LOGINRaymonds Perspektive
Ich betrat die schummrig beleuchtete Suite, das elektronische Schloss schloss sich hinter mir mit einem leisen Klicken. Ich kam gerade von einem angespannten Geschäftstreffen, einer weiteren nächtlichen Verhandlung mit Clan-Mitgliedern, die glaubten, meine Geduld auf die Probe stellen zu können. Erschöpfung lastete auf meinen Schultern, der Raum sollte ruhig, privat und leer sein. Meine übliche Suite. Zumindest hatte ich das erwartet. Stattdessen kam eine Frau in roter Spitze langsam auf mich zu. Ich war fassungslos – was machte sie hier? Vielleicht war es wieder eine dieser Frauen, die ständig nach Möglichkeiten suchten, mit mir zu schlafen. Bevor ich etwas sagen konnte, zog sie mich näher zu sich heran. „Endlich bist du da“, hauchte sie, ihre Stimme tief und voller unverkennbarer Begierde. Ihre Hände legten sich um meinen Hals und zogen mich zu sich herunter. Ihre weichen Lippen prallten gegen mich, hungrig, ungeduldig, schmeckend nach Champagner und etwas Süßem, etwas gefährlich Unschuldigem. Ich erstarrte für den Bruchteil einer Sekunde, jeder Instinkt schrie mir zu, dass das falsch war, das war nicht meine Suite, das war nicht meine Frau. Doch in dem Moment, als sich ihr Körper eng an meinen presste, ihre weichen, warmen Kurven kaum bedeckt von zarter roter Spitze, zerbrechen meine Gedanken. Es fiel mir schwer, klar zu denken. Sie war atemberaubend. Dunkles Haar, das über die Schulter fiel, volle Lippen, die sich öffneten, Augen, halb geschlossen vor Alkohol und unbändiger Sehnsucht. Ihr Duft umhüllte mich, Jasmin, Champagner und pure weibliche Hitze. Sie küsste mich, als hätte sie genau nach diesem Moment gehungert, ihre Zunge leckte meine Unterlippe, ihre Finger gruben sich mit überraschender Kraft in mein Haar. Ich hätte mich zurückziehen sollen. Hätte ihr sagen sollen, dass hier eindeutig ein Irrtum vorlag. Stattdessen bewegten sich meine Hände wie von selbst und legten sich auf die Wölbung ihrer Taille. Die Spitze fühlte sich unter meinen Handflächen unglaublich zerbrechlich an, ihre Haut darunter glühte heiß. Ein leises Knurren entwich meiner Kehle, bevor ich es unterdrücken konnte. „Wer zum Teufel bist du?“, murmelte ich an ihren Mund, die Worte rau fast im Kuss verloren. Sie antwortete nicht mit Worten, stattdessen vertiefte sie den Kuss, drückte sich näher an mich, ihre Brüste streiften durch den dünnen Stoff an meiner Brust. Eine ihrer Hände glitt mein Hemd hinunter, ihre Finger öffneten die Knöpfe mit ungeschickter Dringlichkeit. „Daniel … "Ich habe so lange darauf gewartet“, flüsterte sie zwischen den Küssen, ihr Atem hieß an meinem Kinn. „Lass mich bitte nicht länger warten.“ Daniel. Der Name traf mich wie ein Schlag, doch er tat nichts, um das Feuer zu löschen, das plötzlich durch meine Adern wütete. War sie die Freundin meines Sohnes? Ich war mir nicht ganz sicher, wer sie war. Vielleicht war sie das Mädchen, mit dem mein Sohn herumstolziert wurde, um respektabel zu wirken, während er seine eigenen rücksichtslosen Spielchen trieb. Und jetzt lag sie in meinen Armen, fast nackt, und flehte mich an, in der Annahme, ich sei Daniel, sie zu nehmen. Diese Erkenntnis hätte mich dazu bringen müssen, sofort zurückzuweichen. Sie hätte alle Alarmglocken in meinem Kopf läuten lassen müssen, was Clan-Politik, familiäre Komplikationen und das gefährliche Leben betraf, das ich führte. Doch ihre Hände öffneten bereits mein Hemd, ihre Handflächen glitten voller Bewunderung über meine Brust. Ein leises, sehnsüchtiges Geräusch entwich ihrer Kehle, während sie mich erkundete, und dieses Geräusch ging mir direkt in den Schwanz. Mein Griff um ihre Taille verstärkte sich, meine Finger gruben sich in ihr weiches Fleisch. Ich zog mich gerade so weit zurück, dass ich in dem schwachen Licht auf ihr Gesicht hinunterblicken konnte. Ihre Wangen waren gerötet, ihre Augen vom Champagner glasig, ihre Lippen vom Kuss geschwollen. Sie blickte zu mir auf mit einer so unverhüllten, vertrauensvollen Sehnsucht, dass sich tief in meiner Brust etwas Dunkles und Besitzergreifendes regte. Das war ein Fehler, ein sehr gefährlicher, sehr verlockender Fehler. Ich öffnete den Mund, um zu sprechen, um ihr die Wahrheit zu sagen, um das zu beenden, bevor es noch weiter ging. Doch dann stellte sie sich wieder auf die Zehenspitzen, drückte einen weiteren langsamen, berauschenden Kuss auf meine Lippen, ihr Körper schmiegte sich perfekt an meinen. Ihre Hüften wiegten sich sanft, suchten Reibung, und ich spürte ihre unverkennbare Hitze durch die Spitze. „Hast du überhaupt eine Ahnung, was du da tust? "Bist du dir sicher, dass es genau das ist, was du willst?", sagte ich, um ihr klarzumachen, worauf sie sich einließ. „Berühre mich“, flüsterte sie an meinen Mund. „Ich will dich heute Nacht so sehr.“ Meine Beherrschung brach zusammen. Ich ließ eine Hand ihren Rücken hinauf gleiten, meine Finger vergraben sich in ihrem Haar, während die andere ihren Hintern umfasste und sie fester an mich zog. Ich nahm ihre Lippen mit wilder Intensität in Besitz. Im Hinterkopf wusste ich, dass ich aufhören sollte. Doch als sie leise in meinen Mund stöhnte und sich noch enger an mich drückte, fiel es mir schwer, klar zu denken. Daniel …“, flüsterte sie.Nia04:12 Die Zahlen leuchteten rot an der Wand, und jede Sekunde, die verging, fühlte sich an, als würde eine Hand auf meine Brust drücken. Das Wasser reichte Raymond bis zu den Knien. Das Wasser war schwarz und eiskalt, trüb von Rost und Öl, und es roch nach Meer und nach etwas Älterem darunter – nach etwas Verfaultem. Jedes Mal, wenn es anschwoll, schlug es mit einem hohlen Dröhnen gegen die Betonwände, das mir direkt den Rücken hinaufschoss und die Striemen auf meinem Rücken in Brand setzte. Ich biss die Zähne zusammen und klammerte mich an seinen Hals. „Marcus, sag was“, bellte Raymond. „Die East Bay ist zugeschweißt, Boss.“ Marcus watete vor uns her, sein Gewehr über die Schulter gehängt, eine Hand an den Ohrhörer gepresst. „Ladetüren eins bis vier, dasselbe. Viktors Team ist am nördlichen Treppenhaus, aber die Unterebene steht bereits unter Wasser. Sie sagen, die Treppe ist weg.“ „Weg?“ „Unter Wasser. Bis zum zweiten Treppenabsatz.“ Das Dröhnen von unten wurde immer l
Raymond Die Kugel, die ich einen Zoll von Daniels Schädel entfernt im Beton vergraben hatte, war kein Fehlschuss. Es war eine Geste der Höflichkeit. Die einzige, die er jemals von mir bekommen würde. „Beweg dich nicht“, sagte ich, meine Stimme so leise, dass sie kaum über die entfernten Schüsse hinweg zu hören war. „Kein Muskel.“ Daniel erstarrte, seine Finger immer noch in Nias Haaren vergraben, seine gebissene Hand tropfte Blut über ihre Schulter. Und dann sah ich sie an. Silbernes Klebeband über ihrem Mund. Die Handgelenke hinter ihrem Rücken mit einem Seil gefesselt, das ihre Haut bereits wundgerieben hatte. Ihr Shirt hing in Fetzen über ihren Schulterblättern, und durch den zerrissenen Stoff konnte ich sie sehen. Lange, wütende Striemen, aufgerissen und rot nässend, zogen sich über ihre Haut, als hätte jemand seinen Namen in sie eingeritzt.Etwas in mir wurde vollkommen, absolut still. Ich war schon früher wütend gewesen. Ich war so wütend gewesen, dass erwachsene Männer
NiaDer zweite Schlag raubte mir den letzten Rest Atem, der mir noch in den Lungen geblieben war. Ein blendender Blitz weißglühender Qual schoss durch meine Schultern und strahlte meine Wirbelsäule hinunter, bis sich mein ganzer Körper vom kalten Betonboden wölbte. Ich konnte den rauen, reißenden Schrei nicht unterdrücken, der sich aus meiner Kehle herauskämpfte. Er prallte von den feuchten Steinwänden ab und hallte wie ein Totenglockenschlag in dem sterilen Raum wider. Ich sackte nach vorne zusammen, meine aufgeschürften Handflächen schlugen hart auf den Boden, während ich mich instinktiv zu einem festen, schützenden Ball zusammenrollte. Meine Stirn drückte fest gegen den körnigen Beton, Tränen vermischten sich mit dem Staub und dem metallischen Geschmack von Blut, das sich auf meiner Zunge sammelte. „Steh auf“, zischte Lilas Stimme, frei von jeglicher menschlichen Wärme, und klang wie ein Dämon, der das Gesicht meiner Freundin trug. Ein weiteres scharfes Knallen von Leder zer
Raymond Die Stille im Lagezentrum des Anwesens war ohrenbetäubender als Gewehrfeuer. Ich stand wie gelähmt vor dem zentralen Eichentisch und starrte auf die zerbrochenen Überreste von Marcus’ Kommunikationsgerät hinab. Aus dem gesprungenen Lautsprecher drang Rauschen, unterbrochen vom rhythmischen, spöttischen Piepton eines ausgefallenen Signals. Entführt. Dieses eine Wort hallte in meinem Kopf wider, schwer und erstickend, und verwandelte die Luft in meinen Lungen in geschmolzenes Blei. Vor fünfzehn Minuten hatte mein Leben noch einen Mittelpunkt. Vor fünfzehn Minuten war Nia noch in Sicherheit, schwanger mit meinem Kind, und ihr sanftes Lachen schwebte zusammen mit dem ihrer Freundin durch die Flure. Jetzt war der Raum, in dem einst ihre Wärme geherrscht hatte, ein riesiger, klaffender Abgrund aus kalter, gewalttätiger Wut. Ein scharfes, ohrenbetäubendes KNACKEN hallte durch den Raum, als meine Faust auf die massive Eichenvertäfelung der Wand prallte. Schmerz schoss mir den
Nia Der stechende chemische Geruch klammerte sich an meinen Rachen und ließ mir den Kopf schwirren, während ich mich mühsam wieder zu Bewusstsein kämpfte. Meine Augenlider fühlten sich an wie Blei – schwer und brennend. Langsam zwang ich sie auf und blinzelte gegen das grelle, flackernde Licht der Leuchtstoffröhren über mir. Der Raum war kalt, steril und roch nach feuchtem Beton und altem Eisen. Meine Handgelenke und Knöchel spannten sich gegen kaltes Metall – ich war fest an einen Industriestuhl geschnallt. „Wo … wo bin ich?“, flüsterte ich; meine Stimme klang heiser und trocken. Ein scharfes, spöttisches Kichern durchbrach die Stille. Ich drehte träge den Kopf, und mir stockte der Atem, als eine vertraute Gestalt aus dem Schatten trat. Daniel stand über mir, ein verzerrtes, siegreiches Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus. „Du Mistkerl“, spie ich, während Adrenalin augenblicklich die nachwirkenden Effekte des Chloroforms überlagerte und ich gegen die Fesseln zappel
NiaJesse räusperte sich laut und durchbrach die bedrückende Spannung mit einem übertriebenen Klopfen ihres Löffels gegen die Kaffeetasse. „Okay, genug mit den schweren Themen“, erklärte Jesse, stützte die Ellbogen auf den Tisch und blickte zwischen Raymond und mir hin und her. „Ich finde eigentlich, wir sollten heute rausgehen – um für das Baby einzukaufen.“ Raymonds Hand erstarrte augenblicklich über meiner. Seine dunklen Augen huschten zu Jesse hinauf, sein Gesichtsausdruck verflachte zu einer Mauer aus unnachgiebigem Marmor. „Nein“, sagte Raymond knapp. „Ach, komm schon, Raymond“, flehte ich leise und drehte meine Handfläche zu ihm, um seine Finger zu drücken. „Es ist nur ein kurzer Ausflug. Wir werden nicht lange weg sein.“ „Ich habe Nein gesagt, Nia“, wiederholte er, und sein Ton ließ keinerlei Raum für Diskussionen. Er wandte seinen Blick wieder mir zu, wobei sich die Härte in seinen Zügen nur ein klein wenig milderte. „Außerhalb dieser Tore ist es im Moment nicht sicher
Nia's Perspektive Ich erwachte im sanften Schein des Morgenlichts, das durch die schweren Hotel Vorhänge drang. Mein Körper fühlte sich schwer an, auf die köstlichste und zugleich erschreckendste Weise beansprucht. Ich spürte einen tiefen, ungewohnten Schmerz zwischen meinen Schenkeln, eine unverb
Nia's Perspektive „Daniel …“, flüsterte ich atemlos, als er sich endlich zurückzog, damit ich Luft holen konnte. Der Name klang selbst in meinen eigenen Ohren seltsam. Ich verdrängte den Gedanken – es spielte keine Rolle. Er war jetzt hier, das war alles, was zählt. Seine einzige Antwort war ein
Nia's PerspektiveIch rückte den zarten Träger des roten Spitzen-Dessous ein letztes Mal zurecht, wobei meine Finger leicht auf meiner warmen Haut zitterten. Der Stoff war verführerisch, kaum vorhanden, an den richtigen Stellen durchsichtig – ganz darauf ausgelegt, einen Mann in den Wahnsinn zu tre
Nia's PerspektiveIch sah Daniels Hände an der Taille eines anderen Mädchens. Das Mädchen lachte, den Kopf nach hinten geworfen, ihre Finger in seinem Hemdkragen vergraben, während er sie innig und besitzergreifend küsste. So hatte er mich noch nie geküsst. Die Lounge war schwach beleuchtet, ich ko







