor der Brust verschränkt. Die Schlange auf seinem Unterarm schien mich direkt anzustarren.
„Sie hat Temperament, Leo“, sagte der Mann und fixierte mich mit seinen dunklen Augen, so intensiv, dass ich am liebsten einen Schritt zurückgewichen wäre. „Das muss man ihr lassen.“
Leo rieb sich den Nacken und sah unglaublich schuldbewusst aus. Er kam herüber, löste mir vorsichtig den Barhocker aus den steifen Fingern und stellte ihn wieder auf den Boden. „Hazel, stell die Möbel weg. Er ist kein Eindringling.“
„Wer ist er dann?“, fragte ich und verschränkte die Arme vor der Brust. Plötzlich wurde mir überdeutlich bewusst, wie wenig ich anhatte. Das übergroße Poloshirt wirkte unter dem durchdringenden, berechnenden Blick des Fremden völlig unpassend.
„Das ist Silas“, sagte Leo und deutete auf den Mann. „Silas, das ist meine kleine Schwester, Hazel. Die, von der ich dir erzählt habe.“
Silas. Der Name klang geheimnisvoll, etwas Scharfes und Gefährliches.
„Silas?“, wiederholte ich stirnrunzelnd. „Moment mal. Der Silas? Dein bester Freund aus dem College? Der, der …“ Ich verstummte, als mir die wilden Geschichten in den Sinn kamen, die Leo immer über seinen rätselhaften, ungezogenen Mitbewohner erzählt hatte. Der Typ, der ständig in Schlägereien verwickelt war, der Motorrad fuhr und eher in ein Hochsicherheitsgefängnis als in einen Hörsaal einer Eliteuniversität gehörte.
„Genau der“, sagte Silas und machte langsam und bedächtig einen Schritt auf mich zu. Er war vierundzwanzig, nur drei Jahre älter als ich, aber er strahlte die Schwere eines Mannes aus, der die dunkelsten Ecken der Welt gesehen hatte. Aus der Nähe wirkte er noch einschüchternder. Er roch nach Zedernholz, Leder und etwas unverkennbar Männlichem und Gefährlichem.
Ich sah Leo an, und in meiner Brust brannte der Verrat. „Warum ist er in unserer Küche? Warum hast du mir nicht gesagt, dass er kommt?“
Liam seufzte und fuhr sich mit der Hand durchs Haar. „Ich wollte es dir ja sagen, Haze. Wirklich. Aber du hast geschlafen, und ich wollte dich nicht wecken. Silas hatte ein paar Probleme mit seinem Wohnhaus. Ein Rohr war geplatzt und hat alles überflutet. Er brauchte dringend eine Bleibe.“
Mir wurde ganz anders. „Ein Schlafplatz? Wie lange?“
„Nur für eine Weile“, sagte Leo schnell, sein Tonfall beschwichtigend. „Ein paar Wochen, vielleicht einen Monat. Bis seine Wohnung renoviert ist. Wir haben das Gästezimmer unten. Das ist kein Problem.“
Einen Monat.
Ich starrte meinen Bruder an, völlig sprachlos. Er war so beschützerisch mir gegenüber. Er ließ den Pizzaboten mich kaum lange ansehen. Und jetzt lud er so einen tätowierten, einschüchternden Typen, der wie eine wandelnde rote Flagge wirkte, ein, bei uns zu wohnen?
„Leo“, zischte ich, packte seinen Arm und zog ihn ein paar Schritte weg, meine Stimme zu einem panischen Flüstern gesenkt. „Bist du wahnsinnig? Du kannst doch nicht einfach einen Fremden bei uns einziehen lassen!“
„Er ist kein Fremder, Hazel. Er ist mein bester Freund. Er gehört quasi zur Familie“, flüsterte Leo zurück und tätschelte meine Hand. „Er ist ein guter Kerl. Zugegeben, etwas rau, aber er ist ungefährlich. Ich vertraue ihm mein Leben an. Und damit auch deins. Gib ihm einfach eine Chance, okay? Mir zuliebe.“
Ich blickte über die Schulter. Silas hatte sich nicht bewegt. Er lehnte immer noch an der Theke und beobachtete unser geflüstertes Gespräch mit einem Anflug von Belustigung. Doch seine Augen waren alles andere als mild. Sie verfolgten jede meiner Bewegungen, musterten die Röte auf meinen Wangen, die zerzausten roten Haare, die nervösen Bewegungen meiner nackten Beine auf dem Parkettboden.
Er sah nicht aus wie jemand, der eine vorübergehende Bleibe suchte. Er sah aus wie ein Raubtier, dem man gerade die Schlüssel zum Käfig gegeben hatte.
„Na schön“, murmelte ich zu Leo, obwohl meine Stimme keine Überzeugung enthielt. „Aber wenn er uns im Schlaf umbringt, werde ich auf unserer gemeinsamen Beerdigung sagen: ‚Ich hab’s dir ja gesagt.‘“
Leo lachte und küsste meinen Scheitel. „Dramatisch wie immer. Komm schon, hol dir den Kuchen, den du gesucht hast.“
Als Leo sich umdrehte, um den Kühlschrank zu öffnen, riskierte ich einen letzten Blick auf Silas. Er beobachtete mich immer noch. Langsam und bedächtig hob er die Hand – die mit dem Schlangentattoo – und tippte sich mit zwei Fingern an die Schläfe, eine Art gespielter Gruß.
Ein Schauer lief mir über den Rücken, heiß und verwirrend. Mein Leben war vollkommen ruhig, vollkommen sicher und vollkommen langweilig gewesen. Doch als ich in Silas' dunkle, magnetische Augen blickte, wusste ich mit erschreckender Gewissheit, dass
die Ruhe vorbei war.
Der Sturm war losgebrochen.
Hasel.Die ersten Blüten am Apfelbaum öffneten sich in der Woche, in der ich meine letzte Prüfung hinter mir hatte.Ich entdeckte sie, als ich mit zwei Tassen Tee in den Garten ging. Drei kleine weiße Blüten waren am höchsten Ast erschienen, eine vierte hing weiter unten an der Mauer. Ich stellte das Tablett auf die Bank und stellte mich unter den Baum, die Hand nach ihnen ausgestreckt.Silas kam mit einem zusammengefalteten Hemd über dem Arm durch die Gartentür.„Du hast sie gefunden“, sagte er.„Ich habe vier gefunden.“„Gestern waren es noch drei.“„Dann arbeitet der Baum ja fleißiger als du.“Er gesellte sich zu mir unter die Äste und blickte auf. Sein Haar war noch feucht vom Duschen, und seine Ärmel waren über die Unterarme hochgekrempelt. Er war seit dem frühen Morgen wach, obwohl er immer wieder beteuerte, gut geschlafen zu haben.„Du hast jeden Tag nach diesem Baum gesehen“, sagte er.„Ich habe ihn gepflanzt.“„Du hast beim Pflanzen geholfen.“„Ich habe den Spaten gehalten.“„
HazelSilas kam mit einem schwarzen Umschlag in der Hand nach Hause.Er legte ihn auf die Küchentheke, während ich Erdbeeren fürs Frühstück schnitt. In der Ecke stand der Name meiner Tante, und auf der Rückseite prangte ein goldenes Siegel.Ich wischte mir die Finger an einem Handtuch ab. „Was ist das?“„Eine Karte.“„Von ihr?“„Ja.“Ich starrte den Umschlag an, ohne ihn zu berühren. Meine Tante hatte bereits das Armband meiner Mutter aus einer Schachtel genommen und mich damit in ein Café gelockt. Ich hatte keine Lust, noch eine Nachricht von ihr zu öffnen, vor allem nicht eine, die so sorgfältig versiegelt war, dass man meinen konnte, jemand wolle, dass sie in Erinnerung blieb.Silas nahm mir das Messer aus der Hand und legte es neben das Schneidebrett.„Du musst sie nicht lesen“, sagte er.„Warum hast du sie mir dann gebracht?“„Weil sie ins Büro geliefert wurde. Dein Name steht drauf.“Ich verschränkte die Arme. „Was will sie?“„Sie möchte, dass du morgen Abend mit ihr zum Abendess
Leos Sicht:Mayas Wohnungsschlüssel hing drei Tage lang an meinem Ring, bevor ich ihn endlich benutzte.Ich trug ihn überallhin mit mir, obwohl ich keinen Grund hatte, ihn aus der Tasche zu nehmen. Er lag neben meinem Autoschlüssel und meinem Büroschlüssel, klein und schlicht, aber er verlangte mehr Sorgfalt als die beiden anderen. Maya hatte ihn mir mit Regeln gegeben: Erst anrufen. Gehen, wenn sie es verlangt. Ihn niemals benutzen, nur weil Sorge zur Ausrede geworden war.Ich verstand die Regeln, weil sie sie klar formuliert hatte.Sie zu befolgen, war eine andere Sache.Am Donnerstagabend stand ich mit einer Papiertüte voller Lebensmittel in der einen und meinem Handy in der anderen Hand vor ihrem Haus. Ich hatte zweimal angerufen. Beim ersten Mal klingelte es, bis die Mailbox ranging. Beim zweiten Mal nahm sie kurz ab, um mir zu sagen, dass sie gerade duschte und zurückrufen würde.Das war vor vierzig Minuten.Ich sah auf den Schlüssel an meinem Ring und steckte ihn wieder ein.Hin
Hazel.Das silberne Blumenarmband blieb den ganzen Tag an meinem Handgelenk. Ich trug es, während ich mit Maya kochte, während ich Nachrichten von der Uni beantwortete und während ich neben Silas im Garten saß, das Rezeptbuch meiner Mutter aufgeschlagen auf meinen Knien. Das Metall fühlte sich kalt an, aber die Bedeutung war warm. Jede Bewegung drückte die silberne Blume gegen meine Haut und erinnerte mich daran, dass meine Tante sie mir jahrelang vorenthalten hatte. Sie war ein Stück meiner Mutter, eine Verbindung, die mir verwehrt geblieben war, und ich war noch nicht bereit, sie loszulassen.Am Abend hatte das Armband einen schwachen roten Abdruck an meinem Handgelenk hinterlassen. Silas bemerkte ihn, als wir im Restaurant am Fluss aßen. Er sagte zunächst nicht viel, aber sein Blick fiel immer wieder darauf.„Du solltest es eine Weile abnehmen“, sagte er leise.„Mach ich, wenn ich schlafe“, antwortete ich und zog mein Handgelenk etwas zurück.„Du kannst es jetzt abnehmen. Es hinterl
MayaLeo kam mit einem Werkzeugkasten, zwei Papiertüten und einer langen Holzkiste, die er sich über die Schulter gelehnt hatte.Ich öffnete die Tür und sah ihn an.„Was hast du kaputt gemacht?“, fragte ich.„Nichts.“„Das ist enttäuschend.“Er trat ein und stellte die Kiste an die Wand. „Du hast gesagt, das Bücherregal sei angekommen.“„Ich habe gesagt, das Bücherregal sei angekommen. Ich habe dich nicht gebeten, es aufzubauen.“„Du hast mir ein Foto der Anleitung geschickt.“„Ich habe es geschickt, weil die Anleitung lächerlich war.“„Du hast es mit sechs wütenden Nachrichten geschickt.“„Ich habe nur meinen Unmut geäußert.“„Du hast geschrieben: ‚Wenn dieses Regal zusammenbricht, gebe ich dem Hersteller, der Spedition und jedem, der an seiner Konstruktion beteiligt war, die Schuld.‘“„Das war eine ruhige Nachricht.“Leo trug den Werkzeugkasten ins Wohnzimmer. „Ich habe Sandwiches mitgebracht.“Ich schloss die Tür hinter ihm. „Das ändert die Sache.“Er hatte sich in den letzten Woche
Meine Tante Hazelhatte ein Café mit großen Fenstern und einem vollen Gastraum ausgesucht.Sie wollte Zeugen. Und sie wollte, dass ich mich beobachtet fühlte.Silas parkte gegenüber, anstatt vor dem Eingang anzuhalten. Er hielt Wort, obwohl mir auffiel, wie sein Blick über die Leute in der Nähe der Tür wanderte, bevor wir die Straße überquerten. Er berührte mich erst, als ich nach seiner Hand griff.Maya war schon früher da und hatte sich einen Tisch hinten im Café gesucht. Sie hob ihre Tasse, als sie uns sah, und wandte sich dann dem Buch vor ihr zu. Sie hatte versprochen, in der Nähe zu bleiben und nicht an der Besprechung teilzunehmen, es sei denn, ich brauchte sie.Ich wusste ihre Mühe zu schätzen.Silas öffnete die Tür und ließ mich zuerst eintreten. Warme Luft trug den Duft von Kaffee, Zimt und geröstetem Brot. Meine Tante saß allein am Fenster, ihre Handtasche auf dem Stuhl neben sich. Sie trug einen cremefarbenen Mantel und goldene Ohrringe, die ich noch nie zuvor gesehen hatte







