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Verbotene Bande - Kapitel 2

last update Zuletzt aktualisiert: 15.01.2026 00:28:52

Kapitel 2

Kaum war das Taxi von Marinas Mutter am Ende der Straße verschwunden, als eine neue Art von Elektrizität das Haus erfüllte. Marina blieb auf der Veranda stehen, die Finger um die noch von der Nachmittagssonne warme Gitterbalustrade geschlungen, und beobachtete, bis zu dem letzten Moment, als das Auto um die Ecke bog. Drei Tage. Zweiundsiebzig Stunden gefährlicher Freiheit.

Drinnen im Haus hatte sich Ricardo bereits in seinem Büro eingeschlossen – seine Zuflucht seit jener Nacht auf de
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    Laurens Absätze berührten sanft den polierten Marmor der Galerie und hallten zwischen leisen Gesprächen und dem Klirren von Kristallgläsern wider. Sie ließ die Finger über ein Glas Rotwein gleiten und betrachtete das Werk vor sich – eine Explosion aggressiver Farben und Pinselstriche, die zu bluten schienen. Das beunruhigte sie. Oder vielleicht war es nur das elegante Unbehagen, dort zu sein, unter Fremden, die so gut in diese Welt sozialer Masken und verhaltener Lächeln passten.Sie hatte die Einladung in letzter Minute aus einem Impuls heraus angenommen, oder vielleicht aus Langeweile. Nach Wochen, in denen sie in vorhersehbaren Routinen und unangenehmen Stille in ihrer eigenen Wohnung versunken war, schien ein nächtliches Event vielversprechend. Aber jetzt, mit dem dritten Glas Wein in den Fingern und dem engen schwarzen Kleid, das aufgrund der subtilen Wärme im Raum an ihrem Rücken klebte, begann Lauren zu zweifeln, ob sie hierhergehörte.„Versuchst du zu verstehen oder nur zu füh

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    Die Nachricht wurde kurz nach Mitternacht gesendet.„Zeig mir alles.“Theo antwortete nur mit der Adresse eines Hotels. Eines der diskretesten der Stadt, in einem hohen Stockwerk mit Blick auf die Skyline. Alys spürte, wie sich ihr Magen zusammenzog, als sie die Benachrichtigung erhielt, nicht aus Furcht, sondern aus Vorfreude. Sie fühlte, als ob ihr ganzer Körper von der Erinnerung an die letzte Nacht vibrierte – das weiße Hemd, die Linse der Kamera, seine Finger in ihr.Jetzt war es mehr. Ein Schritt weiter. Ein gewähltes Risiko.Sie kam im Hotel an, in einem kurzen schwarzen Kleid, ohne BH, ohne Slip. Nur die Haut, bedeckt von Stoff und Verlangen. Im Aufzug hielten ihre Hände die Clutch fest, aber die Knie verrieten bereits die Anspannung. Als die Zimmertür sich öffnete, wurde sie von einem warmen Duft nach Zimt und Bernstein empfangen. Kerzen brannten diskret an strategischen Punkten. Das Zimmer war in ein warmes Halbdunkel getaucht, durchschnitten vom Reflex der Stadt im Panorama

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    Das Studio von Theo befand sich in einem alten Gebäude mit einer Fassade aus roten Ziegeln, versteckt am Ende einer engen Straße. Sie stiegen zwei Treppenfluchten schweigend hinauf, die Schritte hallten von den Wänden wider. Mit jedem Schritt fühlte Alys ihren Körper wacher werden. Es war keine Angst. Es war genau die Spannung, die der Berührung vorausgeht – jene hauchdünne Linie zwischen Verlangen und Schwindel.Theo schloss die Tür auf und stieß sie mit der Schulter auf. Das Innere war in ein warmes Halbdunkel getaucht. Bernsteinfarbene Lampen hingen von der Decke und warfen weiche Schatten auf die Objekte: ein dunkles Lederdivan, dichte Vorhänge, ein Stativ mit Kamera, ein Tisch mit Filmrollen, Stoffen, dünnen Lederriemen und… ein Kleiderbügel mit einem weißen Hemd. Nur das Hemd.Alys blieb auf der Schwelle stehen und beobachtete alles schweigend.„Schließ die Tür“, sagte Theo, ohne sich umzudrehen. Er ging bereits zu einer Bank, wo er eine seitliche Lampe anzündete, intimer. „Wir

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    Die schwarze Karte lag drei Tage lang auf Alys’ Nachttisch. Immer am selben Platz, immer mit demselben stillen Hohn auf sie starrend. Jedes Mal, wenn ihr Blick auf das matte Rechteck fiel, erzitterte etwas in ihr – es war keine Angst, sondern eine Art alter Angst, als ob ihr Körper wüsste, dass diese Nummer Konsequenzen barg.Am Morgen des vierten Tages gab sie nach.Sie wählte die Nummer mit der Ruhe einer Person, die bereits entschieden hatte, obwohl ihre Hände etwas anderes verrieten. Das Telefon klingelte zweimal, bevor abgenommen wurde.„Alys“, sagte er, ohne dass sie sich vorstellen musste.Ihr Name in seiner Stimme klang wie ein intimes Flüstern, als ob er sie länger als nur eine Nacht kannte.„Theo“, antwortete sie kontrolliert. „Ich hoffe, ich störe nicht.“„Kommt darauf an, was du stören möchtest.“Sie lächelte, auch wenn er es nicht sehen konnte.„Ich dachte, wir könnten unser Gespräch über Kunst fortsetzen.“„Faszinierend, wie das immer ein guter Vorwand ist“, sagte er, un

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    Das Licht der Galerie war sanft, diffus, als wollte es weder die Werke noch die aufmerksamen Augen, die sie betrachteten, blenden. Alys schritt zwischen den Gästen mit der Sicherheit von jemandem, der jeden Zentimeter dieses Raums kannte, jeden Pinselstrich der ausgestellten Leinwände. Es war ihre dritte Solo-Kuratur, aber vielleicht die kühnste. Das Thema der Ausstellung war direkt, provokativ: „Die Haut als Grenze“.Fotografien, Skulpturen, Gemälde und interaktive Installationen drehten sich um die Berührung, ihre Macht, ihre Abwesenheit, ihre Erinnerung. Alys glaubte, dass der Körper Gedächtnis hatte, dass die Haut Geschichten wie Pergament einprägte. Und an diesem Abend wollte sie die Reaktionen sehen, die Blicke beobachten, die Intensität der zurückgehaltenen Lächeln oder der Röte messen, die vor den intimsten Werken aufstieg.Sie trug einen maßgeschneiderten schwarzen Anzug, minimalistisch, aber elegant. Der Stoff umschmeichelte ihren Körper diskret, enthüllte mehr durch Bewegun

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