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Kapitel 5

Penulis: Crystal
last update Tanggal publikasi: 2026-08-07 18:47:26

Nadias Sicht

Die folgenden fünf Tage lebe ich in einem Zustand ständiger, lähmender Paranoia. Jeder Schatten auf dem Flur des Anwesens sieht aus wie ein Eindringling.

Jedes schwarze Auto, das an der Bar vorbeifährt, sieht aus wie eines von Lorenzos Fahrzeugen. Ich schlafe kaum; mein Geist rechnet, plant und zählt die Stunden herunter.

Aber ich habe einen Plan.

Ich war zur Bank gegangen, hatte jeden einzelnen Cent meiner geheimen Ersparnisse für das College abgehoben und ein Hinflugticket nach Sydney, Australien, gekauft.

Am sechsten Morgen um 04:00 Uhr morgens ist das Bennett-Anwesen still wie ein Grab. Ich schlüpfe leise aus dem Bett, packe meine einzige Reisetasche mit den wenigen Habseligkeiten und schleiche die dunkle Treppe hinunter.

Ich hatte am Tag zuvor mit Max gesprochen, dem Torwächter, und ihn gefleht, das Seitentor für mich unverschlossen zu lassen. Er ist der einzige Mensch gewesen, der mir jemals Freundlichkeit entgegengebracht hat, und er verspricht zu helfen.

Ich schlüpfe durch das Seitentor; die kühle Morgenluft beißt in meine Wangen, und ich renne zur nächsten Bushaltestelle. Um 05:00 Uhr stehe ich im überfüllten Terminal des internationalen Flughafens von Rom.

Mein Herz hämmert so laut, während ich einchecke, die Sicherheitskontrolle passe und schließlich das große Verkehrsflugzeug besteige.

Als ich meinen Fensterplatz finde und mich anschnalle, stoße ich einen tiefen, zitternden Atemzug aus.

Die Triebwerke des Flugzeugs beginnen zu summen – eine tiefe, kraftvolle Vibration, die den Beginn meines neuen Lebens ankündigt.

Ich schließe die Augen, eine einzelne Träne der Erleichterung gleitet meine Wange hinunter.

Ich habe es geschafft, denke ich. Ich bin frei.

Plötzlich hallt ein lauter, panischer Tumult vom Rollfeld draußen herüber. Ich öffne die Augen und presse mein Gesicht gegen die Doppelglasscheibe. Mein Blut gefriert augenblicklich zu Eis.

Eine Flotte von fünf schwarzen, gepanzerten SUVs ist direkt auf die Start- und Landebahn gefahren und hat die Sicherheitskontrollen des Flughafens komplett umgangen.

Hünenhafte Männer in maßgeschneiderten schwarzen Anzügen steigen aus den Fahrzeugen und bahnen sich ihren Weg durch den Sicherheitsdienst des Flughafens, als gehöre ihnen das Rollfeld.

Ich erkenne einen der Männer an der Spitze der Gruppe sofort wieder – denselben, der mir in jener Nacht in der VIP-Lounge die Tür geöffnet hatte.

Sie kommen wegen mir.

Heiße und blindmachende Panik erfasst meine Brust. Ich schnalle mich ab, werfe meine Tasche beiseite und stürze von meinem Sitz, während ich blind den schmalen Gang hinunter zum vorderen Ausgang des Flugzeugs eile.

Die anderen Passagiere staren mich verwirrt an, aber es ist mir egal. Ich muss hier raus.

Doch bevor ich den Ausgang erreichen kann, zischt die schwere Kabinentür auf.

Ich pralle gegen eine breite, steinhörige Brust; der Aufprall lässt mich rückwärts auf den Teppichboden stürzen.

Ich blicke in Panik auf, während mir der Atem vollends im Hals stockt.

In der Tür des Flugzeugs steht – das dunkle Haar leicht vom Wind zerzaust, die Hände in den Taschen seines teuren Wollmantels vergraben – Lorenzo Romano.

„Sieh mal an... so sieht man sich wieder, piccola“, sagt er mit tiefer, gefährlicher Stimme, die durch die Metallstruktur des Flugzeugs vibriert und die Kabine augenblicklich verstummen lässt.

„Was wollen Sie?“, flüstere ich, während meine Stimme zittert und Tränen der Angst meine Sicht verschwimmen lassen. Ich krabble auf Händen und Knien rückwärts, verzweifelt darauf bedacht, Abstand zwischen uns zu bringen.

Lorenzo tritt in die Kabine; seine schweren Stiefel knallen auf den Boden. Er schenkt den verängstigten Flugbegleitern oder den nach Luft schnappenden Passagieren keinerlei Aufmerksamkeit.

Er drängt mich gegen die vordere Sitzreihe, beugt sich hinunter und greift mein Kinn in einem Griff aus reinem Eisen, um mich zu zwingen, in seine eisigen, erbarmungslosen Augen zu blicken.

„Wo denkst du, dass du hingehst, Nadia?“, fragt er mit leiser, tödlich ruhiger Stimme. „Glaubst du wirklich, dass eine zivile Fluggesellschaft dich vor mir retten kann?“

„Ich gehe weg von Ihnen!“, schreie ich und kralle mich in seinen Lederhandschuh. „Lassen Sie mich los!“

Lorenzo schnalzt mit der Zunge, während sich ein dunkles, eiskaltes Grinsen auf seinen Lippen ausbreitet. Er lässt mein Kinn los, nur um seine Hand um meinen Arm zu wickeln, meinen Körper vom Boden hochzuziehen und mich gegen seine Brust zu schlagen.

„Non provocarmi, piccola“, flüstert er an meinem Ohr; seine Stimme trägt die Endgültigkeit eines Todesurteils in sich. „Ich habe dir gesagt, du sollst zu mir kriechen. Aber weil du dich entschieden hast wegzulaufen... haben sich die Regeln geändert.“

Bevor ich Luft holen kann um zu schreien, trifft seine Hand mit geübter Wucht meine Halsseite.

Meine Sicht verschwimmt augenblicklich; meine Beine werden zu Blei, während die Kraft aus meinem Körper weicht.

Als meine Augen zufallen, ist das Letzte, was ich spüre, sein starker Arm, der meinen fallenden Körper auffängt und mich fest an seine Brust zieht, während die Welt vollends schwarz wird.

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