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Verheiratet mit dem falschen Solvaris
Verheiratet mit dem falschen Solvaris
Author: Rya pen

Kapitel 1

Author: Rya pen
last update publish date: 2026-09-18 03:32:48

NADIA

Ich saß mitten auf dem Bett, umgeben von weichen Kissen, und mein Blick war starr auf den Mann gerichtet, der regungslos vor mir stand.

Ich kam mir dumm vor.

Meine Augen huschten hin und her, während ich darauf wartete, dass er auf das reagierte, was ich gesagt hatte.

Mein Herz klopfte mir bis zum Hals, und meine Finger spielten mit dem Saum meines Nachthemds.

Mit jeder verstreichenden Sekunde wünschte ich mir mehr, der Boden würde sich auftun und mich verschlingen.

Elias blickte schließlich auf, und ich wagte kaum zu atmen. Vorfreude schoss mir durch die Adern, als ich seinem gleichgültigen Blick standhielt.

Seine stechenden Augen wanderten an meinem Körper hinab – fast so, als könnte er … nun ja, er konnte es tatsächlich. Das durchsichtige Dessous-Set, das ich gekauft hatte, verbarg kaum etwas vor ihm.

Ich bemerkte die Wölbung in seiner Hose und tröstete mich damit.

Sieht so aus, als würden die Ratschläge, die mir andere Ehefrauen – wenn auch herablassend – gegeben hatten, Wirkung zeigen.

Er steckte eine Hand in die Hosentasche und deutete mit der anderen, in der er noch sein Telefon hielt, auf mich. „Mach schon. Fass dich an.“

Ich lief rot an.

„Ich … ich will, dass du mich anfasst“, flüsterte ich und zuckte innerlich fast zusammen über die Worte, die über meine Lippen kamen. Ich konnte nicht glauben, dass ich mich auf so etwas herabgelassen hatte …

Schamlos. Verzweifelt.

Als ich wieder zu Elias sah, war sein Blick noch immer derselbe. Leer. Emotionslos.

Er seufzte und fuhr sich mit den Fingern durch sein silbergraues Haar. Seine Bizepse spannten sich dabei an, und tief in mir spürte ich ein Verlangen.

Für einen sechzigjährigen Mann sah mein Ehemann keinen Tag älter als 40 aus. Er war durchtrainiert, im Gegensatz zu anderen Männern in seinem Alter – dank seiner Ernährung und weil er nie das Fitnessstudio schwänzte. Sein Aussehen und sein Geld brachten ihm Frauen ein, die ihn scharenweise umringten wie Vögel das Wasser …

​Und Elias fehlte es nie an einer Frau in seinem Bett. Es gab immer jemanden. Jemanden, der älter war, jemanden mit mehr Erfahrung, jemanden vom passenden Kaliber für seinen Lebensstil. Während ich, seine Ehefrau, in unserem ehelichen Bett verkam.

War ich von Elias angezogen? Nein. Nicht einmal in diesem Moment.

Aber ich brauchte ihn … es gab eine Grenze dafür, wie viel Einsamkeit eine Frau ertragen konnte.

„Elias?“, rief ich.

„Hm“, antwortete er vage, den Blick wieder auf das Telefon gerichtet, das er hielt.

Ich starrte das Telefon an und ohne nachzudenken, machte ich einen Satz auf ihn zu und wollte danach greifen.

Er wich aus, und ich schlug es ihm versehentlich glatt aus der Hand, sodass es krachend auf den Boden fiel.

Ich keuchte auf und traf auf seinen verengten, zornigen Blick. „Es tut mir so …“ Die Worte blieben mir im Hals stecken, als mein Blick auf das Bild fiel, das auf dem Display zu sehen war.

Obszöne Fotos von Chloe in einer Haltung, die ich mir nicht einmal hätte vorstellen können.

Ich stand aus dem Bett auf, ging auf das Telefon zu, hob es langsam auf und starrte das Nacktfoto an.

Die Neugier übermannte mich, und ich scrollte weiter, nur um noch viele, viele mehr zu finden.

„Gib mir das.“ Er riss es mir aus der Hand. Ich erstarrte für einige Sekunden, bevor ich auf seine Hose blickte.

Das war also der Grund für die deutliche Ausbeulung.

„Ich kann nicht … ich dachte, du hättest dich von ihr getrennt.“

„Ich bin nicht—“, er hielt inne, „Es ist nicht so, wie du denkst.“

„Ach, bitte“, lachte ich freudlos. „Ist es jetzt völlig normal für CEOs, Nacktfotos ihrer Sekretärin auf dem Handy zu haben, während sie eine gewaltige Latte in Anwesenheit ihrer Frau zur Schau tragen, die sie gerade bei ihrer Ankunft um Sex gebettelt hat?“

Er warf einen Blick auf seine Härte und sah mich wieder an, ohne sich überhaupt die Mühe zu machen, sie zu verbergen. „Du steigerst dich da rein.“

Die reine Dreistigkeit dieses Mannes, zu versuchen, mich zu gaslighten!

​Elias war ein Schürzenjäger, ein Frauenheld – obwohl er versuchte, es zu verbergen, scheiterte er kläglich daran.

Ich spüre noch immer die Demütigung, wenn ich daran denke, wie ich versucht hatte, ihn aufzuhalten, als wir frisch verheiratet waren.

Ich gab schnell auf, Gott sei Dank, aber nach einem Monat war er schon beim nächsten süßen Ding mit langen Beinen.

Nicht so bei Chloe. Diese Affäre dauerte nun schon was – drei Monate?

„Willst du nun, dass ich dich ficke, oder was?“, fragte er leicht stirnrunzelnd, und mir wurde bei der Vorstellung, die sich in meinem Kopf zusammenbraute, fast schlecht.

„Nein. Nein, danke. Wollen wir das lieber verschieben.“ Vielleicht wird es Zeit, einen Sex-Stundenplan zu erstellen.

Scham nagte an mir, als ich zurück ins Bett kroch, mich hinlegte und den Körper mit der Bettdecke zudeckte.

Elias entschuldigte sich nicht; er sagte nicht einmal ein Wort. Er schlurfte nur lautstark im Zimmer herum.

Nach gefühlten Ewigkeiten senkte sich die Matratze, und sein Schnarchen erfüllte schon bald den Raum.

Ich hingegen konnte nicht schlafen. Meine Gedanken rasten mit quälenden Vorstellungen, ich wälzte mich unruhig hin und her.

Ich warf die Bettdecke von mir ab und streifte meinen seidenen Morgenmantel ab. Ich schlug ein paar Mal auf mein Kissen ein, starrte Elias wütend an und stellte mir hundertfünfzig Möglichkeiten vor, wie ich ihn umbringen sollte, bevor ich schließlich einschlief.

​Ich schreckte hoch, die Augen weit geöffnet, das Herz raste in meinem Brustkorb, während ich lauschte, ob das Geräusch wiederkam.

Was war das? Träumte ich?

Das Schlafzimmer war dunkler als die Seele meines Mannes. Die Nacht war von Stille erfüllt, und ich glaubte fast, es mir nur einzubilden, als das Geräusch erneut zu hören war.

Schlurfen. Schritte. Das Klappern von Besteck.

Mein Herz rutschte mir in die Hose.

Da ist ein Einbrecher in meinem Haus!

Meine Augen huschten nach links und rechts, meine Finger zitterten, als ich nach Elias griff.

​„Elias!“, flüster-schrie ich und rüttelte ihn sanft. „Elias!!“

Er rührte sich nicht! Der Mann schlief wie ein Stein.

Ich schluckte schwer, mein Blick wanderte zur Tür. Mein Atem wurde immer schneller, während mein Herzschlag in meinen Ohren dröhnte.

Jetzt bereute ich es, das Hauspersonal fürs Wochenende nach Hause geschickt zu haben. Wenn sie nur hier wären … jemand hätte mir geholfen.

Meine Beine zitterten, als sie den Boden berührten. Instinktiv griff ich nach der Vase auf dem Nachttisch und schlich auf Zehenspitzen zur Zimmertür.

Leise glitt ich aus dem Raum und hielt die Vase noch fester umschlungen. Ich brauchte ihn nicht. Ich konnte mit dem Einbrecher allein fertigwerden.

Ich muss ihm die Vase nur richtig kräftig auf den Kopf schlagen … so wie sie es in den Filmen machen.

Ich erreichte die Treppe und sah Licht aus der Küche scheinen.

Heimlich bewegte ich mich auf die Küche zu, trat hinein, bereit, ihm die Vase über den Schädel zu ziehen … außer dass niemand da war.

Was?!

Mein Arm sank an meine Seite und ich starrte in die leere Küche. War ich—

Aus dem Augenwinkel schoss plötzlich eine Hand hervor, und mir rutschte das Herz in die Hose.

Bevor ich schreien konnte, presste sich seine Hand über meinen Mund und erstickte das Geräusch. In meinem Kampf ließ ich die Vase fallen; das Geräusch von zerspringender Keramik erfüllte die Luft, und ich kämpfte mit aller Kraft, die ich hatte.

Er ließ nicht los. Das Messer blitzte im Licht auf, mein Leben zog vor meinem inneren Auge vorbei, als die scharfe Klinge auf mich herabsank.

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