LOGINEine unerschrockene, unabhängige Frau, die sich aus dem Nichts etwas aufgebaut hat, weigert sich, sich von einem Mann kaufen, besitzen oder definieren zu lassen. Doch als Londons skrupellosester Milliardär unter dem Vorwand geschäftlicher Beziehungen in ihren Bann zieht, beginnen die Mauern, die sie ein Jahrzehnt lang errichtet hat, zu bröckeln. Themen sind Macht, Selbstwertgefühl, Vertrauen und der Mut, sein Herz zu öffnen, ohne sich selbst zu verlieren.
View MoreKAPITEL 19: WAS ER NIEDERBRENNEN WÜRDESie rief viermal innerhalb von drei Minuten an, und viermal lief der Anruf auf die fröhliche, unaufgeregte Mailboxnachricht, die ihre Mutter vor Jahren aufgenommen und nie geändert hatte – eine Nachricht, die plötzlich in ihrer Normalität kaum auszuhalten war.Dominic fand sie im Flur vor dem Konferenzraum, das Telefon noch ans Ohr gepresst, die Fassung, auf der sie ihre gesamte berufliche Identität aufgebaut hatte, zum ersten Mal sichtbar zerbrochen.„Sag es mir“, sagte er, und in seiner Stimme lag keine Frage, nur Bereitschaft.„Crane hat mich angerufen“, sagte sie. „Er weiß, wo meine Mutter wohnt. Er hat die Straße beschrieben. Er war höflich dabei, was irgendwie schlimmer war, als wenn er geschrien hätte, und sie geht nicht ans Telefon.“Dominic verlor keine Zeit mit weiteren Fragen. Er nahm einfach ihren Arm und führte sie zum Lift, während er bereits in sein eigenes Telefon sprach, eine Adresse nannte, Anweisungen gab, in einem Ton absolute
KAPITEL 18: ALTE WUNDENHelena Cross, Leiterin der Prozessabteilung bei Calloway and Reid, war keine Frau, die sich leicht aus der Ruhe bringen ließ. Zara hatte zugesehen, wie sie gegnerische Anwälte vor einem Richter am High Court mit nichts als einer hochgezogenen Augenbraue und einer perfekt gesetzten Pause zerlegte, und sie hatte Helena insgeheim immer für die eine Partnerin gehalten, die sie in einer echten Krise an ihrer Seite haben wollte.Umso verstörender war es, am nächsten Morgen um acht an einem Konferenztisch mitanzusehen, wie genau diese Gelassenheit Risse bekam, als Zara ihr den Antrag auf die Zeitarbeitskraft über den Tisch schob.„Ich habe das nie unterschrieben“, sagte Helena und drehte das Formular zum Licht, als könne bessere Beleuchtung etwas am Inhalt ändern. „Das ist nicht meine Unterschrift. Sie kommt nah heran, nah genug, dass man im Vorbeigehen nichts merkt, aber ich habe vor acht Monaten keine Aushilfskraft für den vierten Stock angefordert, und ich habe den
KAPITEL 17: DER MAULWURFZara glaubte nicht, dass Priya für Gerald Crane arbeitete. Das wollte sie für sich selbst klarhaben, während sie im Dunkel nach Surrey fuhr, Nina still und verängstigt auf dem Beifahrersitz, denn die Alternative – dass elf Jahre Freundschaft auf etwas Falschem aufgebaut waren – war ein Gedanke, den sie noch nicht lange genug ruhig halten konnte, um ihn zu prüfen.Aber Vertrauen war kein Beweis, und Beweis war das Einzige, was ihr je wirklich etwas bedeutet hatte.Sie rief Priya aus dem Auto an, hielt ihre Stimme leicht, prüfend.„Du hast neulich gesagt, du hättest einen Anruf bekommen, während wir über den Fall gesprochen haben“, sagte Zara so beiläufig, wie sie es schaffte. „Erinnerst du dich, wer das war?“Eine Pause, gerade einen Hauch zu lang. „Warum?“„Nur neugierig.“„Es war meine Schwester“, sagte Priya. „Wegen Mamas Geburtstag. Zara, was ist los? Du klingst seltsam.“Zara schloss kurz die Augen. „Nichts. Lange Nacht. Ich erkläre es, wenn ich kann.“Sie
KAPITEL 16: DER MANN IN DEN WÄNDENOliver Vance traf zwanzig Minuten später mit einem Satz Schlüssel für das Anwesen in Surrey ein und fand Zara genau dort vor, wo sie seit dem Lesen der vier Worte in ihrem eigenen Notizbuch gestanden hatte: in der Mitte ihrer Küche, völlig reglos, so wie man steht, wenn jede Bewegung sich anfühlt, als würde man etwas eingestehen.Er nahm die Situation in weniger als drei Sekunden auf, so wie sie bemerkt hatte, dass er alles aufnahm, und sein Gesichtsausdruck, sonst so sorgfältig neutral, zog sich zu etwas zusammen, das sie noch nie an ihm gesehen hatte.„Jemand war hier drin“, sagte er. Es klang nicht nach einer Frage.„Die Schlösser wurden nicht aufgebrochen“, sagte sie. „Ich brauche, dass du verstehst, was das bedeutet, bevor du irgendetwas Beruhigendes sagst.“Oliver hockte sich an der Wohnungstür hin und untersuchte das Schloss mit der konzentrierten, ruhigen Aufmerksamkeit eines Menschen, der so etwas früher beruflich getan hatte, in einem Leben

















