LOGINViella Bennett hatte ihre Zukunft geplant. Sie sollte den Mann heiraten, den sie liebte, mit ihm ein Zuhause aufbauen und das ruhige Leben führen, das sie sich immer vorgestellt hatte. Dann holten die Schulden ihres Vaters sie ein. Vor zwei Jahren hatte ihr Vater 200.000 Dollar von dem gefährlichsten Mann der Stadt, Davian Reis, geliehen. Nun war die Schuld unmöglich zurückzuzahlen, und Davian war gekommen, um sie einzufordern. Doch er wollte kein Geld. Er wollte Viella. Da das Zuhause und die Zukunft ihrer Familie auf dem Spiel standen, blieb Viella keine andere Wahl, als den Ehevertrag zu unterschreiben, der sie an einen Mann band, den sie kaum kannte.
View MoreKapitel 1: Die Schuld
Es klopfte nicht besonders laut an der Tür. Viella war in der Küche und spülte das Geschirr.
Sie spähte aus der Küche und beobachtete, wie die Zeitung in den Händen ihres Vaters zitterte. Er bewegte sich nicht von seinem Platz, während er die Zeitung, in der er nur so tat, als würde er lesen, senkte.
„Dad. Willst du nicht aufmachen?“
Er sah sie an, als hätte sie ihn gebeten, ins Feuer zu gehen.
Es klopfte erneut, diesmal etwas lauter. Die Stimme ihrer Mutter brach aus dem Flur.
„Mach nicht auf. Viella, bitte, mach diese Tür nicht auf.“
Doch ihr Vater war bereits aufgestanden und wischte seine verschwitzten Handflächen an seinem Hemd ab.
Dann ging er, um die Tür zu öffnen.
Viella kam aus der Küche und fragte sich, warum ihre Mutter sie gebeten hatte, die Tür nicht zu öffnen.
Die Tür öffnete sich, und Viella erwartete Geschrei oder sogar einen Schuss.
Stattdessen kam ein Mann herein, dessen Hände in den Taschen seines Mantels steckten, der so aussah, als hätte er mehr gekostet als alles, was sich in ihrem Haus befand. Der Mann kam mit vier großen und kräftig gebauten Männern herein, bei denen Viella vermutete, dass sie seine Leibwächter waren, doch er sah nicht ihren Vater an.
Er sah sie an.
„Da ist sie“, sagte er mit leiser Stimme.
Die Hände ihres Vaters begannen zu zittern. „Mr. Reis, bitte, ich habe Ihren Männern gesagt, dass ich mehr Zeit brauche, das Geschäft wird sich erholen …“
„Das hast du vor vier Monaten auch gesagt.“ Davian Reis machte einen Schritt nach vorn, ohne hereingebeten worden zu sein, während seine Männer dort stehen blieben, wo sie waren. Plötzlich fühlte sich der Raum kleiner und die Luft angespannter an. Viella beobachtete, wie ihre Mutter sich gegen die Wand presste, als wollte sie, dass der Beton sie verschluckte.
„Papa“, rief Viella, während ihre Augen umherschweiften und ihr Gesicht von Verwirrung gezeichnet war. „Wovon redet er?“
Niemand antwortete ihr.
Davians Blick wanderte langsam durch alles im Haus, bevor seine Augen schließlich auf ihrem Vater liegen blieben, dessen Hemd nun völlig von Schweiß durchnässt war.
„Zweihunderttausend“, sagte er. „Erinnerst du dich daran, dieser Summe zugestimmt zu haben?“
„Ich erinnere mich … ich erinnere mich“, stammelte ihr Vater. „Aber ich habe das Geld jetzt nicht. Ich habe alles versucht, was ich konnte. Ich habe das Auto verkauft …“
„Du hast ein Auto im Wert von achttausend verkauft und behauptest, du hättest alles versucht. Beeindruckend.“ Davian verzog die Lippen zu einem Schmunzeln, das seine Augen nicht erreichte. „Ich akzeptiere keine Ratenzahlungen. Ich akzeptiere keine Versprechen.“
„Kann mir jemand sagen, was hier passiert? Was genau ist hier los?“ Viella erhob ihre Stimme und unterbrach damit Davian.
Davian drehte sich um und sah sie richtig an, woraufhin Viella schwer schluckte.
„Dein Name.“
„Wie bitte?“
„Dein Name.“
„Viella.“ Sie hob das Kinn und hielt seinem Blick stand. „Wer bist du?“
„Ich habe deinem Vater vor zwei Jahren Geld geliehen. Er hat es nicht zurückgezahlt. Ich bin hier, um es einzutreiben.“
„Dann hol dir das Geld von ihm.“ Sie warf einen Blick auf ihren Vater, der zusammenzuckte. „Ich habe keine zweihunderttausend Dollar. Offensichtlich hat er sie auch nicht.“
„Nein.“ In diesem Moment flackerte etwas Unergründliches in Davians Augen auf, und bevor sie es deuten konnte, war es wieder verschwunden. „Aber er hat dich.“
Im Raum wurde es so still, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können.
„Was hast du gerade gesagt?“
„Du hast mich gehört.“
„Ich bin nicht …“ Ein ungläubiges Lachen entfuhr ihr. „Ich bin keine Zahlung. Du kannst hier nicht einfach hereinspazieren und …“
„Dad“, rief sie und drehte sich zu ihrem Vater, während sie auf Davian zeigte. „Sag ihm … sag ihm, dass das Wahnsinn ist. Sag es ihm.“
Ihr Vater starrte auf den Boden und sagte nichts.
„Dad.“
„Viella.“ Seine Stimme klang müde und erschöpft. „Ich habe keine Wahl. Er hat gesagt, wenn ich nicht zahlen kann, nimmt er etwas von gleichem Wert. Ich habe nichts mehr. Das Haus ist mit einer Hypothek belastet. Das Geschäft ist weg. Ich habe nichts außer …“
„Außer mir“, sagte Viella und blinzelte, während sie versuchte, sich zusammenzuhalten. „Du gibst mich ihm.“
„So ist es nicht.“
„Wie ist es dann?“ Sie zitterte jetzt, ihre Brust hob und senkte sich. „Denn nach dem, was du sagst, klingt es genau danach.“
Davian bewegte sich keinen Zentimeter von seinem Platz. Er stand einfach da und beobachtete, wie sich das ganze Drama vor ihm abspielte, mit einem ruhigen Gesichtsausdruck, als würde ihn absolut nichts davon berühren.
„Ich habe einen Verlobten“, sagte sie plötzlich und drehte sich zu ihm um.
Vielleicht würde er seine Meinung ändern, wenn er hört, dass sie die Frau eines anderen ist.
„Sein Name ist Tylo. Wir werden im Frühling heiraten.“
Davian sah sie mit einem schelmischen Funkeln in den Augen an.
„Nicht mehr“, sagte er.
„Du kannst das nicht entscheiden.“
„Das habe ich bereits.“
„Du kannst nicht einfach einen Menschen nehmen.“ Ihre Stimme brach bereits, während sie sich zwang, sich zusammenzuhalten, weil sie vor einem Fremden nicht weinen wollte. „Wir sind nicht im achtzehnten Jahrhundert.“
„Du hast einen Vater, der mir zweihunderttausend Dollar schuldet und keine Möglichkeit hat, sie zurückzuzahlen.“ Seine Stimme wurde nun kälter.
„Entweder er kommt wegen Betrugs ins Gefängnis und dieses Haus wird beschlagnahmt, sodass deine Mutter ohne ein Dach über dem Kopf zurückbleibt. Oder du kommst heute Nacht mit mir, die Schuld ist beglichen und sie behalten ihr Dach über dem Kopf.“
Eine unangenehme Stille erfüllte den Raum.
Davian gab einem der Leibwächter ein Zeichen, und der Leibwächter trat vor und holte ein Papier aus der Ledermappe, die er in der Hand hielt.
Davian nahm es von ihm entgegen und legte es auf den Tisch zwischen ihnen.
„Ich brauche heute Abend eine Antwort.“
Ihre Mutter schluchzte leise an der Wand. Ihr Vater ließ sich in einen nahegelegenen Stuhl sinken, als hätten seine Beine schließlich nachgegeben. Er starrte auf das Papier, dann auf Viella.
„Baby“, sagte er und griff nach ihrer Hand. „Bitte. Unterschreib einfach. Bitte, wenn du uns liebst, wenn du diese Familie liebst, unterschreib einfach und lass all das verschwinden.“
Viella blickte auf den Stift hinunter, der neben dem Dokument lag. Dann sah sie in das zerstörte und flehende Gesicht ihres Vaters, der sie darum bat, sie alle mit einer einzigen Unterschrift zu retten.
„Papa“, flüsterte sie, während eine Träne über ihre Wange rollte. „Warum? Warum bittest du mich darum?“
„Ich habe niemanden sonst, den ich darum bitten kann.“
Viella betrat das Badezimmer und blieb dort eine Weile stehen. Sie öffnete die Tür der Toilette ein wenig, um zu sehen, ob sie jemand beobachtete. Als sie glaubte, dass die Luft rein war, schlich sie sich zu der Hintertür, die teilweise hinter einem kleinen Flur neben der Toilette verborgen war. Sie wollte gerade die Türklinke drücken, als sie hinter sich eine Stimme hörte.„Ma’am, was machen Sie hier?“, fragte eine weibliche Mitarbeiterin sie.Viella drehte sich zu ihr um, ihre Augen huschten von einer Seite zur anderen, während sie nach einer möglichen Erklärung suchte. „Ähm … ich … eigentlich suche ich die Toilette, also … ist das hier nicht die Toilette?“Viella fragte und zeigte auf die Tür hinter sich. Die Mitarbeiterin antwortete: „Ma’am, das ist nicht die Toilette“, und zeigte dabei auf die Toilette, die sich in der Nähe der Tür befand, die Viella zuvor hatte öffnen wollen.Viella bedankte sich bei ihr, während sie auf die Toilette zuging und dabei beobachtete, wie die Mitarbe
„Dieser Mann ist ein Mistkerl. Arghhhhh. Wie kann er es wagen? Wie soll ich dieses Haus verlassen, wenn mir überall Wachen folgen sollen?“ Viella schrie, während sie nach ihrer Rückkehr von ihrem Frühstück in ihrem Zimmer auf und ab ging.Sie setzte sich mit geballter Faust auf ihr Bett und kochte vor Wut und Verbitterung, während eine Träne über ihre Wange lief.„Oh Gott, was habe ich getan, um das zu verdienen? Mein Vater sollte diejenige sein, die seine Sauerei beseitigt, nicht ich. Es ist noch nicht vorbei, bis ich sage, dass es vorbei ist. Davian Reis, warte nur ab.“Davian saß in seinem Arbeitszimmer und beobachtete auf dem Bildschirm vor sich durch die Überwachungskamera in Viellas Zimmer alles, was dort geschah, während ein schelmisches Funkeln in seinen Augen tanzte.„Mal sehen, wie weit du gehen wirst, um deine Freiheit zu erlangen, kleiner Vogel.“ Er schloss seinen Laptop und ging hinaus, um den Kopf freizubekommen.♡♡Die Tage vergingen schnell. Dann kam die nächste Woche,
Viella wachte an diesem Morgen auf der weichen Matratze auf, auf der sie geschlafen hatte.„Wo bin ich?“, dachte sie, nachdem sie die Augen geöffnet hatte. Sie sah sich im Zimmer um und versuchte, sich daran zu erinnern, wie sie hierhergekommen war, bis sie sich plötzlich an die Ereignisse des vergangenen Tages zu erinnern begann.„Ohhh“, dachte sie traurig nach diesem kurzen Moment der Erkenntnis.„Wenn mein Vater nur nichts mit diesem Teufel zu tun gehabt hätte“, dachte sie laut vor sich hin.Sie zog die Decke von sich und stand vom Bett auf.Sie ging zum Badezimmer und drückte die Türklinke herunter.Als sie die Tür öffnete, verschlug es ihr beim Anblick den Atem. Das Badezimmer war ein atemberaubend weitläufiger Raum aus weißem und goldenem Marmor. Es gab eine freistehende Badewanne, eine gläserne Regendusche und einen Waschtisch, auf dem luxuriöse Parfums und Hautpflegeprodukte standen. Ihr Blick wanderte zur linken Seite des Badezimmers, wo flauschige Handtücher auf beleuchteten
Viella nahm das Dokument vom Tisch und starrte darauf. Ihre Sicht verschwamm, während sich Tränen in ihren Augen sammelten. Sie nahm einen Stift vom Tisch, ihre Hände zitterten darum.‚Muss ich das wirklich tun?‘, dachte sie bei sich, während sie den Griff um den Stift fester schloss.Sie führte den Stift näher an das Papier, um das Dokument zu unterschreiben, hielt jedoch inne und senkte den Stift langsam wieder auf den Tisch.Sie hob den Kopf und sah ihre Eltern an. Sie sah ihre Mutter an, die ihre Tränen mit den Ärmeln ihrer Bluse abwischte, bevor ihr Blick schließlich auf ihrem Vater ruhte.„Papa.“ Sie rief ihn mit gebrochener Stimme … „Wenn ich das tue, versprich mir, dass du mich nie wieder um etwas bittest.“„Viella …“, stammelte ihr Vater.„Nenn meinen Namen nicht. Bitte, versprich es mir einfach“, sagte sie unter Tränen.Ihr Vater sagte nichts. Er sah nur weg, unfähig, ihrem Blick standzuhalten.Viella schluckte den Kloß in ihrem Hals hinunter, unfähig, die Tränen aufzuhalten





