Mag-log inDie Gasse war ein Tunnel aus Dunkelheit, nur durchbrochen vom schwachen Licht einer flackernden Laterne, die zu zögern schien, das zu enthüllen, was dort geschah. Der Regen fiel jetzt stärker, tropfte vom Dach der verlassenen Brücke, jede einzelne Tropfen ein Trommeln, das in Juan Cortez’ Brust widerhallte. Er stand aufrecht da, die durchnässte Uniform klebte an seinem muskulösen Körper, das Abzeichen glänzte wie eine nutzlose Erinnerung an seine Autorität. Susan, die dreiste Blondine, stand nur wenige Zentimeter von ihm entfernt. Ihre grünen Augen funkelten vor Boshaftigkeit, der zerrissene Blazer gab den Ansatz ihrer Brüste frei – nass und provozierend. Neben ihr zitterte Kira, die kleine Asiatin, unter dem Regen, doch ihre braunen Augen trugen nun einen Schimmer, der Angst und Wagemut vermischte. Die Handschellen hingen locker an ihren Handgelenken, ein Symbol der Macht, das Juan mit jeder Sekunde mehr entglitt.„Also, Polizist“, sagte Susan, ihre Stimme ein tiefes Schnurren, fast
Der Regen trommelte weiter auf das Dach des Streifenwagens, ein monotoner und hartnäckiger Rhythmus, der die dichte Stille im Inneren des Autos noch zu verstärken schien. Das ständige Geräusch drang in Juans Gedanken ein und vermischte sich mit dem Wirbelsturm, der ihn bereits quälte. Er umklammerte das Lenkrad so fest, dass die Knöchel weiß hervortraten, als könnte diese Geste ihn an seine Pflicht binden und verhindern, dass sein Körper der immer noch pochenden Hitze nach dem Zusammenstoß unter der Brücke nachgab.Die Erinnerung war grausam: Susans zerrissenes Blazer, die entblößte Haut, ihre Finger, die mit fast unverschämter Kühnheit seine Brust drückten. Er wusste – mit jeder Faser seiner Vernunft –, dass es sich nur um eine Falle handelte. Doch das Bewusstsein löschte die Wirkung nicht aus. Das Bild blieb hartnäckig in seinem Kopf haften und vibrierte wie eine vergiftete Versuchung.Auf der Rückbank saß Susan weiterhin in Handschellen. Ihre blonden Haare, nun vom Regen dunkel, kl
Er ignorierte die Provokation und umklammerte das Lenkrad. Kira hingegen schluchzte und erklärte mit zitternder, wirrer Stimme, dass sie ihr Stipendium verlieren würde, wenn sie verhaftet würde, dass ihr Austauschprogramm, ihre akademische Laufbahn, einfach alles von diesem Moment abhing. Juan seufzte, sie tat ihm leid, doch er bewahrte seine Professionalität.Juan bemerkte, dass Susan ungewöhnlich still war; er blickte in den Rückspiegel und sein Herz raste. Susans Augen waren geschlossen, sie atmete schwer, ihr Körper regungslos. Ein Schauer lief ihm über den Rücken. Ohne zu zögern, bremste er ab und hielt den Wagen unter der verlassenen Brücke an, die Reifen quietschten leise auf dem nassen Asphalt.Susan lehnte sich zur Seite und wirkte fast atemlos. Juan runzelte besorgt die Stirn und blickte in den Rückspiegel:„Alles in Ordnung?“Kira schluchzte verzweifelt in Tränen:„Sie … sie hat Asthma! Bitte … nein … sie braucht ihr Inhalationsgerät!“Susan blieb regungslos liegen, ihr Kör
Feiner Regen fiel auf die stillen Straßen der Stadt und spiegelte das gelbe und rote Licht der Laternen wider, wodurch der Asphalt glatt und beinahe hypnotisch wirkte. Juan Cortez schnallte sich mit einer Hand an, während er mit der anderen das Lenkrad umklammerte; seine Unterarmmuskeln waren angespannt. Das Funkgerät knisterte und übermittelte die dringende Stimme der Leitstelle:„Einheit 12, Alarm im Juweliergeschäft Diamond Crest, Nordsektor. Verdacht auf Einbruch.“„Empfangen. Bin unterwegs“, antwortete er und fixierte die durchnässte Straße mit den Augen.Zwei Jahre lang hatte er sich nichts anderes als die Arbeit erlaubt. Zwei Jahre seit der Scheidung, die sein Privatleben zerstört und ihm nur noch seine Uniform, seine Dienstmarke und seine verzierte Polizeiuniform gelassen hatte. Jeder Einsatz war nun eine Sucht, ein Grund, die Welt unter Kontrolle zu halten, und darin war er gut – tadellos, kalt, tödlich in der Präzision seiner Pflicht.Das Juweliergeschäft lag am Ende einer s
In jener Nacht herrschte Stille im Herrenhaus. Der Speisesaal wurde nur von hohen Kerzen erhellt, die auf dem Marmortisch aufgereiht waren. Ihre Flammen flackerten und spiegelten sich im Kristallglas und dem makellosen Schliff des Silberbestecks. Der Duft von sanften Gewürzen, vollmundigem Rotwein und, dahinter all dem, der unverkennbare Duft von Helenas Körper – der Duft, der Lucas' Erinnerungen bereits durchdrungen hatte – lag in der Luft.Vorsichtig betrat er den Raum, sein Herz schwer. Er trug das schwarze Hemd, das sie sich gewünscht hatte, die Ärmel bis zu den Unterarmen hochgekrempelt, sodass seine angespannten Muskeln sichtbar wurden. Er sah gut aus, fühlte sich aber nicht selbstsicher. Die Enge in seiner Brust rührte nicht von der Kleidung her, sondern von dem Bewusstsein, dass dies das Ende war.Helena wartete bereits auf ihn, am Kopfende des Tisches sitzend. Das lange schwarze Kleid schien wie für sie maßgeschneidert. Der Ausschnitt war dezent, ohne zu viel preiszugeben, un
„Vertrau mir“, sagte sie, ihre Stimme nun ein intimes Flüstern, fast zärtlich, doch mit einem Hauch von Autorität, der keinen Zweifel zuließ. „Oder besser: Lerne, keine Wahl zu haben.“Lucas schluckte schwer, sein Mund war plötzlich trocken. Er spürte ihre Hände über seine Brust gleiten, ihre Nägel zeichneten langsame, bedächtige Linien, als wollten sie eine Landkarte des Besitzes erstellen. Jede Berührung war ein stummer Befehl, ein Anspruch. Er wollte sie berühren, sie an sich ziehen, doch die Seide an seinen Handgelenken und die Augenbinde hielten ihn gefangen, unterwürfig.Helena führte ihn zum Bett und schob ihn sanft hin. Die Matratze gab unter seinem Gewicht nach, und das Geräusch ihres zu Boden fallenden Kleides ließ ihn den Atem anhalten. Er stellte sich die Kurven vor, die er bereits kannte, nun frei, entblößt, aber unberührbar. Der Gedanke quälte ihn ebenso sehr wie er erregte.„Du bist jung, Lucas“, sagte sie mit schwerer Stimme, in der sich Provokation und Erfahrung vermi







