LOGIN„So, ich denke, wir sind damit fertig“, sagte sie und drückte ihm unsanft die Duschwand ins Gesicht, sodass er beinahe auf dem rosa Porzellan landete. „Sollen wir weitermachen?“, fragte sie und ging schon hinaus.
„Ja.“ Isabella nickte und grinste ihn dabei an.
Er verzog kindisch das Gesicht. Na ja.
„Geht ihr beiden schon mal runter“, sagte Olivia und ignorierte ihren kleinen Wortwechsel gekonnt – Gott sei Dank! Die beiden taten seinem Ego und seinem berüchtigten Charme keinen Gefallen.
„Ich komme gleich nach“, fuhr sie fort. „Ich muss nur noch kurz etwas für den Besitzer erledigen.“
„Super“, sagte Isabella und ging zur Haustür. „Ich muss kurz telefonieren, ich komme gleich runter.“
„Ich komme nach“, rief er ihr hinterher, schob die Glastür wieder zu und fragte sich, warum er da nicht selbst drauf gekommen war.
„Vielleicht, weil du seit dem Treffen mit ihr nicht mehr klar denken kannst?“ Er schüttelte den Kopf und tat den Vorfall als Unsinn ab, während er Olivia folgte.
„Kann ich dich kurz sprechen?“, fragte er und betrat die Küchenzeile, dicht gefolgt von ihr. Eigentlich wollte er mit Isabella außer Hörweite über das Budget sprechen, doch als Olivia sich in dem kleinen Raum umdrehte, eingezwängt zwischen den Schränken und der Frühstückstheke, waren alle Gedanken an ein Gespräch verflogen.
„Ja“, sagte sie, ihr Blick misstrauisch, als sie ihn ansah. Ihre Hände stützten sich auf die Arbeitsplatte zu beiden Seiten von ihr, während sie sich dagegen lehnte. „Aber zuerst musst du aufhören, mich so anzusehen.“
„Wie denn?“
Er kannte die Antwort nur allzu gut, aber wie sollte sie es beschreiben, was sie in ihm sah? Sie konnte gut mit Worten umgehen – das hatte sie den ganzen Tag über immer wieder bewiesen, als sie eloquent die Vorzüge jeder potenziellen Wohnung beschrieb. Und ehrlich gesagt, hätte er ihr stundenlang zuhören können. Vielleicht war das der Grund, warum er so eifrig kritisierte: Er war noch nicht bereit, dass ihr Job zu Ende ging; er war noch nicht bereit, dass sie den Verkauf für seine Schwester abschloss und aus seinem Leben verschwand.
Er beobachtete, wie ihre Lider flatterten und ihre Zunge über ihre Unterlippe fuhr, die ihn so faszinierte. War sie nervös? Lag es an ihm?
„Weißt du was?“ Ihr Blick fiel auf seinen Mund, dessen Tiefe ihre Hilflosigkeit verriet, und seine Lippen kräuselten sich. Sie war also doch nicht so unbeeindruckt von ihm, wie sie ihn glauben machen wollte. Gut zu wissen.
Kraft durchströmte ihn, und sein Ego mit ihm. „Was wäre, wenn ich sagte, ich könnte nichts dafür?“
Ihr Blick schnellte zurück zu ihm. „Dann tu etwas dagegen, denn das hier –“ sie wedelte mit dem Finger zwischen ihnen – „– wird nicht passieren.“
„Nein?“ Er trat näher, und ihre Augen weiteten sich, ihre Lippen öffneten sich zu einem stockenden Atemzug.
„Nein.“ Sie schüttelte leicht den Kopf, eine Strähne rann ihr über die Stirn, und er verspürte den Drang, sie ihr aus dem Gesicht zu streichen. „Ich gehe nicht mit Klienten aus.“
„Streng genommen“, sagte er mit rauer Stimme, selbst in seinen Ohren, „bin ich kein Klient.“
„Das trifft es genau.“
„Das sehe ich anders.“
„Ob du anderer Meinung bist oder nicht, ist mir egal“, platzte sie heraus. „Ich tappe nicht in diese Falle.“
Er runzelte die Stirn; sie hatte ihn nun völlig aus dem Konzept gebracht. „Falle?“, wiederholte er.
Sie erbleichte, ihre Worte schienen selbst sie zu überraschen, dann fasste sie sichtlich wieder, hob das Kinn und sagte: „So eine Falle, in der ich mich von meinem Geschäft ablenken lasse.“
Er musterte ihr Gesicht, ihre Aufrichtigkeit. „Du sprichst wohl aus Erfahrung.“ Der Gedanke gefiel ihm überhaupt nicht. Welch Ironie! „Ich nehme an, du warst nicht immer so abgeneigt, mit Kunden auszugehen?“
Sie zögerte, ihre Zähne knirschten nervös mit der Unterlippe und neckten ihn mit seiner Konzentration. Würde sie ihm die Antwort verweigern? Oder sollte er sie einfach küssen und das Gespräch beenden? Er tendierte zu Letzterem, als sie sprach.
„Nicht meine Kunden, nein, mein Ex-Geschäftspartner … wir … wir waren zusammen.“ Sie holte tief Luft und richtete sich auf, ihre Konzentration kehrte zurück.
„Es ist lange her … Und deshalb passiert das einfach nicht.“
Er zögerte. Sein Verstand riet ihm, zuzustimmen, dem Drang nachzugeben, der ihn fast in den Wahnsinn trieb. Sie ist so gar nicht dein Typ. Sie wirkt wie ein emotionaler Ballast. Bei dir ist sie nicht sicher.
Stattdessen sagte er: „Du denkst zu viel darüber nach. So sehr Izzy mich auch liebt, sie liebt dich ganz offensichtlich auch. Sie ist deine Freundin und vertraut deinen Fähigkeiten als Immobilienmakler, genau wie ich. Nichts zwischen uns wird sie dazu bringen, sich jemand anderen zu suchen.“
Du Idiot, warum umwirbst du sie? Sie passt nicht zu deiner Regel, keine Verpflichtungen einzugehen. Diese Frau braucht Bindungen. Schlimmer noch, sie wurde schon mal verletzt und leidet wahrscheinlich immer noch darunter.
Aber wenn das so ist, ist sie vielleicht bereit für die Alternative ohne Verpflichtungen. Vielleicht ist sie bereit, dein Typ zu werden.
„Darauf kannst du dich verlassen“, sagte er sanft.
Du Mistkerl.
Olivia hob den Blick bei seiner sanften Liebeserklärung und bereute es sofort.
Er schwebte knapp über ihr, sein wolfsartiger Blick brannte sich in ihren, und die Welle der Wärme, die er auslöste, ließ ihre Zehen in ihren Louboutins zurückweichen. Sie hielt seinem Blick stand; meinte er es ernst? „Dein Wort?“
Er stieß ein zustimmendes Geräusch aus, tief in seiner Kehle, das beinahe ein Gegengeräusch in ihr hervorrief, während es die Hitze in ihr verstärkte.
„Ich wette, du bist genauso fasziniert wie ich“, sagte er heiser. „Und wenn dem so ist, wirst du verstehen, dass es hier nur um ein bisschen Spaß geht; nichts Schlimmes, nichts Verwerfliches, keine Gefahr für unsere Geschäftsbeziehung.“
„Meinst du?“, fragte sie atemlos, völlig außer sich.
Nein, nein, lass das nicht zu. Er nickte und hob die Hand. Ihr Atem stockte, als sie seine Berührung erwartete, sie gleichzeitig begehrte und fürchtete, wissend, dass es falsch war und dass sie sich darin, in ihm, verlieren würde. Warum nur wehrte sie sich nicht deutlicher und wich zurück? Was war nur los mit ihr?
„Ich bin nicht so gut in … Spaß.“ Sie warf ihm seine Beschreibung entgegen und klammerte sich verzweifelt an das, was sie als wahr erkannte, selbst als die Wärme seiner Hand unter ihrem Kinn entlangstrich, seine Berührung so leicht, dass sie kaum spürbar war. Und sie wollte sie spüren. Wollte jeden einzelnen seiner Finger auf ihrer Haut, während er sie küsste.
Die zwei Wochen des turbulenten Treibens waren ein einziger Rausch aus hektischen Anrufen, Vorbereitungen und vorrangigen Verträgen gewesen, weil Derek nicht warten wollte – besonders da Olivia schwanger war –, doch als sich die schweren Eichentüren der Kapelle öffneten, versank die Welt in atemloser Stille.Olivia stand an der Schwelle, während ihre Hand leicht zitterte, als sie auf dem Arm ihres Vaters ruhte. Sie sah aus wie eine Erscheinung aus einer anderen Epoche. Ihr Kleid war eine bodenlange Empire-Kreation aus hauchzartem Seidenchiffon und Chantilly-Spitze. Das Mieder bestach durch einen tiefen V-Ausschnitt, der von zarten, schulterfreien Spitzenärmeln eingerahmt wurde, die wie Schmetterlingsflügel flatterten. Von der hohen Taille aus flossen Lagen aus plissierter Seide nach unten und ermöglichten ihr eine schwerelose, fließende Eleganz. Ihr Haar war zu einer lockeren, romantischen Hochsteckfrisur gesteckt, gehalten von einem einfachen Schleier, der wie ein Nebel hinter ihr he
Olivia schüttelte den Kopf, während sich endlich eine einzelne Träne löste und ihre Wange hinabrollte. „Ich wollte es dir sagen. Mehr als alles andere. Als ich diese Streifen sah, war ich so glücklich, dass ich kaum atmen konnte. Aber dann … dann begann ich darüber nachzudenken, was das für uns bedeutet. Für dich.“ Sie versuchte wegzusehen, aber er hielt ihren Blick fest und erlaubte ihr nicht, sich zu verstecken. „Wir haben das Gespräch übers Zusammenziehen noch nicht einmal geklärt, Derek. Und jetzt das. Ein Baby ist für immer. Es ist die ultimative Verantwortung. Ich wusste nicht, ob du …“ Sie ließ den Satz unvollendet.„Ob ich was, Liv?“, war Dereks Stimme nun sanfter, erfüllt von einer schmerzlichen Zärtlichkeit, die sie so an ihm noch nie erlebt hatte.„Ich wusste nicht, ob du es wollen würdest … Ob du dich darüber freuen würdest“, gestand sie mit brüchiger Stimme. „Ich weiß, dass wir in letzter Zeit leichtsinnig waren, aber ich wusste nicht, ob du auf so ein Ergebnis vorbereite
Die Luft im Loft war kühl und roch nach teurem Bourbon sowie den regennassen Straßen draußen. Derek stand an der Bar; die bernsteinfarbene Flüssigkeit fing das Licht ein, während er sich einschenkte. Als die Tür leise ins Schloss fiel, blickte er auf, und sein gesamtes Gesicht entspannte sich – dieses plötzliche, unbewachte Strahlen, das er immer bekam, wenn er sie sah, und das Olivia stets den Atem raubte.„Filmabend schon vorbei?“, fragte er mit warmer Stimme. Er wartete nicht auf eine Antwort, sondern ging um die Bar herum, um ihr entgegenzugehen. „Ich dachte, du übernachtest bei Isabella. Ich hatte mich mental schon auf ein kaltes Bett eingestellt.“Olivia ließ ihre Tasche mit einem dumpfen Knall auf den Tisch fallen. Sie trat in seinen Nähe und beugte sich hoch, um ihm einen Kuss auf die Wange zu drücken. Seine Haut war warm und roch nach Zedernholz und dem Drink, den er gerade eingeschenkt hatte. „Dachte ich auch, aber ich war müde, also bin ich nach Hause gekommen.“„Hmmm“, seu
Olivia stieß einen Atemzug aus, den sie gefühlt ihr ganzes Leben lang angehalten hatte. Ein kleines, zittriges Lachen entkam ihren Lippen, und sie drückte eine Hand auf ihren noch flachen Bauch. Ein Baby. Ein winziges Leben – halb Derek, halb Olivia – begann in ihrem Inneren Gestalt anzunehmen.Trotz allem spülte eine warme, goldene Welle des Glücks durch sie hindurch. Das hatte sie sich schon immer gewünscht: eine echte Familie, ein Zuhause voller Liebe, so wie sie es in den Augen ihrer Eltern gesehen hatte. Doch als das erste Strahlen zu verblassen begann, trat an dessen Stelle ein kaltes Prickeln der Angst.Derek.Sie lehnte sich gegen das Waschbecken und starrte ihr Spiegelbild an. Sie hatten den Streit ums „Zusammenziehen“ gerade so überstanden. Er hatte das Thema nicht einmal mehr angesprochen, besonders weil sie immer mehr Zeit bei ihm verbrachte, und obwohl sie wusste, dass er sie mit einer beängstigenden Intensität liebte, war ein Baby … viel. Es war die ultimative Verpflicht
Nach einer kurzen, heißen Dusche, um den Staub des Arbeitstages abzuwaschen, kam er abgetrocknet aus dem Bad. Er machte sich nicht einmal die Mühe, einen Bademantel anzuziehen. Er glitt ins Bett, wo die kühlen Laken schnell warm wurden, als er sich ihr näherte. Er hob die Bettdecke an, schob seinen Körper an ihren und zog ihren Rücken fest an seine Brust. Seine Hände fanden die vertraute, umwerfende Wölbung ihrer Taille und verankerten sie an sich.Olivia bewegte sich daraufhin, da die Hitze seines Körpers wie ein stummer Alarm wirkte. Sie drehte sich leicht, ihre Stimme schwer vom Samtschleier des Schlafs. „Derek …“, stöhnte sie und wandte den Kopf ein Stück zur Seite. „Du bist zu Hause.“Als er sie sein Zuhause so nennen hörte, tat das etwas mit seiner Seele – es war genau das, was sie ihm noch vor Tagen verweigert hatte, und es jetzt zu hören, fühlte sich wie eine Krönung an. Er verstärkte seinen Griff, während seine Nase die Beuge ihres Halses streifte und er den Duft ihrer Haut e
Er stieß wieder und wieder und wieder in sie hinein, dann langte er nach vorne, fand mit seinem Finger ihre Klit und versetzte ihr einen sanften Reiz, woraufhin er spürte, wie ihre Knie ein wenig nachgaben.„Das ist deine Bestrafung“, sagte er zu ihr, und sie stöhnte auf.Die perfekte Bestrafung. Der Tod durch Erfüllung. Sie schrie erneut auf, während er den sanften Druck auf ihrer Klit aufrechterhielt, und dann kam sie mit einem von Schmerz durchzogenen Schrei der Erlösung. Auch er kam; die Lust war so akut, dass sie sich beinahe schmerzhaft anfühlte, als der Orgasmus seinen Körper erschütterte. Dann brach er keuchend auf ihrem Rücken zusammen. —------------ Das Büro war immer noch von einer nachklingenden Hitze erfüllt, doch die wilde, raubtierhafte Energie hatte sich in eine schwere, angenehme Wärme verwandelt. Fünfzehn Minuten waren vergangen, und die schwere Eichentür blieb verschlossen, um den Rest der Welt auf Abstand zu halten.Derek saß wieder auf seinem Stuhl; sein Hemd war







