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Kapitel 10

Penulis: Celeste
Die Szene zog natürlich alle Anwesenden an. Valentina hatte aus Rücksicht auf Adrians Gefühle früher selten mit dieser Gruppe getrunken.

Viele sahen sie zum ersten Mal trinken und konnten sich einen Scherz nicht verkneifen: „Frau Sommer erweist uns ja eine große Ehre.“

Valentina verdrehte innerlich die Augen.

Für diese paar Millionen musste sie den Respekt erweisen.

Sie stellte das Glas ab, ein Lächeln auf den Lippen, und sah Sebastian an.

Doch Sebastian rührte sich nicht. Also griff sie nach dem nächsten Glas und kippte es hinunter. Das Glas hatte einen großen Rand, und beim hastigen Trinken lief Alkohol über ihre Mundwinkel.

Der dunkelgoldene Alkohol floss von ihren Lippen über ihr Kinn und dann ihren weißen Hals hinab.

Schließlich über ihr Schlüsselbein, wo er in der stolzen Rundung ihrer Brust verschwand.

In diesem Moment richteten sich alle Blicke auf Valentina. Niemand bemerkte, wie Sebastians Adamsapfel sich leicht bewegte, während er sie anstarrte.

Nach mehreren Gläsern färbten sich Valentinas Wangen rosig.

Doch Sebastian gab ihr noch kein Zeichen aufzuhören. Besonders das Mädchen neben ihm füllte die leeren Gläser immer wieder nach.

Valentina hielt sie nicht auf, trank aber verbissen Glas um Glas.

Bis zum wer-weiß-wievielten Glas zeigte dieser Mistkerl Sebastian immer noch keine Reaktion.

Plötzlich wurde die Tür des Separees aufgestoßen. Das Geräusch war laut genug, dass alle hinübersahen.

Als Valentina erkannte, wer da stand, stockte ihre Bewegung, das Glas am Mund.

Bevor sie etwas sagen konnte, sprach Adrian. Mit düsterem Gesicht starrte er Valentina an und warf ihr vor: „Du sagtest, du hast heute ein Geschäftstreffen. Hier willst du Geschäfte machen?“

„Valentina, hast du überhaupt kein Schamgefühl mehr?“

Valentinas vom Alkohol benebelte Augen wurden kalt. Sie presste ihre kirschroten Lippen zusammen. Gerade als sie etwas sagen wollte, sprach Sebastian.

Er lachte spöttisch durch die Nase und sah Valentina mit einem undurchdringlichen Lächeln an: „Frau Sommer sollte ihre eigenen Angelegenheiten erst klären, bevor sie mit mir verhandelt.“

Es ging offensichtlich um Geschäftliches, doch Valentinas Ohren vernahmen in seinen Worten einen anderen Unterton.

Bevor sie darüber nachdenken konnte, stand Sebastian bereits auf und ging.

Er war groß, fast einen Meter neunzig, und seine Präsenz wirkte einschüchternd. Als er aufstand und ging, wagte niemand im Raum ein Wort zu sagen.

Valentina runzelte die Stirn und sah Adrian an: „Reicht es jetzt? Ich habe dir doch gesagt, dass zwischen uns alles vorbei ist!“

Sie hatte Adrian so satt.

Konnte er für den gescheiterten Deal aufkommen?

Offensichtlich nicht.

Valentina stand wütend auf, um zu gehen, doch Adrian packte ihr Handgelenk und zerrte sie hinaus.

Die Anwesenden schwiegen und beobachteten mit klatschsüchtigen Augen die Szene.

Die bereits angetrunkene Valentina wurde von ihm nach draußen gezogen. Adrian war wirklich wütend.

Er hatte gerade Lukas’ Social-Media-Post gesehen und erfahren, dass Valentina hier war. Auf Lukas' Foto hatte er gesehen, wie Sebastian Valentina ansah, während sie trank.

Dieser Blick war wie der eines Jägers, der seine Beute fixiert hatte.

Als Mann wusste er nur zu gut, was das bedeutete.

Sein Besitzanspruch erlaubte es ihm nicht, dass seine Frau von einem anderen Mann begehrt wurde.

Valentina stolperte und wurde auf die Rückbank seines Autos gestoßen.

Ohnmächtig sah Valentina zu, wie Adrian sich auf sie warf. Wütend schlug sie ihm ohne zu zögern ins Gesicht.

„Adrian, spinnst du komplett?“ Valentina konnte nicht anders, als zu fluchen.

Adrians Augen waren blutunterlaufen. Er starrte von oben auf sie herab: „Was ist? Willst du nicht mit mir schlafen? Willst du lieber mit Sebastian ins Bett, oder was?“

Plötzlich packte er Valentinas Kinn. Sein eigentlich ganz attraktives Gesicht war von Düsternis überzogen.

„Glaubst du wirklich, Sebastian interessiert sich für dich? Valentina, träum weiter!“

Valentina versuchte sich aufzurappeln, doch Adrian hatte bereits einen Träger ihres Kleides zerrissen.

Plötzlich bebte das gesamte Fahrzeug. Adrian wurde vom Aufprall von ihr geschleudert.

„Ahh…“

Adrian stieß einen Schmerzensschrei aus. Valentina rappelte sich panisch auf und sah, wie Adrian sich auf dem Boden des Autos zusammenkrümmte.

Vor der Autotür stand ein Bentley Mulsanne mit Warnblinker.

Einen Moment später setzte der Bentley zurück, und ein großer, langbeiniger Mann stieg aus und kam näher.

Was für ein Zufall – es war Sebastian.

Er hatte eine Zigarette im Mund, auf seinen Lippen lag ein nachlässiges Lächeln: „Entschuldigung, mein Fuß ist ausgerutscht und das Auto außer Kontrolle geraten. Ist Herr Berg in Ordnung?“

Er sagte zwar „Entschuldigung“, doch sein Gesicht zeigte keinerlei Bedauern.

Adrians Bein war außerhalb der Autotür gewesen und wurde direkt vom Wagen getroffen. Gebrochen.

Er war im Luxus aufgewachsen und hatte nie solche Schmerzen ertragen müssen. Jetzt konnte er vor Schmerz kein Wort herausbringen und wimmerte nur, sein Bein umklammernd.

Valentina fühlte sich plötzlich benommen und übel.

Was für einen Mann hatte sie eigentlich einmal geliebt?

Sebastian trat näher. Seine gleichgültigen Augen wanderten kurz über Valentina, dann zu dem sich am Boden windenden Adrian: „Alle Kosten werde ich selbstverständlich übernehmen. Wenn Herr Berg weitere Ansprüche hat, kann er mich in meiner Firma aufsuchen.“

„Oder einen Anwalt einschalten.“

Valentina lehnte sich an das Auto, als hätte sie gerade eine Katastrophe überlebt. Ihre Hände zitterten, als sie in ihrer Tasche nach etwas suchte. Nach einer Weile fand sie nicht, was sie suchte, und drehte sich zu Sebastian: „Haben Sie eine Zigarette?“

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