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Kapitel 1
Briana suchte gerade ein Geschenk zu ihrem dritten Hochzeitstag aus, als sie eine Nachricht von ihrer Zwillingsschwester Kiley erhielt. Etwa ein Dutzend Fotos erschien auf ihrem Handy. Kaum hatte sie begriffen, was sie zeigten, fiel ihr das Gesicht in sich zusammen. Obwohl die Aufnahmen alle verschieden waren, waren Maxim und Kiley auf jeder einzelnen zu sehen. Auf den Fotos küssten sie sich, hielten einander in den Armen … Was sich nie änderte, war der zärtliche Blick, mit dem Maxim Kiley ansah. In drei Jahren Ehe hatte er Briana nie auf diese Weise angesehen. „Kommt dir das bekannt vor?“ Ein heftiger Migräneanfall begann in ihren Schläfen zu hämmern, und Briana fasste sich instinktiv an den Kopf. Das Haus auf den Fotos kam ihr merkwürdig vertraut vor. Doch bevor sie länger darüber nachdenken konnte, erschien eine neue Nachricht von Kiley. „Das ist das Haus, in dem du nach der Heirat mit Maxim eigentlich wohnen solltest. Erkennst du es nicht?“ „Ups … Das hatte ich fast vergessen. Maxim hat dich nach eurer Hochzeitsnacht nie hineingelassen. Weißt du, warum?“ „Weil Maxim dieses Haus für mich eingerichtet hatte. Wenn Norma an eurem Hochzeitstag nicht eingegriffen hätte, hättest du nie die Gelegenheit gehabt, auch nur einen Fuß hineinzusetzen.“ Jedes Wort war wie ein Dolchstoß ins Herz. Ihre Hand begann unwillkürlich zu zittern, während sie diese Nachrichten las. Sie umklammerte ihr Handy und antwortete langsam: „Hör auf, mir diese Fotos zu schicken. Zwischen dir und Maxim ist es aus.“ „Glaubst du das wirklich?“ „Seit zwei Monaten bin ich wieder im Land. Ist Maxim in diesen zwei Monaten überhaupt einmal zu euch nach Hause gekommen?“ „Während er bei euch nicht zu Hause war, kam er jeden Abend nach der Arbeit zu mir in dieses Haus. Weißt du, was er über dich gesagt hat, als wir im Bett lagen? Er sagte, du seist langweilig und wie ein simples Sex-Spielzeug.“ „Was für ein armes Mädchen. An deiner Stelle würde ich mich umbringen.“ „Ich rate dir, Maxim zu verlassen, bevor er dich satt hat. Sonst wird es sehr schlecht für dich enden.“ *** Briana wusste nicht, wie sie nach Hause gekommen war. Erst als das Fingerabdruckschloss klickte, erwachte sie aus ihrer Benommenheit. Maxim öffnete die Tür und sah Briana im Flur auf dem Boden sitzen. Er runzelte die Stirn, und Missfallen huschte durch seinen Blick. „Warum sitzt du auf dem Boden?“ Briana hob den Blick zu ihm. Beim Anblick seines schönen Gesichts setzte ihr Herz einen Schlag aus. Sie versank in seinen Augen und suchte nach der kleinsten Spur von Liebe. Doch sie fand nur Ungeduld und Zorn. Sie hatte geglaubt, sich an diesen Blick gewöhnt zu haben, denn so sah er sie seit drei Jahren an. Aber das war gewesen, bevor sie entdeckt hatte, dass er jemanden mit unendlicher Zärtlichkeit ansehen konnte. Bei diesem Gedanken zog ein unerträglicher Schmerz ihr Herz zusammen. Langsam stand sie auf und sah Maxim fest an. „Warum hast du mir nicht gesagt, dass Kiley zurück ist?“ Überraschung blitzte in Maxims Augen auf. Er antwortete gleichgültig: „Du verstehst dich nicht gut mit Kiley. Ich sah keinen Sinn darin, es dir zu erzählen.“ Briana entfuhr ein bitteres Lachen. Hielt er es wirklich für unnötig … oder hatte er einfach gehofft, dass sie seine Affäre mit Kiley nie entdecken würde? Sie schloss kurz die Augen und erklärte dann mit fester Stimme: „Maxim, wenn du auch nur einen Funken Respekt vor mir gehabt hättest, hättest du niemals eine Affäre mit Kiley in unserem Zuhause gehabt!“ Maxims Gesicht verfinsterte sich. „Wie hast du davon erfahren?“ „Wie? Frag doch Kiley! Diese Ehezerstörerin hatte die Dreistigkeit, mir diese Fotos zu schicken, um mich zu provozieren.“ „Briana!“ Maxims Blick wurde eiskalt. Er durchbohrte sie mit seinen Augen. Schon immer hatte er Kiley für eine sanfte, unschuldige junge Frau gehalten. Sie würde niemals jemandem etwas zuleide tun, erst recht nicht Briana. „Kiley und ich sind nur Freunde. Ich habe ihr das Haus lediglich geliehen, damit sie eine Zeit lang dort wohnen kann. Sie würde dir niemals solche Fotos schicken.“ Brianas Herz krampfte sich bei seinem Zorn zusammen. Ihre Augen wurden sofort feucht. „Du hast ihr dieses Haus geliehen? Hältst du mich wirklich für eine Idiotin? Vielleicht hast du nicht erwartet, dass sie mir diese Fotos schickt, aber du unterstellst mir also, dass ich lüge?“ „Andere würden so etwas vielleicht nicht tun. Aber du hasst Kiley. Und du hast schon früher versucht, ihr zu schaden.“ Briana presste die Lippen zusammen. In diesem Augenblick kam sie sich wie die größte Idiotin vor. Maxim hatte Kileys Partei ergriffen, ohne auch nur zu versuchen zu verstehen, was wirklich geschehen war. Kein Wunder, dass Kiley die Frechheit besessen hatte, sie mit diesen Fotos zu provozieren. Sie wusste ganz genau, dass Maxim immer auf ihrer Seite stehen würde. Briana schloss erschöpft die Augen und antwortete dann gleichgültig: „Na gut. Denk, was du willst. Du kannst glauben, dass ich versuche, ihren Ruf zu ruinieren.“ Maxims Augen verdunkelten sich. Er sagte kalt: „Kiley hat dir nie etwas getan. Ich will nie wieder hören, dass du so etwas sagst.“ Maxim beschützte sie um jeden Preis. Briana war überzeugt: Würde sie Kiley wirklich etwas antun, würde er ihr niemals verzeihen. Ein bitteres Lächeln kräuselte ihre Lippen. „Maxim … Seit drei Jahren sind wir verheiratet. Hast du mich jemals geliebt, auch nur ein bisschen?“ Maxims dunkler Blick blieb auf sie gerichtet. „Da wir verheiratet sind, werde ich mein ganzes Leben lang für dich sorgen.“ Maxims ausweichende Haltung war Antwort genug. Briana lachte leise auf und wandte den Kopf ab. Sie wollte nicht, dass Maxim ihre Tränen sah. Sie sagte mit tonloser Stimme: „Lass uns scheiden.“ Drei Jahre lang hatte Briana alles getan, um Maxims Liebe zu gewinnen. Sie konnte sich nicht länger der Illusion hingeben, dass er sie eines Tages erwidern würde. Sie begriff, dass es Zeit war, mit dem Träumen aufzuhören. Maxim runzelte die Stirn und sagte ungeduldig: „Briana, das ist nicht lustig.“ Briana war fassungslos, dass Maxim glauben konnte, sie scherze. Sie wischte sich mit dem Handrücken die Tränen ab und sah Maxim dann direkt in die Augen. „Es ist mein Ernst. Ich lasse die Scheidungspapiere von einem Anwalt aufsetzen. Ich will nichts von dir.“ Als sie Maxim geheiratet hatte, hatte Briana nichts besessen. Jetzt, kurz vor der Scheidung, wollte sie nicht, dass er dachte, sie habe es auf sein Geld abgesehen. Bei diesen Worten verfinsterte sich Maxims Gesicht. Eine erdrückende Aura ging von ihm aus. „Briana, ich bin beschäftigt. Ich habe keine Zeit, darüber zu diskutieren. Ich werde dieses Gespräch vergessen. Wir reden wieder darüber, wenn du dich beruhigt hast.“ Mit diesen Worten ging Maxim sofort. Bei jedem Streit machte er es genauso: Er ging, und dann verfielen sie in einen Kalten Krieg, bis Briana schließlich nachgab. Erst in dem Moment, als sie beschloss, ihn aufzugeben, wurde Briana bewusst, wie sehr sie sich all die Jahre erniedrigt hatte. Maxim machte sich nicht einmal die Mühe, sich mit ihr zu versöhnen. Aber diesmal war es anders. Am nächsten Tag kontaktierte Briana einen Anwalt, um die Scheidungspapiere aufsetzen zu lassen. Während sie gedruckt wurden, versuchte der Anwalt noch einmal, sie umzustimmen. „Frau Yoder, die Yoder-Gruppe ist Hunderte von Milliarden wert. Sie haben Ihre Ehe drei Jahre lang geheim gehalten und dafür Ihren Ruf geopfert. Sie haben das Recht, im Rahmen der Scheidungsvereinbarung mehrere hundert Millionen zu fordern.“ Briana lächelte bitter. „Das ist nicht nötig. Ich will nur so schnell wie möglich geschieden werden.“ Als er sah, dass sie entschlossen war, drängte der Anwalt nicht weiter. Er übergab ihr die Unterlagen und ging. Briana öffnete die Mappe auf der letzten Seite und unterschrieb ohne das geringste Zögern. Dann streifte sie ihren Ehering ab, legte ihn in die Mappe, ging nach oben und packte ihre Koffer. In weniger als einer Stunde war alles fertig. Sie besaß nicht viel und wollte nichts von dem mitnehmen, was Maxim ihr geschenkt hatte. Ihre ganze Habe passte in einen einzigen Koffer. Als sie dieses Haus betrachtete, in dem sie drei Jahre gelebt hatte, empfand Briana nicht das geringste Bedauern. Sie wusste jetzt, dass man das, was einem nie gehört hat, nie wirklich besitzen kann, egal wie sehr man sich bemüht. Sie hatte drei Jahre gebraucht, um das zu begreifen. Zum Glück war es nicht zu spät. Briana drehte sich um und verließ das Haus. Vor der Villa stand ein roter Lamborghini. Als die Fahrerin sie sah, gab sie eine kurze Hupe. Briana verstaute ihren Koffer im Kofferraum und setzte sich dann auf den Beifahrersitz. Die Fahrerin war eine junge Frau mit üppigen Kurven und heller Haut. Eine riesige Sonnenbrille verbarg fast ihr ganzes Gesicht, was ihr eine noch edlere Ausstrahlung verlieh. Kaum hatte Briana Platz genommen, zog Melody Joyce eine Augenbraue hoch. „Bist du wirklich entschlossen?“Kapitel 50„Ich habe dir schon mehrmals gesagt, Kiley ist keine Geliebte, und wir haben nie irgendwelche Grenzen überschritten!"Briana lachte höhnisch und sah Maxim kalt an: „Das spielt keine Rolle mehr. Ich werde mich nicht mehr um dich und Kiley kümmern, und ich hoffe, du kümmerst dich auch nicht mehr um meine Kontakte."Maxims Augen waren voller Wut. „Hector hat eindeutig verborgene Absichten dir gegenüber. Ich werde nicht zulassen, dass du weiter mit ihm verkehrst. Fordere meine Grenzen nicht heraus!"„Hat Kiley nicht gegen mich intrigiert?! Ich bin mit Hector viel unschuldiger, verglichen damit, wie du mit Kiley bist!"„Es scheint, du hast wirklich keine Angst davor, Hectors Zukunft zu ruinieren!"Brianas Hand, die an ihrer Seite herabhing, ballte sich unwillkürlich zur Faust. Sie hatte keine Angst vor Maxim, aber sie wollte Hectors Zukunft nicht ihretwegen gefährden.Nach langem Schweigen sah sie Maxim schließlich kalt an und sagte: „Gut, ich stimme dir zu, aber wenn Hector etw
Kapitel 49Die Managerin wusste auch, dass Hector schon immer heimlich in Briana verliebt war, und konnte nicht anders, als zu sagen: „Warum hast du ihr nicht erzählt, dass du die Villa neben ihrer gekauft hast?"Hector schüttelte den Kopf: „Es war noch nicht der richtige Zeitpunkt."Er musste zumindest warten, bis sie ihre Angelegenheiten mit Maxim geregelt hatte, bevor er ihr von seinen Gefühlen erzählte, sonst würde es sie nur belasten.Die Managerin konnte nicht anders, als über ihn zu lachen: „Ich habe noch nie jemanden gesehen, der sich so zurückhalten kann wie du. Wenn du so weitermachst, wirst du noch zur Ninja-Schildkröte."Ursprünglich hatte Hector keine Herkunft, und sie hatte seine heimliche Liebe zu Briana missbilligt.Wer hätte gedacht, dass Hector später plötzlich Mitglied der Familie Baldwin in Haseton werden würde. Mit der Familie Baldwin im Rücken hatte sie nichts mehr dagegen, dass Hector Briana liebte.„In Ordnung, du kannst jetzt nach Hause gehen. Hol mich morgen
Kapitel 48Maxims Augen blitzten vor Wut, als er kalt sagte: „Das Auto, das du vorher gefahren hast, gehörte Hector?!"Kein Wunder, dass Rayan nichts gefunden hatte. Nachdem Maxim Hector begegnet war, hatte er Rayan gebeten, ihn zu überprüfen. Außer den Ereignissen nach Hectors Debüt war jedoch nichts anderes zu finden.Die Ermittler hatten lediglich herausgefunden, dass Hector eine Verbindung zur Familie Baldwin in Haseton hatte. Die Einflussverhältnisse in Haseton waren komplex und verflochten, nicht leichter zu untersuchen als in Bridenville. Dort eine Person zu überprüfen war so schwer, wie den Himmel zu erreichen, und Maxim hatte die Untersuchung nicht weiterverfolgt.Briana sah Hector und zögerte einen Moment, dann sagte sie in gleichgültigem Ton: „Es scheint, dass das nichts mit Herrn Yoder zu tun hat."Sie ging schnell zu Hector und stieg in den Wagen, ohne zurückzublicken, und ließ Maxim mit einem eisigen Gefühl zurück.„Fahr!"Auf der anderen Seite stieg Briana ins Auto und
Kapitel 47Als Kiley sah, dass Maxim gehen wollte, packte sie ihn plötzlich von hinten und sagte erstickt: „Nein, wenn du mir heute keine Antwort gibst, lasse ich dich nicht gehen!"Maxim runzelte die Stirn, ein Anflug von Ärger stieg in ihm auf, und er sagte mit tiefer Stimme: „Kiley, lass mich los!"„Nein!"Kiley schüttelte den Kopf, ihre Stimme war von Schluchzen durchzogen: „Hast du vergessen, was du mir versprochen hast, als wir zu unserem achtzehnten Geburtstag im Resort waren?"Maxims große Gestalt erstarrte einen Moment, gefolgt von einem Aufflackern von Kampf in seinen Augen.Er nahm Kileys Hand weg und drehte sich um, sah sie an und sagte langsam: „Kiley, ich habe es nie vergessen."Deshalb würde er sein Bestes tun, um alles zu erfüllen, was sie wollte, und obwohl er wusste, dass sie Briana verletzt hatte, machte er ihr keinen Vorwurf.„Wenn du es nicht vergessen hast, warum zögerst du dann, dich von Briana scheiden zu lassen?"Maxim sprach nicht, und er wusste nicht, warum.
Kapitel 46Briana warf Maxim einen Blick mit einem halben Lächeln zu und legte das geschmorte Schweinefleisch zurück in seine Schüssel. „Du solltest mehr essen, du arbeitest schließlich jeden Tag, das ist anstrengend."Kiley, die daneben saß, konnte es nicht mehr ertragen. Mit roten Augen sah sie Maxim an und sagte: „Maxim, hast du vergessen, was du mir versprochen hast?"Maxims Gesicht veränderte sich leicht, und er schwieg, ohne etwas zu sagen.Zane spürte die subtile Atmosphäre und schaltete sich schnell ein. „Herr Yoder, lassen Sie mich Ihnen einschenken."Auch Maxim wich nicht zurück, und die beiden tranken einen Schluck Wein. Zane sagte dann ein paar Worte, um das Thema zu wechseln.Danach blieb die Atmosphäre harmonisch. Nachdem Briana fertig gegessen hatte, legte sie sofort ihre Stäbchen hin und stand auf.„Ich bin satt."Sie drehte sich um, um zu gehen, aber ihr Handgelenk wurde von Maxim gepackt, mit einer Kraft, die es ihr unmöglich machte, sich zu befreien.„Maxim, was mac
Kapitel 45Wie dem auch sei, sie hatte es nicht eilig.Zurück im Wohnzimmer saß nur Maxim auf dem Sofa und sah sie mit kaltem Gesichtsausdruck an.Briana konnte nicht anders, als die Stirn zu runzeln, während Zane sich wünschte, er könnte sich an Maxims dicken, kräftigen Oberschenkel klammern. Wie kam es, dass er nirgends zu finden war?„Wo warst du gerade eben?"Als Maxim sprach, sank die Temperatur im ganzen Wohnzimmer um ein paar Grad.Maxim hatte gerade gehört, was Briana im Garten gesagt hatte, und er spürte einen Knoten im Hals. Er hatte geplant zu warten, bis Briana zurückkam, um sich bei ihm zu entschuldigen.Sie war so gerissen, dass sie spurlos verschwunden war, und Maxims Wut wuchs immer weiter!Briana sah gleichgültig zu, als sie näher kam und sich ihm gegenüber setzte. „Ich war bei meiner Großmutter, um mit ihr zu sprechen, und bei der Familie Schneider?"„Ich weiß nicht. Findest du nicht, dass du die Dinge erklären solltest, die du vorhin im Garten gesagt hast?"Briana h







