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Unter Beobachtung

Autor: Alwyn Wynter
last update Fecha de publicación: 2026-10-03 18:33:22

Nia

Ich spürte es, noch bevor ich es begriff – dieses ganz bestimmte Kribbeln, wenn man beobachtet wird, das einen dazu bringt, ohne jeden Grund vom Bildschirm aufzublicken.

Der Mann am Schreibtisch neben dem Serverraum war kein Neuling. Korrektur: Er war neu, mit Ausweis und allem, aber irgendetwas an der Art, wie er nie ganz auf seinen Bildschirm schaute, ließ mir die Haare zu Berge stehen.

Ich redete mir ein, ich würde mir das nur einbilden. Sterling Media stellte jede Woche neue Mitarbei
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  • VON SEINME VATER RUINERT    Achtundvierzig Stunden

    NiaValentina stockte der Atem, der halbfertige Satz erstarb ihr auf der Zunge, als Raymond über dem Tisch aufragte. Seine Anwesenheit schien den ganzen Sauerstoff aus dem Raum zu saugen und warf einen schweren, erstickenden Schatten auf uns beide. Ich blickte zu ihm auf, wobei sich eine plötzliche Welle der Erleichterung mit dem kalten Knoten der Angst in meinem Magen vermischte. „Raymond …“ Er sah mich nicht sofort an. Seine dunklen Augen blieben auf Valentina gerichtet und brannten vor einer tödlichen, eisigen Ruhe. „Ich habe eine Frage gestellt, Valentina. Darf ich mich an der Diskussion beteiligen?“ Valentina fand fast augenblicklich ihre Fassung wieder und lehnte sich in ihrem Stuhl zurück, mit einem geschmeidigen, geübten Lächeln, das ihre Augen jedoch nicht erreichte. „Raymond. Ich habe deiner neuen Freundin gerade nur einen freundlichen Rat gegeben, wie gefährlich diese Stadt sein kann.“ „Nennt man das jetzt so?“, fragte Raymond mit gefährlich sanfter Stimme, während er

  • VON SEINME VATER RUINERT    Ein Ausweg

    NiaDie Frage hing länger zwischen uns in der Luft, als es hätte sein sollen, und die Kerze flackerte zwischen den Weingläsern, als würde auch sie auf meine Antwort warten.„Nicht viel“, sagte ich schließlich. „Er starb, als ich fünfzehn war. Ein Herzinfarkt, sagten sie mir. Ich ging noch zur Schule, war gerade dabei, herauszufinden, wie man seine Wäsche selbst wäscht, und dann war er einfach nicht mehr da.“ Meine Finger fanden den Rand der Tischdecke und strichen sie glatt – eine alte Angewohnheit, wann immer ich von ihm sprach. „Meine Mutter hat danach nie mehr viel über ihn gesprochen. Ich habe immer gedacht, dass es für sie so einfacher war.“ Valentina beobachtete mich mit einem Ausdruck, den ich nicht ganz deuten konnte – nicht gerade Wärme; eher etwas, das an Berechnung grenzte, getarnt als Besorgnis. „Du weißt also nicht, was er gemacht hat, bevor du geboren wurdest? Bevor du dich an ihn als etwas anderes als deinen Vater erinnern konntest?“ „Er hat im Finanzwesen gearbeite

  • VON SEINME VATER RUINERT    Unter Beobachtung

    Nia Ich spürte es, noch bevor ich es begriff – dieses ganz bestimmte Kribbeln, wenn man beobachtet wird, das einen dazu bringt, ohne jeden Grund vom Bildschirm aufzublicken. Der Mann am Schreibtisch neben dem Serverraum war kein Neuling. Korrektur: Er war neu, mit Ausweis und allem, aber irgendetwas an der Art, wie er nie ganz auf seinen Bildschirm schaute, ließ mir die Haare zu Berge stehen. Ich redete mir ein, ich würde mir das nur einbilden. Sterling Media stellte jede Woche neue Mitarbeiter ein. Nicht jeder, der Augenkontakt vermied, hatte etwas zu verbergen.Dennoch fragte ich, als Frau Collins mittags an meinem Schreibtisch vorbeikam: „Wer ist der Neue in der IT?“Sie warf mir kaum einen Blick zu. „Ein Zeitarbeiter. Warum?“„Nur so.“ Ich lächelte und ließ das Thema fallen, doch das Kribbeln blieb. Beim Mittagessen rief Jesse an, ganz außer Atem vor Aufregung über nichts Bestimmtes, und zwanzig Minuten lang ließ ich die letzten beiden Tage völlig hinter mir – den Einbruch, de

  • VON SEINME VATER RUINERT    Identitätsdiebstahl

    Raymond „Ich kann nicht.“ Die Worte waren mir über die Lippen gekommen, bevor ich sie zurückhalten konnte, und der Raum verschluckte sie vollständig. Einen Moment lang hielt jeder den Atem an. Alle Ältesten starrten mich an, als hätte ich gerade gestanden, das Familienanwesen eigenhändig niedergebrannt zu haben. Valentinas Lächeln verschwand nicht so sehr, als dass es erstarrte; es hielt einen Herzschlag zu lange an, bevor es zerbrach. Einer der Ältesten erhob sich langsam von seinem Stuhl, die Handflächen flach auf dem Tisch, als bräuchte er ihn, um das Gleichgewicht zu halten. „Was hast du gerade gesagt?“ „Ich habe mich klar genug ausgedrückt.“ Ich hielt meine Stimme ruhig, auch wenn mein Puls das nicht tat. „Ich werde sie nicht ausliefern.“ Das Schlagen der Fäuste eines anderen Ältesten auf den Tisch hallte wie ein Schuss durch den Saal. „Raymond!“ „Sie ist die Tochter von John Harrington.“ „Ich weiß ganz genau, wer sie ist.“ „Und trotzdem beschützt du sie?“ Ich ließ me

  • VON SEINME VATER RUINERT    Schuld durch Blut

    Raymond „Was willst du damit sagen?“ Meine Stimme klang kälter, als ich beabsichtigt hatte. „Bist du dir sicher?“ Marcus zuckte nicht mit der Wimper, was die Sache irgendwie noch schlimmer machte. „Den Serverprotokollen zufolge wurde mit der Mitarbeiter-ID von Nia Harrington auf die vertrauliche Datei zugegriffen.“ „Das ist unmöglich.“ „Das dachte ich auch.“ Es entstand eine Pause am anderen Ende der Leitung, die so schwerfiel, dass ich hören konnte, wie er seine nächsten Worte wählte. „Ich habe es dreimal überprüft. Ich schicke dir die Daten jetzt – sieh selbst nach. Der Clan hat bereits eine Krisensitzung einberufen.“Mir sank das Herz, noch bevor mein Verstand die Situation erfasst hatte. „Sie wissen es?“„Sie wissen es.“ Ich schloss für einen Moment die Augen. „Ich komme.“ Ich beendete das Gespräch und öffnete die Datei, noch bevor ich mich hingesetzt hatte. Anmeldezeit, Mitarbeiter-ID, Sicherheitsfreigabe – jede Zeile deutete auf Nia hin, klar und unbestreitbar dargelegt, a

  • VON SEINME VATER RUINERT    Gerahmt

    NiaMein zweiter Tag bei Sterling Media war weitaus weniger nervenaufreibend als mein erster. Ich bin trotzdem wieder früh aufgewacht. Nachdem ich eines der Bürooutfits angezogen hatte, die Jesse mir beim Kauf ausgesucht hatte, nahm ich schnell etwas zum Frühstück zu mir, bevor ich nach unten ging. Raymond war bereits zur Arbeit gegangen und hatte eine kurze Notiz auf dem Esstisch hinterlassen. „Lass das Frühstück nicht ausfallen, kleines Häschen.“ Ein kleines Lächeln huschte über mein Gesicht. Ich faltete den Zettel zusammen, steckte ihn in meine Handtasche und machte mich auf den Weg zur Arbeit. Als ich im Büro ankam, waren alle bereits fleißig bei der Arbeit. „Guten Morgen, Nia“, begrüßten mich ein paar Kollegen. „Guten Morgen“, erwiderte ich. Ich machte es mir an meinem Schreibtisch bequem und schaltete meinen Computer ein. Der Vormittag verlief ruhig. Ich tippte Berichte, ordnete Rechnungen, sortierte Kundenunterlagen, druckte Dokumente aus und legte Verträge ab. Nichts

  • VON SEINME VATER RUINERT    Falscher Raum, richtiges Feuer

    Raymonds Perspektive Ich betrat die schummrig beleuchtete Suite, das elektronische Schloss schloss sich hinter mir mit einem leisen Klicken. Ich kam gerade von einem angespannten Geschäftstreffen, einer weiteren nächtlichen Verhandlung mit Clan-Mitgliedern, die glaubten, meine Geduld auf die Prob

  • VON SEINME VATER RUINERT    Das perfekte Geschenk

    Nia's PerspektiveIch rückte den zarten Träger des roten Spitzen-Dessous ein letztes Mal zurecht, wobei meine Finger leicht auf meiner warmen Haut zitterten. Der Stoff war verführerisch, kaum vorhanden, an den richtigen Stellen durchsichtig – ganz darauf ausgelegt, einen Mann in den Wahnsinn zu tre

  • VON SEINME VATER RUINERT    Verfälschte Lügen

    Nia's PerspektiveIch sah Daniels Hände an der Taille eines anderen Mädchens. Das Mädchen lachte, den Kopf nach hinten geworfen, ihre Finger in seinem Hemdkragen vergraben, während er sie innig und besitzergreifend küsste. So hatte er mich noch nie geküsst. Die Lounge war schwach beleuchtet, ich ko

  • VON SEINME VATER RUINERT    Der Morgen danach

    Nia's Perspektive Ich erwachte im sanften Schein des Morgenlichts, das durch die schweren Hotel Vorhänge drang. Mein Körper fühlte sich schwer an, auf die köstlichste und zugleich erschreckendste Weise beansprucht. Ich spürte einen tiefen, ungewohnten Schmerz zwischen meinen Schenkeln, eine unverb

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