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KAPITEL 187: DIE PAPIERE

last update Petsa ng paglalathala: 2026-09-17 10:47:59

Auf dem Umschlag stand ihr Name. Nicht der neue, sondern der alte, der, den sie gerade abgelegt hatte. Elena Hale. Der Verschluss war noch zu, die Ecke vom Poststempel abgeschrägt, und auf der Rückseite stand das Logo einer Kanzlei, die sie seit zwölf Jahren kannte. Das Schreiben war vor sieben Wochen gekommen, an dem Tag, an dem sie ins Gästezimmer gezogen war.

Elena hatte es gelesen, an dem Abend, als sie angekommen war. Sie hatte vier Seiten von einer Vereinbarung gelese
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  • VERSTRICKTES GELÜBDE   CHAPTER 246: ZIMMER VIERZEHN

    Die Armbanduhr war weg.Elena merkte es um Viertel nach sieben, als sie nach dem Becher griff und ihr Handgelenk nackt war. Sie hob die Hand und drehte sie im Licht. Da war die helle Stelle, wo das Band gesessen hatte, und die Ränder davon waren schon dunkler.Sie wusste, wo sie die Uhr abgemacht hatte. Im Erdgeschoss an dem Waschbecken neben dem Seifenspender, weil der Ruß unter dem Armband saß und sie es nicht mehr aushielt. Sie hatte das Wasser so heiß gestellt, dass es wehtat, und danach hatte sie die Hände unter den Trockner gehalten, und der Trockner hatte nur warme Luft geschoben.Die Uhr lag jetzt am Beckenrand oder im Mülleimer oder nirgendwo, weil sie keine Tasche hatte.Sie stand auf und setzte sich wieder hin.Der Gang hatte Stühle aus Kunststoff, und in der Mitte stand ein Tisch mit Zeitungen, die aussahen, als hätte sie jemand mit feuchten Händen gelesen. Über der Tür hing eine Uhr, und die Uhr lief richtig, und das ärg

  • VERSTRICKTES GELÜBDE   CHAPTER 245: DIE RETTUNG

    Es war noch nicht vier Uhr, als Elena aufhörte, auf die Hallentür zu sehen.Sie wusste nicht genau, warum. Vielleicht, weil sie zu lange nicht geblinzelt hatte und ihre Augen brannten. Vielleicht, weil sich das Blech an der Vorderseite der Halle an einer Stelle nach innen gebogen hatte und dann stehen geblieben war, und weil sie merkte, dass sie auf diese Stelle starrte und wartete, dass sie sich bewegte.Der Junge saß neben ihr im Graben, den Rücken an der Böschung, die Knie hochgezogen. Er hatte den Kopf auf die Knie gelegt und sah nicht mehr hin. Irgendwann hatte er einen Schuh verloren und nicht danach gesucht.Auf dem Hof waren jetzt sechs Männer in Jacken, die im Licht heller wirkten, als sie waren. Zwei hielten ein Rohr, und das Rohr machte ein Geräusch, als würde Wasser gegen ein Brett geworfen. Einer stand am Grabenrand und hatte sie zweimal gefragt, ob sie verletzt sei."Nein", hatte sie beide Male gesagt.Der Mann mit der

  • VERSTRICKTES GELÜBDE   CHAPTER 244: DAS FEUER

    "Notruf, was ist Ihr Notfall."Sie brauchte zwei Sekunden für die Frage. Der Junge stand neben ihr und hielt ihren Ärmel an der Naht, und über dem Hof war es still."Feuer", sagte sie. "Vielleicht Feuer. Ich weiß es noch nicht.""Wo sind Sie?"Sie sah zum Torpfosten. Dort war ein Blech mit einem Namen, den sie kannte, und darunter die Hausnummer. Die Zahl stand in weißen Ziffern auf blauem Grund, und eine Ziffer war mit einem Stein beworfen worden."Hafenstraße achtzehn", sagte sie. "Es ist ein Lager, ein großes Blechdach, an der Ecke zum Feld. Im Haus ist das Licht aus, die Sicherung ist draußen.""Warum ist die Sicherung draußen?""Ich habe sie rausgemacht."Die Frau am Telefon sagte nichts. Elena hörte eine Tastatur."Sind Menschen drin.""Zwei.""Namen."Sie öffnete den Mund und schloss ihn wieder. Der Junge hatte den Kopf gedreht und sah über die Schulter zum Hof hinter ihnen, und sie legte ihm die Hand auf den Nacken und drehte ihn zu sich."Ich brauche die Namen.""Anton Hale",

  • VERSTRICKTES GELÜBDE   CHAPTER 243: DER AUSWEG

    Die Tür war warm, und der Dieselgeruch war stärker als in der Halle, und Elena schob den Jungen zuerst hinaus.Er stolperte über die Schwelle, fing sich auf dem Kies und blieb einen Schritt draußen stehen, die Schultern hochgezogen. Sie folgte ihm und ließ die Tür offen. Aus der Halle kam die Wärme hinter ihr her, und draußen war es kalt, und über dem Hof hing eine Lampe an einem Mast."Weiter", sagte sie.Der Junge drehte sich um."Da ist ein Tor.""Ich sehe es. Geh weiter.""Das ist zu.""Geh einfach weiter und bleib neben mir."Er ging. Sie blieb auf seiner linken Seite, weil die Tür rechts von ihnen war, und sie sah nicht zurück, sondern auf die Wand der Halle, die im Licht der Lampe grau war und weiter vorn heller.Der Kies war tief, und ihre Schritte waren laut, lauter als alles im Haus. Das Tor war Maschendraht in einem Rohrrahmen, zwei Flügel, und in der Mitte lief eine Kette durch beide.Sie hob sie an. Das Schloss war schwerer, als sie erwartet hatte, und der Bügel stand off

  • VERSTRICKTES GELÜBDE   Kapitel 242: Das Dunkel

    Der Beton war an einer Stelle sandig. Elena spürte die Körner unter ihrer Schuhsohle, als sie den nächsten Schritt machte. Hinter ihr knackte etwas.„Ich find die Tür nicht“, sagte Georg.„Bleib stehen“, befahl Anton.„Wo ist die Tür?“„Links von dir. Drei Meter. Und geh nicht weiter.“Elena hielt den Atem an und lauschte. Antons Stimme kam aus der Mitte der Halle. Georg stand weiter hinten, auf der Seite der Tür. Sie konnte nicht sehen, ob er sich an die Wand drückte oder bereits nach seinem Handy tastete.Der graue Kasten neben ihr war noch warm. Sie hatte die Hand vom Hebel genommen, aber die Wärme saß ihr immer noch in den Fingern. Für einen Moment blieb sie mit dem Fuß dicht davor stehen. Dann zwang sie sich, weiterzugehen.„Junge“, sagte sie. „Bist du noch da?“Keine Antwort.„Du musst nichts erklären. Sag mir nur, ob du mich hörst.“Ein leises Rascheln kam aus der Richtung der erste

  • VERSTRICKTES GELÜBDE   Kapitel 241: Die Wahl

    Anton legte vier Seiten auf die Palette.Daneben stellte er einen Stift und sein Telefon. Der Bildschirm zeigte nach unten.Elena sah zuerst auf die Papiere, dann auf ihn.„Was soll das werden?“„Eine Vereinbarung.“„Nach allem, was Sie mir gerade erzählt haben, wollen Sie jetzt einen Vertrag?“„Ich will eine Entscheidung.“Er schob die Seiten über das Holz. Eine Ecke blieb an einem feuchten Ring hängen, den sein Becher hinterlassen hatte. Anton zog das Papier zurück und strich die Stelle glatt.Elena rührte sich nicht.„Lesen Sie.“„Sagen Sie mir zuerst, was Sie verlangen.“„Ihre Unterschrift.“„Die haben Sie vor elf Jahren nicht bekommen.“„Damals habe ich nicht danach gefragt.“„Sie haben mich in dieser Halle festgehalten. Sie haben meinen Sohn herbringen lassen. Und jetzt wollen Sie so tun, als wäre das hier ein gewöhnliches Geschäft?“„Es i

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  • VERSTRICKTES GELÜBDE   Kapitel 5

    Der private Salon fühlte sich enger an, als er war. Die schweren Samtvorhänge und antiken Möbel rückten wie Zeugen eines Prozesses näher. Elenas Hand blieb in Cassians festem Griff gefangen – warm, ruhig und das Einzige, was sie erdete, während Richard Hales Worte nachhallten.„Amelias Großeltern“,

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    Das Morgenlicht stach wie ein Vorwurf durch die schweren Vorhänge des Gästezimmers. Elena lag da und starrte an die Decke, ihr Seidennachthemd hatte sich um ihre Beine gewickelt nach einer schlaflosen Nacht. Jedes Mal, wenn sie die Augen schloss, sah sie Cassians sturmumwölkten Blick und hörte sein

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