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Kapitel 30

last update publish date: 2026-07-15 17:23:44

Die Stimmen im Stein

Der zweite Ruf aus den Tiefen des Berges verklang nur langsam. Seine Schwingungen liefen durch den Fels wie Wellen durch stilles Wasser. Niemand sprach. Jeder Wolf im Lager spürte denselben Instinkt, dieselbe uralte Warnung, die sich tief in seinem Blut regte.

Kai hörte auf zu weinen.

Stattdessen blickte er schweigend in den Eingang der Höhle, als könnte er etwas sehen, das den Erwachsenen verborgen blieb. Seine goldenen Augen wirkten für einen kurzen Moment älter, als sie
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    DIE STADT, DIE SICH AN MORGEN ERINNERTEEs begann mit einem Sonnenaufgang.Oder zumindest glaubten alle Bewohner der Stadt Eryndor, dass es ein gewöhnlicher Sonnenaufgang war.Niemand bemerkte, dass die Sonne für einen einzigen Herzschlag rückwärts aufging.Nur ein kleines Mädchen blieb auf der Brücke stehen.Sie hieß Mira.Zwölf Jahre alt.Barfuß.In ihrer Hand hielt sie ein altes Notizbuch.Sie starrte zum Himmel.„Es ist schon wieder passiert.“Neben ihr blieb ein alter Fischer stehen.„Was denn?“Mira zeigte auf die aufgehende Sonne.„Sie hat sich erinnert.“Der Mann lächelte nur.„Kinder haben eine lebhafte Fantasie.“Er ging weiter.Doch kaum hatte er zehn Schritte gemacht, blieb auch er stehen.Sein Schatten zeigte plötzlich in die falsche Richtung.Er drehte sich langsam um.Die Sonne stand vor ihm.Sein Schatten hinter ihm.Und gleichzeitig neben ihm.Drei Schatten.Drei Möglichkeiten.Dann verschmolzen sie wieder zu einem.Der Fischer wurde blass.„Das...“Mira schrieb berei

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