INICIAR SESIÓNEr sah, dass sie mit dem Hauptgericht fertig war. Nur der Nachtisch und ihr Lieblingssalat waren noch übrig.Wortlos griff er in die Innentasche seines Sakkos und stellte ein kleines Kästchen auf den Tisch.„Für dich.“Lydia sah erst das Kästchen an, dann ihn. „Was ist das?“„Ein Geschenk.“„Wir sind doch schon verheiratet“, sagte Lydia, ohne wirklich ablehnend zu klingen.„Und weil wir verheiratet sind, darf ich dir keine Geschenke mehr machen?“Lydia schnaubte leise, zog das Kästchen aber trotzdem näher zu sich. Langsam öffnete sie es und hielt dabei beinahe unbewusst den Atem an.Als sie den Deckel anhob, fing sich das Kerzenlicht im Kristall darin. Ein sanfter, bezaubernder Schimmer ging von ihm aus.Ein oval geschliffener Kristallanhänger mit klaren, präzisen Konturen schimmerte in tiefem Blau. Kein grelles, auffälliges Blau, sondern ein ruhigerer Ton, wie das Meer bei Einbruch der Nacht. Im Inneren brach sich das Licht in sanften Reflexen, als lägen dort Schichten eines
Der Himmel über Berlin wandelte sich langsam von blassem Orange zu einem tiefen, ruhigen Blau, während die Nacht hereinbrach. Hoch über der Stadt, fern von ihrem Lärm, stand ein privater Essbereich für sie bereit. Nicht übermäßig prächtig, nicht überladen, aber so intim, dass er nur ihnen beiden zu gehören schien. Dezente Lichter hingen ringsum, Kerzen flackerten warm auf dem Tisch, und leise klassische Musik lag in der Luft, ohne sich aufzudrängen.Als sie ankamen, hielt Lydia sofort inne.„Cale ...“ Sie wandte sich ihm zu, einen Moment lang sprachlos. „Ist das ... wirklich wahr?“Cale warf ihr nur einen kurzen Blick zu, seine Miene so gelassen wie immer. „Du hast gesagt, ich muss es wiedergutmachen.“„Um einen verpassten Nachtisch wiedergutzumachen, muss man doch nicht gleich so weit gehen“, erwiderte Lydia, doch das Lächeln auf ihren Lippen verriet sie.„Wenn ich nur halbe Sachen machte, hättest du wieder etwas auszusetzen.“Lydia schnaubte leise. „So schlimm bin ich nun auch
Warmer Dampf erfüllte den Raum und stieg in sanften Schwaden aus dem leicht gekräuselten Wasser auf. Tageslicht strömte durch die breite Fensterfront und fiel auf die Oberfläche des Whirlpools, von dem aus man das Herz Berlins überblicken konnte. Die Wärme hier drinnen wirkte im Kontrast zur Kälte draußen ... beinahe unwiderstehlich.Lydia stand ein paar Schritte entfernt und zögerte noch immer.Im Wasser saß Cale lässig zurückgelehnt. Ein Arm ruhte auf dem Rand. Sein Blick blieb auf sie gerichtet, seine Miene war viel zu gelassen.„Willst du da einfach stehen bleiben?“, fragte er beiläufig. „Ich habe dir doch schon angeboten, dich zu holen.“Lydia verschränkte die Arme vor der Brust. „Ich überlege noch.“„Was denn?“„Ob das hier eine Falle ist.“Cale lachte leise. „Falls es eine ist, merkst du das ein bisschen spät.“Lydia kniff die Augen zusammen, doch ihre Mundwinkel hoben sich leicht. Schließlich stieg sie langsam hinein. Das warme Wasser umschloss ihren Körper, und als sie
„Nein.“„Die Geschichte ist nämlich ... lang. Und sie bringt dich um den Schlaf.“„Das macht nichts“, erwiderte Lydia sofort. „Ich bin es gewohnt, lange wach zu bleiben.“Cale lächelte schwach. „Na gut ... wenn du es so willst.“ Er richtete sich ein wenig auf, seine Miene wurde ernster. „Und wie vorhin schon gesagt ... lass mich ausreden, wenn ich von etwas erzähle, das ich lieber vergessen möchte.“***Das Handy klingelte unablässig, sein schriller Ton drang in Lydias noch leichten Schlaf. Sie stöhnte leise, das Gesicht noch halb im Kissen vergraben, während ihre Hand blind über den Nachttisch tastete. Sie wollte nicht rangehen. Schon gar nicht nach einer Nacht, die sie körperlich und ... seelisch völlig auslaugte.Doch das Klingeln hörte nicht auf.Schwer seufzend öffnete Lydia ein Auge und griff nach dem Handy, langsam und widerwillig. Gerade wollte sie den Anruf wegdrücken, da erkannte sie den Namen auf dem Display.Althea.Mit einem Schlag war sie hellwach.Sofort richte
Die Schlafzimmertür stand noch einen Spalt offen.Das fiel Lydia von Anfang an auf, doch sie wollte es nicht ausnutzen. Sie wollte sich nur einen Moment sammeln und die diffuse Unruhe in sich besänftigen, die einfach nicht nachließ.Doch dann hörte sie seine Stimme.Cale.Sie hielt inne, bevor sie weiter ins Zimmer gehen konnte. Regungslos blieb sie hinter der Tür stehen und lauschte.Ihr Mann telefonierte. Sie wusste nicht, mit wem, aber es klang nach jemandem, der ihm nahestand. Jemandem, dem er vertraute. Vielleicht einer seiner zuverlässigsten Leute. Sicher war sie sich nicht.Eines wusste sie jedoch: Cale sprach anders.Leiser. Schärfer. Vorsichtiger. Ganz anders als der Mann, der auf der Rückfahrt so tat, als wäre nichts geschehen. Zwischen seinen Worten lagen Pausen, in denen eine unausgesprochene Anspannung spürbar wurde.Und irgendwie ... brachte Lydia es nicht über sich, weiterzugehen.Ihre Neugier hielt sie an Ort und Stelle, vor allem, als nach und nach unbekannte
Lydia erwiderte Cales Blick und musterte sein Gesicht, als könnte sie ihm die Wahrheit einfach ablesen. Sie stimmte nicht sofort zu. Doch nach einem Moment, in dem sie sich zwang, ihre Gedanken zu ordnen, atmete sie leise aus.„In Ordnung. Aber du erklärst mir alles, ja?“, sagte sie leise. „Keine Geheimnisse mehr?“Cale nickte, wenn auch mit einem Anflug von Zögern. „Ich versuche es.“Das genügte nicht. Nicht wirklich. Doch Lydia sah, dass er sich bemühte, so klein dieser Schritt auch war. Und dieser Abend verlangte ihr ohnehin schon zu viel ab, mit all den Dingen, die sie nicht verstand. Für den Moment musste seine Antwort genügen.Langsam wandte sie sich ab und ging wortlos zum Schlafzimmer.Mit schwereren Schritten als zuvor folgte Cale ihr bis zur Schlafzimmertür. Als diese sich hinter ihr schloss, blieb er stehen. Einige Sekunden stand er einfach nur da. Seine Züge spannten sich an, ein Anflug von Unbehagen huschte darüber. Doch seine Gedanken eilten bereits voraus, schneller
„Bist du völlig von Sinnen?“, fuhr Catherine Callister – oder einfach Kate – sie an, und ihre gellende Stimme zerriss die Ruhe des Gartens wie ein Messerstich. Ihre perfekt gepflegten Finger krallten sich so fest in Altheas Schulter, dass die zierliche Frau ins Wanken geriet. Die leichte Plastikgieß
„Ich werde wieder heiraten“, sagte Daven. „Und ich sage es nur einmal. Ich werde dich nicht um Erlaubnis bitten.“Er setzte seine Kaffeetasse mit einem harten Klirren ab – und beendete damit ein Frühstück, das er nicht einmal berührt hatte.Althea stand reglos neben dem langen Esstisch aus weißem
„Ich finde, diese Krawatte passt dir am besten.“Althea suchte eine aus Davens großer Sammlung heraus. Sie wusste, dass er ihre Nähe nur ertrug, aber sie verdrängte die Scham. Was sie sich vorgenommen hatte, musste funktionieren – zumindest bis der Monat vorbei war.Danach würden sich ihre Wege en
„Sag mal … bist du völlig verrückt geworden?“Althea verstand nur zu gut, warum ihre beste Freundin so reagierte, mit einem Gesichtsausdruck, der vor blanker Fassungslosigkeit förmlich erstarrte. Sie hatte Lydia alles erzählt – und obwohl keine einzige Träne gefallen war, wusste Lydia genau, wie ti







