로그인DIE WELT OHNE KAIKai starrte in den schwarzen Würfel.Die Welt darin war vollkommen.Zumindest auf den ersten Blick.Der Himmel war blau.Die Straßen waren voller Menschen.Kinder liefen lachend über Plätze.Keine Kriege.Keine Risse.Keine zerstörten Welten.Keine Götter.Keine Beobachter.Keine endlosen Kämpfe.Und vor einem kleinen Haus standen Luna, Noctis, Elias, Nara, Eira und Mira.Sie lachten.Sie waren zusammen.Sie waren glücklich.Kai konnte sie sehen.Doch sie konnten ihn nicht sehen.Eine unsichtbare Grenze trennte beide Welten.Der Fremde stand neben ihm.„Du könntest ihnen dieses Leben geben.“Kai antwortete nicht.„Keine Verluste.“Schweigen.„Keine Flüche.“Schweigen.„Keine siebenundzwanzig Welten.“Schweigen.„Kein Beobachter.“Der Fremde trat näher.„Und kein Kai.“Kai sah ihn an.„Warum glaubst du, dass eine Welt ohne mich besser wäre?“„Weil du in jeder Welt Leid hinterlassen hast.“Kai senkte den Blick.Das stimmte.Zumindest teilweise.Er hatte Entscheidungen
DER MANN VOR DEM ANFANGDie rote Tür stand offen.Niemand bewegte sich.Nicht einmal der Beobachter.Das Wort ANFANG leuchtete noch immer auf ihrer Oberfläche.Kai sah Nara an.„Du hast die vierte Möglichkeit erschaffen.“Nara schüttelte langsam den Kopf.„Nein.“„Was?“„Wir alle.“Mira trat näher.„Und jetzt haben wir etwas geweckt, das selbst der Erste fürchtet.“Der Erste sagte nichts.Das war schlimmer als jede Antwort.Kai wandte sich ihm zu.„Du weißt, wer dahinter ist.“Der Erste hob den Blick.„Ja.“„Wer?“Er antwortete nicht.Der Beobachter trat vor.„Sag es.“Der Erste sah ihn an.„Du willst wirklich wissen, wer hinter dieser Tür steht?“„Ja.“„Dann solltest du dich daran erinnern, warum du überhaupt erschaffen wurdest.“Der Beobachter wurde still.Kai runzelte die Stirn.„Was meinst du?“Der Erste sah zur roten Tür.„Der Beobachter war nie dafür bestimmt, die Welten zu überwachen.“Kai erstarrte.„Was?“„Seine ursprüngliche Aufgabe war eine andere.“Der Beobachter trat zurü
DIE ERSTE ENTSCHEIDUNG„Ich bin die erste Entscheidung.“Die Worte hallten durch die ungelebte Welt.Nara konnte sich nicht bewegen.Die Gestalt vor ihr trug ihr Gesicht.Doch es war nicht wirklich Nara.Es war eine verzerrte Version.Größer.Älter.Mit goldenen Augen, in denen keine Gefühle lagen.Der Erste stand noch immer auf den Knien.Zum ersten Mal wirkte er nicht mächtig.Er wirkte verängstigt.„Du solltest niemals zurückkehren“, flüsterte er.Die Gestalt sah ihn an.„Du hast mich nicht zurückgebracht.“Ihre Stimme war ruhig.„Sie haben es getan.“Sie zeigte auf Nara, Eira und Mira.Nara hob langsam ihr Schwert.„Was bist du?“„Die Entscheidung, die vor allen anderen Entscheidungen existierte.“Eira trat neben Nara.„Das ergibt keinen Sinn.“„Natürlich nicht.“Die Gestalt lächelte.„Ihr versucht noch immer, Zeit als Linie zu verstehen.“Mira sah sie aufmerksam an.„Du bist nicht aus einer Welt gekommen.“„Nein.“„Auch nicht aus einer Möglichkeit.“„Nein.“Mira wurde blass.„Du
DER KAI, DER NIE GEBOREN WURDEDas Tor schloss sich.Langsam.Viel zu langsam.Kai stand auf der einen Seite.Nara, Eira und Mira auf der anderen.Zwischen ihnen lag die ungelebte Welt.Doch niemand bewegte sich.Denn über der Stadt schwebte das rote Auge.Es war nicht das Auge des Beobachters.Es war etwas anderes.Etwas, das Kai kannte.Eine Stimme erklang.„Du solltest mich nicht sehen können.“Kai hob den Kopf.„Wer bist du?“Die Gestalt trat aus dem roten Licht.Sie sah aus wie Kai.Aber jünger.Nicht zwölf.Nicht erwachsen.Vielleicht siebzehn.Sein Gesicht war ruhig.Seine Kleidung schlicht.Doch seine Augen waren vollkommen rot.Kai starrte ihn an.„Du bist ich.“Die Gestalt lächelte.„Nein.“„Du hast mein Gesicht.“„Ich habe dein mögliches Gesicht.“Kai verstand nicht.Der Erste trat vor.Zum ersten Mal wirkte er unsicher.„Das ist unmöglich.“Die fremde Version von Kai sah ihn an.„Du hast mich erschaffen.“Der Erste wurde still.„Nein.“„Doch.“„Ich habe dich niemals gewähl
DER VATER VOR DEM ERSTEN ANFANGDie Stimme hallte durch die Halle.Nicht laut.Nicht bedrohlich.Und gerade deshalb war sie schlimmer.Kai drehte sich langsam um.Hinter ihm stand niemand.Nur die Dunkelheit.Doch der Beobachter war auf ein Knie gefallen.Luna, Noctis, Elias und Aren waren verstummt.Selbst Eira hatte aufgehört zu atmen.Nara sah Kai an.„Was ist passiert?“Kai antwortete nicht.Sein Blick blieb auf dem Beobachter.„Du kennst ihn.“Der Beobachter senkte den Kopf.„Ja.“„Wer ist er?“Der Beobachter hob langsam den Blick.„Der Erste.“Nara runzelte die Stirn.„Der erste Schöpfer?“„Nein.“„Der erste Beobachter?“„Nein.“Der Beobachter schluckte.„Der Erste, der überhaupt eine Entscheidung getroffen hat.“Stille.Mira trat zurück.„Das ist unmöglich.“Eine Stimme antwortete:„Für euch.“Dann erschien eine Gestalt.Zuerst nur eine Silhouette.Dann ein Mann.Er sah vollkommen gewöhnlich aus.Graues Haar.Einfache Kleidung.Keine Krone.Keine Rüstung.Keine Aura.Doch als e
DIE DRITTE ERBINDas Lachen verstummte.Für einen Moment sagte niemand etwas.Kai stand regungslos im Riss zwischen den Welten.Nara sah ihn an.Eira ebenfalls.Dann ertönte die Kinderstimme erneut.„Warum habt ihr so lange gebraucht?“Nara drehte sich langsam um.Am anderen Ende des Raumes stand ein Mädchen.Sie war vielleicht acht Jahre alt.Ihr Haar war weiß.Ihre Augen waren golden.Doch auf ihrer Stirn befand sich ein schwarzes Zeichen.Eira wich einen Schritt zurück.„Nein.“Nara bemerkte ihre Reaktion.„Du kennst sie.“„Ich kenne das Zeichen.“„Was bedeutet es?“Eira antwortete nicht.Kai ging stattdessen langsam auf das Mädchen zu.„Mira.“Das Mädchen lächelte.„Du erinnerst dich an meinen Namen.“Kai blieb stehen.„Ich habe ihn nie vergessen.“„Doch.“Mira neigte den Kopf.„Du hast nur vergessen, dass du dich erinnerst.“Kai wurde blass.Nara sah ihn an.„Was bedeutet das?“Kai schwieg.Mira ging näher.„Erzähl es ihnen.“„Mira...“„Sie haben das Recht, es zu wissen.“Eira tr







