MasukNia's Perspektive
Ich erwachte im sanften Schein des Morgenlichts, das durch die schweren Hotel Vorhänge drang. Mein Körper fühlte sich schwer an, auf die köstlichste und zugleich erschreckendste Weise beansprucht. Ich spürte einen tiefen, ungewohnten Schmerz zwischen meinen Schenkeln, eine unverblümte Erinnerung daran, dass ich keine Jungfrau mehr war. Meine Muskeln schmerzen an Stellen, von denen ich nicht gewusst habe, dass sie schmerzen können. Meine Hüften, meine Innenseiten der Oberschenkel, sogar meine Brüste fühlten sich durch die grobe Zärtlichkeit empfindlich an. Ich blinzelte langsam und versuchte, die Fragmente der vergangenen Nacht zusammenzusetzen. Der Champagner, die rote Spitze, die starken Hände und das überwältigende Vergnügen, das mir immer wieder Schreie aus der Kehle gerissen hatte. Aber der Mann, der neben mir lag, dessen breiter Rücken mir zugewandt war, war nicht Daniel. Mein Herz hämmerte heftig gegen meine Rippen. Das war nicht Daniels schlanker, jugendlicher Körperbau. Der Fremde neben mir war größer und muskulöser, mit kräftigen Schultern und einer Ausstrahlung, die selbst im Schlaf befehlend und gefährlich wirkte. Sein dunkles Haar und schwache Narben waren auf seiner Haut zu sehen, der schwache Duft von teurem Parfüm hing noch immer an den zerknitterten Laken. Oh mein Gott … Was habe ich getan? Ich geriet in Panik, Angst schoss mir augenblicklich durch die Adern. Ich setzte mich auf, das Laken rutschte herunter und entblößte meine nackten Brüste. Die rote Spitzenunterwäsche lag verstreut auf dem Boden, mein BH lag neben dem Bett, der String auf der anderen Seite des Zimmers, ein Strumpfhalter baumelte am Rand des Nachttischs. Die halb leere Champagnerflasche verspottete mich vom Beistelltisch aus. Ich konnte sein Gesicht nicht klar erkennen. Das Licht war zu schwach gewesen, mein Kopf zu benebelt vom Alkohol. Aber ich erinnerte mich daran, wie er mich berührt hatte, wie er die Kontrolle übernommen hatte, wie er mich so vollständig ausgefüllt hatte, dass Schmerz und Lust zu etwas süchtig machend verschmolzen waren. Das war nicht mein Freund. Meine Hände zitterten, als ich aus dem Bett schlüpfte, und ich unterdrückte ein Zusammenzucken wegen des frischen Schmerzes zwischen meinen Beinen. Ich bewegte mich so leise wie möglich, voller Angst, er könnte aufwachen. Jede Sekunde fühlte sich an wie eine tickende Zeitbombe. Ich sammelte schnell meine Sachen zusammen. Kleid, High Heels, Handy – und stopfte sie achtlos in meine Reisetasche. Ich machte mir nicht die Mühe, nach Unterwäsche zu suchen. Ich konnte es nicht ertragen, sie noch einmal anzufassen. Mein Handy leuchtete auf und zeigte ungelesene Nachrichten von Daniel an, aber ich brachte es nicht über mich, sie zu lesen. Ich floh. Der Flur kam mir endlos vor. Die Fahrt mit dem Aufzug hinunter in die Lobby war erdrückend. Im Erdgeschoss, im Badezimmer, zog ich schnell das schlichte Sommerkleid an, das ich für den Morgen danach eingepackt hatte, den ich mir mit Daniel vorgestellt hatte. Ich spritzte mir kaltes Wasser ins Gesicht und versuchte, meinen Atem zu beruhigen. Mein Spiegelbild starrte mich an, ich sah meine wilden Augen, meine geschwollenen Lippen, mein verfilztes, zerzaustes Haar – ich sah genau wie ein Mädchen aus, das von einem Fremden gründlich und leidenschaftlich ruiniert worden war. Schuldgefühle quälten mich, Scham brannte heiß in meinen Wangen. Wie konnte ich nur so dumm sein? So leichtsinnig? Als ich meine Wohnung erreichte, war mein Kopf ein Wirbelwind aus Verleugnung und Selbsthass. Ich wollte einfach nur so tun, als wäre die letzte Nacht nie passiert, sie tief vergraben und vergessen. Daniel war schon da, als ich hereinkam. Er lag auf meiner Couch, scrollte durch sein Handy und wirkte ruhig und unbeeindruckt. In dem Moment, als er mich sah, stand er auf und zog mich in eine herzliche Umarmung. „Baby, die letzte Nacht tut mir so leid“, sagte er sanft und drückte mir einen zärtlichen Kuss auf die Stirn. „Die Jungs haben mich mit einem. Vor-Geburtstagsdrink überrascht und ich habe völlig die Zeit vergessen. Mein Handy war leer, und als ich es merkte, war es schon zu spät. Ich fühle mich schrecklich, dass ich dich so versetzt habe.“ Ich versteifte mich in seinen Armen und spürte immer noch das Brennen zwischen meinen Schenkeln. Ich konnte immer noch die Spuren der Hände eines anderen Mannes auf meiner Haut fühlen, seinen Körper, der sich mit roher, beherrschender Kraft in mir bewegte. Entgegen jeder Logik, entgegen der Panik, die mir immer noch die Kehle zuschnürte, zwang ich mich, mich in Daniels Umarmung zu entspannen. „Es ist okay!", flüsterte ich, meine Stimme kaum fest. „Ich verstehe, dass solche Dinge passieren. Daniel zog sich zurück und grinste sichtlich erleichtert. „Du bist die Beste, weißt du das? Hey, meine Geburtstagsparty ist heute Abend bei meinem Vater, du kommst doch noch, oder? "Alle werden da sein, ich will dich an meiner Seite haben.“ Ich schluckte den Kloß in meinem Hals hinunter. Der Gedanke, mich nach dem, was ich getan hatte, einer Menschenmenge zu stellen, ließ meinen Magen zusammenziehen, aber eine Absage würde nur Fragen aufwerfen. Ich nickte langsam. „Natürlich, ich würde es nicht verpassen.“ Den Rest des Tages verbrachte ich damit, die Erinnerung zu verdrängen. Ich duschte lange und trug Make-up auf, um die blassen Spuren an meinem Hals zu verbergen. Ich zog ein süßes kurzes Kleid an, in dem ich mich wieder einigermaßen normal fühlte. Jedes Mal, wenn der Schmerz mich an die letzte Nacht erinnerte, verdrängte ich die Gedanken. Es war ein Fehler gewesen, ein dummer Fehler im Rausch, und es würde nie wieder passieren. Die Geburtstagsparty war in vollem Gange, als Daniel und ich in der weitläufigen Villa am Stadtrand ankamen. Musik dröhnte durch die elegant dekorierten Säle, teure Autos säumten die lange Auffahrt, und gut gekleidete Gäste lachten bei Gläsern Champagner und gereiftem Whisky. Kristall Kronleuchter warfen warmes Licht auf Marmorböden, und die Luft roch nach Blumen, Parfüm und Reichtum. Daniel legte seinen Arm besitzergreifend um meine Taille, während wir uns durch die Menge bewegten. Er stellte mich seinen Freunden mit mühelosen Charme vor, lachte über Witze und nahm Geburtstagsglückwünsche entgegen wie der Goldjunge, der er war. Ich lächelte wie im Autopilot, nickte und lachte, wo es von mir erwartet wurde, doch meine Gedanken schweiften immer wieder zurück in die Hotelsuite. Jede Berührung von Stoff auf meiner Haut erinnerte mich an starke Hände. Jede tiefe Männerstimme ließ meinen Puls vor irrationaler Angst höher schlagen. Alles fühlte sich fast normal an, bis er hereinkam. Der ganze Raum schien sich zu verändern, in dem Moment, als der große, imposante Mann eintrat. Die Gespräche verstummten, Köpfe drehten sich um, Frauen starrten offen, Männer richteten unbewusst ihre Haltung auf. Er bewegte sich mit müheloser Autorität, breite Schultern füllten ein perfekt geschnittenes schwarzes Hemd aus, dunkles Haar war ordentlich gestylt, sein Kinn scharf und von genau der richtigen Menge Bartstoppeln umrandet. Er musste nicht sprechen, um den Raum zu dominieren. Mein Blut gefror zu Eis. Er war es.Nia04:12 Die Zahlen leuchteten rot an der Wand, und jede Sekunde, die verging, fühlte sich an, als würde eine Hand auf meine Brust drücken. Das Wasser reichte Raymond bis zu den Knien. Das Wasser war schwarz und eiskalt, trüb von Rost und Öl, und es roch nach Meer und nach etwas Älterem darunter – nach etwas Verfaultem. Jedes Mal, wenn es anschwoll, schlug es mit einem hohlen Dröhnen gegen die Betonwände, das mir direkt den Rücken hinaufschoss und die Striemen auf meinem Rücken in Brand setzte. Ich biss die Zähne zusammen und klammerte mich an seinen Hals. „Marcus, sag was“, bellte Raymond. „Die East Bay ist zugeschweißt, Boss.“ Marcus watete vor uns her, sein Gewehr über die Schulter gehängt, eine Hand an den Ohrhörer gepresst. „Ladetüren eins bis vier, dasselbe. Viktors Team ist am nördlichen Treppenhaus, aber die Unterebene steht bereits unter Wasser. Sie sagen, die Treppe ist weg.“ „Weg?“ „Unter Wasser. Bis zum zweiten Treppenabsatz.“ Das Dröhnen von unten wurde immer l
Raymond Die Kugel, die ich einen Zoll von Daniels Schädel entfernt im Beton vergraben hatte, war kein Fehlschuss. Es war eine Geste der Höflichkeit. Die einzige, die er jemals von mir bekommen würde. „Beweg dich nicht“, sagte ich, meine Stimme so leise, dass sie kaum über die entfernten Schüsse hinweg zu hören war. „Kein Muskel.“ Daniel erstarrte, seine Finger immer noch in Nias Haaren vergraben, seine gebissene Hand tropfte Blut über ihre Schulter. Und dann sah ich sie an. Silbernes Klebeband über ihrem Mund. Die Handgelenke hinter ihrem Rücken mit einem Seil gefesselt, das ihre Haut bereits wundgerieben hatte. Ihr Shirt hing in Fetzen über ihren Schulterblättern, und durch den zerrissenen Stoff konnte ich sie sehen. Lange, wütende Striemen, aufgerissen und rot nässend, zogen sich über ihre Haut, als hätte jemand seinen Namen in sie eingeritzt.Etwas in mir wurde vollkommen, absolut still. Ich war schon früher wütend gewesen. Ich war so wütend gewesen, dass erwachsene Männer
NiaDer zweite Schlag raubte mir den letzten Rest Atem, der mir noch in den Lungen geblieben war. Ein blendender Blitz weißglühender Qual schoss durch meine Schultern und strahlte meine Wirbelsäule hinunter, bis sich mein ganzer Körper vom kalten Betonboden wölbte. Ich konnte den rauen, reißenden Schrei nicht unterdrücken, der sich aus meiner Kehle herauskämpfte. Er prallte von den feuchten Steinwänden ab und hallte wie ein Totenglockenschlag in dem sterilen Raum wider. Ich sackte nach vorne zusammen, meine aufgeschürften Handflächen schlugen hart auf den Boden, während ich mich instinktiv zu einem festen, schützenden Ball zusammenrollte. Meine Stirn drückte fest gegen den körnigen Beton, Tränen vermischten sich mit dem Staub und dem metallischen Geschmack von Blut, das sich auf meiner Zunge sammelte. „Steh auf“, zischte Lilas Stimme, frei von jeglicher menschlichen Wärme, und klang wie ein Dämon, der das Gesicht meiner Freundin trug. Ein weiteres scharfes Knallen von Leder zer
Raymond Die Stille im Lagezentrum des Anwesens war ohrenbetäubender als Gewehrfeuer. Ich stand wie gelähmt vor dem zentralen Eichentisch und starrte auf die zerbrochenen Überreste von Marcus’ Kommunikationsgerät hinab. Aus dem gesprungenen Lautsprecher drang Rauschen, unterbrochen vom rhythmischen, spöttischen Piepton eines ausgefallenen Signals. Entführt. Dieses eine Wort hallte in meinem Kopf wider, schwer und erstickend, und verwandelte die Luft in meinen Lungen in geschmolzenes Blei. Vor fünfzehn Minuten hatte mein Leben noch einen Mittelpunkt. Vor fünfzehn Minuten war Nia noch in Sicherheit, schwanger mit meinem Kind, und ihr sanftes Lachen schwebte zusammen mit dem ihrer Freundin durch die Flure. Jetzt war der Raum, in dem einst ihre Wärme geherrscht hatte, ein riesiger, klaffender Abgrund aus kalter, gewalttätiger Wut. Ein scharfes, ohrenbetäubendes KNACKEN hallte durch den Raum, als meine Faust auf die massive Eichenvertäfelung der Wand prallte. Schmerz schoss mir den
Nia Der stechende chemische Geruch klammerte sich an meinen Rachen und ließ mir den Kopf schwirren, während ich mich mühsam wieder zu Bewusstsein kämpfte. Meine Augenlider fühlten sich an wie Blei – schwer und brennend. Langsam zwang ich sie auf und blinzelte gegen das grelle, flackernde Licht der Leuchtstoffröhren über mir. Der Raum war kalt, steril und roch nach feuchtem Beton und altem Eisen. Meine Handgelenke und Knöchel spannten sich gegen kaltes Metall – ich war fest an einen Industriestuhl geschnallt. „Wo … wo bin ich?“, flüsterte ich; meine Stimme klang heiser und trocken. Ein scharfes, spöttisches Kichern durchbrach die Stille. Ich drehte träge den Kopf, und mir stockte der Atem, als eine vertraute Gestalt aus dem Schatten trat. Daniel stand über mir, ein verzerrtes, siegreiches Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus. „Du Mistkerl“, spie ich, während Adrenalin augenblicklich die nachwirkenden Effekte des Chloroforms überlagerte und ich gegen die Fesseln zappel
NiaJesse räusperte sich laut und durchbrach die bedrückende Spannung mit einem übertriebenen Klopfen ihres Löffels gegen die Kaffeetasse. „Okay, genug mit den schweren Themen“, erklärte Jesse, stützte die Ellbogen auf den Tisch und blickte zwischen Raymond und mir hin und her. „Ich finde eigentlich, wir sollten heute rausgehen – um für das Baby einzukaufen.“ Raymonds Hand erstarrte augenblicklich über meiner. Seine dunklen Augen huschten zu Jesse hinauf, sein Gesichtsausdruck verflachte zu einer Mauer aus unnachgiebigem Marmor. „Nein“, sagte Raymond knapp. „Ach, komm schon, Raymond“, flehte ich leise und drehte meine Handfläche zu ihm, um seine Finger zu drücken. „Es ist nur ein kurzer Ausflug. Wir werden nicht lange weg sein.“ „Ich habe Nein gesagt, Nia“, wiederholte er, und sein Ton ließ keinerlei Raum für Diskussionen. Er wandte seinen Blick wieder mir zu, wobei sich die Härte in seinen Zügen nur ein klein wenig milderte. „Außerhalb dieser Tore ist es im Moment nicht sicher
Nia's Perspektive „Daniel …“, flüsterte ich atemlos, als er sich endlich zurückzog, damit ich Luft holen konnte. Der Name klang selbst in meinen eigenen Ohren seltsam. Ich verdrängte den Gedanken – es spielte keine Rolle. Er war jetzt hier, das war alles, was zählt. Seine einzige Antwort war ein
Raymonds Perspektive Ich betrat die schummrig beleuchtete Suite, das elektronische Schloss schloss sich hinter mir mit einem leisen Klicken. Ich kam gerade von einem angespannten Geschäftstreffen, einer weiteren nächtlichen Verhandlung mit Clan-Mitgliedern, die glaubten, meine Geduld auf die Prob
Nia's PerspektiveIch rückte den zarten Träger des roten Spitzen-Dessous ein letztes Mal zurecht, wobei meine Finger leicht auf meiner warmen Haut zitterten. Der Stoff war verführerisch, kaum vorhanden, an den richtigen Stellen durchsichtig – ganz darauf ausgelegt, einen Mann in den Wahnsinn zu tre
Nia's PerspektiveIch sah Daniels Hände an der Taille eines anderen Mädchens. Das Mädchen lachte, den Kopf nach hinten geworfen, ihre Finger in seinem Hemdkragen vergraben, während er sie innig und besitzergreifend küsste. So hatte er mich noch nie geküsst. Die Lounge war schwach beleuchtet, ich ko







