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Kapitel 5

작가: NICHOLE CROSS
last update 게시일: 2026-09-24 21:57:18

Vanyas Sicht

Ich sprach nicht. Meine Zunge fühlte sich an wie am Gaumen festgeklebt.

Antworte mir, brüllte Garrick. Hat dich jemand gemobbt? Hat dir an der Akademie irgendjemand ein Haar gekrümmt?

Nein, das Wort schoss aus meiner Kehle, bevor ich den Mut verlieren konnte. Ich zwang meine Hände aufzuhören zu zittern und ballte sie zu festen Fäusten gegen meinen Rock.

Nein, Garrick, so etwas nicht. Ich... ich bin nach dem Unterricht nur in die Innenstadt gegangen, um ein paar Besorgungen für die Feiertage zu machen. Aber ich habe unterwegs meine Geldbörse verloren. Ich konnte nichts kaufen und mir keine Rückfahrt leisten, also musste ich laufen.

Garricks scharfe Augen musterten mein Gesicht, suchten nach jedem Flackern einer Lüge. Für ein paar Sekunden zuckte seine Nase, als er die Luft absuchte.

Mein Herz hämmerte gewaltig gegen meine Brust, so laut, dass ich mir sicher war, sein scharfes Gehör würde es hören.

Langsam schmolz die starre Spannung in seinen Schultern. Er stieß einen langen, abgehackten Atemzug aus und fuhr sich mit einer rauen Hand durch die Haare, während sich seine Eckzähne langsam zurückzogen.

Eine verlorene Geldbörse, was?

Erschrecke mich das nächste Mal nicht so, Vanya. Du bist wolfslos. Wenn du stundenlang spurlos verschwindest, geht mein Verstand sofort zum Worst-Case-Szenario über. Geh hoch in dein Zimmer.

Okay, mummelte ich, hastete nach oben, schloss die Tür ab und sank direkt zu Boden.

Ich konnte in dieser Nacht nicht schlafen. Jedes Mal, wenn ich die Augen schloss, überfluteten mich die Erinnerung an Kaelvens Hände und die sengende Hitze seiner Taschendimension.

Meine Schulter pochte dort, wo er mich markiert hatte. Ich wälzte mich hin und her und starrte in die Dunkelheit, bis die Sonne durch das Fenster schien.

Der Akademiehof war pure Chaos. Es war der letzte Morgen vor den Ferien, und niemand scherte sich um Schulregeln. Studentengruppen schrien, warfen alte Flyer in den zentralen Brunnen und zerrten schweres Gepäck zu den Haupttoren.

Ich hielt den Kopf gesenkt und schlängelte mich durch die Menge in Richtung der Spinde.

Vanya.

Maya ließ ihren Rucksack auf eine nahegelegene Steinbank fallen und packte meinen Arm. Ihre Augen verengten sich in der Sekunde, in der sie mein Gesicht sah. Sie streckte die Hand aus und drückte den Handrücken fest gegen meine Stirn.

Gott, du siehst völlig am Ende aus, Fühlst du dich nicht gut?

Nein, mir geht es gut, Maya, mummelte ich, zog mich schnell zurück und richtete mein Haar, um meinen Nacken zu bedecken. Ich habe einfach überhaupt nicht geschlafen.

Bist du sicher? Denn du siehst aus wie ein Geist. Maya verschränkte die Arme und musterte mich. Wenn du krank bist, sollten wir vor der Abschlussversammlung in die Krankenstation gehen.

Mir geht es gut, ernsthaft.

Vanya.

Eine arrogante Stimme schnitt durch den Lärm. Die Menge der nahegelegenen Schüler teilte sich, als Torin sich den Weg bahnte.

Er trug seine Lederjacke des Ironwood-Rudels, seine breiten Schultern quadratisch und ein arrogantes, räuberisches Grinsen im Gesicht. Es war Torin, der von meinem Vater handverlesene Verlobte und zugleich mein Cousin.

Bevor ich auch nur wegtreten konnte, klammerte Torin seine Finger um mein Handgelenk; sein Griff war viel zu fest.

Was machst du hier, Torin? Ichstemmte mich gegen seine Hand, aber er rührte sich nicht.

Du kannst nicht einfach über das Akademiegelände spazieren, als gehöre es dir.

Entspann dich, Schatz, ich habe mir bereits die Erlaubnis geholt, bevor ich hierhergekommen bin.

Die Feiertage beginnen in einer Stunde, was bedeutet, dass unsere Vereinbarung offiziell wird, murmelte Torin und zog mich einen Schritt näher.

Dein Vater hat mir bereits grünes Licht gegeben. Mein Auto steht jetzt an den Toren gepackt. Hol deine Sachen aus dem Spind. Wir gehen jetzt.

Maya stürmte nach vorn und presste ihre Hand direkt gegen Torins Brust. Sie fühlt sich nicht wohl, Torin. Lass sie los.

Halt deine Freundin im Zaum, Vanya. Du bist meine Verlobte. Wenn du dich krank fühlst, kannst du die Feiertage in meinem Rudelhaus verbringen, um dich zu erholen.

Torin, lass los, warnte ich, während meine Stimme lauter wurde und ein paar vorbeigehende Schüler stehen blieben, um die Szene zu beobachten, Die Leute gucken.

Lass sie gucken, knurrte er, während sein Daumen sich so tief in meine Haut grub, dass es blaue Flecken gab.

Du gehörst zum Ironwood-Territorium, du bist ihre zukünftige Luna. Du sagst deinem Alpha nicht nein.

Sie wird heute nicht ins Ironwood-Territorium gehen, Alpha Torin.

Eine kalte Stimme unterbrach Torin, als die Menge komplett verstummte. Es waren die leitenden Akademieadministratoren, die auf uns zutraten und ein formelles weißes Dokument trugen, das mit silbernem Wachs versiegelt war.

Ihr Blick war völlig auf mich gerichtet.

Torins Kiefer spannte sich an. Was soll das? Ihr Vater hat die Freistellungsformulare für die Feiertage bereits unterschrieben.

Die Administratorin blieb zwei Schritte entfernt stehen. Die regionalen Rudelgenehmigungen sind ungültig.

Vanya hat soeben ein sofortiges, direktes Mandat vom zentralen Turm erhalten.

Maya schnappte nach Luft und blickte zwischen dem Dokument und meinem Gesicht hin und her.

Ein Mandat? Wofür?

Die Administratorin hielt das Papier hin, und ihre Stimme hallte klar über den Innenhof.

Lass das Mädchen los, Torin. Vanya, du sollst dich umgehend im Privatbüro des Obersten Lykaner-Prinzen melden.

Er wartet, und er duldet keine Verzögerungen.

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