LOGINHyeon-sin wandte instinktiv den Blick von Gye-yeongs scharfen, kalkulierenden Augen ab und zwang ihre chaotischen Gedanken zur Abkühlung.
Da sie schon immer unter fremder Identität gelebt hatte, machte sie es sich bei Missionen zur strengen Regel, ihre Haar- und Augenfarbe zu verkleiden.
Sie trug dicke Kleidung, die ihre Statur bulliger wirken ließ, und Kampfstiefel mit hohen Sohlen.
Zudem hatte sie eine Maske getragen, die die Hälfte ihres Gesichts verdeckte.
Sie beruhigte sich selbst damit, dass es selbst für einen so scharfsinnigen Mann wie Gye-yeong fast unmöglich sein musste, ihre wahre Identität herauszufinden.
Doch die erstickende Angst machte es ihr schwer, seinen Blick zu erwidern, was sie dazu drängte, völlig in die Rolle eines verängstigten, zerbrechlichen Jungen einzutauchen.
"Starr... starr mich nicht so an. Das ist unheimlich..."
― Ist das nur meine Einbildung? Er wirkt viel zu zart im Vergleich zu diesem Kerl — sieht aus, als hätte er nicht einen Funken richtige Ausdauer.
'Genau wie ich dachte.'
Momentan trug Hyeon-sin einen weiten Pullover, fleckige Jeans und flache Stoffschuhe, was sie deutlich kleiner und jünger wirken ließ als sonst.
Während sie innerlich einen Seufzer der Erleichterung ausstieß, konnte sie nicht umhin sich zu fragen, warum dieser Mann ein so obsessives Interesse an jemandem zeigte, den er gerade zum ersten Mal traf.
Gye-yeongs Blick wanderte so unverhohlen über ihre Haut, dass sie dem Druck nicht standhalten konnte und automatisch einen Schritt zurückwich.
― Sind deine Augen goldfarben? Das ist ziemlich ungewöhnlich.
Gye-yeong, der ihr Gesicht genau studiert hatte, verringerte den Abstand noch weiter und trat so nah heran, dass sich ihre Nasenspitzen fast berührten.
Sie hatte es schon einmal bemerkt, aber ein intensiv sinnlicher Duft — ob es nun sein natürlicher Moschus oder ein Parfüm war — strömte von ihm aus. Ein angenehmes Aroma, das ihren Kopf vernebelte.
Genau in diesem Moment trat der Leibwächter, der von Anfang an ein herrisches Auftreten an den Tag gelegt hatte, direkt vor Hyeon-sin.
― Warum bist du so steif? Solltest du dich nicht zuerst vor den Herren verbeugen!
"Ugh!"
Hyeon-sin zog die Schultern ein und setzte die Miene eines hilflosen Jungen auf.
Als Gye-yeong ihren schlanken Unterarm fest ergriff, täuschte sie einen Schock vor, senkte die Hüften und richtete den Blick auf ihre Zehenspitzen.
― Vorsichtig.
"...Ah, danke."
Sie hielt den Kopf gesenkt, während sie die Männer aufmerksam beobachtete, und versuchte im Stillen, die Identität dieser gefährlichen Eindringlinge einzuschätzen.
'Der Blonde sieht ziemlich raffiniert aus, fast schon hübsch. Er wirkt wie ein untätiger Playboy, der verwöhnt in einer reichen Familie aufgewachsen ist. Der Mann neben ihm sieht intelligent, aber starr aus, ohne einen Funken Mimik. Es ist highly probable, dass er ein Profi ist, vielleicht ein Arzt. Und...'
Schließlich der Mann, der ihren Arm hielt — Herr Gye-yeong.
Die Agilität, mit der er sie abgefangen hatte, war außergewöhnlich.
Wie sie schon bei ihrer letzten Begegnung gespürt hatte, besaß Herr Gye-yeong eindeutig einen hochtrainierten Körper.
War er das Oberhaupt eines riesigen Syndikats? Nach außen hin wirkte er wie ein eleganter Investor, was den unterschwelligen Kontrast nur noch bedrohlicher machte.
'Ist er ein Sanierungsentwickler, hinter dem eine Gang steht? Oder ein Tycoon aus der Baubranche?'
Was auch immer der Fall war, er war ein Mann, mit dem sie auf keinen Fall eine Verbindung eingehen durfte — besonders, wenn er es auf das Grundstück dieses zerstörten Waisenhauses abgesehen hatte.
Aus nackter Angst, sie könnten entdecken, dass sie die tatsächliche Eigentümerin war, ließ Hyeon-sin alle Spannung aus ihrem Körper weichen, um den verängstigten Jungen perfekt zu spielen.
"Ich... ich sollte jetzt besser gehen."
― Warte mal kurz, du Süßer. Was führt dich überhaupt hierher?
Mit einem breiten, verschmitzten Lächeln näherte sich Han Gyoo-ryeon Hyeon-sin. Seine Stimme klang lässig, schlich sich aber sanft wie eine Schlange an.
"Ich habe die schönen Autos gesehen, die hier geparkt sind... und wurde neugierig, also wollte ich nachsehen. Normalerweise... kommt hier niemand vorbei, deshalb habe ich mich gewundert. Wer... wer seid ihr Bräutigame überhaupt?"
― Haha, süß. Unsere Autos fallen wohl ein bisschen auf. Ich schätze, ein Junge verliert einfach den Verstand, wenn es um alles geht, was Räder hat, hm?
― Gye-yeong, übrigens... hast du diesen Jungen mit dem Agenten von LaON verglichen, den du erwähnt hast?
'Oh, nein.'
Hyeon-sin spürte, wie ihr Herz bei dem unerwarteten Wort, das aus Kim Gang-mus Mund schlüpfte, völlig aussetzte.
Sogar dieser Mann wusste über 'LaON' Bescheid?
Genau in diesem Moment löste Kim Gang-mu seine verschränkten Arme und trat langsam auf sie zu.
Die Erkenntnis, dass sie so detaillierte Informationen über ihre Mission teilten, zerrte heftig an ihren Nerven.
Hyeon-sin wich für jeden Schritt, den sie vortraten, einen Schritt zurück und versuchte verzweifelt, etwas Abstand zu gewinnen.
― Unser Kim Gang-mu, immer scharf wie eine Rasierklinge. Der Junge, wegen dem sich Gye-yeong so den Kopf zerbrochen hat? Das absolute Monster, das sich angeblich als wunderschöne Krankenschwester verkleidet hat... du glaubst doch nicht im Ernst, dass es dieses Kind sein könnte? Pfft! Schau ihn dir an, er ist wie ein verängstigtes Kaninchen. Auf keinen Fall...
Trotz des Abstands, den Hyeon-sin zu gewinnen versuchte, rückten die drei Männer unerbittlich nach und scannten jeden Zentimeter ihres Gesichts.
'Verdammt...'
Als ihr klar wurde, dass genau diese Männer diejenigen waren, die die mühsam beschafften Beweise über die medizinische Korruption an sich genommen und an die Weltöffentlichkeit gebracht hatten, wurde ihr Kopf völlig leer.
Wenn sie ihr eigenes Vermögen einsetzten, um gesellschaftliche Missstände auszurotten, waren sie im Grunde keine schlechten Menschen.
Aber dass ihre Identität als Agentin aufgedeckt wurde, wäre ein Schicksal, das schlimmer als der Tod war.
Gefangen in der klassischen Paranoia eines Diebes, der glaubt, dass jeder ihn ansieht, schoss Hyeon-sins Angst auf den absoluten Höhepunkt.
― Dieser Kerl war größer. Seine Augenfarbe war auch völlig anders.
― Solche Äußerlichkeiten lassen sich leicht ändern. Ob er nun ein Agent ist oder nicht, was spielt das für eine Rolle? Kleiner, was auch immer du vorhast, leb dein Leben nicht so gefährlich. Verstanden?
Konfrontiert mit Kim Gang-mus Ratschlag, der direkt den Kern der Sache traf, gab Hyeon-sin keine Antwort, sondern trat unter ihren prüfenden Blicken nur unbebehaglich von einem Fuß auf den anderen.
― Kim Gang-mu, wenn du weiter so meckerst, stempeln dich die Kids von heute noch als alten Fossil ab. Geh schon, du Süßer, du kannst gehen.
In dem Moment, als Han Gyoo-ryeon das Zeichen gab, stieß sie einen leisen Seufzer der Erleichterung aus, deutete eine kurze Verbeugung an und drehte sich um.
Doch in diesem Sekundenbruchteil kreuzte Kim Gang-mu ihren Weg, seine Augen blitzten scharf auf.
― Warte.
Als sich Hyeon-sins Spiegelbild in seinen Augen fing, erstarrte das entspannte Lächeln auf Kim Gang-mus Lippen allmählich.
― Wie alt bist du? Wie heißt du? Plötzlich ist der Drang, dich einfach so gehen zu lassen, völlig verflogen.
Die scharfe Kante des Verdachts in Kim Gang-mus Stimme strich wie eine kalte Klinge über ihren Nacken.
"...Wie bitte?"
Daraufhin trat Gye-yeong vor und stellte sich direkt neben Kim Gang-mu.
"Kim Gang-mu, das ist ein Verbrechen. Der Junge hat Todesangst, lass ihn gehen."
Han Gyoo-ryeon ging noch einen Schritt weiter, signalisierte den Untergebenen, die hinter ihnen standen, und rief jemanden unauffällig herbei.
― Gye-yeong, was du gerade gesagt hast, wird ihm nur noch mehr Angst machen. Er ist so süß, dass ich fast versucht bin, ihn einfach zu entführen. Aber siehst du, dieser kleine Kerl ist hier reinspaziert, als gehöre ihm der Vorgarten. Jetzt werde ich selbst ein wenig neugierig auf ein paar Dinge.
Als Gye-yeong die unterschwellige Drohung in Han Gyoo-ryeons Tonfall hörte, erteilte er seinem Mann sofort einen Befehl.
"Chief Ma Dong-hyeon, führen Sie eine gründliche Hintergrundüberprüfung bei diesem Jungen durch. Wir drei werden uns auf dem Grundstück noch etwas weiter umsehen. Sorgen Sie dafür, dass Sie ihn nicht aus den Augen verlieren, und halten Sie ihn genau hier fest, bis wir zurück sind."
In dem Moment, als sein eiskalter Befehl fiel, rückten die stämmigen Leibwächter vor — angeführt von Chief Ma Dong-hyeon, dem Mann, der sie zuerst bedroht hatte — und kesselten sie vollständig ein.
"Entschuldigung! Ich bin kein schlechter Mensch! Ich habe Ihnen doch gesagt, ich wollte mich nur kurz umsehen!"
Obwohl sie die rechtmäßige Eigentümerin dieses Landes était, von diesen Eindringlingen wie eine verdächtige Kriminelle behandelt zu werden, ließ Hyeon-sin die Beherrschung verlieren. Ihre Stimme wurde automatisch lauter.
Doch Gye-yeong und sein Gefolge schenkten ihren Rufen nicht den geringsten Funken Aufmerksamkeit.
Sie hinterließen nichts als ein kaltes Nachbild und verschwanden direkt im hohlen, vom Feuer gezeichneten Skelett des Waisenhauses.
Morgengrauen. Erst nachdem er Hyeon-sins schlafendes Gesicht aufmerksam betrachtet hatte, konnte Gye-yeong leise ins Wohnzimmer treten.Der Tag, bevor Hyeon-sin Choe Ju-hyeon traf—als sie den Morgen begrüßte und wegen ihrer letzten Mission quälte—blitzte lebhaft vor Gye-yeongs innerem Auge auf.Er ging genau zu der Stelle, an der sie diese einsame, blutgetränkte Entscheidung getroffen hatte, und setzte sich ebenfalls auf den Boden."Das war also die Aussicht, die du dir angesehen hast."Draußen vor dem Fenster lag die Innenstadt von Seoul in einer seltsamen Ruhe, die blau-grau und von Helligkeit getönt war.Sein Herz wurde schwer bei dem Gedanken, dass Hyeon-sin, die sich quälte, während sie bereit war, ihr Leben einzusetzen und wegzuwerfen, ihre einmalige Wahl im Leben genau an dieser Stelle getroffen haben musste.Gye-yeong holte tief Luft und rief Elfe an.― Representative Kenz. Sie rufen wahrlich schnell an."Sagen Sie einfach, was Sache ist. Wo ist das nächste Ziel?"― Ich mag es
Endlich Mitte März.In dem Moment, als Hyeon-sin und Gye-yeong die Schwelle der Haustür überschritten, führten sie wie auf Verabredung ihre Lippen zusammen und tauschten ein seliges Lächeln aus."Es fühlt sich an, als wären schon wieder mehrere Monate vergangen. Jedes Mal, wenn ich zu Ihnen nach Hause komme, Herr Gye-yeong, fühlt es sich immer wieder neu an." "Jetzt kann auch ich endlich meine Beine ausstrecken und in Frieden schlafen."Bei diesem leisen Geständnis zog sich Hyeon-sins Brust schmerzhaft zusammen.Da sie nicht einmal ansatzweise ermessen konnte, wie oft das Herz dieses Mannes wegen ihr in die Tiefe gestürzt war, empfand sie schlichtweg Reue."Es tut mir leid, Herr Gye-yeong."Als Hyeon-sin sich vorsichtig entschuldigte, stahl Gye-yeong noch einmal mit einem sanften Kuss ihre Lippen und sah sie mit liebevollen Augen an."Hyeon-sin. Dieses Mal war es trotzdem anders. Weil ich fest daran geglaubt habe, dass du ganz sicher zurückkehren wirst."Gye-yeong zog ein leuchtend g
Nachdem sie Hyeon-sin zuerst verabschiedet hatte, setzte Ju Hyo-jin die Teezeit mit Elfe fort.Da Hermann sie heute Abend ebenfalls Ju Hyo-jin überlassen hatte und ausgegangen war, um Angelegenheiten mit den Numbers zu regeln, war ihre gemeinsame Zeit unter vier Augen ausgesprochen süß."Du meine Güte, bist du nicht etwas zu viel des Guten? Gott ist wirklich ungerecht." "Meine Liebe, was für Worte versuchst du da mit deinem hübschen Mund schon wieder herauszubringen?" "Kann ein kranker Mensch überhaupt so sexy sein? Wenn man nur dein Gesicht betrachtet, sprühst du so vor Energie, als würdest du mich gleich auf deinen Armen tragen und direkt in ein Hotel gehen. Nun, iss schnell und komm wieder auf die Beine." "Ich sage es noch einmal: Wenn ich all dieses Dessert esse, habe ich das Gefühl, dass ich eine Krankheit bekomme, die ich vorher nicht einmal hatte." "Man erholt sich nur, wenn man gut isst!"Elfe blickte sie an und lächelte so hell wie Sonnenschein."Du meine Güte, bist du et
In der Tat war auch dies etwas, wofür es sich zu leben lohnte. Elfe wischte ihre sanft fließenden Tränen ab.Sie wollte eigentlich lächeln, doch wie zum Trotz wollten die Tränen einfach nicht versiegen.Dass Ga Gye-yeong ausgerechnet Elfe so sehr vertraute, dass er ihnen Zeit alleine gewährte und dies sogar als Geschenk bezeichnete..."......Elfe Senior, Sie sind sicher mies drauf." "Stimmt. Wie könnte ich auch guter Dinge sein? Eine Dame zum Weinen zu bringen, entspricht nun wirklich nicht meinem Stil."Und das sagte er, während ein absolut umwerfendes Lächeln seine Lippen umspielte.Sie wollte mit einem krossen Spruch antworten, brachte es aber nicht über das Herz, die Stimmung ins Lächerliche zu ziehen. Denn tief in ihrer Seele wusste sie, dass dieser Mann, den sie mit einer Mischung aus Liebe und Hass verband, längst wie Familie für sie geworden war."Komm her."Elfe ließ sein Lächeln schwinden und sah Hyeon-sin mit ruhigem, klarem Blick an.Hyeon-sin setzte sich an den Bettrand
Von Dringlichkeit getrieben, zog Kim Min-cheol plötzlich mehrere Buchhaltungsbücher heraus und begann zu erklären.Der Ort, auf den sein Blick traf, war weder Ga Gye-yeong, Han Gyu-ryeon noch Kim Gang-mu. Er war direkt auf Hyeon-sin gerichtet—die heutige Hauptprotagonistin und diejenige, die die volle Autorität innehatte, ihm einen schweren Schlag versetzen zu können."Nun, was ich will, ist, dass die Welt richtig steht."Die Beweise, die zeigten, dass Kim Min-cheol seine Rolle als Kopf von Hanbidan erfüllte, enthielten nicht nur böse Taten. Die Errungenschaften und großen Fälle, die in der Vergangenheit in Hanbidan etabliert wurden, sowie gerechte Ergebnisse, die ziemlich gut eingerichtet wurden, waren ebenfalls aufgelistet.Von einem sehr alten, von Hand geschriebenen Notizbuch bis zu einer kürzlich organisierten und gedruckten Excel-Datei—als Hyeon-sin sie selbst prüfte, waren es Hanbidans Missionslisten, die vor Jahrzehnten begonnen und abgeschlossen wurden.Die anfänglichen Missi
Schon beim Anblick von Kim Min-cheols schamlosem Gesicht schmerzten Hyeon-sin die Zähne, aber sie bemühte sich sehr, ruhig die Fassung zu wahren.Ga Gye-yeong rief sofort Chefin Ma an und legte verschiedene vorbereitete Beweisstücke kalt auf den Tisch."Sie sind aber reichlich ungeduldig!" "Ich bin eine Person ohne viel Geduld, aber sie scheint sehr gewachsen zu sein. Es ist bedauerlich, dass Sie selbst nach einer gegebenen Woche keine Antwort finden konnten."Buchstäblich jeder hier Versammelte kannte die Realität von Hanbidan, während sie gleichzeitig Menschen waren, die versuchten, seine verrotteten Wurzeln niederzureißen.Vor dem Gespräch zeigte Gye-yeong Dokumente und Beweise, die Choe Ju-hyeons und Kim Min-cheols Verbrechen bewiesen, und spielte sogar die entscheidende Audioaufnahmedatei ab."Das...! Illegale Beweise haben keine Gültigkeit! Das Gesetz ist nicht so einfach!" "Direktor! Wie konnten Sie versuchen, Blut an Gang-mus Hände zu bekommen? Unabhängig von der Legalität







