Masuk„Joooooo, du bist hier!“ Schneller, als ich mich überhaupt umsehen konnte, hing Mia schon um mich. Sie hatte mich einfach in eine Umarmung gezogen. „Nachdem die letzte Nacht Sara hier war, bin ich mehr als froh, dass du heute hier bist. Endlich jemand, mit dem man sich wirklich unterhalten kann.“ Ich musste lachen. „So schlimm war sie also?“ Mia ließ mich wieder los und sah mich an, als hätte ich gerade etwas völlig Absurdes gefragt. „Katy. Du hast keine Ahnung.“ „Ich glaube, ich will es auch gar nicht wissen.“ „Doch.“ „Nein.“ „Doch.“ Sie grinste. „Aber später. Ich hab dir so viel zu erzählen.“ Ich schüttelte lachend den Kopf. „Na toll. Jetzt bin ich neugierig.“ „Das war der Plan.“ Ich sah mich kurz um. Es war seltsam, wieder hier zu sein. Eigentlich hatte ich mir geschworen, erstmal nicht mehr herzukommen. Und jetzt stand ich hier. Ausgerechnet heute. Ausgerechnet nachdem Markus mich eingeladen hatte. Und ausgerechnet nachdem ich mir den ganzen Tag eingeredet h
Ich starrte an die Decke. Dieser Tag war wirklich ein einziges Durcheinander. Als mein Handy schon wieder klingelte, dachte ich sofort, es wäre Julian. Aber nein. Weder er. Noch Sara. Zum Glück. Es war Mia. Ich öffnete die Nachricht. Girl warum zur Hölle sagt Markus mir, ich soll dich heute Abend auf die Liste setzen? Was hab ich verpasst? Okay. Gute Frage. Die stellte ich mir gerade nämlich selbst. Ich tippte zurück. Er hat was? Die Antwort kam schneller, als ich erwartet hatte. Ja. Du hast schon richtig gelesen. Er hat gesagt, ihr seid jetzt cool und er will dich heute Abend bei seinem Auftritt dabei haben. Ich legte mein Handy auf meine Brust. Ich hätte es wirklich nicht für möglich gehalten, dass dieser Tag noch verrückter werden konnte. Erst das Gespräch mit Markus. Dann Sara. Dann Julian. Und jetzt sollte ich auch noch wieder in die Bar? Ausgerechnet in die Bar. Den Ort, an dem das Ganze mit Sara eskaliert war. Den Ort, an dem ich eigentlich beschlossen
Ich hatte es geschafft, das Wohnzimmer wieder vom Müll zu befreien und auch die Küche direkt aufzuräumen.Das Fenster im Wohnzimmer hatte ich erstmal komplett aufgemacht.Frische Luft.Genau das brauchte ich gerade.Ich blieb kurz davor stehen und atmete tief durch.Wie konnte es eigentlich sein, dass ich den Geruch von Julian so sehr mochte, dass ich manchmal gar nicht genug davon bekommen konnte, aber bei Markus gerade eher das Gefühl hatte, dass ich mich übergeben müsste?Das lag nicht daran, dass Markus komisch roch.Kein bisschen.Er trug Parfum und war generell gepflegt.Vor allem abends roch er öfter nach Schnaps und Zigaretten.Das mochte ich eher weniger. Aber gerade hatte er wirklich angenehm gerochen.Und trotzdem konnte ich es nicht leiden.Ich wollte diesen Geruch einfach loswerden.Ich schüttelte leicht den Kopf.Was dachte ich da eigentlich?Ich hatte gerade ernsthaft angefangen, mir Gedanken darüber zu machen, wie zwei Menschen rochen.Als wäre das irgendwie wichtig.
Das Gespräch mit Markus war mehr als nur unerwartet. Nicht nur wegen dem, was gesagt wurde. Sondern vor allem, weil ich überhaupt nicht damit gerechnet hatte. Also wirklich nicht. Niemals. Und dass ich es dann auch noch zugelassen hatte, dass er reinkam und wir stundenlang miteinander redeten. Gestern noch hätte ich definitiv gesagt, dass das niemals passieren würde. Julian hatte sich in der Zwischenzeit auch öfter gemeldet. Zum Antworten war ich allerdings nicht gekommen. Ich dachte viel zu sehr darüber nach, was Markus alles gesagt hatte. Irgendwie hatte ich das Bedürfnis, mit jemandem darüber zu reden. Aber das wäre wahrscheinlich noch keine gute Idee. Immerhin musste ich selbst erst einmal meinen Kopf sortieren. Sara hatte also gar nicht das Leben, das sie überall herum erzählte. Sie stalkte Markus und stellte alles anders dar. Jedem erzählte sie eine andere Geschichte. Immer genau so, wie es gerade passte. Und wenn ich ehrlich war, wusste ich mittlerweile nicht ei
Markus hatte deutlich mehr zum Frühstück bestellt, als ich erwartet hatte. Eigentlich hätte ich nicht einmal gedacht, dass man um diese Uhrzeit noch irgendwo Frühstück bestellen konnte. Es war immerhin fast dreizehn Uhr. Aber offenbar gab es für Markus keine Uhrzeit, zu der Frühstück keine gute Idee war. Ich nahm mir ein Stück von dem Toast und probierte es. Und verdammt. Es war richtig gut. Nicht, dass ich das gerade laut zugeben wollte. Ich hatte zwar Hunger gehabt, aber mein Kopf war viel zu voll, um das Essen wirklich genießen zu können. Trotzdem schaffte ich es irgendwie, ein paar Bissen zu essen. Ich sollte Markus später unbedingt fragen, woher das Essen kam. Das war viel zu gut. „Wo waren wir stehen geblieben?“, fragte Markus schließlich, während er sich etwas Rührei auf die Gabel lud. Ich sah ihn an. „Ähm … gute Frage.“ Ich ließ mich tiefer in die Couch sinken. „Mein Kopf raucht gerade.“ „Meiner auch.“ „Das beruhigt mich irgendwie.“ Er lachte kurz
Mit dem Kaffee in der Hand schlurfte ich zurück ins Wohnzimmer. Markus saß bereits auf der Couch und hatte sein Handy neben sich auf den Tisch gelegt. Vor ihm stand ein großer Becher Eiskaffee. „Willst du auch was trinken?“ Er hob kurz seinen Becher an. „Nein danke. Ich hab mir einen Eiskaffee mitbestellt.“ Ich nickte und setzte mich neben ihn. Eigentlich war mein Kaffee viel zu heiß, um ihn direkt zu trinken. Trotzdem nahm ich einen viel zu großen Schluck und verbrannte mir beinahe die Zunge. Perfekt. Genau das hatte mir jetzt noch gefehlt. Ich stellte die Tasse auf den Tisch und atmete tief durch. Irgendwie sagte mir das Gefühl in meiner Brust, dass ich besser schnell irgendetwas trinken sollte, bevor dieses Gespräch wirklich anfing. Denn sobald wir anfingen zu reden, würde es vermutlich kein Zurück mehr geben. „Okay“, sagte Markus schließlich. „Willst du anfangen? Vielleicht macht es am meisten Sinn, wenn wir wirklich beim Anfang beginnen.“ Ich sah ihn an und nickte.







