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Kapitel Drei:

Author: PEARL_BLESIE
last update Petsa ng paglalathala: 2026-06-28 00:51:57

Elyras Perspektive

Der Kerker roch nach Schimmel, Blut und altem Verzweiflung. Ich saß zusammengekauert gegen die Steinwand, mein Brautkleid um die Wunde in meiner Seite in Scharlachrot getränkt.

Vor Stunden war ich noch eine Braut gewesen. Jetzt war ich eine Gefangene. Die Ironie wäre witzig gewesen, wenn sie nicht so sehr geschmerzt hätte. Jeder Atemzug schickte frischen Schmerz durch meinen Körper. Wolfsband.

Das Gift bewegte sich noch durch meine Adern und verbrannte alles, was es berührte. Mein Wolf wimmerte schwach in mir. Ich presste eine zitternde Hand gegen meinen Bauch und kniff die Augen zu. Wein nicht. Sie haben dir schon genug genommen. Aber in dem Moment, in dem ich an meinen Vater dachte, brach etwas in mir erneut.

"Du schämst mich."

Seine Worte hallten lauter als die Kerkerketten — nicht Darians Verrat, nicht Maris. Mein Vater. Der Mann, der mich besser kennen sollte als irgendjemand sonst, der Mann, der zugeschaut hatte, wie sie mich wegschleiften, und nichts getan hatte.

Ein Schluchzen entkam mir, bevor ich es aufhalten konnte. Ich hasste mich dafür. Das Geräusch von Schritten hallte durch den Korridor — ich schaute sofort auf. Für eine törichte Sekunde flammte Hoffnung in mir auf. Vielleicht ist Vater zur Besinnung gekommen. Vielleicht hat er erkannt, was passiert ist.

Die Zelltür öffnete sich. Es war nicht mein Vater. Stattdessen traten zwei unbekannte Männer ein. Beide trugen dunkle Umhänge; keiner sah aus wie ein Rudelwächter. Ich richtete mich langsam auf. Schmerz durchfuhr meine Seite.

„Wer seid ihr?”, fragte ich.

Der ältere Mann ignorierte die Frage. Sein Blick glitt über mich, als würde er Vieh inspizieren. Mein Magen zog sich zusammen. Der jüngere Mann neben ihm runzelte die Stirn.

„Sie sieht schlimmer aus, als ich erwartet hatte.”

Der Ältere brummte. „Sie lebt. Das ist alles, was zählt.” Ein kaltes Gefühl legte sich in meine Brust.

„Wovon reden Sie?” Keiner antwortete.

Der ältere Mann zog ein gefaltetes Pergament aus seinem Mantel. Ein vertrautes Siegel war unten aufgedrückt. Das Siegel meines Vaters. Mein Atem stockte. Nein. Der ältere Mann öffnete es.

„Die Transaktion wurde genehmigt.” Die Worte trafen mich wie eine weitere Klinge.

„Transaktion?” Ich starrte ihn an.

„Was für eine Transaktion?”

Der jüngere Mann wirkte unbehaglich. Der Ältere sah mich direkt an:

„Sie.”

Der Kerker fühlte sich plötzlich kälter an. Mein Puls hämmerte. „Was?”

Der Mann faltete das Pergament.

„Das Sichelmond-Rudel hat die Zahlung akzeptiert.” Mein Verstand weigerte sich zu verstehen. Zahlung akzeptiert? Zahlung wofür? Für wen?

Dann traf mich die Erkenntnis. Mein Magen sank.

Das Gesicht des älteren Mannes blieb ausdruckslos.

„Sie brechen heute Nacht auf.”

„Nein.” Das Wort kam lauter heraus.

„Sie haben die falsche Person.”

Das Gesicht des jüngeren Mannes zog sich leicht zusammen. „Haben wir nicht.”

Ich taumelte auf die Beine. „Sie können mich nicht verkaufen....”

Meine Brust zog sich schmerzhaft zusammen. Das Pergament, das Siegel, Vater — nein, nein, nein!

Der Raum drehte sich. „Das würden sie nicht.”

Der ältere Mann hob eine Augenbraue.

„Doch.”

Mein Atem wurde unregelmäßig.

Darian hatte mich verraten.

Maris hatte mich verraten.

Die Ältesten hatten mich verraten.

Aber mein Vater — mein Vater konnte das nicht. Er konnte es einfach nicht.

Meine Stimme zitterte. „Gekauft von wem?”

Der ältere und der jüngere Mann wechselten einen Blick. Zum ersten Mal seit sie die Zelle betreten hatten, wirkten beide vorsichtig. Das erschreckte mich mehr als alles andere. Der Jüngere sprach zuerst. „Die Obsidian-Zitadelle.”

Ich erstarrte. Jedes Wolfskind kannte diesen Namen.

Das Bergkönigsreich, die Drachen — mein Blut wurde kalt.

Ich wich zurück, einen Schritt, dann noch einen.

„Nein.....Das ist unsinn...”

„Der Befehl kam direkt aus der Zitadelle.”

Angst kroch meinen Rücken hinunter.

„Was wollen Drachen von mir?” Keiner antwortete sofort. Das Schweigen war schlimmer, viel schlimmer. Schließlich sprach der ältere Mann.

„Unser König braucht eine Frau.”

Der Kerker verschwand um mich herum — ich konnte nur noch meinen Herzschlag hören. Eine Frau, ein König, ein Drache.

Ich starrte ihn an: „Welcher König?”

Der Kiefer des jüngeren Mannes verhärtete sich. Der Ältere antwortete trotzdem.

„Kael Draven.” Der Name fiel schwer in den Raum. Selbst ich hatte Geschichten gehört — alle hatten. Der Drachenlord. Die Bestie von Obsidian, der König, dessen Jähzorn Armeen verbrannte, der Herrscher, der in allen Aschenreichen gefürchtet wurde — mein Mund wurde trocken.

„Das glaube ich nicht …”

Der ältere Mann seufzte. „Das ist normalerweise die Reaktion.”

Dann näherten sich weitere Schritte, schnell und dringend. Eine weibliche Dienerin erschien am Zelleneingang. Sie war blass und verängstigt.

Als sie die zwei Männer sah, verneigte sie sich rasch.

„Meine Herren.” Der ältere Mann runzelte die Stirn.

„Was ist?”

Die Dienerin schluckte. „Der Zustand des Drachenlords verschlechtert sich.”

Das Gesicht des jüngeren Mannes verhärtete sich. Die Dienerin fuhr nervös fort.

„Die letzte Frau hat die Nacht nicht überlebt.”

Die letzte Frau hat die Nacht nicht überlebt?! Mein Blut gefror.

Der ältere Mann fluchte leise. Die Dienerin senkte die Stimme.

„Die Ärzte sagen, wenn das so weitergeht, überlebt vielleicht nicht einmal die Zitadelle seine nächste Brunft.”

Der Blick des jüngeren Mannes wanderte langsam zu mir. Etwas Unbehagliches blitzte über sein Gesicht – Mitleid. Mein Magen sank.

Zum ersten Mal verstand ich genau, warum sie gekommen waren. Ich wurde nicht zu einem König gebracht – ich wurde zu einem Monster geliefert.

Und nach den Gesichtern der beiden zu urteilen, waren sie nicht sicher, ob ich die Nacht überstehen würde.

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