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Kapitel 3

ผู้เขียน: Justus Richtig
Als die Beerdigung begann, hielt Lena vor allen Anwesenden ihre Trauerrede.

Zunächst war nur leises Schluchzen zu hören, doch schon bald steigerte es sich zu unkontrolliertem Weinen.

Die Menschen um sie herum sahen sie seltsam an, doch Lena bemerkte davon nichts.

Im Gegenteil – sie deutete die erstaunten Blicke als Zeichen tief bewegter Anteilnahme.

Als ein Mann sah, wie sehr sie weinte, reichte er ihr beim Verlassen der Bühne ein Taschentuch.

Lenas Augen leuchteten sofort auf – sie hielt das direkt für einen Flirtversuch.

Ihr Weinen wurde noch lauter, die Tränen liefen nun unaufhörlich wie eine gerissene Perlenkette.

Die Begleiterin des Mannes lachte sofort spöttisch auf und sagte verächtlich:

„Sie kommen aus dem Ausland und kennen wohl unsere Sitten nicht, oder?“

„Das ist eine Beerdigung – für wen genau spielen Sie hier eigentlich diese Klage-Show?“

Lena war überzeugt, die Frau war nur eifersüchtig, weil der Mann ihr Aufmerksamkeit schenkte, und entgegnete sofort trotzig:

„Der Tod des Herzogs berührt Sie offenbar überhaupt nicht – deshalb halten Sie selbst nicht einmal eine Träne für nötig!“

„So kaltherzig und gefühllos wie Sie sind, wagen Sie es überhaupt, mir die Sitten zu erklären?“

Nach dieser Antwort bemerkte Lena, dass sie mit ihrem Weinen tatsächlich Eindruck gemacht hatte – und sogar die adlige Frau daneben wirkte neidisch.

Sie war innerlich überzeugt: Die Klage-Show funktionierte.

Sofort zog sie auch die Schwiegermutter in das laute Klagen hinein, sodass der Lärm im Saal fast wie ein Megafon widerhallte.

Die anwesenden Gäste runzelten allesamt die Stirn.

Aus Angst vor weiterem Ärger bat man schließlich hastig einen Geistlichen mit besonderem Status, einzugreifenn – in der Hoffnung, dass eine Erklärung der britischen Trauersitten die Situation beruhigen würde.

Doch kaum hatte der Geistliche die Hand gehoben, um Lena tröstend auf die Schulter zu klopfen, sah sie zu ihm auf – und erkannte, dass es nur ein alter Mann war. Mit einer abweisenden Bewegung stieß sie ihn sofort weg.

Der Geistliche war von dieser groben Geste sichtlich verärgert, sein Gesicht verdunkelte sich und er warnte scharf:

„Hören Sie auf zu weinen! Bei einer Adelsbeerdigung wird stille Trauer erwartet!“

„Dieses Verhalten ist eine schwere Respektlosigkeit gegenüber dem Verstorbenen!“

Lena jedoch war überzeugt, der alte Mann habe nur versucht, sie anzumachen und greife sie nun aus Frust absichtlich an.

Sie fauchte sofort zurück:

„Selbst Gott lehrt Barmherzigkeit – nur Sie klammern sich an diese veralteten, starren Sitten!“

„Nicht einmal weinen darf man hier? Wollen Sie die menschliche Natur unterdrücken?“

Mit dieser völlig verdrehten Logik brachte Lena den Geistlichen völlig aus dem Konzept, sodass er lange sprachlos dastand und nicht wusste, was er sagen sollte.

Sofort richteten sich alle Blicke im Saal auf sie, und Lena wurde sofort überheblich.

Sie glaubte tatsächlich, ihre besondere Sichtweise und geschliffene Rhetorik hätten alle beeindruckt.

Die missbilligenden Blicke deutete sie lediglich als Neid anderer Frauen.

Sie beugte sich sofort zu Felix und flüsterte ihm zu:

„Felix, wein schnell! Siehst du nicht, wie sehr sie mich bewundern?“

„Wenn du mehr Kontakte zu Adligen knüpfen willst, ist das unsere Chance!“

Sobald Felix hörte, dass es ihm Vorteile bringen könnte, begann er ohne Zögern ebenfalls laut zu weinen – als hätte er selbst einen schweren Verlust erlitten.

In diesem Moment stand ich oben im zweiten Stock des Veranstaltungsortes, nachdem ich von einem Adligen unerwartet gerettet worden war.

Von dort aus sah ich diese absurde Klage-Show der Familie klar und deutlich.

Diese Idioten inszenierten unten ihre peinliche Klage-Show – völlig ahnungslos, dass die Gesichter der echten Adligen oben bereits vor Zorn versteinert waren, dunkel wie Tinte.

Die eigentliche Show hatte gerade erst begonnen.

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