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Verbotene Bande - Kapitel 1

last update Zuletzt aktualisiert: 15.01.2026 00:26:33

Kapitel 1

Die Sommerhitze schien sich für immer in diesem Haus eingenistet zu haben. Die seit Wochen kaputte Klimaanlage verwandelte die Räume in feuchte Treibhäuser, und Marina, 22 Jahre alt, wusste nicht mehr, wie sie sich abkühlen sollte. Nur mit einer kurzen Shorts und einem Trägertop bekleidet, das ihre sonnengebräunten Schultern freiließ, streckte sie sich auf dem Sofa im Wohnzimmer und versuchte, etwas Luft vom offenen Fenster aufzufangen.

Es war ihre zweite Woche zurück im Haus ihrer Mutter nach der Trennung von Lucas. Zwei Jahre Beziehung waren den Bach runtergegangen, als er gestand, sie mit einer Kollegin aus der Arbeit betrogen zu haben. Marina schwor, nie wieder einem Mann zu vertrauen – doch in den letzten Tagen war da ein Blick gewesen, der diese Entscheidung in Frage stellte.

Ricardo, ihr Stiefvater, saß im Sessel nebenan und tat so, als läse er ein Buch. Er war 45, sein Körper immer noch straff von jemandem, der nie aufgehört hatte, in der Garage Gewichte zu heben, und er hatte eine ruhige Art, die sie immer beruhigt hatte. In den fünf Jahren seit seiner Hochzeit mit ihrer Mutter hatte Marina ihn nie als mehr als eine väterliche Figur gesehen. Bis jetzt.

In den letzten Wochen war ihr etwas anderes aufgefallen. Ein längerer Blick, wenn er dachte, sie merkte es nicht. Ein Händedruck, der eine Sekunde zu lange dauerte. Und vor allem die Art, wie seine dunklen Augen über ihren Körper glitten, wenn sie kürzere Kleidung trug – als könnte er seine Reaktion nicht kontrollieren.

An diesem Abend, während sie sich auf dem Sofa reckte, spürte sie das Gewicht seines Blickes. Marina tat so, als bemerkte sie es nicht, bog aber langsam den Rücken und streckte die Arme über den Kopf. Die Bewegung zog ihr Top nach oben und ließ einen Streifen glatter Haut direkt über der Taille ihrer Shorts sichtbar werden.

»Es ist wirklich sehr heiß, nicht wahr?«, murmelte sie, warf ihr Haar zurück und drehte den Kopf in seine Richtung.

Ricardo wandte seine Augen zu schnell ab.

»Ja… es ist unerträglich.« Er klappte das Buch mit einem Knall zu und stand auf, ging in die Küche.

Marina lächelte für sich. Er ist geflohen.

Es war nicht das erste Mal, dass sie die Grenzen austestete. Am Tag zuvor, als er im Flur an ihr vorbeiging und ihre Körper sich fast berührten, hatte sie ihre Hand leicht über seinen Arm gleiten lassen. Er hatte einen Moment innegehalten, als erwäge er etwas, war dann aber wortlos weitergegangen.

Jetzt, als sie das Geräusch des geöffneten Kühlschranks aus der Küche hörte, stand sie auf und ging dorthin. Ricardo stand mit dem Rücken zu ihr und holte eine Wasserflasche heraus. Marina lehnte sich in den Türrahmen und beobachtete, wie sich die Muskeln seines Rückens unter dem vom Schweiß durchtränkten weißen T-Shirt spannten.

»Gibst du mir auch etwas?«, fragte sie und achtete darauf, ganz nah zu sein, als er sich umdrehte.

Er zögerte, reichte ihr aber die Flasche. Marina schloss ihre Finger darum und ließ ihre Hände einen verlängerten Moment lang sich berühren.

»Danke.« Sie führte die Flasche an die Lippen, trank langsam und wusste, dass er die Bewegung ihrer Kehle beobachtete. Als sie fertig war, fuhr sie sich mit der Zunge über die Lippen und tat so, als bemerke sie nicht, wie sein Atem schwerer wurde.

»Marina…«, begann er mit warnendem Unterton.

»Hmm?« Sie neigte den Kopf unschuldig.

Er schien gegen etwas anzukämpfen, bevor er seufzte.

»Nichts. Ich gehe duschen.«

Sie sah ihn die Küche verlassen und bemerkte, wie seine Hände leicht angespannt waren. Er hält sich zurück. Die Vorstellung erregte sie mehr, als sie sollte.

Als sie die Dusche laufen hörte, ging Marina zurück zum Sofa, legte sich diesmal aber auf den Bauch und ließ ihre Beine gerade so weit geöffnet, dass er, wenn er zurückkäme, die Kurve ihres Pos unter der engen Shorts sehen konnte.

Das Geräusch des laufenden Wassers hörte nach ein paar Minuten auf. Sie stellte sich Ricardo dort vor, nackt, sich abtrocknend… vielleicht an sie denkend. Sie presste die Oberschenkel zusammen und spürte eine andere Art von Wärme als die stickige Hitze, die sich in ihrem Körper ausbreitete.

Als er wieder erschien, nur mit einer Bermudashorts bekleidet und mit dem noch feuchten Oberkörper, rührte Marina sich nicht. Sie wusste, dass er alles sehen konnte – die Abdrücke des BH-Trägers auf ihrem Rücken, die weiche Haut an ihren Oberschenkelinnenseiten…

»Marina.« Diesmal war seine Stimme fester.

Sie drehte den Kopf und sah ihn über die Schulter an.

»Ja?«

Er schien in einem inneren Konflikt gefangen, doch dann veränderte sich etwas in seinem Ausdruck. Anstatt zurückzuweichen, trat er einen Schritt vor.

»Weißt du, was du da tust?«, fragte er leise.

Sie hielt seinem Blick stand, herausfordernd.

»Und wenn ich es wüsste?«

Die Stille zwischen ihnen wurde geladen, schwer wie die feuchte Luft dieser Sommernacht. Ricardo atmete tief ein, seine Nasenflügel weiteten sich, seine Finger zuckten unwillkürlich an seiner Seite, als kämpfte er gegen den Impuls an, sie zu berühren. Seine Brust hob und senkte sich unter dem am verschwitzten Torso klebenden T-Shirt, und Marina konnte fast das Blut in seinen Schläfen pochen hören.

»Das kann nicht passieren«, wiederholte er, aber seiner Stimme fehlte die frühere Festigkeit. Es war ein heiseres Flüstern, mehr ein Hilferuf als eine Ablehnung.

Marina setzte sich langsam, absichtlich, und ließ das Sofa unter ihrem Gewicht ächzen. Sie ließ ihre Beine nur wenige Zentimeter weiter geöffnet, gerade genug, dass der dünne Stoff der Shorts beinahe, beinahe alles preisgab. Ihre Knie streiften jetzt seine Oberschenkel, während er wie eine Statue reglos blieb, gefangen zwischen Pflicht und Verlangen.

»Warum nicht?«, hauchte sie und beugte sich vor. Der Ausschnitt ihres Tops senkte sich leicht und ließ den Schatten zwischen ihren Brüsten erkennen.

Ricardo schluckte trocken. Seine Augen, dunkel wie starker Kaffee, glitten zu ihrem Mund, dann weiter nach unten und verrieten den inneren Kampf. Der unrasierte Bart kratzte an seinem Kinn, als er die Zähne zusammenbiss, als versuchte er, sich unter Kontrolle zu halten. Doch als Marina ihre Hand hob und seinen Unterarm berührte, zitterten seine Muskeln unter der gebräunten Haut.

»Du weißt warum«, antwortete er endlich, aber es war eine fragile Lüge. Seine Stimme war rau, verändert, und Marina spürte einen perversen Triumph, als sie die wachsende Wölbung in seiner Bermudashorts bemerkte.

Sie ließ ihre Finger zu seinem Handgelenk gleiten und spürte den rasenden Puls.

»Ich glaube, du willst es genauso sehr wie ich.«

Er antwortete nicht. Er schaute nur, und zum ersten Mal gab es keine Maske, keine Scham. Nur rohes, animalisches Verlangen, ein Blick, der Marinas Magen vor Vorfreude zusammenzog. Ihre Lippen öffneten sich leicht, und sie stellte sich vor, wie es wäre, diesen Mund auf sich zu spüren, heiß und ungeduldig.

Die Spannung in der Luft war unerträglich, elektrisch. Ein Draht, der jeden Moment reißen könnte.

Dann trafen sie die Schritte im Garten wie ein eimer kaltes Wasser. Marinas Mutter, leise vor sich hin summend, schlurfende Flip-Flops auf der Veranda.

Sie trennten sich wie zwei Verbrecher. Ricardo wich zwei Schritte zurück, fuhr sich mit einer Hand über das Gesicht, als wolle er den schuldigen Ausdruck auslöschen. Marina, langsamer, richtete ihr Top mit leicht zitternden Fingern.

Doch als er sich umdrehte, um den Raum zu verlassen, sagte der Blick, den er ihr über die Schulter zuwarf, alles:

Das ist nicht vorbei.

Und in der Stille, die folgte, lächelte Marina für sich allein und kostete das unausgesprochene Versprechen aus.

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