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Die schmiedeeisernen Tore des Anwesens Valtieri ragten empor wie die Kiefer eines Raubtiers und schwangen langsam auf, um Lila Voss im Ganzen zu verschlingen.
Sie umklammerte die Griffe ihres abgenutzten Koffers, dessen Rollen über den makellosen Kies holperten. Vor ihr erhob sich die Villa – drei Stockwerke aus elegantem Stein und Glas, hoch oben auf Klippen über dem unruhigen Meer. Wunderschön. Undurchdringlich. Tödlich. Überwachungskameras verfolgten sie wie eine Beute. Bewaffnete Männer in dunklen Anzügen nickten kurz, ihre Blicke musterten sie prüfend. Halte den Kopf gesenkt. Sprich nur, wenn du angesprochen wirst. Sieh dem Don niemals in die Augen. Frau Elenas Warnung hallte in ihrem Kopf wider. Du bist hier, um die Schulden deines Vaters abzuarbeiten. Sei unsichtbar. Lila spürte einen Stich im Magen. Mit dreiundzwanzig Jahren tauschte sie ihre verbliebene Freiheit gegen das Überleben ein. Die leichtsinnigen Geschäfte ihres Vaters mit der Familie Valtieri hatten ihr keine andere Wahl gelassen. Frau Elena wartete am Haupteingang, die Lippen zu einem schmalen Strich zusammengepresst. „Lila Voss. Du bist zu spät.“ „Es tut mir leid, der Bus –“ „Ausreden sind hier nicht erwünscht.“ Der Blick der älteren Frau musterte sie kritisch. „Ziehen Sie sofort Ihre Uniform an. Sie beginnen im Ostflügel. Der Don kehrt heute Abend zurück. Betreten Sie seine Privatgemächer nur auf Anweisung. Sprechen Sie ihn nicht an. Starren Sie ihn nicht an. Seien Sie in seiner Gegenwart nicht präsent. Verstanden?“ Lila nickte mit belegter Stimme. „Ja, Ma’am.“ Ihr Zimmer war klein, aber makellos. Die Uniform, die an der Tür hing, wirkte trügerisch schlicht: ein eng anliegendes schwarzes Kleid mit einer strahlend weißen Schürze, die ihre Taille betonte. Als sie hineinschlüpfte, schmiegte sich der Stoff an ihre volle Brust, schnürte ihre Taille ein und umspielte ihre Hüften. Der Saum endete knapp über ihren Knien. Sie flocht ihr langes, kastanienbraunes Haar streng, strich mit zitternden Händen über den Rock und versuchte, die gefühlte Entblößung zu ignorieren. Sie begann im Ostflügel zu arbeiten – dunkles Holz zu polieren, Regale mit unbezahlbaren Büchern und verstörender moderner Kunst abzustauben. In der Luft lagen Spuren von Leder, Waffenöl und einem schweren, maskulinen Parfüm, das ihren Puls unruhig klopfen ließ. Stunden vergingen. Die Sonne versank im Meer und tauchte das Herrenhaus in blutrotes und goldenes Licht. Dann wurden die Haustüren aufgeschlagen. Tiefe Stimmen. Schwere Schritte. Kraft. Lila erstarrte mitten in der Bewegung, den Staubwedel noch in der Hand, als eine Gruppe Männer durch den Hauptkorridor schritt. In der Mitte schritt Don Marco Valtieri. Er war eine imposante Erscheinung. Ein 1,93 Meter großer, muskulöser Mann, dessen Kraft kaum gezügelte Gewalt spürbar war. Sein schwarzes Hemd schmiegt sich an seine breiten Schultern und seine kräftige Brust, der Kragen war offen, der Stoff an einer Seite dunkelrot befleckt. Nicht sein Blut. Nasses, schwarzes Haar lockte sich in seinem Nacken. Ein frischer Riss zierte seine volle Unterlippe. Stechende grüne Augen musterten alles mit räuberischem Blick. Ihre Gruppe ging an der offenen Tür vorbei. Marcos Blick schnellte zu ihr. Die Zeit stand still. Lila stockte der Atem. Hitze stieg ihr in die Wangen und sammelte sich in ihrem Unterleib. Sofort senkte sie den Blick, doch es war zu spät. Sie hatte den dunklen Ausdruck in seinem Gesicht gesehen – Interesse, Verlangen, Besitzgier. Er hielt an. Der gesamte Korridor verstummte. „Neues Mädchen?“ Seine Stimme war tief, rauchig und voller Befehlsgewalt. Sie strich über ihre Haut wie eine sanfte Liebkosung. Frau Elena erschien. „Ja, Don Valtieri. Lila Voss. Sie hat heute angefangen.“ Die Stille dehnte sich aus, war dicht und bedrohlich. Lila spürte seinen Blick wie Hände, die über ihren Körper wanderten – die raschen Hebungen und Senkungen ihrer Brüste unter der Uniform nachzeichneten, die Kurve ihrer Taille, das leichte Zittern ihrer Oberschenkel. „Sieh mich an.“ Der Befehl war harmlos. Tödlich. Lila hob langsam den Blick. Ihre grünen Augen trafen auf ihre haselnussbraunen. Ihre Brustwarzen spannten sich schmerzhaft unter ihrem Mieder. Eine verräterische Feuchtigkeit breitete sich zwischen ihren Beinen aus. Marcos Kiefer verkrampfte sich, ein Muskel zuckte. Für einen einzigen Herzschlag, voller Spannung, durchdrang etwas Rohes, Urwüchsiges die beiden. Dann nickte er kurz und knapp. „Zurück an die Arbeit.“ Die Gruppe ging weiter, doch Lila sank erschöpft gegen den Tisch, ihr Herz hämmerte, ihre Schenkel fest zusammengepresst. So hatte sie noch nie auf einen Mann reagiert. Nie hatte sie sich so bloßgestellt, so beobachtet gefühlt . Sie arbeitete bis spät in die Nacht, bemüht, der Erinnerung an diese Augen zu entfliehen. Es wurde still im Herrenhaus. Mrs. Elena hatte sich zur Ruhe gesetzt. Nur noch schwaches Licht brannte. Lila wurde losgeschickt, um die Hausbar in Marcos Arbeitszimmer – seinem innersten Heiligtum – aufzufüllen. Ihre Hände zitterten, als sie Kristallkaraffen arrangierte. Der Raum roch stark nach ihm: dunkles Holz, Leder und sein betörendes Parfüm. Sie griff gerade nach einem hohen Regalbrett, als die Tür hinter ihr ins Schloss fiel. Lila wirbelte herum. Marco stand da, die Jacke abgelegt, die Hemdsärmel hochgekrempelt, kräftige Unterarme. Der Blutfleck war getrocknet. Er füllte den Türrahmen aus und beobachtete sie mit halb geschlossenen Augen. „Ich habe Sie nicht gerufen“, sagte er mit gefährlich leiser Stimme. „Ich – ich wurde angewiesen, die Vorräte aufzufüllen, Sir. Ich werde sofort gehen –“ "Bleiben." Langsam durchquerte er den Raum. Jeder Schritt ließ ihren Puls rasen. Nur wenige Zentimeter vor ihr blieb er stehen und überragte sie. Hitze ging von seinem Körper aus. Aus der Nähe wirkte er noch viel bedrohlicher – vernarbte Knöchel, der schwache, kupferfarbene Geruch von Gewalt und etwas Dunkleres. Verlangen. „Du zitterst, Lila.“ Er sprach ihren Namen wie eine Liebkosung aus. Eine große Hand hob sich und strich ihr eine lose Haarsträhne hinter das Ohr. Seine Finger verweilten dort, umspielten ihre Ohrmuschel und glitten dann ihren Hals hinab. Ihr Atem stockte. „Es tut mir leid, Don Valtieri. Ich wollte nicht –“ „Marco.“ Sein Daumen streifte ihren rasenden Puls. „Wenn wir allein sind, nennst du mich Marco.“ Allein. Das Wort löste bei ihr einen verbotenen Nervenkitzel aus. Sein Blick fiel auf ihren Mund, dann tiefer, und er verschlang ungehemmt, wie sich ihre Brüste bei jedem panischen Atemzug gegen die Uniform stemmten. „Weißt du, warum dich die Schulden deines Vaters hierhergeführt haben?“ Sie schluckte schwer. „Ja.“ „Gut.“ Er trat näher und drängte sie gegen die Bar. Die Kante drückte sich in ihren unteren Rücken. „Du gehörst jetzt zu diesem Haus. Zu mir .“ Lilas Inneres verkrampfte sich. Scham und Erregung kämpften in ihr. Sie sollte ihn wegstoßen. Weglaufen. Stattdessen erstarrte sie, als seine Hand ihren Arm hinabglitt und dann kühn ihre Brust durch den Stoff umfasste. Sein Daumen strich einmal über ihre harte Brustwarze. Ein leises, unwillkürliches Wimmern entfuhr ihren Lippen. Marcos Augen verdunkelten sich zu smaragdgrünem Feuer. „So empfänglich“, murmelte er fast zu sich selbst. Er beugte sich vor, seine Lippen streiften die empfindliche Haut unter ihrem Ohr. „Ich sollte dich wegschicken. Du lenkst mich nur ab.“ Doch er wich nicht zurück. Stattdessen umfasste er mit der anderen Hand ihre Hüfte und zog sie eng an sich. Sie spürte die harte, dicke Länge seiner Erektion gegen ihren Bauch drücken. Gewaltig. Beängstigend. Ihre Knie wurden weich. „Bitte…“, flüsterte sie, unsicher, ob sie ihn anflehte aufzuhören oder weiterzumachen. Sein tiefes, dunkles Lachen vibrierte an ihrer Kehle. „Bitte was, kleines Dienstmädchen?“ Er rollte ihre Brustwarze zwischen Daumen und Zeigefinger und sandte ihr einen stechenden Lustschauer direkt ins Innerste. „Deine Höschen sind schon ganz nass, nicht wahr? Ich kann riechen, wie sehr du das willst.“ Lilas Gesicht brannte vor Scham und Verlangen. Sie presste die Oberschenkel zusammen, doch das verstärkte den Schmerz nur noch. Marco hob ihr Kinn an und zwang sie, ihm wieder in die Augen zu sehen. Sein Mund verfehlte ihren nur um einen Hauch. „Das ist gefährlich, Lila. Für uns beide. Ich schlafe nicht mit meinen Angestellten. Ich habe kein Mitleid mit ihnen.“ Seine Hand glitt unter ihren Rock, seine Finger strichen über den Rand ihres feuchten Höschens. „Aber ich glaube, für dich werde ich alle Regeln brechen.“ Gerade als seine Fingerspitzen ihre glatten Schamlippen streiften, hallten Schritte im Flur wider. Marco erstarrte. Blitzschnell wich er zurück, die Maske kalter Kontrolle legte sich wieder an ihren Platz. Mit überraschend sanften Händen strich er ihre Schürze glatt. „Geh“, befahl er leise. „Jetzt.“ Lila rannte mit zitternden Beinen davon, ihr Herz hämmerte, ihr Körper pochte vor unerfüllter Sehnsucht. Während sie den Korridor entlangeilte, spürte sie noch immer seine brennende Berührung auf ihrer Haut. Hinter ihr, im Arbeitszimmer, schenkte sich Marco Valtieri einen Drink ein und starrte mit einem Raubtierlächeln zur Tür. Die neue Haushälterin würde Probleme bereiten. Ein köstliches, süchtig machendes Problem.Die drei darauffolgenden Tage fühlten sich länger an als die Woche zuvor.Lila bewegte sich mit bedächtiger Gewöhnlichkeit durch das Haus. Sie stand zur selben Stunde auf, trug denselben sorgfältigen Gesichtsausdruck und beantwortete Mrs. Elenas kurze Fragen mit denselben emotionslosen, belanglosen Antworten. Sie verweilte nicht in der Nähe des privaten Flügels. Sie warf keinen Blick zur Tür des Arbeitszimmers, als sie daran vorbeiging. Sie hielt den Kopf gesenkt, die Hände beschäftigt und hoffte, dass die Ausführung ihrer Routine genügen würde.Es war nicht gänzlich erfolgreich.Am zweiten Morgen spürte sie Blicke im Rücken, als sie Wäsche die Haupttreppe hinauftrug. Als sie sich umdrehte, stand Mrs. Elena am anderen Ende des Flurs und beobachtete sie ausdruckslos. Die ältere Frau sagte nichts. Sie nahm Lilas Anwesenheit lediglich zur Kenntnis und ging weiter. Diese stille Aufmerksamkeit blieb Lila länger im Gedächtnis als jede Zurechtweisung es je gekonnt hätte.An diesem Abend fand
Die nächsten zwei Tage trafen Lila wie ein plötzlicher Wetterumschwung.Sie wachte früher als sonst auf, kleidete sich mit derselben sorgfältigen Präzision und ging ihren Pflichten nach, als könne sie sich durch jede noch so unauffällige Bewegung unsichtbar machen. Es gelang ihr nicht. Frau Elenas Blick verweilte länger, als sie vorbeiging. Eine der jungen Zofen verstummte, sobald Lila den Wäscheraum betrat. Selbst Anna, die ihr noch immer in die Augen sah, tat dies mit zusammengepressteren Lippen als zuvor.Am zweiten Morgen polierte Lila gerade das lange Treppengeländer der Haupttreppe, als sie hörte, wie Frau Elena sich in der Nähe der Eingangshalle mit einem der älteren Hausdiener unterhielt.„Sie war abgelenkt. Soweit ich weiß, kam sie diese Woche zwei Abende zu spät in ihr Zimmer. Ich mag keine unerklärlichen Verhaltensmuster.“„Glaubst du, sie trifft sich mit jemandem?“„Ich glaube, Mädchen, die mit Schulden hierherkommen, treffen manchmal unkluge Entscheidungen. Beobachten Sie
Die zwei Tage zwischen den Treffen zogen sich länger hin als sie hätten dauern sollen.Lila bewegte sich durch das Haus, als trüge sie etwas Zerbrechliches, das sie nicht ablegen konnte. Jede alltägliche Tätigkeit schien von der Erinnerung an die Steinmauern, Marcos Worte und seine leisen Anweisungen überschattet. Sie war vorsichtig. Sie sprach wenig. Sie senkte den Blick, als Mrs. Elena vorbeiging. Dennoch schien die Luft um sie herum schwerer zu sein als zuvor.Am ersten Morgen fand Anna sie in der Wäscherei und drückte ihr mit einem Blick, der mehr sagte als Worte, eine saubere Schürze in die Hände.„Du verschwindest nachts“, sagte Anna leise. „Ich muss nicht wissen, wohin. Sag mir einfach, dass du nicht übertreibst.“Lilas Finger umklammerten den Stoff fester. „Ich bin so vorsichtig wie möglich.“Anna hielt ihren Blick einen Augenblick länger fest, nickte dann einmal und wandte sich ab. Dieser Augenblick hinterließ in Lila ein leises, kaltes Unbehagen, das sie den ganzen Tag begle
Das Morgenlicht fiel schwach und grau durch das kleine Fenster von Lilas Zimmer. Vorsichtig legte sie ihre übliche Uniform an und strich die Schürze zweimal glatt, bevor sie ging. Das Fehlen von Unterwäsche unter dem Rock wirkte nun bewusster, eine private Fortsetzung der vergangenen Nacht. Jeder Schritt die Dienstbotentreppe hinunter erinnerte sie an den Wintergarten, den Zitronenbaum und Marcos Blick, als es ihr nicht gelungen war, völlig still zu sein.In der Küche herrschte bereits reges Treiben. Anna blickte vom Schneidebrett auf, als Lila hereinkam, nickte kurz und wandte sich wieder ihrer Arbeit zu. Niemand sprach mit ihr, außer wenn es unbedingt nötig war. Das war zur Normalität geworden. Was sich weniger normal anfühlte, war, wie Mrs. Elenas Blicke ihr folgten, als sie eine Stunde später mit einem Stapel sauberer Wäsche die Haupthalle durchquerte.„Du bist heute Morgen langsamer als sonst“, sagte Frau Elena und hielt sie in der Nähe des Fußes der großen Treppe an.Lila senkte
Marco bearbeitete sie mit kontrollierter Intensität und ließ die Lust nie zu schnell ihren Höhepunkt erreichen. Jedes Mal, wenn sie kurz davor war, erwiderte er sie, nur um sie dann wieder anzuregen und ihr die Grenzen ihrer eigenen Selbstbeherrschung aufzuzeigen. Lilas Finger krallten sich in seine Schultern. Ihr Atem war unregelmäßig geworden, durchsetzt mit den kleinen Lauten, die sie nicht unterdrücken sollte, wie er ihr verboten hatte.„Genau das ist es“, murmelte er. „Genau das will ich.“Als er schließlich den Druck erhöhte – seine Finger drangen tiefer ein, sein Mund unerbittlich –, überkam sie der Orgasmus in heftigen, zitternden Wellen. Lila stieß einen gebrochenen, offenen Schrei aus, den sie zu unterdrücken versuchte, aber nicht schaffte. Ihre Schenkel zitterten heftig um seinen Kopf, während er sie durch ihn hindurch leckte und jeden Pulsschlag aus ihr herauszog, bis sie überempfindlich war und nach Luft schnappte.Erst dann zog er sich zurück.Marco wischte sich mit dem
Der alte Wintergarten lag am äußersten Rand des Ostflügels, von den meisten Angestellten fast vergessen. Glasscheiben ragten hoch in die Dunkelheit, einige vom Alter trüb, andere noch klar genug, um die schwarzen Umrisse der Bäume dahinter zu erkennen. Tagsüber herrschte dort eine feuchte, grüne Stille. Nachts wirkte es wie ein Ort, den das Haus selbst nicht mehr so aufmerksam bewachte.Lila erreichte es drei Minuten vor Mitternacht.Sie hatte den langen Weg genommen – die Diensttreppe hinunter, durch den schmalen Durchgang hinter der Wäscherei, dann den äußeren Korridor entlang, wo die Nachtwächter selten verweilten. Ihre nackten Füße waren auf dem Stein fast lautlos. Sie trug dasselbe schlichte schwarze Kleid wie am Vorabend. Darunter trug sie nichts, genau wie er es ihr befohlen hatte.Die Tür zum Wintergarten öffnete sich mit einem sanften Druck.Warme, feuchte Luft umfing sie sofort und trug den Duft von Erde, Zitrusblättern und altem Glas mit sich. Am anderen Ende des Raumes b







