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Kapitel 4

작가: Genesis
last update 게시일: 2026-02-05 18:28:38

Ethan

„Schluss damit! Hört endlich auf, mir ständig eine selbst gewählte Gefährtin einreden zu wollen!“

Bei jeder Sitzung mit den Ältesten musste ich mir dieselben Vorträge anhören.

Ich hatte ihnen bereits unzählige Male klargemacht, dass ich mich weigerte, aus den Kandidatinnen, die sie mir ständig präsentierten, eine angeblich geeignete Luna auszuwählen.

Meine Entscheidung stand fest.

Ich würde auf meine wahre, vorbestimmte Gefährtin warten – ganz gleich, welchen Rang sie besaß oder aus welchen Verhältnissen sie stammte. Nichts davon spielte für mich eine Rolle.

Wenn ich sie fand, würde ich sie bedingungslos annehmen.

Als ich den Versammlungsraum verließ, schlug ich die Tür so heftig hinter mir zu, dass die Wände beinahe erzitterten.

Mein Beta Max wartete bereits vor dem Gebäude. Er öffnete mir die Autotür und sah mich mitfühlend an.

„Ethan, beruhige dich. Es bringt nichts, sich wegen dieser alten Fossilien so aufzuregen. Wir müssen noch zum Nightfall-Rudel, und wir sollten langsam los. Wir sind ohnehin schon spät dran.“

„Ich verstehe nicht, worüber du dich beschwerst“, erwiderte ich gereizt. „Ich habe weder den Tisch umgeworfen noch eine Szene gemacht. Immerhin bin ich überhaupt zu diesem verdammten Treffen erschienen.“

Der Wagen setzte sich in Bewegung und fuhr in Richtung des Territoriums des Nightfall-Rudels.

Der Tag hatte mich vollkommen ausgelaugt. Deshalb lehnte ich mich auf dem Rücksitz zurück, schloss die Augen und döste ein.

Plötzlich stieß mein Wolf Jax ein wildes, urtümliches Brüllen aus.

Eine gewaltige Welle von Alpha-Energie brach aus meinem Körper hervor und erschreckte unseren Fahrer so sehr, dass er das Lenkrad herumriss.

Der Wagen schlingerte zur Seite und streifte den Bordstein, bevor der Fahrer ihn wieder unter Kontrolle brachte.

Max drehte sich alarmiert vom Beifahrersitz zu mir um.

Ich wollte Jax gerade fragen, was in ihn gefahren war, als plötzlich das Bild einer Frau in meinem Bewusstsein erschien.

Eine atemberaubende Silhouette.

Ihr langes Haar fiel wie ein seidiger Wasserfall über ihren Rücken. Das elegante Kleid schmiegte sich an ihre schlanke Gestalt, und ihre leuchtend violetten Augen schienen direkt nach mir zu rufen – geheimnisvoll und beinahe magisch.

Mein Herz begann so heftig zu schlagen, als wollte es meine Brust sprengen.

Wer war diese Frau?

„Ethan!“, rief Jax aufgeregt. „Das ist unsere Gefährtin!“

„Unsere Gefährtin?“

Ich riss die Augen auf und blickte aus dem Fenster.

In diesem Moment überquerten wir gerade die Grenze zum Territorium des Nightfall-Rudels.

Sofort spürte ich es.

Meine Gefährtin war hier.

Sie befand sich ganz in der Nähe.

Am Kontrollpunkt hielt der Wagen an. Nachdem ich mich vorgestellt hatte, ließen die Wachen uns ohne weitere Schwierigkeiten passieren.

Noch bevor wir weiterfuhren, befahl ich Max, herauszufinden, wo sich Alpha Marcus aufhielt.

Kurz darauf kam Marcus auf uns zu.

Hinter ihm ging eine zierliche junge Frau, deren Kleidung keineswegs der einer Luna entsprach. Als die beiden mich erblickten, zeichneten sich deutlich Überraschung und Unruhe auf ihren Gesichtern ab.

„Ethan Stormridge! Es ist mir eine Ehre, Euch willkommen zu heißen“, begrüßte Marcus mich und neigte respektvoll den Kopf. „Leider hat sich während des Festes ein schrecklicher Zwischenfall ereignet, weshalb wir die Feier vorzeitig beenden mussten.“

„Du solltest mich mit Alpha Ethan ansprechen, Marcus“, bemerkte ich kühl.

Während ich sprach, ließ ich meinen Blick zu der jungen Frau hinter ihm wandern.

Meine Stimme schien sie erschreckt zu haben. Sofort versteckte sie sich hinter Marcus, als wollte sie am liebsten mit dem Boden verschmelzen.

Interessiert neigte ich den Kopf.

Von diesem Mädchen ging ein ungewöhnlicher Geruch aus. Er war nicht stark genug, um ihn eindeutig zuzuordnen, doch irgendetwas daran bereitete mir Unbehagen.

„Verzeiht mir, Alpha Ethan“, sagte Marcus hastig.

Er verbeugte sich erneut und wandte sich anschließend der kleinen Gestalt hinter ihm zu, um sie zu beruhigen.

„Meine vorbestimmte Gefährtin befindet sich in deinem Rudel“, erklärte ich ohne Umschweife. „Finde sie und bring sie zu mir.“

Marcus zögerte.

„Das … Alpha Ethan, es tut mir leid, aber das ist nicht möglich.“

Mein Blick verhärtete sich.

„Du hast fünf Minuten. Danach will ich jede Frau deines Rudels vor mir sehen.“

Ich wollte nur meine Gefährtin finden.

Ein unheilvoller Instinkt sagte mir, dass sie sich in Gefahr befand. Ich musste sie mit eigenen Augen sehen und mich davon überzeugen, dass es ihr gut ging.

„In Ordnung, Alpha Ethan“, stimmte Marcus schließlich widerwillig zu.

Er wies seinen Beta an, alle Frauen des Rudels so schnell wie möglich zusammenzurufen.

Wenig später versammelte sich eine Gruppe von Wölfinnen vor mir.

Eine nach der anderen trat vor, legte die Kehle frei und senkte respektvoll den Kopf.

Ich schloss die Augen und konzentrierte mich auf die Düfte, die sie hinterließen.

Doch keiner davon löste die Reaktion in mir aus, auf die ich wartete.

Nein.

Meine Gefährtin war nicht unter ihnen.

Wo war sie?

Ich stieg aus dem Wagen und ging mit schnellen Schritten auf Marcus zu.

Jax’ Zorn ließ meine Augen golden aufleuchten.

Bevor Marcus reagieren konnte, packte ich ihn an der Kehle und hob ihn mühelos vom Boden.

„Ich habe dir befohlen, mir jede Frau deines Rudels vorzuführen“, knurrte ich.

Die versammelten Wölfinnen schnappten erschrocken nach Luft.

Als sich meine Alpha-Aura über den Platz ausbreitete, sanken die Schwächeren auf die Knie und begannen vor Angst zu zittern.

Nur eine einzige Frau schaffte es, auf den Beinen zu bleiben, obwohl auch ihr ganzer Körper bebte.

„Alpha Ethan“, flüsterte sie eingeschüchtert, „das sind alle Frauen des Rudels. Es fehlt niemand.“

„Alpha Ethan, bitte lasst mich los“, presste Marcus hervor und versuchte vergeblich, meinen Griff zu lösen.

Ein spöttisches Lachen entkam mir.

Ich verstärkte den Druck für einen Moment, bevor ich ihn gegen die nächste Wand schleuderte.

„Und wie genau willst du mich mit deiner erbärmlichen Kraft aufhalten, Marcus?“

„Ethan, bitte!“

Langsam wandte ich mich ihm wieder zu.

„Ich habe dich bereits gewarnt, mich mit Alpha anzusprechen“, sagte ich gefährlich ruhig. „Zwing mich nicht, es ein drittes Mal zu wiederholen.“

Dann schleuderte ich ihn zu Boden.

„Unsere Luna!“, rief plötzlich eine der Dienerinnen aus ihrer zusammengekauerten Position. „Unsere Luna befindet sich im Kerker!“

Sofort spannte sich mein gesamter Körper an.

Ich musste meine Gefährtin finden.

Um Marcus, der meine Zeit verschwendet hatte, würde ich mich später kümmern.

„Sie ist meine Luna! Was zur Hölle glaubst du, was du da tust?“, donnerte Marcus hinter mir.

Ich strich ruhig meinen Anzug glatt und warf einen letzten Blick über die Schulter.

Marcus lag noch immer am Boden.

Die zierliche Frau klammerte sich wie ein Parasit an ihn. Seit dem Moment, in dem sie mich erblickt hatte, wirkte sie wie vor Angst erstarrt.

„Deine Luna?“, fragte ich kalt. „Du hast deine eigene Luna in den Kerker gesperrt?“

Max und ich wechselten einen kurzen Blick.

Dann wandte ich mich ab und verließ den Platz, während Marcus’ wütende Schreie hinter mir erklangen.

„Was habt ihr vor? Haltet ihn auf!“

Die Wachen versuchten tatsächlich, uns den Weg zu versperren.

Es war ein sinnloser Versuch.

Sie hatten nicht die geringste Chance, den Alpha des Embermoon-Rudels aufzuhalten. Mit wenigen Bewegungen räumte ich sie aus dem Weg und verschwand aus ihrem Blickfeld.

Schon bald erreichte ich den Kerker.

Je tiefer ich in das dunkle Gebäude vordrang, desto deutlicher spürte ich den Kummer und die Qual, die aus der Seele meiner Gefährtin zu mir drangen.

Was war ihr angetan worden?

Warum empfand sie einen derart überwältigenden Schmerz?

Jax wurde in meinem Inneren zunehmend unruhiger, und auch ich beschleunigte meine Schritte.

Dringend suchte ich eine Zelle nach der anderen ab.

Der Kerker war dunkel, kalt und feucht.

Dann sah ich sie endlich.

Durch die vergitterte Öffnung einer Zelle erkannte ich die Frau, deren Bild so unerwartet in meinem Bewusstsein erschienen war.

Das blasse Mondlicht fiel durch ein kleines Fenster und legte einen silbrigen Schimmer auf ihre Gestalt.

Ihr elegantes Kleid war bereits von Staub und Schmutz befleckt, doch selbst unter diesen Umständen wirkte sie anmutig.

Mein Blick glitt über ihre langen kastanienbraunen Locken und blieb schließlich auf ihrem Gesicht ruhen.

Getrocknete Tränenspuren zeichneten sich auf ihren feinen Zügen ab.

Als sie langsam den Kopf hob, trafen sich unsere Blicke.

Mein Herz begann erneut heftig zu schlagen.

Für einen Moment vergaß ich sogar zu atmen.

Sie war schöner, als das Bild in meinem Bewusstsein es je hätte zeigen können.

Endlich hatte ich sie gefunden.

Meine Gefährtin.

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