LOGINZwei Tage vor Silvester wollte mein Freund Tobias Konrad mit seiner Assistentin Linnea Funke ans Meer fahren, um dort den Jahreswechsel zu verbringen. Ich machte keine Szene, packte ihm sogar fürsorglich den Koffer. Er aber spottete, dass ich endlich vernünftig geworden sei – nun, da ich schwanger war. Kaum war er weg, fuhr ich ins Krankenhaus und ließ das Kind abtreiben. Im letzten Leben hatte ich versucht, ihn mit dem Kind von der Reise abzuhalten. Und genau deshalb wurde Linnea am Meer brutal ermordet. Nach außen hin blieb Tobias gelassen. Aber kurz vor der Geburt schnitt er mir den Bauch auf und erdrückte unser Kind mit eigenen Händen. Erst da begriff ich, dass er mich die ganze Zeit gehasst hatte. Diesmal würde ich ihm alles nehmen.
View MoreDaniel öffnete kühl eine Wasserflasche und schüttete sie ihm über den Kopf. Tobias zuckte zusammen, einen Moment lang fassungslos.Als er mich erblickte, sprang er aufgeregt hoch.„Yvonne, endlich finde ich dich. Warum hast du den Türcode geändert? Ich habe alles mit Linnea geklärt. Es wird nie wieder eine Andere zwischen uns geben.“„Yvonne, lass uns wieder zusammenkommen. Bitte.“Tobias’ Gesicht war voller Hoffnung. Als er aber mein ausdrucksloses Gesicht sah, fiel diese Hoffnung in sich zusammen.„Yvonne, hast du es vergessen? Du trägst noch mein Kind. Willst du wirklich, dass mein Kind einen anderen Mann Papa nennt? Niemals stimme ich dem zu. Auch Daniel wird nicht freiwillig ein Kind großziehen, das nicht von ihm ist.“„Yvonne, sieh der Wahrheit ins Auge: Außer mir wird dich niemand wirklich lieben.“Daniel verlor die Geduld und trat ihn um.„Kannst du nicht einmal vernünftig reden? Wann habe ich gesagt, ich würde dieses Kind nicht großziehen? Wage es noch einmal, solchen Unsinn z
Ich wusste nicht, ob er die Wahrheit sagte oder log. Aber das war auch egal.Kühl löste ich seine Hände und sagte nüchtern: „Tobias, du träumst.“„Ich kann dich kaum noch ertragen. Eine Chance? Glaubst du, du verdienst eine?“„Geh und genieße das süße Leben mit deiner Linnea. Wenn du mir noch einmal unter die Augen trittst, dann gibt's keine Rücksicht mehr.“Tobias wollte nicht loslassen, wollte weiterstreiten, da trat plötzlich eine hochgewachsene Gestalt zwischen uns.„Sie hat sich klar genug ausgedrückt. Fass sie noch einmal an, dann sehen wir weiter.“Ich wusste nicht, wann Daniel hereingekommen war oder wie viel er mitbekommen hatte. Sein markantes Gesicht zeigte weder Freude noch Zorn, aber ich spürte, dass er innerlich triumphierte.Verständlich. Endlich hatte er sich seinen Platz in der Familie Konrad gesichert, endlich konnte er all den Hass und Groll der Jahre auslassen. Er hatte Grund, zufrieden zu sein.Daniel war ein guter Kämpfer. Es brauchte nicht viele Schläge, und Tobi
Zehn Jahre waren vergangen, und er hatte es längst vergessen.All die Jahre hatte nur ich noch in der Vergangenheit gelebt. Meine eigene Schwärmerei hatte mich am Ende in seinen Händen elendig zugrunde gehen lassen.Ich schloss die Augen, meine Hände zitterten. Die Erinnerung an mein letztes Leben saß so tief, dass mich allein der Gedanke wieder mit Angst überflutete.Plötzlich verlor Tobias die Fassung. Er zog mich in seine Arme, drückte mich so fest, dass ich kaum noch atmen konnte.„Bitte, Yvonne, wähle nicht Daniel. Ich weiß, ich habe dich verletzt. Aber wir sind zusammen aufgewachsen. Ich glaube nicht, dass du dich in einer Nacht in jemand anderen verlieben kannst.“„Daniel ist kein guter Mensch. Glaubst du, er hat all die Jahre still gehalten? Nein. Mein Vater hat ihn und seine Mutter im Stich gelassen, ihn ins Ausland abgeschoben und nie nach ihm gefragt. Er hasst meinen Vater, er hasst die ganze Familie.“„Er heiratet dich nur, weil er dich benutzen will. Yvonne, fall nicht auf
„Welche Verlobte denn? Und wer bist du überhaupt, dass du es wagst, mir in die Quere zu kommen? Daniel, scher dich zurück ins Ausland.“Tobias holte plötzlich aus und schlug Daniel ins Gesicht.Im Separee brach Chaos aus.Daniel ließ sich nicht zurückhalten. Er schlug zurück, einmal, zweimal – mit voller Wucht.Jemand hatte den Sicherheitsdienst gerufen. Tobias wurde von zwei Männern festgehalten. Ich sah die Blutergüsse an Daniels Mundwinkel und richtete einen kalten Blick auf Tobias.„Was rastest du eigentlich aus? Tobias, nur weil du Daniel hasst, heißt das nicht, dass ich dich nachmachen muss.“„Wolltest du mich nicht ohnehin nicht heiraten? Ich tu dir den Gefallen. Du solltest dich freuen. Jetzt kannst du für immer mit Linnea zusammen sein.“Tobias presste die Zähne zusammen, seine Gesichtsmuskeln zuckten.Das Separee war ohnehin nicht mehr zu gebrauchen. Der Hotelmanager arrangierte einen anderen Raum. Außer Tobias und seiner Mutter waren alle mit dieser Verlobung sehr zufrieden.





