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Kann ich mal ein bisschen Ruhe haben? Ich wischte mir schnell die Tränen aus dem Gesicht. Ich war mir sicher, dass mein Gesicht immer noch verdammt rot war. „Bitte sagen Sie Ronan und seiner Familie aus, dass ich nicht mit ihm und seiner Familie frühstücken werde. Sagen Sie außerdem ausdrücklich Ronans Eltern, dass ich ihrem Wunsch, auf ihre Anfrage einzugehen, nicht nachkommen kann, danke.“ Ich war gerade nicht bereit, irgendjemandem gegenüberzutreten. Zumindest nicht in diesem Zustand. Die Erschöpfung machte sich langsam bemerkbar, und als ich meine Ohren spitzte und kein Geräusch von der Tür hörte, öffnete ich schnell mein Handy und wählte Ellas Nummer. Es klingelte ein paar Sekunden lang, dann nahm sie ab. „Hallo?“ „Oh mein Gott, Katie, was ist passiert? Ich habe mir solche Sorgen gemacht.“ Sobald ich ihre Stimme am Telefon hörte, fing ich wieder an zu weinen. „Ella, ich habe keine Kontrolle mehr darüber, was mit meinem Leben oder meiner Zukunft passiert. Ich stecke wegen meines gottverlassenen Vaters in einem verdammten Schlamassel“, sagte ich und wischte mir die Tränen weg. Aber egal, wie sehr ich mich auch bemühte, ein neuer Tränenstrom ersetzte immer wieder die Tränen, die ich mir aus dem Gesicht gewischt hatte. Meine Brust begann sich zusammenzuziehen. Nein, es war noch zu früh für eine Panikattacke. Ich konnte mir nicht vorstellen, hier eine Panikattacke zu bekommen. „Schatz, ich möchte, dass du dich beruhigst und tief durchatmest.“ „Okay.“ Ich fing an, schnell zu atmen, aber es half nichts. Immer mehr Tränen liefen mir über das Gesicht. „Katie, hör zu. Ich möchte, dass du es so machst, wie wir es immer geübt haben. Atme jetzt vier Sekunden lang ein, halte den Atem vier Sekunden lang an und atme dann vier Sekunden lang aus. Mach das dreimal und atme dann tief durch.“ Nachdem ich das mehrmals wiederholt hatte, ging es mir langsam besser, und schließlich hörte ich auf zu weinen. „Ella, danke.“ „Gern geschehen. Und jetzt erzähl mir, was los ist. Was ist passiert?“ „Ich habe bei Caleb übernachtet und bin heute Morgen aufgewacht, als ich Caleb mit einer Frau gesehen habe. Die beiden haben rumgemacht, also bin ich gegangen und nach Hause zurückgekehrt. Als ich zu Hause ankam, musste ich feststellen, dass ich an einen Mann namens Ronan Aalir verkauft worden war.“ „Moment mal, was? Wie?“ „Mein erbärmlicher Vater hat sich über eine Million Dollar von ihm geliehen und mich als Zahlung hergegeben, weil er das Geld nicht zurückzahlen konnte. Jetzt sitze ich also in seinem Haus fest und habe keine Zukunft mehr. Was soll ich jetzt mit meinem Studium machen?“ Ich spürte schon, wie mir die Tränen in die Augen stiegen, aber ich atmete tief durch und hielt sie zurück. „Okay, mach dir keine Sorgen. Ich werde mit meinem Vater darüber reden. Vielleicht kann er mit Aalir sprechen oder mit ihm über den Preis verhandeln. Schließlich sind sie Geschäftspartner. Wie schlimm kann es schon sein?“ Ella war das Beste, was ich mir je hätte wünschen können. Sie hatte mich durch dick und dünn begleitet. Wenn es mal schwierig wurde, war sie für mich da. Wenn ich in Schwierigkeiten geriet oder wegen etwas, das ich getan hatte, Hausarrest bekam, schlich sie sich durch mein Fenster herein und blieb bei mir in meinem Zimmer, um mich zu trösten. Selbst wenn mein Vater richtig ausfällig wurde, war sie für mich da. Manchmal. Aber seit Caleb und ich zusammen sind, habe ich eigentlich keine Zeit mehr für Ella. Ich seufzte frustriert. Ich bin also wirklich eine beschissene beste Freundin, oder? „Vielen Dank, Ella. Und es tut mir leid, dass ich die ganze Zeit so eine miese Freundin war. Ich fühle mich gerade so schlecht.“ „Ist schon okay. Ruh dich einfach aus. Du klingst müde. Was die Schule angeht, finden wir schon eine Lösung, wenn du wieder wach bist. In ein paar Wochen findet der Abschlussball statt, und den darfst du auf keinen Fall verpassen.“ „Okay.“ „Ich melde mich später noch mal bei dir. Pass gut auf dich auf und vermeide zu viel Stress. Das kann eine Panikattacke auslösen.“ „In Ordnung, Mama. Ich lege jetzt auf. Ich hab dich lieb.“ „Ich hab dich auch lieb.“ Kaum hatte ich aufgelegt, ertönte ein leises Klopfen an der Tür. „Fräulein, alle warten immer noch auf Sie.“ „Sag ihnen, dass ich kein Interesse habe.“ „Ich fürchte, das geht nicht. Ich habe es ihnen bereits gesagt, und ich wurde gebeten, dafür zu sorgen, dass Sie mit mir kommen, wenn ich das nächste Mal nach unten gehe.“ „Wie heißt du, Liebes?“ „Samantha.“ „Na gut, Samantha, ich möchte, dass du nach unten gehst und ihnen – ja, allen – sagst, sie sollen sich verpissen. Und ja, sag es ihnen Wort für Wort. Beschönige nichts. Danke.“ Ich hörte ein Rascheln vor der Tür, dann Stille, was bedeutete, dass sie bereits nach unten gegangen war. Ich wollte wirklich niemanden treffen oder sehen. Ich war nicht in der Stimmung für noch mehr Drama. Ich hatte heute schon genug durchgemacht. Ich beschloss, zu duschen und den passenden Schlafanzug auszuziehen, den Caleb und ich getragen hatten. Als ich aus dem Bett stieg, stürmte Ronan ins Zimmer und schlug die Tür hinter sich zu. „Weißt du nicht, wie man anklopft, Ronan, oder brauchst du Unterricht darin?“ Wenn Blicke töten könnten, wäre ich schon so gut wie tot. Er sagte nichts. Er kam nur hastig auf mich zu, hob mich über seine Schulter und ging aus dem Zimmer. Mein 5'7" großer Arsch dachte, er würde mich fallen lassen, wenn ich um mich treten und mich wehren würde, aber oh Mann, da lag ich falsch. „Lass mich runter, du dummer Arsch. Ich will nirgendwohin. Ich habe Samantha ganz klar gesagt, sie soll euch allen sagen, ihr sollt euch verpissen.“ Er hielt einen Moment inne, setzte mich ab, packte mich am Arm und starrte mich eindringlich an. Die Wut in seinem Gesicht passte nicht zu der Zärtlichkeit, mit der seine Hände meine Haut berührten. Er beugte sich zu mir hin, sein Mund ganz nah an meinem Ohr. „Jetzt hör mal zu, Katie. Du bist nicht besser als ein Dienstmädchen in diesem Haus. Du wurdest an mich verkauft, also pass besser auf, was du sagst, du kleine Füchsin.“ Ich stand eine Weile fassungslos da. Ich war nicht in der Lage, etwas zu erwidern. Aber würde mich das davon abhalten, ihm auf die Nerven zu gehen? Oh, verdammt noch mal, nein. „Ich mag dich nicht, Ronan.“ „Oh, amore mio, das war nie der Plan.“ Ich verdrehte die Augen und folgte ihm trotzdem. Als ich ins Esszimmer kam, traf mein Blick auf die ältere Version von Ronan. Dasselbe rabenschwarze Haar, derselbe Körperbau, alles war gleich. Das Einzige, was nicht zu Ronan passte, waren seine tiefen, eisblauen Augen. Aber selbst damit war dieser Mann eine exakte Kopie von ihm. Ich brauchte nicht einmal eine Vorstellung, um zu wissen, dass dies Ronans Vater war, und er warf mir einen mörderischen Blick zu. Oh, na toll. Jetzt verstehe ich, woher er seine umwerfende Persönlichkeit hat. Der Apfel fällt wirklich nicht weit vom Baum, oder besser gesagt, in diesem Fall fällt der Stock nicht weit vom Hintern. Okay, dieser Mann muss sich jetzt mal beruhigen und ein bisschen lockerer werden. Er sah aus, als wäre er Ende 50. Na ja. „Mama, ist das Katie? Die, die nicht so recht nach unten kommen wollte?“ Ich schaute in die Richtung, aus der die Stimme kam. Es war ein Mädchen, das ungefähr in meinem Alter aussah, vielleicht etwas älter. Sie hatte ähnliche Haare wie Ronan, mit wunderschönen eisblauen Strähnen. Sie war unbestreitbar schön. „Ja, Schatz, das ist sie.“ Ich drehte mich um, um die Mutter anzusehen, und – oh mein Gott – sie trug einen teuer aussehenden, schulterfreien blauen Jumpsuit, kombiniert mit schwarzen Kitten Heels. Ihre langen, glänzenden schwarzen Locken streiften ihren Rücken, und ihre bezaubernden grauen Augen rundeten den Look ab. Sie sah aus wie ein absoluter Traum. Ein Model. Sind alle in dieser Familie so umwerfend heiß? Ich lächelte sie an, doch sie erwiderte es mit einem spöttischen Grinsen und warf mir einen finsteren Blick zu. Was hat diese Familie nur mit diesem finsteren Blick, oder ist das nur bei mir so? Ich verdrehte die Augen. Das Lächeln war sowieso nicht aufrichtig. „Hallo, ich bin Valentina. Freut mich, dich kennenzulernen“, sagte die Schwester und lächelte sanft. Ich lächelte zurück. Diesmal war es aufrichtig. „Ich bin Katie.“ Ihr Vater starrte uns beide an, als wäre es ein Gräuel, dass wir miteinander sprachen. Ronan wollte gerade etwas sagen, als ihn jemand unterbrach. „Katie?“ Hä? Es war nicht Ronan, der mich gerufen hatte. Diese Stimme kam mir bekannt vor, viel zu bekannt. Ich drehte mich um, und meine Augen weiteten sich vor Schreck. „Warum?“KATIES PERSPEKTIVE„Antworte mir, du verdammter Idiot!“Ronans Stimme donnerte durch den Keller.Der Mann, der an den Stuhl gefesselt war, zuckte zusammen, sein ganzer Körper zitterte. Er starrte Ronan aus weit aufgerissenen, panischen Augen an, aber er brachte kein einziges Wort heraus.Nicht eins.Ich stand ein paar Schritte entfernt und beobachtete die Szene mit vor der Brust verschränkten Armen.Ehrlich gesagt konnte ich mich nicht entscheiden, ob dieser Mann unglaublich mutig oder unglaublich dumm war.Wahrscheinlich dumm.Ronan richtete sich langsam auf und drehte den Kopf zu mir.„Ich würde dir raten, jetzt wegzusehen, Katie. Wir bringen ihn gleich zum Reden.“Ich zog eine Augenbraue hoch.„Ihr bringt ihn zum Reden?“Er warf mir einen Blick zu, der mir zu verstehen gab, dass ich besser keine Fragen stellen sollte, auf deren Antwort ich lieber verzichten würde.„Wir werden ihn foltern.“„Ach so.“Ich warf einen Blick auf den Mann, der aussah, als würde er jeden Moment ohnmächtig
KATIES SICHTFür einen Moment vergaß ich, wie man atmet.Valentina stand regungslos vor mir, eine Hand auf den Bauch gepresst, die Augen weit aufgerissen vor Unglauben.Dann begannen ihre Lippen zu zittern.„Nein. Nein, nein, nein, nein.“ Ihre Stimme brach, als Tränen in ihre Augen schossen. „Mein Baby. Mein Baby!“Oh mein Gott.Mein Blick huschte zwischen ihrem Gesicht und der Hand hin und her, die sie gegen den Bauch presste.Warum war sie rausgekommen?Warum zur Hölle war Valentina rausgekommen?!Sie hätte versteckt bleiben sollen. Sie hätte mich das regeln lassen sollen. Sie hätte sich nicht zwischen mich und diese Männer stellen dürfen!Warum hatte sie das getan?Alles war so schnell passiert. Einen Moment lang hatte ich noch mit zwei Männern gerungen, und im nächsten stand Valentina vor mir und weinte um ihr Baby.Ich konnte mich nicht bewegen.Ich konnte nicht einmal klar denken.Alles, was ich hörte, waren ihre panischen Schluchzer und das ohrenbetäubende Chaos um uns herum.„
katieDer Club hatte sich in einen absoluten Albtraum verwandelt.Tische waren umgekippt, Stühle lagen quer über den Boden verstreut, und überall waren Getränke verschüttet worden. Die Männer, die ins Gebäude gestürmt waren, zogen von einer Ecke zur nächsten, durchsuchten die Bar und schauten unter die Tische, als rechneten sie damit, dass ich wie durch Zauberhand unter der liegen gelassenen Handtasche irgendeines Fremden auftauchen würde.Einer von ihnen trat einen Stuhl beiseite.„WO IST SIE?"Niemand antwortete.Ein Mann, der neben dem DJ-Pult kauerte, begann sie anzuflehen, die Hände ergeben erhoben.„Bitte! Wir wissen doch gar nicht, wen ihr sucht!"Der Eindringling packte die Kante des Pults und stieß es zur Seite.„DANN HABT IHR JA NICHTS DAGEGEN, WENN WIR NACHSEHEN!"Ich drückte mich noch tiefer hinter das Pult, wo Valentina und ich uns versteckt hielten. Mein Herz hämmerte so heftig, dass ich kaum noch etwas anderes hörte.Das durfte nicht passieren.Das durfte einfach nicht
Hallo zusammen, ich habe seit Tagen nichts mehr aktualisiert, weil ich so krank war, aber mir geht es jetzt wieder besser. Ich möchte mich ganz herzlich bei allen bedanken, die mich auf dieser Reise unterstützt und mein Buch gelesen haben. Ganz viel Liebe an euch! ♥️Kapitel 46KatieIch konnte meine Augen nicht von ihm abwenden.Da war etwas an dem Mann, der auf der anderen Seite des Raums stand, das mir die Nackenhaare aufstellte. Er war komplett in Schwarz gekleidet, seine Haltung unheimlich still, während er mich durch die Menge beobachtete.Wer zur Hölle war das?Und warum kam es mir vor, als hätte ich ihn schon einmal gesehen?Ich kniff die Augen zusammen, um sein Gesicht besser zu erkennen, aber die flackernden Lichter machten es unmöglich, irgendetwas klar zu sehen.Oh Gott. Wer bist du?Je länger ich starrte, desto vertrauter wirkte er.Ich konnte nur nicht darauf kommen, warum.„Katie?“Ich reagierte nicht.„Katie!“Ich blinzelte, als Valentina mir auf die Schulter tippte.
Katie„Oh mein Gott."Ich blinzelte.Ronan stand noch ein paar Stufen unter uns und starrte mich an, als hätte er gerade etwas Außergewöhnliches gesehen.Ich blickte an meinem Kleid hinunter und dann wieder zu ihm.„Was ist los?"Langsam schüttelte er den Kopf, den Blick wieder auf mein Gesicht gerichtet.„Du siehst in dem Kleid verdammt heiß aus."Mein Gehirn setzte aus.Komplett.Mir schoss die Hitze in die Wangen, und ich sah sofort weg, als wäre das Treppengeländer plötzlich das Spannendste der Welt.Oh mein Gott.Hatte er das gerade wirklich gesagt?Ronan. Derselbe Ronan, der kaum ein anständiges Kompliment hinbekam, ohne dass es wie eine Beleidigung klang. Derselbe Mann, für den Lächeln offenbar eine Straftat war.Und jetzt stand er da und sagte ganz beiläufig, ich sähe heiß aus.Am liebsten wäre ich im Boden versunken.Neben mir gab Valentina einen Laut von sich.„Ooooh!"Ich schloss die Augen.Nein.Auf keinen Fall.„Valentina", warnte ich.Sie ignorierte mich.Ihr Blick wande
KatieEinen Moment lang sagte niemand etwas.Ronan stand in der Tür und sah aus, als würde er gleich jemandem das Leben ruinieren, während Cherry den kleinen Behälter umklammerte, als hinge ihr Leben davon ab.Ehrlich gesagt, unter den Umständen tat es das wahrscheinlich auch.Ich verschränkte die Arme und lächelte.„Also, wo war ich stehen geblieben?“Cherrys Augen wurden groß.„Katie.“Ich ignorierte sie.„Richtig. Ich habe Ronan gerade erklärt, wie sein Lieblings-Unruhestifter das Abendessen in ein Wissenschaftsexperiment verwandelt hat.“„Kate, tu das nicht.“Ich hielt inne.Langsam drehte ich mich zu ihr um.Kate?Oh, das wurde interessant.Für jemanden, der mich sonst mit jedem unangenehmen Namen ansprach, den er finden konnte, schien Cherry plötzlich sehr daran interessiert zu sein, auf meiner guten Seite zu stehen.Ich presste die Lippen zusammen und kämpfte dagegen an, nicht laut zu lachen.„Was hast du gesagt, Cherry? Ich hab’s nicht ganz verstanden.“Sie schluckte und warf







