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Kapitel 2

Author: Lola
Die Abneigung und der Unmut in den Augen des Mannes waren unübersehbar. Ein eisiger Schein glitt durch seine dunklen Augen.

Laura begegnete seinem Blick gelassen.

Das war ihr Ehemann, doch wenn er sie ansah, lag nie auch nur ein Fünkchen Zuneigung darin.

„Wäre das denn nicht besser so?“

Sie hob den Blick und sagte ruhig: „Fabian möchte, dass sie ihn begleitet. Warum sollte ich als Mutter ihn unbedingt verärgern? Außerdem habe ich an dem Tag tatsächlich etwas vor.“

Sie hatte an dem Tag wirklich etwas vor.

Dieser Herr Hofmann war ein mysteriöser Mann. Sie hatte zugesagt, ihn aufzusuchen, aber ihre Reise musste absolut vertraulich bleiben.

Daher musste sie ihre Bankkarte sperren lassen und eine neue beantragen, ebenso ihre Handynummer. Sie machte, anders als sonst, keine Szene.

Doch Julian runzelte tief die Stirn und starrte sie an.

Hätte es sich um die alte Laura gehandelt, sie hätte niemals zugestimmt. Sie hatte die Rolle der Frau Koch stets ernst genommen, geschweige denn zugelassen, dass Frieda sie bei einer Schulveranstaltung vertrat.

Was hatte sie jetzt schon wieder vor?

Ein spöttisches Funkeln glitt durch die dunklen Augen des Mannes. „Gut“, sagte er kalt. „Laura, bereue es später nicht. Dann gehen eben ich und Frieda mit Fabian zur Aufführung.“

Er würde schon sehen, was Laura jetzt wieder aushecken würde!

Julian drehte sich um und ging ins Arbeitszimmer, dessen Tür er heftig hinter sich zuschlug.

Auch Fabian runzelte bei Friedas Namen die Stirn. Mit dem ernsten Blick eines kleinen Erwachsenen sah er Laura missbilligend an.

„Mama, du hast selbst gesagt, Frau Schuster darf mitkommen. Du solltest dich nicht mit Papa streiten.“

Damit nahm er ernsthaft seinen kleinen Rucksack und ging in sein Zimmer. Die Stimmung um ihn herum glich der Julians auf frappierende Weise.

Zwei Türen schlossen sich.

Im leeren, geräumigen Wohnzimmer blieb nur Laura zurück.

Ihr Herz fühlte sich leer an, aber friedlich – kein Schmerz, keine Trauer, nur tiefe Befreiung.

So war es auch gut.

So konnte sie beruhigt gehen.

Laura nahm nicht an der Vorschulaufführung teil. Am nächsten Tag fuhr sie zur Villa der Neumanns, um die Dinge, die mit Julian zu tun hatten, abzuholen.

Seit der Oberstufe hatte sie ihn geliebt.

Damals waren die Neumanns noch nicht verarmt, sie war noch das Fräulein des Hauses gewesen.

Doch sie hatte sich in Julian verguckt und heimlich viele kleine Andenken an ihn gesammelt.

Einen Knopf von seinem Hemd, den Füller, den er benutzt hatte, seine alten Prüfungen mit Bestnoten...

Und das Tagebuch, in dem sie alles notiert hatte.

Später, als sie Julian heiratete, war sie nie wieder zur Villa zurückgekehrt, und diese Dinge waren dort geblieben.

Die Dinge blieben, doch die Menschen veränderten sich.

Lauras Blick streifte über die Zeugnisse ihrer absurden, hartnäckigen Schwärmerei, die mit siebzehn begonnen hatte.

Sie war in Gefühlsangelegenheiten etwas unbeholfen.

Meistens ungeschickt und tollpatschig, und sie gab nicht auf, bis es bitter endete.

Jetzt, im Rückblick, erschien ihr jedes einzelne Ding, das sie getan hatte, wie ein schlechter Witz.

Laura verpackte diese Gegenstände zusammen mit den Sachen vom Vortag und verstaute sie auf dem Dachboden.

Nach ihrer Abreise aus Berlin würde sie wohl lange nicht zurückkommen.

Die Villa bewahrte die Erinnerungen an ihre einstigen, schmerzhaften Anstrengungen und ließ sie nun endgültig zur Einsicht kommen.

Laura blieb bis zum Nachmittag in der Villa, bevor sie aufbrach.

Unterwegs rief Marie Zimmermann sie an und bat sie vorbei zu kommen, um die Kündigungsverfahren zu bestätigen.

Zufällig lag Maries Büro in der Nähe von Fabians Kindergarten.

Als sie eintraf, war die Veranstaltung gerade beendet.

Zahlreiche Reporter versperrten den Eingang des Kindergartens. Viele Blicke richteten sich auf Julian.

„Herr Koch, ist Frau Schuster Ihre seit Jahren heimlich verheiratete Ehefrau? Damals hieß es, Frau Schuster sei für ihre Karriere ins Ausland gegangen und Sie hätten sich deshalb getrennt. Haben Sie die ganze Zeit heimlich verheiratet?“

Fabians Kindergarten war exklusiv. Für die Aufführung hatte man extra Medien eingeladen, doch nun zogen Julian und Frieda mit ihrem Auftritt die ganze Aufmerksamkeit auf sich.

Damals hatten Laura und Julian heimlich geheiratet.

Julian hatte Fabians Existenz nie verheimlicht, aber in Berlin wussten nur wenige, wer die eigentliche Frau Koch war.

Und heute war das erste Mal, dass Julian eine Frau zur Veranstaltung seines Sohnes mitbrachte.

Dazu kam die enge Verbindung zwischen Frieda und Julian.

Kein Wunder, dass die Reporter sich ihre Gedanken machten.

Aus einiger Entfernung ruhte Lauras Blick auf Julian.

Julian war stets überzeugt, dass sie damals absichtlich schwanger geworden war, nur um in die Familie Koch einzuziehen. Daher hatte er ihren Status nie anerkannt.

Und heute, angesichts der Nachfragen der Reporter, wirkte der Mann kühl. Er schien die Stirn zu runzeln.

Gerade als Julian etwas sagen wollte, griff Frieda an seiner Seite ein. Sie biss sich auf die Lippe und sagte mit angeblicher Schamhaftigkeit und Zurückhaltung:

„Das ist Julians Privatangelegenheit. Heute sind wir hier, um Fabians Auftritt zu sehen. Bitte konzentrieren Sie sich auf die Leistung der Kinder.“

Die anwesenden Reporter waren allesamt erfahrene Profis und verstanden sofort.

Friedas Tonfall ließ sie unmissverständlich als Herrin des Hauses erscheinen.

Julian runzelte leicht die Stirn, doch sein Blick fiel auf Laura in der Nähe, und er stockte kurz.

Anders als sonst, ohne jedes Make-up, trug sie heute ein knallgrünes Kleid, ihr Make-up war perfekt, ihre langen Locken fielen offen herab, nur eine einfache Perlenspange steckte im Haar.

Rote Lippen, dunkles Haar, intensiv und leuchtend.

Jede Bewegung, jedes Lächeln war von anmutiger Grazie.

Plötzlich erinnerte er sich, dass Laura einst als eine der schönsten Frauen Berlins gegolten hatte.

Doch seit ihrer Heirat in die Familie Koch hatte sie sich selten so kleiden lassen.

Julians Sekretär traf ein und zerstreute die Medien.

Als die Menge sich auflöste, bemerkte auch Frieda Laura.

Ein flüchtiges Aufleuchten war in ihren Augen, als sie, Hand in Hand mit Julian und Fabian, auf sie zukamen.

Es sah aus wie die perfekte kleine Dreierfamilie.

Sie selbst wirkte eher wie eine Außenstehende.

Doch Laura betrachtete die Szene mit ruhiger Miene.

Kurz darauf strich Frieda eine Haarsträhne hinter ihr Ohr und erklärte elegant und bedauernd:

„Frau Neumann, entschuldigen Sie bitte. Die Medien waren so aufdringlich. Es wäre nicht gut, wenn Gerüchte aufkämen. Ich habe das nur gesagt, um sie loszuwerden. Frau Neumann nimmt es mir doch nicht übel, oder?“

Julian musterte Laura, die Stirn gefurcht, und sagte kühl: „Frieda wollte nur keinen Aufruhr verursachen. Hättest du nicht abgesagt, wäre es heute nicht dazu gekommen...“

Sogar Fabians kleines Gesicht war sorgenvoll verzogen. „Mama, Frau Schuster meint es doch nur gut mit uns.“

Zwar sah Mama heute anders aus, irgendwie schöner und auffälliger, aber Frau Schuster war nun mal seine Lieblingsperson. Er würde auf keinen Fall zulassen, dass Mama sie unfreundlich behandelte.

Bei diesen Worten blitzte es in Friedas Augen auf, und ihre Mundwinkel zogen sich leicht nach oben.

Sie hatte erwartet, dass Laura die Fassung verlieren und etwas sagen würde.

Doch stattdessen hob Laura im nächsten Moment nur die Lider, lächelte plötzlich und sagte: „Ich persönlich habe ja nichts dagegen. Ich fürchte nur, die Medien könnten Missverständnisse verbreiten, was weder Frau Schuster noch Fabian gut tun würde.“

Ihr war der Titel Frau Koch eigentlich schon egal.

Doch was falsch war, blieb falsch.

Wenn die Medien nur ein bisschen recherchieren, stellen sie schnell fest, dass Friedas Aufenthaltsorte und Fabians Geburtszeitpunkt nicht zusammenpassten.

Frieda war einen Moment sprachlos, und neben ihr runzelte Julian noch stärker die Stirn. Das seltsame, beunruhigende Gefühl in ihm wuchs.

Er hatte geglaubt, sie hätte gestern nur aus Trotz gehandelt.

Doch nun, selbst als die Medien seine Beziehung zu Frieda missdeuteten, machte sie keinen Aufstand.

Was war nur mit Laura los?

„Ich habe gesagt, was zu sagen war. Ich habe noch zu erledigen und gehe jetzt. Vielen Dank für Ihre Mühe heute, Frau Schuster.“

Laura zog ihren Blick zurück und sagte ruhig und musterte noch einmal die Art, wie Frieda sich als perfekte Familie präsentierte – diese Kulisse.

Julian und sie trugen zueinander passende Kleidung.

Ihr Sohn trug die passende Kindergröße und blickte zu Frieda auf, anhänglich und vertrauensvoll.

Laura senkte den Blick.

Frieda wollte doch ihren Mann und ihren Sohn?

Gut.

Sie würde ihr den Wunsch erfüllen.

Wenn sie ging, wäre die Position der Frau Koch automatisch frei.

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