LOGINEs entstand eine Pause, dann atmete Tessa aus und hob ihr Schnapsglas wieder. „Na gut, Liv“, sagte sie laut. „Einverstanden. Wir lassen es erstmal gut sein, aber nur, weil du dich unbedingt mal entspannen und richtig Spaß haben musst.“
Und kaum hatte sie das gesagt –
drang eine Männerstimme unmerklich in ihre Stille. „Da kann ich ihr auf jeden Fall helfen …“
Alle drei drehten sich um.
Er stand neben der Sitzecke, als wäre er vom Wort „Spaß“ selbst herbeigerufen worden. Groß. Breite Schultern unter einem dunklen Hemd mit hochgekrempelten Ärmeln. Ein Drink in der einen Hand. Die andere lässig in der Tasche. Sein Kinn wirkte im gedämpften, bernsteinfarbenen Licht scharf.
Und dieses Lächeln. Lässig. Selbstbewusst. Ein bisschen verschmitzt. Aber es waren seine Augen, die zählten. Sie ruhten nicht auf Tessa oder Isabella. Sie klebten an Olivia. Ruhig. Prüfend und eindeutig interessiert.
Derek Hawthorne.
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Für einen kurzen Moment verstummte der Lärm in der Bar.
Er verschwand nicht wirklich – der Bass dröhnte noch, Gläser klirrten, Gelächter drang von den Nachbartischen herüber –, aber in Olivias Kopf konzentrierte sich alles auf einen Punkt.
Ihn.
Ihr Puls hämmerte heftig gegen ihre Rippen – ob vom Alkohol oder vom Schock, ihn zu sehen, konnte sie nicht sagen. Was zum Teufel machte er hier, dachte sie, während alle anderen Gedanken wie weggeblasen waren. Und noch schlimmer – warum reagierte ihr Körper so?
Oh … Das war nicht gut. Nicht, nachdem sie schon zwei Drinks intus hatte. Nicht, wo ihre Gefühle am seidenen Faden hingen. Nicht, wo sie doch extra hierhergekommen war, um Probleme zu vergessen, nicht um neue zu bekommen.
Sie hörte Tessa leise murmeln: „Oh, das sollte verboten sein.“ Sie starrte Derek an und konnte ihrer Freundin nicht einmal einen Vorwurf machen.
Derek Hawthorne stand da, als gehöre er in das gedämpfte, bernsteinfarbene Licht. Mühelos perfekt. Mühelos gefährlich. Der Mann war verdammt attraktiv – für sein eigenes Wohl und für das aller anderen.
„Wie läuft der Abend, meine Damen?“, fragte Derek mit sanfter Stimme. Seine Stimme war voll, beherrscht und viel zu selbstsicher. Er wandte endlich seinen Blick von Olivia ab und wandte sich den anderen am Tisch zu. Erst jetzt merkte sie, dass sie den Atem angehalten hatte. „Habt ihr Spaß?“
Isabella blinzelte ihn an. „Du hast gesagt, du lässt uns allein, Derek.“ Sie runzelte leicht die Stirn, aber es lag keine wirkliche Wut dahinter. Eher Geschwister-Genervtheit als echte Verärgerung.
Derek legte dramatisch eine Hand auf seine Brust. „Ach komm schon, Izzy.“ Er schmollte sogar – wirklich schmollte er – auf eine Art, die bei jedem anderen Mann lächerlich gewesen wäre. Bei ihm war sie auf eine nervtötend charmante Weise. „Es ist so langweilig, hier allein zu sein. Ich habe keine Freunde in dieser Stadt. Alle sind weg.“
„Dann such dir neue“, konterte seine Schwester schlagfertig. „Oder angel dir eine Frau. Darin bist du ja richtig gut.“
Olivia entging der bissige Unterton nicht. Derek ignorierte ihn völlig und sein Blick wanderte wieder zu ihr.
„Also …“, sagte er gedehnt und legte den Kopf leicht schief. „Sie ist endlich da.“
Ihr Magen krampfte sich zusammen. Hatte er etwa gewusst, dass sie kommt? Sie hob fragend eine Augenbraue.
Isabella seufzte. „Er meinte, er wolle auch ausgehen. Ich hab ihm gesagt, er kann mitkommen – solange er uns fernbleibt. Keine Ahnung, warum er jetzt wieder hier ist.“
Derek zuckte unschuldig mit den Achseln.
„Ach, entspann dich“, warf Tessa grinsend ein. „Seine Gesellschaft ist gar nicht so übel.“
„Danke, Tessa“, verkündete Derek großspurig. Bevor ihn jemand aufhalten konnte, beugte er sich vor, nahm sanft Tessas Hand in seine und drückte ihr einen theatralischen Kuss auf den Handrücken.
Tessa keuchte dramatisch auf, ihre Wangen glühten. „Hör auf damit!“
Olivia verdrehte beinahe die Augen. Isabella nicht. Sie tat es mit Nachdruck und riss fast die Augen aus den Augen.
„Spar dir deinen Charme für deine Tussis und Twinkies, Derek“, sagte sie zu ihrem Bruder.
Er kicherte leise und unbeeindruckt und bewegte sich. Olivia verfolgte ihn aus dem Augenwinkel. Und dann sank ihr das Herz in die Hose. Er wich nicht zurück. Er kam auf sie zu.
Ihr Körper reagierte, bevor ihr Verstand es tat. Ihre Wirbelsäule straffte sich, ihr Puls raste erneut, und für einen kurzen Moment überlegte sie ernsthaft, aufzustehen und feige zur Toilette zu flüchten.
Zu spät.
Er erreichte den Rand der Sitzbank. Und setzte sich neben sie. Ganz nah. Er berührte sie nicht, aber er war ihr so nah, dass seine Wärme spürbar war. Ihre Nasenflügel bebten leicht. Er roch … unglaublich. Tief und warm. Würzig. Rein. Maskulin, ohne aufdringlich zu sein. Ein Duft, der auf Kissen und in ihren Gedanken nachhallte. Instinktiv hielt sie den Atem an. Es half nichts. Denn er beugte sich näher zu ihr.
„Hallo wieder“, sagte er und hob sein Glas an die Lippen. Ein langsames, wissendes Lächeln umspielte seine Mundwinkel. Dann beugte er sich so weit vor, dass seine Worte nur ihr galten. „Freust du dich, mich zu sehen?“
Ihr Hals fühlte sich plötzlich trocken an. „Hallo, Derek“, brachte Olivia hervor und zwang ihre Stimme zu etwas, das man als ruhig bezeichnen konnte.
Sie war nicht in der richtigen Verfassung dafür. Nicht heute Abend. Nicht, wo Jack schon jetzt ein Sturm in ihren Gedanken war. Aber Dereks Blick – als würde er sie studieren, nicht nur wahrnehmen – ließ etwas in ihr zerbrechen.
„Izzy und Tessa meinten, sie würden eine Art … Intervention durchführen“, fuhr er beiläufig fort. „Sind sie fertig? Ich würde mich gern anschließen und ein paar Dinge anmerken, die mir aufgefallen sind.“
Sie fuhr herum. „Das geht dich nichts an“, erwiderte sie, bemüht, scharf zu klingen, doch es klang sanfter als beabsichtigt. Verdammter Tequila.
Tessa richtete sich leicht auf. „Eigentlich …“
„Tess“, warnte Olivia und warf ihr einen Blick zu.
Tessa hob sofort beschwichtigend die Hände, obwohl ihr Grinsen verriet, dass sie sie ohne Weiteres verraten hätte.
Derek lachte. Es war kein Spott. Es war ein amüsiertes Lachen. „Na gut“, sagte er gelassen. „Ich werde nicht weiter nachhaken.“
Aber er wich nicht zurück. Sein Arm streifte ihren leicht, kaum spürbar, aber genug, um ein Kribbeln auf ihrer Haut auszulösen.
Wieder dieser Duft. Diese Wärme. Ihr Körper fühlte sich plötzlich überempfindlich für alles – die Linie seines Oberschenkels nahe ihrem, die subtile Anspannung seines Unterarms, als er sein Glas zurechtrückte, die Art, wie seine Präsenz den kleinen Raum mühelos ausfüllte.
Er war zu stark, um ihm zu widerstehen, zu unerschütterlich, um ihn zu ignorieren oder so zu tun, als berühre er sie nicht.
Ihr Verstand flüsterte: Jack.
Ihr Körper gehorchte nicht.
Verdammt, dachte sie.
Wenn sie schon hier neben diesem unglaublich attraktiven Mann sitzen sollte, während ihre Beziehung am seidenen Faden hing, brauchte sie Schutz. Betäubung. Distanz.
Wie auf Kommando kam der Kellner mit einer neuen Runde Schnäpsen zurück. Die Gläser klirrten leise auf dem Tisch. Olivia zögerte nicht. Sie griff sofort nach einem Glas, ihre Finger umfassten das kühle Glas, und sie hob es, bevor jemand etwas sagen konnte.
Wenn diese Nacht schon aus dem Ruder laufen sollte … dann konnte sie ihr wenigstens entgegenkommen.
Die zwei Wochen des turbulenten Treibens waren ein einziger Rausch aus hektischen Anrufen, Vorbereitungen und vorrangigen Verträgen gewesen, weil Derek nicht warten wollte – besonders da Olivia schwanger war –, doch als sich die schweren Eichentüren der Kapelle öffneten, versank die Welt in atemloser Stille.Olivia stand an der Schwelle, während ihre Hand leicht zitterte, als sie auf dem Arm ihres Vaters ruhte. Sie sah aus wie eine Erscheinung aus einer anderen Epoche. Ihr Kleid war eine bodenlange Empire-Kreation aus hauchzartem Seidenchiffon und Chantilly-Spitze. Das Mieder bestach durch einen tiefen V-Ausschnitt, der von zarten, schulterfreien Spitzenärmeln eingerahmt wurde, die wie Schmetterlingsflügel flatterten. Von der hohen Taille aus flossen Lagen aus plissierter Seide nach unten und ermöglichten ihr eine schwerelose, fließende Eleganz. Ihr Haar war zu einer lockeren, romantischen Hochsteckfrisur gesteckt, gehalten von einem einfachen Schleier, der wie ein Nebel hinter ihr he
Olivia schüttelte den Kopf, während sich endlich eine einzelne Träne löste und ihre Wange hinabrollte. „Ich wollte es dir sagen. Mehr als alles andere. Als ich diese Streifen sah, war ich so glücklich, dass ich kaum atmen konnte. Aber dann … dann begann ich darüber nachzudenken, was das für uns bedeutet. Für dich.“ Sie versuchte wegzusehen, aber er hielt ihren Blick fest und erlaubte ihr nicht, sich zu verstecken. „Wir haben das Gespräch übers Zusammenziehen noch nicht einmal geklärt, Derek. Und jetzt das. Ein Baby ist für immer. Es ist die ultimative Verantwortung. Ich wusste nicht, ob du …“ Sie ließ den Satz unvollendet.„Ob ich was, Liv?“, war Dereks Stimme nun sanfter, erfüllt von einer schmerzlichen Zärtlichkeit, die sie so an ihm noch nie erlebt hatte.„Ich wusste nicht, ob du es wollen würdest … Ob du dich darüber freuen würdest“, gestand sie mit brüchiger Stimme. „Ich weiß, dass wir in letzter Zeit leichtsinnig waren, aber ich wusste nicht, ob du auf so ein Ergebnis vorbereite
Die Luft im Loft war kühl und roch nach teurem Bourbon sowie den regennassen Straßen draußen. Derek stand an der Bar; die bernsteinfarbene Flüssigkeit fing das Licht ein, während er sich einschenkte. Als die Tür leise ins Schloss fiel, blickte er auf, und sein gesamtes Gesicht entspannte sich – dieses plötzliche, unbewachte Strahlen, das er immer bekam, wenn er sie sah, und das Olivia stets den Atem raubte.„Filmabend schon vorbei?“, fragte er mit warmer Stimme. Er wartete nicht auf eine Antwort, sondern ging um die Bar herum, um ihr entgegenzugehen. „Ich dachte, du übernachtest bei Isabella. Ich hatte mich mental schon auf ein kaltes Bett eingestellt.“Olivia ließ ihre Tasche mit einem dumpfen Knall auf den Tisch fallen. Sie trat in seinen Nähe und beugte sich hoch, um ihm einen Kuss auf die Wange zu drücken. Seine Haut war warm und roch nach Zedernholz und dem Drink, den er gerade eingeschenkt hatte. „Dachte ich auch, aber ich war müde, also bin ich nach Hause gekommen.“„Hmmm“, seu
Olivia stieß einen Atemzug aus, den sie gefühlt ihr ganzes Leben lang angehalten hatte. Ein kleines, zittriges Lachen entkam ihren Lippen, und sie drückte eine Hand auf ihren noch flachen Bauch. Ein Baby. Ein winziges Leben – halb Derek, halb Olivia – begann in ihrem Inneren Gestalt anzunehmen.Trotz allem spülte eine warme, goldene Welle des Glücks durch sie hindurch. Das hatte sie sich schon immer gewünscht: eine echte Familie, ein Zuhause voller Liebe, so wie sie es in den Augen ihrer Eltern gesehen hatte. Doch als das erste Strahlen zu verblassen begann, trat an dessen Stelle ein kaltes Prickeln der Angst.Derek.Sie lehnte sich gegen das Waschbecken und starrte ihr Spiegelbild an. Sie hatten den Streit ums „Zusammenziehen“ gerade so überstanden. Er hatte das Thema nicht einmal mehr angesprochen, besonders weil sie immer mehr Zeit bei ihm verbrachte, und obwohl sie wusste, dass er sie mit einer beängstigenden Intensität liebte, war ein Baby … viel. Es war die ultimative Verpflicht
Nach einer kurzen, heißen Dusche, um den Staub des Arbeitstages abzuwaschen, kam er abgetrocknet aus dem Bad. Er machte sich nicht einmal die Mühe, einen Bademantel anzuziehen. Er glitt ins Bett, wo die kühlen Laken schnell warm wurden, als er sich ihr näherte. Er hob die Bettdecke an, schob seinen Körper an ihren und zog ihren Rücken fest an seine Brust. Seine Hände fanden die vertraute, umwerfende Wölbung ihrer Taille und verankerten sie an sich.Olivia bewegte sich daraufhin, da die Hitze seines Körpers wie ein stummer Alarm wirkte. Sie drehte sich leicht, ihre Stimme schwer vom Samtschleier des Schlafs. „Derek …“, stöhnte sie und wandte den Kopf ein Stück zur Seite. „Du bist zu Hause.“Als er sie sein Zuhause so nennen hörte, tat das etwas mit seiner Seele – es war genau das, was sie ihm noch vor Tagen verweigert hatte, und es jetzt zu hören, fühlte sich wie eine Krönung an. Er verstärkte seinen Griff, während seine Nase die Beuge ihres Halses streifte und er den Duft ihrer Haut e
Er stieß wieder und wieder und wieder in sie hinein, dann langte er nach vorne, fand mit seinem Finger ihre Klit und versetzte ihr einen sanften Reiz, woraufhin er spürte, wie ihre Knie ein wenig nachgaben.„Das ist deine Bestrafung“, sagte er zu ihr, und sie stöhnte auf.Die perfekte Bestrafung. Der Tod durch Erfüllung. Sie schrie erneut auf, während er den sanften Druck auf ihrer Klit aufrechterhielt, und dann kam sie mit einem von Schmerz durchzogenen Schrei der Erlösung. Auch er kam; die Lust war so akut, dass sie sich beinahe schmerzhaft anfühlte, als der Orgasmus seinen Körper erschütterte. Dann brach er keuchend auf ihrem Rücken zusammen. —------------ Das Büro war immer noch von einer nachklingenden Hitze erfüllt, doch die wilde, raubtierhafte Energie hatte sich in eine schwere, angenehme Wärme verwandelt. Fünfzehn Minuten waren vergangen, und die schwere Eichentür blieb verschlossen, um den Rest der Welt auf Abstand zu halten.Derek saß wieder auf seinem Stuhl; sein Hemd war







